Ach so!: Grenzwertforderung für Handys (Allgemein)

Doris @, Freitag, 09.05.2008, 00:01 (vor 5882 Tagen) @ H. Lamarr

Wenn ich dich recht verstehe, willst du von den allgegenwärtigen Forderungen nach Grenzwertsenkungen im Fernfeld (Sendemasten) weg und möchtest stattdessen eine Grenzwertsenkung bei den Handys. Ja? Dagegen wäre nichts zu sagen, wenn du die Senkung von 2 auf 1 W/kg irgendwie sachlich begründen könntest, z.B. mit konkreten Forschungsresultaten. Forderungen nach Grenzwertsenkungen aus persönlichen Launen heraus halte ich beim Handy für ebenso unsinnig wie bei Sendemasten.

Grenzwertsenkungen bei Handys sind doch Thema, das wurde hier doch schon einmal angesprochen.

Auf die gelungene Wiederholung der Reflex-Studie angesprochen sagte Prof. Bernhardt: "Wenn es tatsächlich gelingt, Reflex im Reagenzglas zu wiederholen, dann haben wir ein Problem." In diesem Fall müsste das Ergebnis mit Tierversuchen verifiziert werden. Ließe sich daraus dann eine Gefährdung für Menschen ableiten, müssten die Grenzwerte gesenkt werden.

Und Prof. Bernhard meinte mit dieser Äußerung die Grenzwerte fürs Handy und nicht für die Basisstationen. Bei Grenzwertsenkungen denken die meisten automatisch an die Basisstationen. Dass dies gerade in Fachkreisen eher nicht das Thema ist, hat mir RDW hier in seiner Antwort erklärt.

Es ist ein absoluter Fehler, "Grenzwerte" immer auf Basisstationen zu beziehen. Die große Mehrheit der Studien befassen sich mit Expositionen durch Mobiltelefone sowie den zugehörigen Grenzwerten für Teilkörperexposition.
Während Fachleuten dieser Unterschied durchaus bewusst ist, fehlt dieses Verständnis den meisten Laien - und Mobilfunkkritikern. Und es gibt nicht wenige, die ganz bewusst mit dieser Möglichkeit des Missverständnisses spielen und im Zweifelsfall ihre Hände in Unschuld waschen: "Man habe sie nur falsch verstanden".

Dagegen erscheint mir die Idee, die grassierende Senksucht von den Masten wegzulenken und auf Handys hinzulenken angesichts des momentanen Forschungsstandes (Interphone & Co.) für fast schon überfällig. Seltsam: Alle starren auf die Masten, eine Grenzwertsenkung bei Handys fordert meines Wissens niemand.

Eine Grenzwertsenkungen, wie sie von den Mobilfunkkritikern gefordert wird, kann es m.E. nicht geben, ohne die Möglichkeiten dieser Technologie gravierend einzuschränken. Die Mobilfunkkritiker wollen die Masten weit weg von der Bevölkerung und die Grenzwerte auch noch so gesenkt, dass so gut wie gar nichts mehr ankommt. Deshalb tauchen ja auch immer noch die Aussagen auf, dass bereits bei 0,0 ??? (weiß Gott wieviel Nullen) 1 µW noch problemlos telefoniert werden kann. Na ja, problemlos wohl nicht, da können sich u.U. in ferner Zukunft Probleme einstellen. Dass die Handys hier mit höherer Leistung arbeiten müssen und das mit evtl. Folgen, scheint bei diesen Forderungen egal zu sein. Eine Grenzwertsenkung, die zum Schutz der Bevölkerung (und die Bevölkerung telefoniert mit dem Handy) eingeführt wird und gleichzeitig keine Einschränkung der mobilen Möglichkeiten zur Folge hat, kann nur durch eine Netzverdichtung realisiert werden. Ob man sich darüber wohl immer im Klaren ist? Und eine Grenzwertsenkungen, die den Handytelefonierer nicht höher belastet und die mit gravierenden Einschränkungen beim Telefonieren verbunden ist (Funklöcher, keine Indoorversorgung) wird es nur geben, wenn Gesundheitsschäden bei einem großen Teil der Bevölkerung eindeutig der Belastung durch Basisstationen zuzuschreiben ist. Ich denke, dieser Beweis wird sehr schwer, wenn überhaupt zu erbringen sein.

Quergedanke: Ob den Baubiologen klar ist, dass der Staat ihnen die Geschäftsgrundlage nähme, würde er die baubiologischen Grenzwerte tatsächlich einführen?

Der Elektrosmog ist nur eine Geschäftsgrundlage der Baubiologen, die haben noch Erdstrahlen, Wasseradern usw. und den Beruf des Baubiologen gab es schon vor der massiven Verbreitung der Mobilfunktechnologie. Und da die Baubiologen in Einklang mit der Natur stehen und dem Menschen nur "Gutes" wollen, werden sie selbstverständlich finanzielle NAchteile in Kauf nehmen ;-)


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