Wie WIK das Erbe der FGF antreten will

Nach gut 17 Jahren reger Aktivität löste sich die FGF (Forschungsgemeinschaft Funk e.V.) zum Jahresende 2009 per Mitgliederbeschluss selbst auf. Der Verein sägte förmlich an dem Ast auf dem er saß, denn je erfolgreicher er war, desto mehr entglitten mögliche gesundheitliche Risiken von Funkfeldern in die unattraktiven Regionen der Restrisiken. Da aber nicht völlig auszuschließen ist, dass sie sich dort noch einmal wie Phönix aus der Asche erheben werden, wird jetzt das WIK-Institut, Bad Honnef, geraume Zeit in die Fußstapfen der FGF steigen und  über den Stand des Wissens in der EMF-Forschung in komprimierter Form berichten (19.04.10).

Das WIK-Institut will mit einer kleinen Arbeitsgruppe versuchen, die Informations- und Kommunikationsarbeit der FGF, die von vielen Akteuren der Mobilfunkdebatte auch über Grenzen hinweg gerne genutzt wurde, fortzuführen [1]. Leiter der 4-köpfigen Arbeitsgruppe ist Dr. Franz Büllingen, zwei seiner Mitarbeiter, Frau Gabi Conrad und Herr Dr. Frank Gollnick, kommen von der FGF. Erstes Produkt ist der „EMF Brief“, der nach dem Vorbild des FGF-Infobriefs bereits im Wochenrhythmus erscheint. Ziel dieses Kommunikationsvehikels ist die weiterhin möglichst unvoreingenommene, ausgewogene und neutrale Darstellung des EMVU-Geschehens mit Schwerpunkt auf wissenschaftlicher Berichterstattung.

Finanzierung bis Ende 2012 gesichert

Gegenwärtig ist die Basisfinanzierung der Arbeitsgruppe bis Ende 2012 gesichert. Wie es dann weitergehen wird ist noch offen. Das Team um Dr. Büllingen beabsichtigt zusätzliche Mittel einzuwerben, zum Beispiel als Dienstleister für die wissenschaftliche Organisation von Experten-Workshops.

Desinformation entgegen wirken

IZgMF: Woran messen Sie den Erfolg Ihrer Aktivitäten, wenn es keine Umsätze damit gibt?

Dr_Frank_Gollnick_PortraitDr. Frank Gollnick: Die Aktivitäten sind nicht finanziell erfolgsorientiert. Es geht zunächst einmal um das gesellschaftliche Engagement, also um den Erhalt und das weitere Funktionieren einer unabhängigen, neutralen und wissenschaftlich orientierten Informationsquelle für den EMF-Bereich. Wir können später den „Erfolg“ unserer kommunikativen und informierenden Maßnahmen natürlich mit den üblichen Werkzeugen messen, wie Abrufzahlen hinterlegter Dokumente, Seitendownloadzähler, Abonnentenzahlen, Zählen von Kommunikationskontakten, Resonanz auf Aussendungen und Veranstaltungen, usw.

IZgMF: Wird es weiter zusammenfassende Berichte von wichtigen wissenschaftlichen Kongressen geben?

Dr. Gollnick: Ja, wir werden von den Veranstaltungen berichten, wo wir selbst vor Ort sein können (z.B. der nächste BEMS-Kongress im Juni).

IZgMF: Ihr Ziel "Kooperation mit gesellschaftlichen Gruppen" ist ziemlich abstrakt, was könnte dies konkret sein?

Dr. Gollnick: Hiermit sind grundsätzlich neben Vertretern aus Industrie und Politik auch Interessenverbände und – Vertretungen jeglicher Couleur (von Industrie bis Umweltschutz), kommunale Spitzenverbände, mit EMF befasste Gremien, wissenschaftliche Einrichtungen und Netzwerke, Medienvertreter, etc. gemeint. Die angestrebten Kooperationen sind vor allem auf Informationsaustausch angelegt und können sowohl die finanzielle Unterstützung unserer Arbeit als auch die gegenseitige Kommunikation von Informationen bis hin zur gemeinsamen Erarbeitung neuer Information, z.B. in wissenschaftlichen Workshops, beinhalten. Dies alles soll einer allgemeinen Desinformation durch zu viel ungefilterte, nicht wissenschaftlich begründete Information im EMF-Bereich entgegen wirken. Als Kriterium für mögliche Kooperationen müssen wir anlegen, dass ein ernsthafter, offener, wissenschaftlich begründeter Diskurs akzeptiert und unterstützt wird, und nicht einseitig, verschlossen oder wissenschaftlich unbegründet ein womöglich rein persönliches Interesse verfolgt wird.

Wie aber kommt es, dass WIK etwas weiterführt, wofür es bei der FGF anscheinend keine Zukunft mehr gab? Dazu sagte Dr. Gollnick dem IZgMF: “Nein, wir betrachten uns nicht einfach als eine Nachfolgeorganisation der geschlossenen FGF, sondern möchten andere Schwerpunkte setzen. Es ist auch nicht so, dass wir etwas weiterführen, wofür die Mitglieder der FGF insgesamt keinen Bedarf mehr sahen. Die Dienste, die ungefähr das abdecken, was wir jetzt machen, standen bei einem Teil der FGF-Mitglieder nachweislich noch relativ hoch im Kurs. Es mangelte jedoch an finanzierungswilligen Mitgliedern, die diese restlichen noch gewollten Dienste auf eine so breite organisatorische und finanzielle Basis hätten stellen wollen, wie sie die FGF (mit Abstrichen) bis zuletzt hatte. So konnte man sich nicht auf einen Konsens für eine Fortführung einigen, sondern letztendlich – nach langem vergeblichen Suchen nach konstruktiven Lösungen – nur zur Auflösung durchringen. Hierbei spielte auch eine Rolle, dass mehrheitlich kein weiterer Bedarf mehr für Forschungsförderung gesehen wurde, was über lange Jahre eine der tragenden Säulen der FGF-Arbeit war (siehe zu all diesen Aspekten auch [2] und [3]).

Keine Übernahme von FGF-Inhalten

Das Wirtschaftsministerium erkannte zusammen mit WIK, dass es vor allem im kommunikativen Bereich und in der Analyse der EMF-Forschung nach wie vor Informationsbedarf gibt. Beide ergriffen die Initiative und schufen eine realistische Basis sowie ein funktionierendes Konzept für die Weiterführung der Dienste in Form der nun existierenden Arbeitsgruppe. Kurz gesagt, macht WIK also etwas weiter, wofür es auch in der FGF eine Zukunft gegeben hätte, wofür deren ‘Kleider’ aber zu groß geworden waren. Aus rechtlichen Gründen durften keine Inhalte von der FGF an WIK transferiert werden. So standen wir quasi vor einem kompletten Neuanfang. Die Inhalte der FGF-Internetseiten bleiben aber mit ihrem archivarischen Wert noch mindestens bis Ende 2010 unverändert zugänglich.”

Der „EMF Brief“ ist nur eines der Produkte der WIK-Arbeitsgruppe, eine Quartalszeitschrift (Arbeitstitel „EMF Spectrum”, Quartalszeitschrift mit Autorenbeiträgen von Experten und Hintergrundinformationen) und eine eigene von WIK unabhängige „EMF und Umwelt“-Webseite werden demnächst folgen, sobald sich die Arbeitsgruppe weiter konsolidiert hat. Verläuft alles nach Plan, wird die neue Webseite www.wik-emf.org im zweiten Quartal 2010 frei geschaltet. Bislang tritt die  Arbeitsgruppe mit einigen Basisinformationen noch auf den WIK-eigenen Internetseiten in Erscheinung. Zur neuen Ausrichtung gegenüber der FGF gehört auch, dass WIK mehr als bisher die Kooperation und den Informationsaustausch mit allen ernsthaft und sachlich an der Thematik interessierten gesellschaftlichen Gruppen suchen wird.

Wer steht hinter WIK?

Das WIK-Institut ist eine unabhängige gemeinnützige Beratunggesellschaft, sie steht in der Trägerschaft des Bundeswirtschaftsministeriums –  unter anderem mit enger beratender Funktion für die Bundesnetzagentur –, wirtschaftet aber als GmbH in eigener Sache. Arbeitsschwerpunkte des WIK sind die Untersuchung und Bewertung der Entwicklung von Netzindustrien und infrastrukturbasierten Märkten. Die Analyse der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dieser Märkte unter volkswirtschaftlichen Aspekten ist ein weiteres Thema.  EMVU-Themen sind neu, sie werden seit Anfang 2010 von der Arbeitsgruppe vertreten. Details zu den Hintergründen von WIK nennt [4].

Hintergrundinformationen

[1] Neu gegründete Arbeitsgruppe "Elektromagnetische Felder und Umwelt" der WIK GmbH nimmt Arbeit auf

[2] Auflösung FGF: http://www.fgf.de/mehr.php?id=182

[3] Auflösung FGF: http://fgf.de/publikationen/newsletter/einzeln/NL_09-02/FGF-NL_2-2009_7-MV.pdf

[4] Unternehmensprofil WIK

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