Zwischenbilanz nach 30 Monaten
Umweltmedizinisches Beratungsnetz Schweiz

Nehmen Erkrankungen infolge von Umwelteinflüssen wie Elektrosmog wirklich so dramatisch zu, wie es zuweilen in den Medien dargestellt wird? Oder stecken hinter alarmierenden Verlautbarungen eher verkappte Interessen von Lobbyisten? Ein probehalber in der Schweiz aufgezogenes Umweltmedizinisches Beratungsnetz zieht jetzt eine ernüchternde Bilanz: In 30 Monaten Laufzeit meldeten sich in dem 8-Millionen-Einwohner-Land nur 185 Ratsuchende, davon machten 155 den Elektrosmog für ihre Beschwerden verantwortlich (07.04.2011).

Seit 1. Januar 2008 gibt es in der Schweiz das “Umweltmedizinische Beratungsnetzwerk” (UMBN), ein Pilotprojekt unter der Trägerschaft des Vereins Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU). Patienten, die als Grund ihrer Erkrankung einen oder mehrere Umwelteinflüsse vermuten, soll damit eine unabhängige, kompetente und ganzheitliche Abklärung Umweltmedizinisches Beratungsnetz für die Schweiz. Bild: IZgMF, Karte: Google Earthund Beratung geboten werden [1]. Um die Machbarkeit, den Bedarf und Nutzen eines solchen Beratungsnetzwerks zu erforschen, wurde das Pilotprojekt der Ärzte anfangs über 2 Jahre wissenschaftlich begleitet [2], finanziert von der Forschungsstiftung Mobilkommunikation. Alle nachfolgend genannten Daten entstammen dem Abschlussbericht dieser Begleitstudie.

Das Pilotprojekt in Kurzform

Für die Kontaktaufnahme zum UMBN steht eine zentrale telefonische Anlaufstelle bereit, geöffnet hatte sie anfangs Montag, Dienstag und Donnerstag von 9:00 bis 11:00 Uhr, heute ist sie nur noch mittwochs erreichbar. Die Gespräche nimmt in aller Regel Frau Dr. med. Edith Steiner, Schaffhausen, entgegen. Reicht eine Beratung durch die Ärztin nicht aus, vermittelt sie Anrufer an einen in der Nähe gelegenen umweltmedizinisch geschulten Arzt des Beratungsnetzwerks (Netzarzt). In den Praxen dieser Ärzte erfolgen dann die umweltmedizinischen Abklärungen nach einem standardisierten Protokoll. So werden umweltbezogene, somatische und psychische Faktoren berücksichtigt, falls erforderlich werden Spezialärzte, Umweltfachleute oder eine Psychologin hinzu gezogen und Hausuntersuchungen durchgeführt. Diese Abklärung wird durch ein Beratungsgespräch und einen zusammenfassenden Bericht abgeschlossen.

Bekanntmachung des Beratungsnetzes

Am häufigsten hatten Patienten über das Internet vom UMBN erfahren (23 %). Andere Informationsquellen waren Selbsthilfegruppen wie der Verein Gigaherz (22 %), Behörden (17 %, z.B. BAG, BAFU), Medien (11 %, Zeitschrift, Zeitung, Radio, Fernsehen), niedergelassene Ärzte (9 %) und Verwandte/Bekannte (3 %), der Rest erfuhr auf andere Weise von dem Beratungsnetz.

185 relevante Anfragen in 30 Monaten

UMBN: Finanzierungsfrage ungelöst

Vorstandsmitglied Dr. med. Edith Steiner ist im Verein AefU für das UMBN-Projekt verantwortlich. Das IZgMF befragte Dr. Steiner schriftlich zum UMBN. Ihren Antworten stellte die Ärztin ein Vorwort voran.

Vorwort

Das umweltmedizinische Beratungsangebot des Vereins Aerztinnen und Aerzte für Umweltschutz besteht seit dem 1.1.2008. Nach einer dreijährigen Pilotphase, bei welchem unser Beratungstelefon dreimal wöchentlich zwei Stunden Anfragen von Ratsuchenden entgegennahm, hat sich unser Verein entschlossen, das Beratungsangebot nach Abschluss der Pilotphase Ende 2010 entsprechend den finanziellen Möglichkeiten beizubehalten.

Ein Schlussbericht über das Pilotprojekt wird von unserem Verein auf Mitte Mai 2011 fertiggestellt. Entsprechende Finanzierungsgesuche werden nach Fertigstellung des Schlussberichtes des Pilotprojektes im Mai 2011 gestellt werden. Bis auf weiteres erfolgt das Beratungstelefon in Eigenleistung unseres Vereins. Die Finanzierung des Beratungstelefon erfolgte in der Projektphase über private Stifungen, die Lungenliga und das Bundesamt für Gesundheit. Das Bundesamt für Umwelt unterstützte uns bei der Durchführung einer Pilotserie von Hausuntersuchungen und bei der Projektausarbeitung. Viel Arbeit erfolgte ausserdem in Eigenleistung unseres Vereins.

Die wissenschaftliche Begleitstudie und deren Finanzierung erfolgte komplett getrennt von unserem Pilotprojekt. Die Begleitstudie deckte das Zeitfenster vom 1. Juli 2008 bis 30. Juni 2010 ab.

IZgMF: Gilt das Beratungsangebot des UMBN für die gesamte Schweiz oder nur für den deutschsprachigen Teil?

Dr. Edith Steiner: Das Beratungsangebot deckt den deutsch- und französischsprachigen Teil ab.

IZgMF: Sind die Beratung (Telefon) und die nachfolgende umweltmedizinische Abklärung bei einem Netzarzt für den Patienten kostenlos?

Steiner: Die Beratung am Telefon war für den Patienten bis jetzt kostenlos. Es wäre uns ein grosses Anliegen, wenn wir diese Dienstleistung weiterhin kostenlos anbieten könnten, evtl. werden wir jedoch mittelfristig eine gebührenpflichtige Nummer einführen, wenn es nicht gelingt, die Finanzierungsfrage zu lösen. Die Kosten der umweltmedizinischen Abklärung beim Netzarzt werden über die Krankenkasse abgerechnet. Die ärztlich bediente zentrale Telefonberatung nimmt in einem Erstgespräch das Problem auf, bearbeitet die Problemstellung, nimmt Rückfrage mit andern Aerzten und Umweltspezialisten und versucht Lösungswege aufzuzeigen. Bei Bedarf kann die zentrale Koodinationststelle Patienten an ein kleines Netzwerk von umweltmedizinisch geschulten Grundversorgern weiterleiten, welche verteilt in verschiedenen Regionen in der Schweiz umweltmedizinische Abklärungen und Beratungen anbieten. Unser Abklärungskonzept ist ganzheitlich konzipiert, bei den Untersuchungen und Abklärungen werden sowohl körperliche, umweltbezogene also auch psychosoziale Faktoren berücksichtigt. Die Zusammenarbeit mit dem Hausarzt ist uns dabei ein zentrales Anliegen, um Doppelspurigkeiten zu vermeiden und um eine anhaltende Betreuung des Patienten sicherzustellen. Wir arbeiten ausserdem mit ausgewiesenen Umweltspezialisten zusammen, welche bei Bedarf problemorientiert Hausuntersuchungen durchführen. Die Kosten für diese Hausuntersuchungen tragen die Patienten. Falls vom Patienten gewünscht, besteht die Möglichkeit für ein orientierendes Gespräch mit einer Psychologin, welche auf psychosoziale Problemstellungen im Zusammenhang mit umweltbezogenen Gesundheitsstörungen spezialisiert ist. Die Kosten für ein orientierendes Gespräch möchten wir nach Möglichkeit von unserem Verein übernehmen.

IZgMF: Die wiss. Begleitstudie beziffert den Anteil der Elektrosmog-Anfragen sehr hoch (über 80 %) – worauf führen Sie diese Dominanz zurück?

Steiner: Wegen dem Pilotcharakter von unserem Projekt und den beschränkten personellen bzw. finanziellen Ressourcen waren wir zurückhaltend bezüglich Oeffentlichkeitsarbeit, wegen der Gefahr von Kapazitätsengpässen. Wir haben unser Projekt in unserer Hauszeitung vorgestellt und regelmässig die Oeffnungszeiten darin inseriert. Wir haben unser Beratungsangebot auf unserer Webseite aufgeschaltet. Das Bundesamt für Umwelt, welches unser Projekt aktiv unterstützte, machte Ratsuchende auf unser Beratungsangebot aufmerksam. Ausserdem haben wir die Bürgerorganisation Gigaherz sowie Bürgerwelle aktiv über unser Projekt informiert und unser Beratungsangebot wurde freundlicherweise auf der Webseite von Gigaherz aufgeschaltet. Möglicherweise wurde unser Beratungsangebot so selektiv vor allem Ratsuchenden zu Elektrosmogfragen bekannt. Es könnte auch sein, dass Beschwerden und Anfragen im Zusammenhang mit Elektrosmog dominieren, weil Elektrosmog im Vergleich zu andern Immissionen übermässig zugenommen hat in den letzten Jahren. Es könnte auch sein, dass Patienten mit Beschwerden im Zusammenhang mit Luftverschmutzung, Wohngiften, Lärm direkt Hilfe suchen bei entsprechenden Spezialisten (Lungenarzt, Hautarzt, Allergologe) oder bei den entsprechenden kantonalen Umweltfachstellen. Ausserdem finden sich auf der Homepage des Bundesamtes für Umwelt Abteilung Wohngifte eingängige Wegleitungen für Patienten mit Beschwerden im Zusammenhang mit Wohngiften (zB Schimmel).

IZgMF: Ab wann (Datum) war die zentrale telefonische Anlaufstelle erreichbar, schon am 01.01.2008?

Steiner: Jawohl, am 1.1.2008 wurde unser Pilotprojekt gestartet.

IZgMF: Lässt sich nach nunmehr drei Jahren UMBN ein Trend zu mehr/weniger Anfragen ans UMBN ausmachen?

Steiner: Der Trend in den letzten drei Jahren ist stabil. Bei vermehrter Bekanntmachung des Beratungsangebot ist mit einer Zunahme der Anfragen zu rechnen.

Im Zeitraum vom 1. Januar 2008 bis 30. Juni 2010 meldeten sich 255 Personen bei der Anlaufstelle, die überwiegende Mehrzahl machte dies telefonisch (rund 200 Personen), die übrigen nutzen E-Mail oder Post. Von diesen 255 Personen meldeten sich 185 (Patienten) infolge von Gesundheitssymptomen, die sie einem oder mehreren Umweltfaktoren zuschrieben, die verbleibenden 70 Kontakte waren Anfragen anderer Art, etwa von Ärzten oder Behörden. Im Mittel meldeten sich pro Monat rund sechs Patienten bei der Anlaufstelle.

Von den insgesamt 185 Patienten wurden 73 an die Praxen der Netzärzte vermittelt, erfolgreich war die Vermittlung jedoch nur bei 49 Patienten, die auch eine umweltmedizinische Abklärung vornahmen, 24 Patienten nahmen von der Abklärung Abstand, 18 davon indem sie sich nach dem Erstkontakt nicht mehr meldeten. An der wissenschaftlichen Begleitstudie nahmen 36 Patienten teil (Ausfüllen von Fragebögen in den Praxen der Netzärzte).

Im Mittel 88 min. Beratung pro Patient

Der Zeitaufwand für die telefonische Beratung pro Patient schwankte stark und reichte von 3 Minuten bis 10 Stunden. Im Mittel dauerte ein Telefonat 88 Minuten. In 77 der 185 Fälle wurde ein externer Experte hinzu gezogen, davon 30-mal einer innerhalb des UMBN, 28-mal ein Experte für Innenluft und Chemikalien und 19-mal eine Psychologin.

Die Patienten waren zwischen 19 und 86 Jahre alt, im Mittel 53 Jahre. Knapp Dreiviertel waren Frauen, 22 % hatten einen Universitätsabschluss, 26 % Abitur oder eine höhere Berufsausbildung.

In 155 Anfragen zu Elektrosmog

Die überwiegende Anzahl der Patienten (155 von 185 Personen) vermutete Gesundheitsprobleme im Zusammenhang mit elektromagnetischen Feldern, 142 Patienten sahen sich von hochfrequentem Elektrosmog beeinträchtigt (Mobilfunk-Basisstationen, Funktelefone usw.), 80 durch niederfrequenten Elektrosmog (Hochspannungsleitungen, elektrische Geräte usw.). Da Mehrfachnennung zulässig war, widersprechen diese Zahlen der Gesamtanzahl von 155 nicht. Nach dem Elektrosmog folgte, bereits mit großem Abstand, als nächstes Verdachtsmoment die Innenluftbelastung, die noch von 28 Patienten genannt wurde. Die Belastung mit Amalgam spielte keine nennenswerte Rolle, sie wurde nur 1-mal genannt. Mehr als die Hälfte der Patienten (59 %) nannte eine einzige Umweltgröße als Grund für die Symptome, die Anzahl reichte jedoch bis Sieben.

Worunter die Patienten leiden

Am häufigsten berichteten die Patienten über Schlafstörungen (81 Nennungen) und Kopfschmerzen (45), je 37 Nennungen gab es zu Müdigkeit, Nervosität/Konzentrationsschwäche und Herz-Kreislauf-Probleme. Die Palette aller Symptome war sehr groß, so dass unter „andere Symptome“ die hohe Anzahl von 78 Nennungen seltener Symptome zusammengefasst wurden, darunter Augenentzündung, Epilepsie, Asthma oder Schmerzen an Händen und Füssen (Mehrfachnennungen).

Einige Ergebnisse der Begleitstudie

Von den 36 Patienten, die (anfangs) an der wissenschaftlichen Begleitstudie teilnahmen, brachten 31 ihre Beschwerden in Verbindung mit elektromagnetischen Feldern. Nachfolgend werden nur noch diese 31 auf EMF fixierten Personen betrachtet und als Probandenkollektiv gesehen. Mit 86 % (31 von 36) ist der Anteil der überzeugten EMF-Betroffenen ungewöhnlich hoch. Bei einem zuvor in Basel durchgeführten ähnlichen Projekt [3] sahen nur 25 (40 %) der Teilnehmenden EMF als Ursache ihrer gesundheitlichen Beschwerden. Zwei der verbleibenden fünf Personen vermuteten Luftverschmutzung als Grund, eine Person Waschmittel und Wein, eine Person tippte auf Schwermetalle, Gifte in Garten oder Wohnung und Wasserverunreinigungen und eine Person vermutete als Problemquelle die Umstellung von Öl- auf Gasheizung.

Zwölf der 31 Personen (39 %) nannten ausschließlich hochfrequente Quellen (z.B. Mobilfunkantennen), zwei Personen (7 %) ausschließlich niederfrequente Quellen (z.B. Eisenbahnlinien, Hochspannungsleitungen, elektrische Geräte), die übrigen 17 Personen (55 %) gaben an auf nieder- und hochfrequente Quellen zu reagieren oder machten nur pauschale Angaben wie „Elektrosmog“. 26 Personen (84 %) nannten allein EMF als Störgröße, fünf (1 %) gaben zusätzlich andere Umwelteinflüsse an wie Luftverschmutzung.

Patienten physisch und psychisch angeschlagen

Der Short-Form-12(SF-12)-Fragebogen stellt zwölf Fragen, mit denen sich die körperliche und psychische Gesundheit abschätzen lässt. Je höher die erreichte Punktzahl (Score) ist, desto besser die Gesundheit. Der mittlere körperliche Gesundheitsscore von 39,4 lag bei den Patienten deutlich tiefer als bei gesunden Europäern (Mittelwerte zwischen 49,4 und 51,2). Auch der psychische Gesundheitszustand lag mit durchschnittlich 38,9 Punkten deutlich unter dem europäischen Standard von 47,8 bis 52,9 Punkten.

Von den 31 Studienteilnehmern litten 20 (65 %) an Depressivität, deren Ausmaß bei 16 (52 %) mittelschwer war, und bei je zwei (7 %) ausgeprägt oder schwerst ausgeprägt war. Nach traumatischen Ereignissen in den vergangenen zwölf Monaten befragt, nannten 18 Patienten (58 %) mindestens ein solches Ereignis, meist war es eine eigene schwere Erkrankung sowie Erkrankung oder Tod einer nahe stehenden Person.

Elektrosensibilität dominant

Auf die Frage, ob sie glaubten, dass es Personen gäbe, bei denen im Alltag Elektrosmog  Gesundheitsbeschwerden verursache, antworteten 97 % der Studienteilnehmer (30) mit ja. In einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung lag der entsprechende Anteil bei nur 5 % [4]. Das Gros der Studienteilnehmer (84 %, 26 Personen) bezeichneten sich als elektrosensibel, die restlichen fünf wussten es nicht oder gaben keine Antwort. Zum Vergleich: Im Rahmen der Schweizer Nationalfondsstudie “Qualifex” (Gesundheitsbezogene Lebensqualität und Exposition gegenüber hochfrequenten elektromagnetischen Feldern: Eine prospektive

Gigaherz als Katalysator

Eine Erklärung für die Dominanz des Elektrosmogs bei den Anfragen könnte im Wirken des Vereins Gigaherz liegen. Seit März 2008 ist im Diskussionsforum des Vereins an exponierter Stelle ein Strang verankert, der auf das UMBN aufmerksam macht. Auch auf der Leitseite wird das UMBN aktiv beworben. Gigaherz betrachtet sich als Interessenvertreter von Elektrosmog-Betroffenen, Nach Auskunft seines Präsidenten vertrat der Verein Ende 2009 rund 60’000 Aktivisten und Sympathisanten.

Kohortenstudie) wurden 1122 zufällig ausgewählte Personen im Raum Basel (30 bis 60 Jahre) in zwei aufeinander folgenden Jahren unter anderem gefragt, ob sie sich als elektrosensibel einschätzen. Diese Frage wurde sowohl im Jahr 2008 als auch 2009 von rund 8 % der Befragten bejaht. Der Anteil der Befragten, die diese Frage in beiden Erhebungen bejahten, lag jedoch bei nur 4,6 %. Dies deutet darauf hin, dass bei einem Teil der überzeugten Elektrosensiblen, diese Einschätzung nur vorübergehend ist und dass der Anteil sich stark beeinträchtigt Sehender kleiner ist.

Handynutzung der Studienteilnehmer

Rund 42 % (13) der 31 Studienteilnehmer gaben an, nie mit einem Mobiltelefon privat oder geschäftlich zu telefonieren (Tabelle), 48 % (15) telefonierten bis zu 6-mal pro Woche und 10 % (3) telefonierten mindestens 1-mal täglich. Keiner der Patienten gab an, ein Mobiltelefon öfter als 5-mal am Tag zu benutzen. Im Vergleich dazu war der Gebrauch eines privaten Mobiltelefons bei den Elektrosensiblen im Qualifex-Kollektiv deutlich höher [5]: 19 % benutzten nie ein Mobiltelefon, 20 % benutzten es weniger als 1-mal pro Woche, 37 % bis zu 6-mal pro Woche und 24 % mindestens 1-mal täglich (davon 25 % mehr als 5-mal pro Tag).

Tabelle: Durchschnittlicher Gebrauch von Mobil- und Schnurlostelefon

 Nutzungshäufigkeit

Mobiltelefon

%

Schnurlostelefon

%

 Nie

13

 42 %

16

 52 %

 Weniger als 1-mal pro Woche

6

 19 %

2

   6 %

 1-6-mal pro Woche

9

 29 %

6

 19 %

 1-2-mal pro Tag

2

   6 %

4

 13 %

 3-5-mal pro Tag

1

   3 %

2

   6 %

 Mehr als 5-mal pro Tag

0

   0 %

1

   3 %

29 % (9) der Studienteilnehmer besaßen zu Hause ein Schnurlostelefon. Bei drei dieser Teilnehmer befand sich zusätzlich noch ein Schnurlostelefon am Arbeitsplatz. 16 % (5) hatten ein Schnurlostelefon nur am Arbeitsplatz, 55 % (17) haben weder zu Hause eines noch bei der Arbeit. Die durchschnittliche Nutzungshäufigkeit nennt die Tabelle.

Die wissenschaftliche Begleitstudie nennt im Original noch wesentlich mehr Ergebnisse, unter anderem zu den Ergebnissen baubiologisch durchgeführter Hausuntersuchungen und zu den Reaktionen von Studienteilnehmern bei der Konfrontation mit Messwerten.

Quellen

[1] Steiner E: Das neue umweltmedizinische Beratungsnetz der AefU, Oekoskop Nr. 2/07, Seite 11, http://www.aefu.ch/fileadmin/user_upload/aefu-data/b_documents/oekoskop/oekoskop_2_07_web.pdf

[2] Röösli M, Frei P, Bolliger-Salzmann H, Barth J, Hlavica M, Huss A: Umweltmedizinische Beratungsstruktur im Praxisalltag - Machbarkeit, Bedarf und Nutzen; Begleitstudie, Volltext Schlussbericht unter http://www.swisstph.ch/fileadmin/user_upload/Pdfs/Reports/R%C3%B6%C3%B6sli_UMBN_Schlussbericht__2011_.pdf

[3] Huss A, Küchenhoff J, Bircher A, et al. (2005) Elektromagnetische Felder und Gesundheitsbelastungen - Interdisziplinäre Fallabklärungen im Rahmen eines umweltmedizinischen Beratungsprojektes. Umweltmed Forsch Prax 10(1): 21-28

[4] Schreier N, Huss A, Röösli M (2006) The prevalence of symptoms attributed to electromagnetic field exposure: a cross-sectional representative survey in Switzerland. Soz Praventivmed 51(4): 202-9

[5] Röösli M, Mohler E, P. F (2011) Sense and sensibility in the context of radiofrequency electromagnetic field exposure. Comptes-Rendus Physique de l’Académie des Sciences in press

Diskussion

Im IZgMF-Forum wurde ein Diskussionsstrang eingerichtet. Jeder registrierte Teilnehmer hat dort die Möglichkeit, Kommentare zu der Begleitstudie abzugeben und kontrovers zu diskutieren.

 

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