Senderverdichtung - keine Komforteinbußen? (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 09.05.2008, 19:29 (vor 5881 Tagen) @ Doris

Denn ich sehe es auch so, egal, welche Grenzwerte gesenkt werden, es hängt doch immer mit einer Senderverdichtung zusammen

Glaub' ich nicht. Wir haben in Deutschland inzwischen so dichte Netze, dass auch leistungsschwache Handys (kleiner SAR-Wert) in aller Regel ein Netz finden. Unter Komforteinbußen verstehe ich, dass eben nicht immer und überall ein Netz in 1A-Qualität zur Verfügung steht. Um dieses Manko aufzufangen, könnten sich ein paar Milliönchen rentieren, die in die Weiterentwicklung der Empfängertechnik gesteckt werden. Das neue 4G-Netz soll z.B. die Mimo-Technik nutzen, mit der heute schon bei W-LAN ein ordentlicher Gewinn an Übertragungsqualität/Reichweite geschafft wird, ohne dass dazu die Sendeleistung angehoben werden musste.

Es hätte mich schon interessiert, welche Folgen eine Senkung des Handy Grenzwertes auf 0,6 W/kg hätte.

Aus meiner Sicht:

- Handy-Hersteller müssten sich ein bisschen mehr beim Antennen-Design anstrengen. Dass das geht, zeigen die vielen Modelle mit SAR < 0,6 W/kg.
- Handy-Nutzer sind klar die Gewinner. Wenn sich strahlungsarm als Prädikat erst mal durchgesetzt hat, wäre wohl auch die Akzeptanz einer weniger guten Dienstgüte in Extremsituationen (Bergwanderung, Tiefgarage etc.) größer.
- Netzbetreiber bekämen ein paar Reklamationen mehr zu hören und müssten, wenn sie das nicht wollen, vielleicht doch den einen oder anderen Füllsender aufbauen, um das Gemeckere abzustellen. Die "fliegenden Plattformen" wären dafür möglicherweise ideale ortsungebundene Problemlöser, wenn die Dinger nur mal aus dem Experimentierstadium raus kämen. Allerdings müsste auch ein SAR-reduziertes Handy dazu rd. 25 km Luftstrecke überwinden können. Ob ein 0,6 W/kg-Modell das schafft, weiß ich nicht.
- Anwohner von Basisstationen sollten ebenfalls weniger abkriegen, weil Handys nicht mehr so leicht in ferner gelegene Funkzellen umgebucht werden können und daher die BTSn ihre Schäfchen dichter bei der Stange halten muss, was weniger Sendeleistung bedeutet.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –


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