Prof. Franz Adlkofer fordert Unterlassung vom IZgMF

Am 25.09.2009 strengte das IZgMF eine negative Feststellungsklage gegen Prof. Franz Adlkofer an, um sich gegen dessen strafbewehrte Unterlassungserklärung vom 15.09.2009 zu wehren. Prof Adlkofer reagierte seinerseits mit einer Widerklage, die am 12.11.2009 beim Landgericht Berlin einging. Doch um was geht es in dieser Auseinandersetzung eigentlich? Das ist kein Geheimnis! (24.01.10)

 

Die Wahrheit über die Grenzwertsenkung in Belgien auf 3 V/m

formel_luxBelgien hat den Grenzwert für Mobilfunkfelder auf 3 V/m gesenkt. Diese Botschaft wurde 2009 auf etlichen Webseiten verbreitet und zuweilen irrtümlich in Verbindung gebracht mit einer belgischen Alarmstudie über die Sterblichkeit von Ratten unter Funkfeldeinwirkung. Aber: So einfach ist das nicht. Die Studie hat mit der Grenzwertsenkung nichts zu tun, dies ist nur eine Falschmeldung. Schwieriger wird es bei der Betrachtung des neuen Grenzwerts von 3 V/m, denn dieser gilt nur mit erheblichen Einschränkungen und selbst das nur in bislang zwei der drei Regionen Belgiens (01.11.09).

 

Athermische Effekte: Was ist das eigentlich?

Auf den ersten Blick sind athermische oder nicht-thermische Effekte leicht zu erklären: Es sind biologische Wirkungen, die z.B. unter Einwirkung schwacher Funkfelder auftreten aber nicht mit einer Gewebeerwärmung erklärt werden können, weil dafür das Funkfeld zu schwach ist. Was sich so schön einfach und plausibel liest, hat in der Realität freilich Haken und Ösen. So kann es passieren, dass Experten einen Effekt als klar athermisch einstufen, während andere Experten diese Klarheit nicht sehen und demselben Effekt eine thermische Ursache zuschreiben. Dieser Beitrag zeigt, wie es zu solchen Diskrepanzen kommen kann und welche Definitionen für athermische Effekte Laien, Physiker und Biologen zur Hand haben (20.09.09).

 

Schulprojekt Goldau: Misston ums iPhone

Bild aus der Projektpräsentation von Prof. Dr. Beat Döbeli HoneggerDer Diplom-Informatiker Prof. Dr. Beat Döbeli Honegger von der Pädagogische Hochschule Zentralschweiz leitet an der Projektschule Goldau ein Projekt, bei dem es um die Folgen einer Einbindung von Mobiltelefonen in den Schulbetrieb geht. Die Schweizer Vereinigung Elektrosmog-Betroffener (Gigaherz.ch) betrachtet das Projekt als Unfug und hat eigenen Angaben zufolge Aufsichtsbeschwerde gegen die Verantwortlichen eingelegt. Auch Diagnose-Funk beklagt die Initiative in Goldau mit der unbelegten Behauptung, elektromagnetische Strahlung wirke nachweislich gesundheitsbeeinträchtigend. Aber: Mit Döbeli Honegger selbst hat bislang noch kein Mobilfunkgegner aus der Schweiz gesprochen (07.09.09).

 

Parteien zur Bundestagswahl 2009: Vier haben Mobilfunkkritik im Wahlprogramm

Sechs von 93 politischen Parteien in Deutschland haben mobilfunkkritische Passagen in ihren Grundsatzprogrammen. Aber: Grundsatzprogramme werden nur selten revidiert, schneller fließen aktuelle Themen in die Wahlprogramme von Parteien ein. Wir haben die auffindbaren Wahlprogramme aller 29 zur Bundestagswahl 2009 zugelassen Parteien geprüft und viermal Mobilfunkkritisches gefunden (25.07.09).

 

SAR-Wert umrechnen in Feldstärke oder Leistungsdichte: geht das?

Prof. Dr. Jürgen Bernhardt im Winter 2006 auf einer Veranstaltung des Tollwood-FestivalsSie ist die große Unbekannte in der Mobilfunkdebatte, die Spezifische Absorptionsrate (SAR), die Mutter aller Grenzwerte für Funkfelder beliebiger Art. Mobilfunkkritiker hantieren nur ungern mit SAR-Werten, im Gegensatz zu Feldstärke und Leistungsdichte lassen diese sich nicht mit günstigen Bordmitteln messen, sondern nur mit aufwendigen Algorithmen berechnen oder teuren Laborapparaturen sondieren. Doch nicht selten wird in wissenschaftlichen Studien die Funkfeldbelastung, die Immission, nur als SAR-Wert angegeben. Dann ist guter Rat teuer, denn Außenstehenden fehlt jedes Gefühl dafür, was an elektrischer Feldstärke oder Leistungsdichte erforderlich ist, um einen SAR-Wert von z.B. 1,4 W/kg zu bewirken. Wir haben bei Experten nachgefragt, auch beim ehemaligen ICNIRP-Vorsitzenden Jürgen Bernhardt, wie es um die gegenseitige Umrechnung eines SAR-Werts in Feldstärken oder Leistungsdichte steht (11.07.09).

 

Sechs von 93 Parteien in Deutschland haben Mobilfunkkritik im Programm

Eine Mücke macht noch keinen Sommer: Setzt sich ein Politiker für die Forderungen von Mobilfunkkritikern ein, jedoch allein aus eigenem Antrieb heraus, so hat dies mit der Haltung seiner Partei zur Mobilfunktechnik herzlich wenig zu tun. Berechenbarer sind Parteien, die Mobilfunkkritisches zur Orientierung im Parteiprogramm stehen haben. Dies hat ohne Frage höhere Bedeutung, wenn Mobilfunkkritiker sich die Frage stellen, welcher Partei sie ihre Stimme geben sollen. Alle großen Parteien meiden auch nach 15 Jahren Mobilfunkkritik das Thema in ihren Programmen. Nur bei sechs kleinen Parteien spielt es eine Rolle, wobei einer der beiden Platzhirsche vergangener Jahre überraschenderweise 2009 nicht mehr antritt (06.06.09).

 

Elektrosensible scheitern im Schweizer Bundesrat

Der Schweizer Bundesrat stellt die RegierungsmitgliederDie Partei der Arbeit (PdA) entsendet ins Schweizer Bundesparlament, den Nationalrat, nicht mehr sieben Abgeordnete wie zu ihrer Glanzzeit 1947, sondern nur noch einen einzigen. Gut möglich, dass PdA-Mann Josef Zisyadis deshalb die Nöte und Sorgen von Minderheiten wie den Elektrosensiblen besonders am Herzen liegen. Um staatliche Maßnahmen bei Elektrosensibilität zu erzielen braucht es jedoch mehr als nur freundliche Anteilnahme und eine eingeflüsterte aber alles andere als überzeugende Begründung. Und so scheiterte Zisyadis’ Eingabe kürzlich im Schweizer Bundesrat sang und klanglos (31.05.09).

 

Verschwörungstheorien unter Mobilfunkgegnern

Unter Mobilfunkgegnern gibt es unübersehbar die Lust am Basteln von Verschwörungstheorien. Es ist ein therapeutisches Basteln. Denn die so gefundenen Theorien geben einfache Antworten auf komplizierte Fragen. Antworten, die gut tun und das Gefühl vermitteln, Teil einer verschworenen Gemeinschaft zu sein. Dagegen gäbe es nicht viel einzuwenden, wären die Verschwörungstheorien der Mobilfunkgegner faktenorientiert und dadurch glaubwürdig. Dies aber sind sie nicht. Sie sind eher wahnhaft, wie hier an einem Beispiel gezeigt wird, das sich um 2004 herum tatsächlich wie beschrieben zugetragen hat (19.05.09).

 

Kampf gegen Sendemasten: Der Pyrrhussieg von Bruchköbel

Bruchköbeler Außenstandort MichelsbergIn seinem Erfahrungsbericht beschreibt der Journalist Jürgen Dick einen Kampf gegen Mobilfunkmasten. Einen bizarren Kampf, wie er mancherorts seit einigen wenigen Jahren in unterschiedlicher Intensität und Verbissenheit geführt wird. Für seinen Bericht zieht Dick das Beispiel Bruchköbel heran, eine unauffällige, angenehm zu bewohnende Kleinstadt in Hessen. Dennoch ist vieles von dem, was er beschreibt, exemplarisch für die Mastenkämpfe in deutschen Kommunen. Ungewöhnlich am Mastenkampf von Bruchköbel ist dessen Ausgang: Denn als Sieger ging nach jahrelangem Ringen – eine Seltenheit – die örtliche Bürgerinitiative vom Platz. Doch was ist das für ein teuer erkaufter glanzloser Sieg! Er beruht auf einer betreiberunabhängig durchgeführten Standortplanung, die bereits überholt war, noch bevor der Planungsingenieur zu planen begann. Und als ob dieser Fehler nicht genug wäre, wurde in der schließlich vorgelegten Planung von den kommunalen Auftraggebern auch noch ein Kirchturm-Standort im Ortsgebiet kassiert. Zur hellen Freude der Bürgerinitiative, die ihn unbedingt weg haben wollte, aber im Widerspruch zur Standortplanung, die eben diesen Kirchturm als belastungsmäßig günstig gelegenen Standort einstufte. Dieser und anderer Schrammen wegen geriet der Sieg nur zum Pyrrhussieg von Bruchköbel (07.05.09).

 

Studienkritik von W. Kuhn an A. Lerchl: Keine Eisbären in der Sahara gefunden

Keine Eisbären in der Sahara gefunden ...Das Hormon Melatonin steuert unter anderem den Schlaf-Wach-Rhytmus von Menschen und Tieren. Gebildet wird es von der Zirbeldrüse (Pinealdrüse), die bei Menschen ihren Platz im Zwischenhirn hat. Ausgelöst durch Klagen der Anwohner von Mobilfunk-Basisstationen ging das Deutsche Mobilfunk Forschungsprogramm mit einer Studie der sogenannte Melatoninhypothese nach. Diese besagt: Elektromagnetische Felder hemmen den Melatoninausstoß der Zirbeldrüse und stören so hormonell die Schlafqualität. Die Studie konnte diese These jedoch nicht bestätigen. Aus Sicht des Studienkritikers W. Kuhn kein Wunder. Seiner Einschätzung nach ist das Konzept der Studie weder dazu geeignet, die Melatoninhypothese zu stützen noch diese zu entkräften, vielmehr diene die Studie primär dem Ziel, die Anzahl entwarnender Studien zu vergrößern. Wie immer beansprucht Kuhn für seine Studienkritik viel Zeit und Raum. Studienleiter Prof. Dr. A. Lerchl bekam die Kritik an seiner Arbeit vorab zu lesen. Die draus resultierende Replik steht im Anschluss an die Studienkritik (14.02.09).

 

Zehn provokante Thesen zum SAR-Wert

Die spezifische Absorptionsrate, kurz SAR, gilt in der Funktechnik als Mutter aller Grenzwerte zum Schutz der Bevölkerung vor elektromagnetischen Feldern. Aber: hält die SAR auch, was sie verspricht? Studienkritiker W. Kuhn beantwortet in seinem Beitrag diese Frage mit einem klaren “nein”. Für ihn beschreibt die SAR allein die thermischen Wirkungen starker Funkfelder korrekt, nicht aber die athermischen Wirkungen schwacher Funkfelder – dafür sei die SAR völlig ungeeignet und besser heute als morgen gegen die elektrische Feldstärke zu ersetzen. Warum die SAR dennoch weltweit als Intensitätsmaß für starke und schwache Funkfelder in Gebrauch ist, darüber hat Kuhn zehn provokanteThesen formuliert, die auf Bestätigung oder Widerlegung warten (20.09.08).

 

Deutsches DVB-H-Funknetz seit 1. Juni 2008 im Testbetrieb

Rundfunk- & Mobilfunkantenne auf dem Münchener Olympiaturm - Foto: IZgMFNach einigen vorangegangenen mühsamen Pilotversuchen, z.B. bei der Fussball-WM 2006, hat am 1. Juni 2008 nun in vier deutschen Großstädten der DVB-H-Testbetrieb begonnen. DVB-H ist technisch mit DVB-T verwandt, jedoch für den bundesweiten Empfang von TV- und Rundfunkprogrammen mit mobilen Endgeräten optimiert (z.B. Handy, PDA). Die Ausstrahlung der DVB-H-Programme erfordert ein eigenes Funknetz mit leistungsstarken Hauptsendern und leistungsschwachen Füllsendern. DVB-H nutzt aber nicht nur das eigene Funknetz, sondern auch die Mobilfunknetze. Über diese soll ein Rückkanal vom Zuschauer zum Programmanbieter geschaltet werden, z.B. um bei Abstimmungen seine Stimme einzubringen oder bei Gewinnspielen mitzumachen. Zum Beitrag bitte hier entlang.

 

DECT-Zulassung bis 2013 verlängert

In letzter Zeit häufen sich beim IZgMF die Anfragen, ob DECT-Anlagen über das Jahr 2008 hinaus betrieben werden dürfen. Ursache solcher Anfragen ist unsere Meldung aus dem Jahr 2003: “Auch DECT-Zulassung läuft Ende 2008 aus”. Inzwischen ist diese Meldung jedoch überholt. Den momentan aktuellen Stand beschreibt eine Meldung, die wir von der Website der Bundesnetzagentur (BNetzA) übernommen haben (07.05.08).

 

Maximaler Profit mit minimaler Funkstrahlung

Wenn ein neuer Mobilfunkmast errichtet wird sind Bürger im Nahbereich des Masten häufig ebenso stark beunruhigt wie ihre Ratsherren darüber ratlos sind, was nun zu tun ist. Als Ventil für den kollektiven Frust über den ungebetenen neuen Nachbarn haben sich Informationsveranstaltungen etabliert, auf denen mehr oder weniger kompetente Referenten das Thema ventilieren. Standortkonzepte zur Strahlungsminimierung erfreuen sich dabei wachsender Beliebtheit: Bürgern versprechen sie weniger Strahlung, Ratsherren ein gutes Gewissen. Das Geschäft mit der Strahlungsminimierung kann jedoch auch seltsame Blüten treiben. Erfahren Sie am Beispiel eines fiktiven Beraters, wo Fußangeln lauern und wie Sie sich dagegen wehren können. Und los geht’s (27.04.08).

 

BMW gibt DECT den Laufpass und setzt ab 2008 voll auf Mobilfunk

Bald ohne DECT: BMW-Forschungszentrum FIZ in MünchenBMW hat damit begonnen firmenintern DECT abzuschaffen. Fast alle Mitarbeiter werden zukünftig nicht mehr mit DECT-Mobilteilen oder Festnetzapparaten telefonieren, sondern mit Handys. Die Umrüstung der Kommunikationsinfrastruktur begann im März 2008. Wegen günstiger Konditionen des Betreibers O2 sind Mobiltelefonate für die Münchener Autobauer erstmals billiger als Festnetztelefonate. Der Umstieg von DECT und Festnetztelefon zum Handy ist mit der Errichtung von GSM-Hausantennen verbunden, so dass die Mitarbeiter im Vergleich zu DECT in aller Regel weniger stark mit EMF belastet werden (22.04.08).

 

Bundesfinanzhof schiebt Gesundheitsämtern “Schwarzen Peter” zu

Am 29. Januar 2007 fällte der 3. Senat des Bundesfinanzhofes in München ein Urteil (III B 137/06), das Steuerzahlern nahezu jegliche Hoffnung nimmt, Aufwendungen für Schirmmaßnahmen gegen elektromagnetische Felder bei Finanzämtern als außergewöhnliche Belastung erfolgreich geltend machen zu können. Wer nicht abgewiesen werden möchte, muss ein amtsärztliches Gutachten beibringen, demzufolge gesundheitliche Beeinträchtigungen des Antragstellers durch die Strahlung einer Mobilfunkanlage verursacht worden sind. Mit dieser Forderung verlangt der BFH von den Gesundheitsämtern die Quadratur des Kreises, denn sie sollen nun etwas leisten, was noch nicht einmal der wissenschaftliche Forschung bislang gelungen ist, nämlich einen Kausalzusammenhang herzustellen zwischen den schwachen Funkfeldern von Mobilfunkanlagen und darauf zurückgeführten Gesundheitsstörungen von Anwohnern. Ärger zwischen Bürgern und Gesundheitsämtern ist so programmiert und bereits da. Lesen Sie hier das BFH-Urteil im Wortlaut (03.02.08).

 

Boykottiert Gesundheitsamt Sonthofen Blutuntersuchungen in Kempten?

Im Landratsamt Oberallgäu ist auch das Gesundheitsamt untergebrachtDas Verhältnis zwischen Mobilfunkkritikern und Behörden ist nicht immer spannungsfrei. So beklagte der “Arbeitskreis Mobilfunk und Gesundheit", Kempten, Anfang 2008 in einer Meldung, dass das zuständige Gesundheitsamt seine Mithilfe an einer Blutuntersuchungsreihe verweigere, die der Arbeitskreis Ende 2006 in eigener Regie gestartet hat. Die Spekulation, dem Amt seien wegen einer Weisung “von oben” die Hände gebunden, wurde gleich mitgeliefert. Aber: Was ist dran, an dem Verdacht? Steckt eine Verschwörungstheorie dahinter oder vielleicht doch mehr? Das IZgMF bat das Gesundheitsamt Sonthofen um Stellungnahme (13.01.08).

 

Der Mast darf bleiben: Chronologie eines Streits unter Kritikern

Wer als Mobilfunkkritiker die eigenen Frontleute kritisiert, muss sich auf einiges gefasst machen. Egal ob die Kritik berechtigt ist oder nicht, Kritiker-Kritiker werden gerne nach allen Regeln der Kunst angefeindet, mundtot gemacht, schlecht geredet, demonstrativ ignoriert oder anderweitig abgestraft. Peter Hensinger, Webmaster der Seite “Der Mast muss weg” hat einen neuen Weg gefunden, unliebsamen Kritikern auf großer Bühne gleich zweisprachig eine reinzuwürgen. Anlass dazu war die begründete Kritik an einer tendenziösen und sachlich falschen Darstellung auf seiner Website. Lesen Sie hier die Chronologie dieses Streits zwischen Kritikern, der beim flüchtigen Hinsehen ein Streit um des Kaisers Bart zu sein scheint, in Wahrheit aber ein Streit um die Glaubwürdigkeit und Wirkung öffentlich wahrgenommener Mobilfunkkritiker ist (04.11.07).

 

Tricks der Bioelectromagnetics-Forschung: Wie ES zum Phantom verkümmern

kuhn_IV_introWissenschaftliche Studien über Elektrosensibilität ergeben mit schöner Regelmäßigkeit, dass die vermeintlich elektrosensiblen Probanden eine gezielte Befeldung mit Mobilfunksignalen nicht erkennen können und unter Feldeinwirkung auch keine messbaren gesundheitsrelevanten Körper- reaktionen zeigen. Mit jeder dieser Studien geraten Elektrosensible in der öffentlichen Wahrnehmung tiefer ins Abseits. Zu Unrecht, wie Studienkritiker W. Kuhn in seinem neuen Beitrag nachweist. Akribisch analysiert er eine aktuelle Elektrosensiblenstudie aus Großbritannien, deckt auf plausible Art und Weise einen eklatanten Fehler nach dem anderen auf und lotst den Leser durchs Dickicht der Hintergründe. Gelesen und verdaut sollte der Beitrag die Fähigkeit fördern, kommende Elektrosensiblenstudien nicht hilflos staunend hinzunehmen, sondern kritisch zu hinterfragen (11.09.07).

 

Mobilfunkantennen auf dem Dach: Gericht lässt 10 % Mietzinsminderung zu

Sind die in der 26. BImSchV genannten Grenzwerte (deutlich) unterschritten, rechtfertigt der aufgrund des Restrisikos begründete Mangel der Mietsache eine Minderung in Höhe von 10 % der Brutto-Warmmiete. So entschied im Januar 2007 das Amtsgericht Hamburg-Harburg (Az: 644 C 334/05). Die Richter verurteilten eine Hausbesitzerin, die auf dem Dach ihres Hauses mehrere Mobilfunkanlagen errichten ließ, zur Mietrückzahlung an einen Mieter, dessen Wohnung direkt unterhalb des Antennen-Ensembles liegt (06.09.07).

 

Bayerische Landesärztekammer dementiert Behauptungen über Mobilfunkrisiken

blaekWer in der Zeitung liest, die Bayerische Landesärztekammer hätte schon 2005 bekundet, der medizinische Beweis für Gesundheitsschäden durch Mikrowellen weit unterhalb gültiger Grenzwerte sei erbracht, der sollte dieses vermeintlich schlagende Argument für die Mobilfunkdebatte tunlichst gleich wieder vergessen. Denn wer damit arbeitet, verbreitet nur eine Falschmeldung. Wie die Bayerische Landesärztekammer auf Anfrage bestätigt, hat sie zu keiner Zeit eine derartige Aussage getroffen (18.08.07).

 

Mehrhausanlage: Alle Miteigentümer müssen Mobilfunkanlage zustimmen

Auf einer Eigentümerversammlung, zu der nur die Bewohner des Hochhauses einer Wohnungseigentumsanlage eingeladen waren, wurde mehrheitlich beschlossen, auf dem Hochhaus eine Mobilfunkanlage zuzulassen. Ein Mobilfunkbetreiber errichtete daraufhin auf dem Dach des Hauses vier Mobilfunkantennen. Eigentümer einer vermieteten Wohnung in einem anderen, aber ebenfalls zu der Wohnungseigentumsanlage gehörenden Gebäude, verlangten im Jahr 2005 die Beseitigung der Anlage. Der Antrag wurde vom Amtsgericht Wunsiedel jedoch abgewiesen, ebenso wie vom Landgericht Hof die Beschwerde gegen diesen Beschluss. Die Kläger, hieß es, seien für Entscheidungen bezüglich des Hochhauses in der Eigentumsanlage nicht stimmberechtigt. Dies sah das OLG München in seinem Beschluss vom 13. Dezember 2006 – Az.: 34 Wx 109/06 – jedoch anders (12.08.07).

 

Deutsche Rentenversicherung kennt keine Abrechnungsziffer für Elektrosensibilität

Dem Zitat von Frau Dr. pol. Birgit Stöcker, politische Sprecherin des Bundesverbandes Elektrosmog e. V., im Protokoll der siebenten Sitzung des Runden Tisches zum Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramm (RTDMF) vom 8.5.2007 im Bundesamt für Strahlenschutz in Neuherberg bei München (Seite 3 des Protokolls) kann vonseiten der Deutschen Rentenversicherung Bund inhaltlich nicht gefolgt werden (20.7.07).

 

Mobilfunkgeschichte: Unsichtbare Schranke stoppt Vodafone

Hagens Bürgermeister nimmt eine Unterschriftenliste in EmpfangIn unseren Mobilfunkgeschichten hatten die Betroffenen bislang nicht viel zu lachen. Anders bei der jüngsten Geschichte, die sich im niedersächsischen Hagen zugetragen hat. Die 14 000 Seelen umfassende Gemeinde ist mit Mobilfunkmasten längst nicht so stark zugepflastert wie das 10 km entfernte Osnabrück. Der EMF-Datenbank der Bundesnetzagentur zufolge ist der Nordrand der Gemeinde mobilfunktechnisch praktisch unerschlossen. Dort aber liegt nahe dem Landschaftsschutzgebiet Am Bückersberg auch ein Sport- und Schulzentrum. Dies weckte bei Vodafone Begehrlichkeiten. Und Ende Ende 2004 willigt die Gemeinde prompt ein, dass der Betreiber Am Bückersberg eine Mobilfunk-Basisstation auf Pachtgrund errichten darf. Zwei Jahre lang leistet eine Bürgerinitiative gegen das Bauvorhaben Widerstand und findet schließlich im sogenannten Wegerecht den entscheidenden Hebel, um Vodafone zur Kündigung des Pachtvertrages zu bewegen, noch bevor mit dem Bau des Masten überhaupt begonnen wurde. Mehr ... (16.06.07).

 

Verdacht verdichtet sich:  In Sendernähe bekommen Kälber eher Grauen Star

Im Rahmen einer noch bis Dezember 2007 andauernden Studie untersuchen Wissenschaftler der Vetsuisse-Fakultät der Universität Zürich die Krankheitshäufigkeit für “Grauen Star” bei Schlachtkälbern (Linsentrübung, auch nuklearer Katarakt genannt). In dieser Studie wurden bei 253 zufällig ausgesuchten Kälbern beiderlei Geschlechts 81-mal (32 %) Linsentrübungen in unterschiedlicher Ausprägung gefunden. Gemäß Literatur besteht der Verdacht, dass die Funkfelder von Mobilfunkantennen im Auge oxidativen Stress auslösen. Aufgrund der Ohrmarke wurden daher die Koordinaten sämtlicher Standorte eines Kalbes bestimmt, vom Besamungszeitpunkt des Muttertiers bis zur Schlachtung des Kalbes. Auch wurden Koordinaten und Standorte der umliegenden Mobilfunkantennen erfasst und Zusammenhänge gesucht. Erste Resultate zeigen einen Zusammenhang zwischen dem Standort erkrankter Kälber im 1. Drittel der Trächtigkeit und der Sendeleistung der nächststehenden Mobilfunkantenne, sowie der Gesamtsendeleistung aller umliegenden Antennen. Diese Resultate müssen noch auf Evidenz überprüft werden.

Linsentrübung bei Kälbern entsteht hauptsächlich in den ersten beiden Dritteln der Trächtigkeit, in der Zeit der embryonalen Entwicklung der Linse. Die Kälber wurden kurz nach der Schlachtung mit einer Spaltlampe ophthalmoskopisch untersucht sowie Kammerwasser- und Hautbiopsien entnommen. Die Kammerwasserproben kataraktöser Augen wiesen eine signifikant schwächere Aktivität des Enzyms Glutathionperoxidase auf, was auf erhöhten oxidativen Stress im Auge hindeutet. Die Aktivität des Enzyms Katalase war statistisch tendenziell ebenfalls schwächer, jene der Superoxiddismutase wies keine Veränderungen auf. Zum Zeitpunkt der Untersuchung waren alle Kälber zwischen drei und sechs Monate alt. Rasseabhängige Neigungen zu Grauem Star konnten nicht nachgewiesen werden, jedoch waren signifikant mehr männliche Kälber betroffen. BVDV (Bovine Virusdiarrhoe-Virus) als bekannteste infektiöse Ursache für Grauen Star beim Rind ließ sich mittels Immunhistologie aus Hautbiopsien ausschließen. Auch waren keine Antikörper gegen Neospora und Toxoplasma im Kammerwasser nachzuweisen, ebensowenig statistischen Zusammenhänge zwischen dem Alter der Mütter und der Wahrscheinlichkeit der Kataraktogenese bei den Kälbern (05.05.07).

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