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<title>Forum Faktencheck Elektrosmog</title>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/</link>
<description>Faktenchecks von Behauptungen, die von Mobilfunkgegnern und Mobilfunkkritikern aufgestellt werden</description>
<language>de</language>
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<title>Falsche Schlüsse (335): chinesisches Roulette (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Wer bei dem chinesischen Onlinehändler Temu einkaufte, konnte so manches Produkt zu sagenhaft günstigen Preisen schießen. Wie es um Qualität und Sicherheit der Produkte bestellt ist, steht auf einem anderen Blatt.</p>
<p>Seit einigen Monaten lohnt es sich allerdings kaum noch, Billigartikel bei Temu zu kaufen, denn für viele Artikel fällt in die EU eine pauschale Einfuhrabgabe von 3 Euro an – pro Produkt und nicht pro Sendung! Temu hat darauf reagiert und in der EU Auslieferungslager eingerichtet, um die 3-Euro-Abgabe zu umgehen, &quot;local to local&quot; nennt sich dieses Konstrukt auf Neudeutsch. Und man könnte nun glauben, dass beim Kauf eines Produkts innerhalb der EU auch Qualität und Sicherheit stimmen. Wer das glaubt, kann dem Schweizer <a href="https://www.beobachter.ch/konsum/konsumentenschutz/temu-arbeitet-mit-schweizer-handlern-doch-die-risiken-fur-kaufer-bleiben-965561?utm_source=newsletter&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=alles-im-griff-weekly&amp;utm_content=sailthru&amp;utm_id=2026-09-09&amp;utm_hem=06923c969be8b1447de5b4446d47986da847971237834f19ec6f44f3cd1a4b8d">Konsumentenmagazin Beobachter</a> zufolge aufs Glatteis geraten, denn Temu sieht sich allein als Vermittlungsplattform für Produkte, für Gewährleistungsansprüche ist hingegen der Produzent zuständig, der nach wie vor in China zu belangen ist.</p>
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<pubDate>Tue, 15 Sep 2026 11:38:13 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
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<title>Hirntumorinzidenz: Weltweit auf Platz 19 von 34 Krebsarten</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Glaubt man den Bekundungen organisierter Mobilfunkgegner, ist der Gebrauch von Smartphones mit einem höheren Hirntumorrisiko verbunden. Derweil weltweit etwa 7 Mrd. Smartphones betrieben werden, müssten Hirntumoren mittlerweile in den Krebsstatistiken weit vorne liegen. Das Globocan-Projekt der Internationalen Krebsagentur der WHO (Iarc) widerlegt diese Überlegung.</strong></span><br />
 <br />
Ein in Ausgabe Juli/August 2026 der Fachzeitschrift CA <a href="https://acsjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.3322/caac.70090">veröffentlichter Artikel</a> enthält aktualisierte globale Krebsstatistiken für das Jahr 2024, die auf den Globocan-Schätzungen der Internationalen Agentur für Krebsforschung basieren. Die Autoren beschreiben die nationale Krebsinzidenz und -sterblichkeit nach Weltregionen sowie den Index der menschlichen Entwicklung und prognostizieren die Krankheitslast im Jahr 2050 auf der Grundlage demografischer Trends. Abgeschätzt wurden 34 Krebsarten in 186 Ländern. Hirntumoren und Tumoren des Zentralen Nervensystems landen, was die Inzidenz anbelangt, nicht auf einem der vorderen Plätze, sondern auf Platz 19 von 34 Plätzen. 2024 gab es dazu in den teilnehmenden Ländern 324,095 neue Fälle (pro 100&#039;000 Personen), was an der Gesamtzahl neuer Krebsfälle im Beobachtungsjahr einen Anteil von 1,6 Prozent ausmacht.</p>
<p>Der Abstract der Studie besagt: Im Jahr 2024 traten weltweit schätzungsweise 20,6 Millionen neue Krebsfälle und 9,8 Millionen Todesfälle auf, was bedeutet, dass jeder Fünfte im Laufe seines Lebens an Krebs erkrankt und jeder neunte Mann sowie jede 13. Frau an der Krankheit stirbt. Lungenkrebs ist die am häufigsten diagnostizierte Krebsart und verantwortlich für fast 2,6 Millionen neue Fälle (12,8 %), gefolgt von Brustkrebs bei Frauen (11,8 %), Darmkrebs (9,9 %), Prostatakrebs (7,5 %) und Magenkrebs (4,7 %). Lungenkrebs ist mit geschätzten 1,9 Millionen Todesfällen (19,1 %) auch die häufigste krebsbedingte Todesursache, gefolgt von Darmkrebs (9,4 %), Leberkrebs (7,5 %), Brustkrebs bei Frauen (7,1 %) und Magenkrebs (6,6 %). Die Inzidenzraten variieren je nach Region um das Vier- bis Fünffache, wobei die höchsten Raten in Australien/Neuseeland zu verzeichnen sind (Männer: 477 pro 100&#039;000; Frauen: 396 pro 100&#039;000) verzeichnet werden, während sich die Sterblichkeitsraten um das Zweifache unterscheiden, wobei erhöhte Raten bei Männern in Osteuropa (158 pro 100&#039;000) und bei Frauen in Melanesien (108 pro 100&#039;000) zu verzeichnen sind. Die Inzidenzlast wird bis 2050 voraussichtlich 34,4 Millionen erreichen, was einem Anstieg von 67 % gegenüber 2024 entspricht, wobei die größten prozentualen Zuwächse in Ländern mit niedrigem &quot;Human Development Index&quot; zu verzeichnen sein werden. Der Human Development Index (HDI) beziffert den Index der menschlichen Entwicklung gemäß den Vereinten Nationen (UNDP). Der Index, er reicht von 0 bis 1, ist kein Gesundheitsindikator, sondern ein Maß dafür, wie weit ein Land insgesamt sozial und wirtschaftlich entwickelt ist. Der HDI setzt sich aus drei gleich gewichteten Komponenten zusammen:</p>
<p>- Lebenserwartung bei der Geburt (Gesundheit)<br />
- Bildung (erwartete und durchschnittliche Schuljahre)<br />
- Bruttonationaleinkommen pro Kopf (kaufkraftbereinigt)</p>
<p>Obwohl die weltweiten Unterschiede in den Krebsprofilen einen differenzierten Ansatz zur Krebsbekämpfung auf nationaler und regionaler Ebene erfordern, muss die Primärprävention im Vordergrund stehen, einschließlich verstärkter Bemühungen zur Reduzierung des Tabakkonsums, zur Vorbeugung von Infektionen, zur Senkung des Alkoholkonsums und des Übergewichts sowie zur Steigerung der körperlichen Aktivität.</p>
]]></content:encoded>
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<pubDate>Tue, 15 Sep 2026 10:41:02 +0000</pubDate>
<category>Forschung</category><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>40 Jahre nach Tschornobyl: Selbst gesammelte Pilze unbedenklich</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><img src="https://www.bfs.de/SharedDocs/Bilder/BfS/DE/ion/notfallschutz/tschernobyl-bodenkontamination-d.jpg?__blob=normal&amp;v=1" loading="lazy" class="left" alt="[image]"  />Im April 1986 ereignete sich das schwerste Nuklearunglück der Geschichte: der Reaktorunfall von Tschonobyl (russ. Tschernobyl). Radioaktive Stoffe aus dem Kernkraftwerk in der heutigen Ukraine breiteten sich über Europa aus. Vor allem Wildpilze waren in den Folgejahren stark mit radioaktivem Cäsium belastet. Als weitere, ältere Quelle spielten die oberirdischen Atombombentests der 1950er und 1960er Jahre dabei nur eine geringe Rolle. 40 Jahre nach dem Unfall ist es in Deutschland inzwischen wieder unbedenklich, selbst gesammelte Pilze in üblichen Mengen zu essen. Insbesondere in einigen Regionen in Süddeutschland können Wildpilze aber nach wie vor auffällige Gehalte an Cäsium-137 aufweisen. Der <a href="https://www.bfs.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/BfS/DE/2026/009.html">aktuelle Pilzbericht</a> des BfS schafft dazu Transparenz.</p>
]]></content:encoded>
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<pubDate>Sun, 13 Sep 2026 19:54:28 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>Gast</dc:creator>
</item>
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<title>HUJs Irrtümer (26): Keine Mindestsendeleistung für Antennen (IIIb) (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size:x-large;">Warum wird ein Papier von 2020 heute noch zitiert?</span></p>
<p>Wenn ein technisches Papier durch nachfolgende Regulierung und Messkampagnen in seinem zentralen Punkt überholt ist, aber weiterhin als aktueller Beleg zirkuliert, lohnt sich die Frage, was dabei &quot;aus dem Ruder läuft&quot;. Einige plausible Faktoren, ohne dass hier jemandem böse Absicht unterstellt werden soll:</p>
<p><span class="underline">Autoritätssignale ohne Aktualitätsprüfung</span>: Ein Papier mit Ingenieurbüro-Briefkopf, Formeln, Fussnoten und Herstellerdatenblatt-Referenzen wirkt auf fachfremde Leser rigoros und schwer angreifbar. Um es einzuordnen, muss man aber wissen, dass zwei Monate später eine einschlägige Vollzugshilfe erschien und die Rechtslage seither mehrfach durch Bundesgerichtsurteile weiterentwickelt wurde – dieses Hintergrundwissen ist nicht im Papier selbst enthalten und für Laien nicht ohne eigene Recherche zugänglich.<br />
<span class="underline">Asymmetrischer Aufwand</span>: Ein PDF weiterzuverbreiten kostet nichts; die Einordnung, ob und wie sich die Faktenlage seither verändert hat (wie in diesem Chat), erfordert das Zusammentragen mehrerer Jahre an Vollzugshilfen, Messberichten und Gerichtsurteilen. Veraltetes Material hat dadurch einen strukturellen Verbreitungsvorteil gegenüber der Korrektur.<br />
Bestätigungstendenz in Netzwerken: In einschlägigen Interessennetzwerken (auf beiden Seiten der Debatte) werden Dokumente bevorzugt geteilt, die die eigene Grundhaltung stützen, unabhängig davon, ob ihre Einzelaussagen noch aktuell sind. Ein Papier, das Betreibern &quot;Manipulation&quot; unterstellt, passt in ein bereits vorhandenes Misstrauens-Narrativ und wird deshalb eher weitergereicht als hinterfragt.<br />
<span class="underline">Reale Restkontroverse als Deckung</span>: Weil die Rechtslage zum Korrekturfaktor tatsächlich bis heute nicht abschliessend geklärt ist, lässt sich das alte Papier plausibel als &quot;die Sache ist ja immer noch strittig&quot; weiterverwenden – auch wenn der spezifische technische Kern des Papiers (20-%-PA-Argumentation) mit dieser fortbestehenden Kontroverse nichts mehr zu tun hat. Die berechtigte Restkontroverse wird so unbeabsichtigt zum Trittbrett für eine überholte Einzelbehauptung.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Fazit</span></p>
<p>Fluris Diagnose einer damals bestehenden Kontrolllücke – fehlende Messvorschrift, fehlendes Monitoring, fehlende Vollzugshilfe – war für den Stand Dezember 2020 nachvollziehbar. Die daraus gezogene Schlussfolgerung, wonach eine künstliche 20-%-Mindest-ERP verordnet werden müsse, beruhte jedoch auf einer Vermengung der instantanen PA-Aussteuerkennlinie mit der zeitlich/räumlich gemittelten regulatorischen Zielgrösse und ignorierte, dass bedarfsgerecht dimensionierte, kleine Anlagen legitim niedrige ERP-Werte aufweisen können.</p>
<p>Die real umgesetzte Lösung – ein aus Messungen abgeleiteter, antennenspezifischer Korrekturfaktor kombiniert mit einer hart durchgesetzten 6-Minuten-Leistungsbegrenzung – löst das eigentliche, berechtigte Anliegen (Vertrauenswürdigkeit und Durchsetzbarkeit des deklarierten Höchstwerts) methodisch stringenter, als es eine pauschale Mindestleistung könnte, und wird durch tiefere statt höhere gemessene Expositionswerte bestätigt.</p>
<p>Wer Fluris Papier noch heute unverändert als Beleg für angeblich &quot;manipulative&quot; ERP-Deklarationen zitiert, blendet aus, dass seine zentrale technische Kritik (20-%-Mindestleistung aus PA-Kennlinien) durch den NISV-Nachtrag vom Februar 2021 sachlich überholt ist.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75902</link>
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<pubDate>Sun, 13 Sep 2026 11:32:52 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>HUJs Irrtümer (26): Keine Mindestsendeleistung für Antennen (IIIa) (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Die KI <em>Claude</em> war so freundlich, Fluris ERP-Papier vom Dezember 2020 auf fachliche Richtigkeit hin zu prüfen. Der &quot;elektrosensible&quot; Elektroingenieur schneidet dabei gar nicht so schlecht ab wie erwartet. Und doch läuft Fluri mit seiner zentralen Forderung nach einer Mindestsendeleistung für Massive-Mimo-Antennen heute ins Leere. Maßgeblich dafür ist der NISV-Nachtrag vom Februar 2021, denn dieser macht Fluris ERP-Papier obsolet. </strong></span></p>
<p>Fluris &quot;<a href="https://www.e-smog-hadlikon.ch/images/Eingaben_an_Bundesgericht/2020-12-14_Fluri_ERP_Leistungsangaben_StDb_5G_massiv_MIMO-komprimiert.pdf">Fachtechnische Beurteilung</a>&quot; vom 14.12.2020 stellte fest, dass die in den Standortdatenblättern (StDb) für adaptive Massiv-Mimo-5G-Antennen deklarierten ERP-Werte (50–150 W) im Vergleich zur theoretischen Maximal-ERP einer Antenne wie der Ericsson AIR6488B42 (30&#039;500 W) extrem niedrig erscheinen. Rechnerisch entspräche das bei 200 W nominaler HF-Ausgangsleistung einer Nutzung von nur 0,17 % bis 0,5 %.</p>
<p>Daraus leitete das Papier ab: Leistungsverstärker (PA) haben eine begrenzte lineare Regelbarkeit (Abschnitt 23a: &quot;nur sehr bedingt im Bereich von 20–100 % möglich&quot;). Die Power-Added-Efficiency (PAE) geht bei kleinen Ausgangsleistungen gegen Null – der Betrieb bei &lt;1 % Nominalleistung sei technisch unplausibel und wirtschaftlich unsinnig (&quot;die Antenne wird eigentlich zur Elektroheizung&quot;). Daher müsse für StDb-Deklarationen adaptiver Antennen eine Mindest-ERP von rund 20 % der Maximalleistung verlangt werden – niedrigere Werte seien &quot;manipulativ und irreführend&quot;. Ergänzend fordert das Papier ein Online-Monitoring der tatsächlichen HF-Ausgangsleistung, da zum Zeitpunkt der Veröffentlichung weder Messvorschrift noch Vollzugshilfe für adaptive Antennen existierten.</p>
<p><span class="underline">Dahinter stand ein konkreter Verdacht</span>: Die im StDb deklarierte ERP bestimmt direkt die rechnerische Ausschlusszone (Compliance Distance) in der ein bestimmter Grenzwert der Funkstrahlung nicht überschritten werden darf. Ein niedriger deklarierter Wert bedeutet eine kleine Zone – und damit eine deutlich leichtere Baubewilligung in dichter städtischer Bebauung, wo eine grosse Zone den Standort faktisch verunmöglichen würde (worauf auch die im Papier zitierte Ericsson-Folie &quot;Size of exclusion zone makes 5G network roll-out a major problem or impossible&quot; hinweist). Da die verbaute Hardware technisch zu einer weit höheren ERP fähig ist als deklariert, lag für Fluri der Verdacht nahe, dass Betreiber den tatsächlichen Sendebetrieb bei Bedarf über den deklarierten Wert hinaus &quot;aufdrehen&quot; könnten, ohne dass dies auffällt – die kleine Ausschlusszone wäre dann nur ein Papierkonstrukt für die Bewilligung, ohne reale Bindungswirkung.</p>
<p>War das damals wirklich unprüfbar? Nicht vollständig, aber praktisch weitgehend ja. Punktuelle Feldstärkemessungen vor Ort waren grundsätzlich möglich – das Papier zitiert selbst ANFR-Messungen in Frankreich (Mérignac, Toulouse, Nozay), bei denen der Sendebeam gezielt durch grosse Downloadanforderungen (150 MB – 100 GB) &quot;festgehalten&quot; werden musste, um überhaupt einen aussagekräftigen Spitzenwert erfassen zu können. Das zeigt zweierlei: Eine Kontrolle war mit gezieltem Aufwand technisch machbar, aber sie war weder Standardverfahren noch Teil einer routinemässigen, automatisierten Überwachung. Das vorhandene Schweizer QS-System beschränkte sich zudem auf eine einmal täglich automatisiert ausgeführte Prüfroutine – konzipiert für statische, passive Antennen mit fixen Parametern. Für adaptive Antennen, die ihr Antennendiagramm im DDDSU-Takt bis zu 400-mal pro Sekunde ändern können, konnte eine solche tägliche Stichprobe eine kurzzeitige Überschreitung des deklarierten Werts praktisch nicht erfassen. Eine routinemässige, für Behörden alltagstaugliche Verifikation des deklarierten Werts gab es damit faktisch nicht – Fluris Verdacht war unter diesen Bedingungen nicht völlig aus der Luft gegriffen.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Warum die 20 %-Mindestwert-Forderung methodisch nicht trägt</span></p>
<p>Bei näherer Prüfung vermischt die Argumentation zwei unterschiedliche physikalische Grössen:</p>
<p>► Die &quot;20–100 %&quot;-Angabe beschreibt den instantanen, linearen Aussteuerbereich des PA während aktiven Sendens.<br />
► Die im StDb deklarierte ERP ist dagegen eine über Zeit (Duty-Cycle des TDD-Verfahrens) und Raum (Verteilung der Beam-Richtungen) gemittelte regulatorische Grösse.</p>
<p>Ein HF-Verstärker kann problemlos einen Grossteil der Zeit inaktiv oder in eine andere Richtung sendend sein und dabei, wenn er tatsächlich sendet, innerhalb seines linearen Bereichs (≥20 %) bleiben – der zeitlich gemittelte Wert an einem bestimmten Ort ergibt sich dann trotzdem als sehr klein. Das ist kein technischer Widerspruch, sondern normales Verhalten eines gepulsten, richtungsgesteuerten Systems. Aus einer Untergrenze für die instantane Aussteuerung folgt daher keine zwingende Untergrenze für die gemittelte, deklarierte ERP.</p>
<p><strong>Klarstellung, weil dies von Gigaherz-Jakob gerne verwechselt wird</strong>: Die Behauptung, eine Massiv-Mimo-Antenne &quot;funktioniere nicht mehr&quot; oder &quot;könne technisch nicht arbeiten&quot;, wenn sie mit weniger als rund 20 % ihrer Nominalleistung betrieben wird, ist falsch. Ein PA lässt sich kontinuierlich von nahe null bis zur Maximalleistung ansteuern; er hört unterhalb einer bestimmten Schwelle nicht auf zu funktionieren. Was sich verändert, sind zwei graduelle Grössen: die Energieeffizienz (PAE) sinkt, weil ein wachsender Anteil der zugeführten Gleichstromleistung als Wärme statt als HF-Leistung abgegeben wird, und die Linearität nimmt ab, weil Class-AB/B/C-Verstärker nahe ihrem unteren Arbeitspunkt stärkere Verzerrungen zeigen. Beides sind Qualitäts- bzw. Wirkungsgrad-Fragen, die mit geeigneten Massnahmen (Envelope Tracking, dynamische Bias-Anpassung, digitale Vorentzerrung/DPD) weitgehend kompensiert werden – kein Betriebsverbot. Der Betrieb einer Antenne bei einem Bruchteil ihrer Nennleistung ist ein völlig normaler, dauerhaft beobachtbarer Zustand (siehe die von Fluri selbst zitierten Ericsson-Messwerte: Mittelwert ≈21 %, Median ≈20 % der Maximalleistung in der verkehrsreichen Stunde) – kein Ausnahmefall und keine technische Fehlfunktion.</p>
<p>Auch das ergänzende Kapazitätsargument des Papiers (Abschnitt 4: &quot;die deklarierte ERP erlaubt rechnerisch nur X gleichzeitige Verbindungen&quot;) überzeugt nicht: Der Kapazitätsgewinn von Massiv-Mimo beruht primär auf räumlichem Multiplexing und Beamforming-Gewinn, nicht auf einer linearen Kopplung von Sendeleistung und Nutzerzahl.</p>
<p>Schliesslich gibt es auch keinen technischen Zwang, überhaupt mit einer für hohe Leistung ausgelegten Hardware zu arbeiten, wenn der tatsächliche Versorgungsbedarf gering ist: Wer nur ein kleines Areal mit z.B. 50 W ERP versorgen will, kann von vornherein kleiner dimensionierte Hardware (kleinere Antenne, weniger Sub-Arrays) einsetzen – dann liegt der Arbeitspunkt automatisch nahe dem Nominalwert dieser kleineren Einheit, ohne dass sich die Effizienz-/Linearitätsfragen aus den Abschnitten 21–25 in extremer Form stellen. Eine erzwungene Mindestleistung würde in einem solchen Fall realen, bedarfsgerechten Netzausbau bestrafen, ohne dass ihr ein sachlicher Nutzen gegenüberstünde.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Was sich seit Februar 2021 geändert hat</span></p>
<p>Am 23.02.2021 – gut zwei Monate nach Fluris Papier – veröffentlichte das Bafu den Nachtrag zur Vollzugshilfe zur NISV für adaptive Antennen. Dieser beruht auf Testmessungen und Simulationen, die das Bakom im Auftrag des UVEK im Sommer 2020 durchgeführt hatte, und führt zwei zentrale Elemente ein, die später auch in der NISV selbst verankert wurden:</p>
<p><span class="underline">Korrekturfaktor</span>: gestuft nach der Anzahl Sub-Arrays/Antennenelemente, empirisch aus realen Messungen und Simulationen abgeleitet – kein pauschaler Prozentsatz, sondern eine je Antennentyp differenzierte Grösse, die abbildet, dass eine adaptive Antenne ihre Maximalleistung nie gleichzeitig in alle Richtungen senden kann.<br />
<span class="underline">Automatische Leistungsbegrenzung (&quot;Power-Lock&quot;)</span>: gewährleistet, dass die für die Bewilligung zugrunde gelegte Sendeleistung, gemittelt über ein gleitendes 6-Minuten-Fenster, nicht überschritten wird. Kurzzeitige Spitzen nach oben über den Anlagegrenzwert hinaus sind zulässig, müssen aber durch entsprechend geringere Leistung in den übrigen Minuten dieses Fensters kompensiert werden.</p>
<p>Wichtig zur Einordnung: Das ist ein Paradigmenwechsel gegenüber der zuvor geltenden Praxis, wonach der Anlagegrenzwert an einem Ort zu jedem Zeitpunkt eingehalten werden musste. Neu gilt die Einhaltung nur noch im 6-Minuten-Mittel.</p>
<p>Dieser Wechsel ist allerdings differenzierter zu bewerten, als &quot;Lockerung&quot; suggeriert: Die 6-Minuten-Mittelungszeit ist keine schweizspezifische Erfindung, sondern entspricht dem international etablierten Icnirp-Mittelungsfenster für thermische HF-Grenzwerte – sowohl Icnirp 1998 als auch Icnirp 2020 legen für den hier relevanten Frequenzbereich eine Mittelungszeit von 360 s (6 Minuten) zugrunde, begründet durch die thermische Trägheit von Gewebe (Temperaturanstieg durch HF-Absorption ist ein träger, kein instantaner Prozess). Da die Grenzwerte selbst als Effektivwerte über dieses Zeitfenster definiert sind, war die frühere Praxis, bei konventionellen (kaum fluktuierenden) Antennen &quot;zu jedem Zeitpunkt&quot; einzuhalten, in der Sache eine zusätzliche, faktisch nie relevant gewordene Sicherheitsmarge – bei einer nahezu konstant sendenden Antenne fallen Momentanwert und 6-Minuten-Mittel ohnehin praktisch zusammen. Erst mit echt zeitvariablen, beamgesteuerten Systemen wird der Unterschied überhaupt sichtbar und die Umstellung auf die 6-Minuten-Mittelung bringt die Bewertungsmethode dann lediglich in Einklang mit dem international anerkannten thermischen Referenzmass: Keine Lockerung des Schutzniveaus im physiologischen Sinn, sondern eine Korrektur einer zuvor unbeabsichtigten Überkonservativität, die nur deshalb nie auffiel, weil sie bei statischen Antennen keine praktische Rolle spielte.</p>
<p>Damit bleibt die von Fluri in Abschnitt 3.3 aufgeworfene Frage – &quot;was geschieht mit denjenigen Fällen, die (kurzzeitig) ausserhalb des gemittelten Normalbereichs liegen?&quot; – der Sache nach zwar bestehen, sie betrifft aber letztlich dieselbe Grundsatzfrage, die international bereits für alle HF-Grenzwerte gilt (auch Icnirp kennt kurzzeitige Spitzen innerhalb des Mittelungsfensters) und ist kein Spezifikum adaptiver Antennen.</p>
<p>Das Bakom hat im Juli 2021 zudem bestätigt, dass die QS-Systeme der Netzbetreiber diese Anforderungen korrekt abbilden.</p>
<p>Damit ist genau der oben erwähnte Verdacht – kleine Ausschlusszone auf dem Papier, real aber beliebig &quot;aufdrehbare&quot; Sendeleistung – gegenstandslos geworden: Der im StDb deklarierte Wert ist kein unüberprüfbarer &quot;Papierwert&quot; mehr, der nur zur Verkleinerung der rechnerischen Ausschlusszone dient, während die Anlage real unbegrenzt mehr leisten könnte. Er ist eine technisch hart durchgesetzte Obergrenze. Da mittlere Sendeleistung und abrufbare Kapazität über das Link-Budget gekoppelt sind, begrenzt der deklarierte Wert im Ergebnis auch real die im 6-Minuten-Mittel bedienbare Datenlast – eine Anlage kann nicht mehr dauerhaft mehr Verkehr bedienen, als ihr deklarierter, korrekturfaktor-bereinigter ERP-Wert zulässt.</p>
<p>Die praktische Konsequenz zeigt sich auch in Messresultaten: Gemäss Bakom/Bafu liegt die durchschnittliche Exposition um adaptive Antennen &quot;deutlich&quot; niedriger als um vergleichbare konventionelle Antennen; eine Quelle beziffert den Rückgang auf bis zu Faktor 5 – jedenfalls in die entgegengesetzte Richtung dessen, was Fluris These (&quot;Deklarationen sind um Faktor 20–50 zu tief&quot;) nahelegen würde.<br />
 <br />
<em>Fortsetzung in Teil IIIb</em></p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75901</link>
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<pubDate>Sun, 13 Sep 2026 11:31:33 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>HUJs Irrtümer (26): Keine Mindestsendeleistung für Antennen (II) (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Hier lässt Jakob uns wissen: &quot;Dipl. Ing. ETH Thomas Fluri hat in seinem Schreiben an das BAFU vom 20. November 2020 einwandfrei nachgewiesen, dass adaptive Antennen unterhalb 20% ihrer maximal möglichen ERP-Leistung gar nicht mehr funktionieren können.</p>
</blockquote><p>Die Suche nach Fluris Schreiben vom 20. November 2020 im www verlief lange erfolglos. Gestern führte <a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=73650">eine Spur jedoch endlich zum Ziel</a>, denn in der 33-seitige Endfassung der Fluri-Kritik an der Metas-Messempfehlung für 5G benennt der Autor das Papier in seiner Quellenauflistung erheblich besser als Jakob dies tat:</p>
<p><span style="color:#399;"><em><strong>[8] „Irreführende, technisch nicht umsetzbare minimale ERP Leistungsangaben zu aktiven, adaptiven massiv MIMO 5G Makro-Antennen in den StDb, Online Monitoring, QS und adaptive Antennen“, fachtechnischer Beurteilung, IFE Th. Fluri, Dez 2020</strong></em></span></p>
<p>Damit war der Knoten geplatzt, denn wegen des von Jakob genannten Datums konnte die Suche nach dem Papier nicht erfolgreich sein. Mit dem Titel und dem Datum Dezember 2020 führte ein Suchtreffer dann schnell zur Website des Anti-Mobilfunkvereins IG Hadlikon in der Schweiz. Die Website des Vereins ging jedoch <a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=74327">2024 vom Netz</a>. Also wieder eine Sackgasse? Nein, denn das Webarchiv hat glücklicherweise nicht nur untergegangene Webseiten der IG Hadlikon konserviert, sondern auch <a href="https://www.e-smog-hadlikon.ch/images/Eingaben_an_Bundesgericht/2020-12-14_Fluri_ERP_Leistungsangaben_StDb_5G_massiv_MIMO-komprimiert.pdf">das gesuchte PDF von Fluri</a>.</p>
<p>Jakob ist nicht der einzige, den Fluris &quot;Fachtechnische Beurteilung&quot; entzückte. Einsprecher gegen die Baubewilligung von Sendemasten mit adaptiven 5G-Antennen versuchten mit dem Papier Gerichte hellhörig zu machen. Von einem Erfolg ist nichts bekannt. Ein Einsprecher aus Basel-Stadt erlebte mit der Fluri-Argumentation von irreführenden ERP-Leistungsangaben in Standortdatenblättern jedoch einen 2500 CHF teuren Reinfall. Hier auszugsweise die Urteilsbegründung des Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt im <a href="https://rechtsprechung.gerichte.bs.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?Aufruf=getMarkupDocument&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisPlatform=WINDOWS&amp;OmnisServer=JURISWEB%2C7000&amp;Parametername=WEB&amp;Schema=BS_FI_WEB&amp;Source=&amp;Template=search_result_document.html&amp;WebServerScript=%2Fcgi-bin%2Fnph-omniscgi.exe&amp;WebServerUrl=&amp;cSprache=DE&amp;nF30_KEY=72910">Urteil VD.2021.8</a> (AG.2022.125) vom 1. Februar 2022:</p>
<p><span style="color:#399;"><em><strong>3.7.1 In Bezug auf die Rüge der Rekurrentin, wonach die 5G-Sendeantennen nicht mit der deklarierten Sendeleistung (ERP) von 50 W betrieben werden könnten, führte die Baurekurskommission aus, dass diese Angaben Teil des Baugesuchs darstellten und es unerheblich sei, ob die Anlage aus technischer Sicht eine höhere Sendeleistung erbringen könne (angefochtener Entscheid E. 25–26).</strong></em></span></p>
<p><span style="color:#399;"><em><strong>3.7.2 Die Rekurrentin macht in ihrem Rekurs an das Verwaltungsgericht geltend, dass die NISV-Grenzwerte bei der derzeit angewendeten Berechnungsweise zwar möglicherweise rechnerisch eingehalten würden. Die Einhaltung dieser Werte sei jedoch technisch bedingt nicht möglich. Die adaptiven 5G-Antennen liessen sich nur mit einer Sendeleistung (ERP) im Bereich von mehr als 20 % der maximalen Leistung kontrolliert betreiben. Die deklarierte Sendeleistung von 50 W entspreche aber deutlich weniger als 1 % der technischen maximal möglichen Sendeleistung. Die Baurekurskommission hätte sich fachlich damit auseinandersetzen müssen, dass die deklarierten Sendeleistungen offensichtlich falsch und unrealistisch sein. Sie hätte die Baubewilligung aufheben und/oder zur Anpassung der Sendeleistung an die Beigeladene zurückweisen müssen (Rekursbegründung Ziff. 76–85).</strong></em></span></p>
<p><span style="color:#399;"><em><strong>3.7.3 Für die Behauptung der Rekurrentin, wonach sich eine adaptive 5G-Antenne nur mit einer Sendeleistung (ERP) im Bereich von mehr als 20 % der maximalen Leistung kontrolliert betreiben lasse, fehlt eine substantiierte Begründung. Eine solche lässt sich auch den Beilagen nicht entnehmen. Die Rekurrentin versucht dies zwar mit der «Fachtechnischen Beurteilung: Irreführende, technisch nicht umsetzbare minimale ERP Leistungsangaben zu aktiven, adaptiven massiv MIMO 5G Makro-Antennen in den StDb, Online Monitoring, QS2 und adaptive Antennen» von Dipl. Ing. ETH Thomas Fluri (Beilage 11 zur Rekursbegründung [act. 4]) resp. mit einer PowerPoint Folie «Impact of EMF limits in 5 G network roll-out» von Christer Törnevik (Beilage 12 von zur Rekursbegründung [act. 4]) zu belegen. Die Ausführungen in der «Fachtechnischen Beurteilung» sind jedoch kaum nachvollziehbar und ihre Aussagekraft für die hier zu beurteilenden Fragen ist nicht ersichtlich. Zudem bringt die Rekurrentin diese Behauptung erstmals im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht vor: In ihrer Rekursbegründung an die Baurekurskommission vom 2. Juni 2020 legte sie lediglich dar, dass mit den angegebenen Werten keine ernst zu nehmende Abdeckung erreicht werden könne und dass daher ein «öffentliches Interesse» an der Anlage fehle (act. 8 S. 17). Die Baurekurskommission hielt im angefochtenen Entscheid zu Recht fest, dass bei einem Baugesuch nicht geprüft werden muss, ob der Betrieb einer Anlage mit den gemeldeten Werten sinnvoll ist oder nicht. Ein öffentliches Interesse an der Antennenanlage ist für die Erteilung einer Baubewilligung überdies nicht erforderlich. Die Baurekurskommission hat daher den Antrag der Rekurrentin, die Baubewilligung aufzuheben oder die Sache zur Anpassung der Sendeleistung an die Beigeladene zurückzusenden, zu Recht abgewiesen.</strong></em></span></p>
<p>Der Vorfall zeigt, organisierte Mobilfunkgegner können volkswirtschaftlich schädlich sein, wenn Menschen aufgrund unbegründeter oder pseudowissenschaftlicher Behauptungen Klagen einreichen. Sind diese vorhersehbar aussichtslos, entstehen ChatGPT zufolge Kosten, die über die einzelnen Kläger hinausgehen:</p>
<p>► Gerichte, Richter und Geschäftsstellen werden gebunden.<br />
► Gegenseiten müssen Anwälte bezahlen und Zeit investieren.<br />
► Behörden müssen Stellungnahmen verfassen.<br />
► Kläger tragen eigene Anwalts- und Gerichtskosten.<br />
► Die Zeit aller Beteiligten fehlt für produktivere Tätigkeiten.</p>
<p>Organisierte Mobilfunkgegner der Schweiz brüsten sich gerne mit der Behauptung, es gäbe im Land tausende Einsprachen gegen Baubewilligungen von Mobilfunksendeanlagen. Anti-Mobilfunkvereine sind eine Spielart der &quot;organisierten Klageindustrie&quot;, sie rufen die Bevölkerung ganz ungeniert dazu auf, sich für Einsprachen ihrer lausigen Argumentationsmustern zu bedienen und - wenn so kein Durchkommen ist - den Klageweg zu beschreiten. Meinen Beobachtungen zufolge werden die weitaus meisten dieser Klagen früher oder später auf dem Rechtsweg abgewiesen. Aber: Vom Baugesuch bis zum rechtskräftigen Bundesgerichtsurteil vergehen häufig drei bis sechs Jahre.</p>
<p>Über den Daumen von ChatGPT gesehen verursachen organisierte Mobilfunkgegner in der Schweiz innerhalb von zehn Jahre einen volkswirtschaftlichen Schaden zwischen 200 Mio. CHF und 500 Mio. CHF. Darin enthalten sind direkte Verfahrenskosten, Ausbauverzögerungen sowie die Kosten für Behörden und Gerichte. Für so viel Geld muss eine Oma sehr lange stricken. Der vergeudete Betrag verursacht Kopfschütteln. Insbesondere dann, wenn Einsprecher von Pseudoexperten oder Profilneurotikern aufgehetzt werden, die Erfolgsaussichten deshalb von Anfang an erkennbar gegen null gehen.</p>
]]></content:encoded>
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<pubDate>Sun, 13 Sep 2026 10:15:18 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>HUJs Irrtümer (26): Keine Mindestsendeleistung für Antennen (I) (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Behauptung</strong>: <em>[...] In diesem Baugesuch waren die 3 adaptiven 5G-Antennen mit je 100Watt ERP ohne Korrekturfaktor deklariert, obschon der vorgesehene, für 25’000 Watt ERP konstruierte Antennentyp unterhalb von 2500Watt ERP gar nicht mehr funktionieren kann. Da half nicht einmal der inzwischen erfundene Korrekturfaktor weiter. Denn 5x100Watt ERP ergeben erst 500Watt ERP. [...]</em><br />
<strong>Quelle</strong>: <a href="https://www.gigaherz.ch/nicht-vollstreckbare-urteile/">Nicht vollstreckbare Urteile</a><br />
<strong>Jahr</strong>: 2026</p>
<p><strong>Berichtigung</strong>: Den Quatsch von einer angeblichen Mindestsendeleistung für 5G-Antennen (z.B. 10 Prozent der maximalen ERP-Strahlungsleistung), unterhalb derer adaptive Antennen nicht funktionieren könnten, tischt Jakob nun schon seit Jahren in unterschiedlichen Versionen auf, ohne jemals eine technische Begründung angeboten zu haben.</p>
<p>Es gibt tatsächlich eine Art Sockelbetrag für die Sendeleistung – aber nicht als Prozentsatz der Nennleistung, sondern als Wert für die Bereitstellung der vorgeschriebenen Signalisierung: Auch wenn z.B. eine LTE-Basisstation keine Nutzdaten überträgt, muss sie laut LTE-Standard verpflichtende Idle-Mode-Signale senden (Synchronisationssignale, Referenzsignale, Systeminformationen). Das ist der Grund, warum eine Station selbst im Leerlauf Energie benötigt: die Hardware bleibt aktiv, um diese Signalisierung auszustrahlen.</p>
<p>Bei 5G ist dieser Sockel deutlich niedriger als noch bei LTE – Ericsson beschreibt das NR-Design ausdrücklich als &quot;ultra-lean&quot;, mit spürbar weniger permanenten Pflichtsignalen als LTE. Das ermöglicht tiefere und längere Schlafphasen der Hardware. Die &quot;Micro Sleep Tx&quot;-Funktion der Schweden schaltet im Zusammenspiel mit Netzbetreibern die HF-Endverstärker in kurzen verkehrsfreien Momenten sogar regelrecht ab, was zu 15 Prozent Stromeinsparung beim Sender führen soll. Das würde nicht funktionieren, müsste ein fester Jakobscher 10-Prozent-Leistungssockel technisch erzwungen werden.</p>
<p>Für zukünftige 6G-Systeme zeigt Ericsson sogar Zahlen für einen &quot;Deep Sleep&quot;-Zustand, bei dem der Energiebedarf auf etwa 3 Prozent des Referenzwerts sinkt, indem die Sendeintervalle der Pflichtsignale gestreckt werden (von 20 ms auf teils über 1 Sekunde).</p>
<p>Bei der weiteren Recherche fand sich keine einzige Quelle, welche die Behauptung Jakobs auch nur ansatzweise bestätigte. Die Sendeleistung lässt sich elektronisch praktisch beliebig fein herunterregeln, bis hin zu (fast) null – das ist bei modernen Leistungsverstärkern kein Problem.</p>
<p>Wo hat Jakob sein Scheinwissen also aufgeschnappt? Ober sticht Unter. Allem Anschein nach hat ein &quot;elektrosensibler&quot; ETH-Ingenieur im Ruhestand dem sonst äußerst beratungsresistenten Ex-Elektriker den Floh erfolgreich ins Ohr gesetzt. Eine Spurensuche auf gigaherz.ch ergab:</p>
<p><a href="https://www.gigaherz.ch/5g-es-daemmert-langsam/">Februar 2021</a> ► &quot;5G: Es dämmert langsam&quot;. Hier lässt Jakob uns wissen: &quot;<em>Dipl. Ing. ETH Thomas Fluri hat in seinem Schreiben an das BAFU vom 20. November 2020 einwandfrei nachgewiesen, dass adaptive Antennen unterhalb 20% ihrer maximal möglichen ERP-Leistung gar nicht mehr funktionieren können. Es sei denn als blosse Heizkörper um den Sendemast vor Vereisung zu schützen. Bei den von den Antennenherstellern angegebenen Sendeleistungen  von 25’000Watt wären dann 20% = 5000Watt ERP statt der von den Mobilfunkbetreibern deklarierten 50-350Watt ERP.</em>&quot; Das besagte Schreiben ist leider unauffindbar.</p>
<p><a href="https://www.gigaherz.ch/beratung/einsprachen/">Juli 2023</a> ► &quot;Einsprachen&quot; (Beratungsseite): Hier heißt es, &quot;kritische Ingenieure&quot; hätten nachgewiesen, dass adaptive 5G-Sendeantennen unterhalb von 10% ihrer maximal möglichen Sendeleistung gar nicht funktionieren, es sei denn als bloße Heizkörper, etwa um den Sendemast vor Vereisung zu schützen. </p>
<p><a href="https://www.gigaherz.ch/silvester-2024/">Dezember 2024</a> ► &quot;Silvester 2024&quot;: Dort spricht Märchenonkel Jakob von Sendeleistungen &quot;unterhalb 5% des möglichen&quot;, in einem Bereich, in dem die Antenne &quot;gar nicht mehr als Sendeantenne funktionieren&quot; könne.</p>
<p><a href="https://www.gigaherz.ch/die-story-vom-korrekturfaktor/">Januar 2025</a> ► &quot;Die Story vom Korrekturfaktor&quot;: Dort schreibt Jakob, der (bei Gigaherz beigezogene) Elektroingenieur <a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=search&amp;search=Fluri">Thomas Fluri</a> habe nachgewiesen, dass adaptive 5G-Sendeantennen unterhalb 10 % ihrer maximal möglichen ERP-Leistung gar nicht funktionieren. Den angeblichen Nachweis hat Jakob für sich behalten. Es sieht ganz danach aus, dass Jakob dem berenteten ETH-Ingenieur aus der Hand frisst, dessen Bekundungen blind glaubt und sich diese zueigen macht, ohne sie fachlich zu verstehen oder wenigstens zu hinterfragen.<br />
 <br />
<em>[Admin: Passage &quot;5G: Es dämmert langsam&quot; inhaltlich konkretisiert am 11.09.2026]</em></p>
]]></content:encoded>
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<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 21:04:25 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Gigaherz-Jakob: Bundesgericht nicht mehr Asut-Mitglied (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><blockquote><blockquote><p><span style="color:#333;">Gibt es eine plausible Erklärung, warum das Bundesgericht in der heute abgefragten Liste der Asut-Mitglieder nicht genannt wird?</span><br />
Das Bundesgericht wird mit «Tribunal Fédéral Suisse» in der Liste aufgeführt. Da die Schweiz mehrsprachig ist, akzeptieren wir auch die französische Bezeichnung von Unternehmen und Organisationen.</p>
</blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><p>In seinem <a href="https://www.gigaherz.ch/silvester-2024/">Jahresrückblick auf 2024</a> behauptet Gigaherz-Märchenonkel Hans-U. Jakob neben elf anderen Märchen ...</p>
<p><span style="color:#399;"><em><strong>[...] Das Bundesgericht entrichtete ASUT einen Jahresbeitrag von 1191.25 und erhielt dafür stets die laufenden schöngefärbten technischen und gesundheitlichen Informationen im Mobilfunkwesen. Damit ist nun Schluss. Bundesrichter müssen fortan selber denken.</strong></em></span></p>
<p>Stimmt nicht, damit ist mitnichten Schluss! Wie der Screenshot unten belegt, ist das Schweizer Bundesgericht nach wie vor <a href="https://asut.ch/asut/de/page/members.xhtml">Mitglied bei Asut</a>.</p>
</blockquote><p>Heute <a href="https://asut.ch/asut/de/page/members.xhtml">nachgeschaut</a>, wird das Schweizer Bundesgericht von Asut nicht mehr als Mitglied geführt.</p>
]]></content:encoded>
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<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 20:02:07 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Balmoris Spatzen, Berlin 2026 und die Frage nach dem Funk (II) (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size:x-large;">Ein besserer Test wäre möglich</span></p>
<p>Wenn man Balmoris Hypothese ernsthaft untersuchen möchte, müsste man die aktuelle Bestandsentwicklung räumlich mit der Funkexposition und den ökologischen Bedingungen verknüpfen. Erfasst werden müssten beispielsweise die zeitliche Entwicklung der Sperlingsbestände, Feldstärken nach Frequenzband, Gebäudestruktur, Vegetation und Grünflächen, Nahrungs- und Insektenangebot, Nistmöglichkeiten, Prädatoren und Krankheitserreger.</p>
<p>Dann könnte man die entscheidende Frage stellen: Sind diejenigen Berliner Gebiete, in denen die Sperlingsbestände am stärksten zurückgehen, tatsächlich diejenigen mit der höchsten HF-Exposition – und bleibt dieser Zusammenhang bestehen, wenn die anderen Einflussgrößen statistisch kontrolliert werden?</p>
<p>Noch aussagekräftiger wäre ein reproduzierbarer Dosis-Wirkungs-Zusammenhang. Wenn höhere HF-Exposition tatsächlich zu schlechterem Fortpflanzungserfolg, geringerer Brutbesetzung oder höherer Mortalität führt, müsste sich dieser Zusammenhang unter kontrollierten Bedingungen und in unabhängigen Untersuchungen wiederfinden lassen.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Vorläufiges Fazit</span></p>
<p>Balmori fand 2007 einen auffälligen Zusammenhang. Everaert und Bauwens beobachteten 2007 einen ähnlichen Zusammenhang in Belgien. Damit ist die Hypothese nicht aus der Luft gegriffen. Ein Beweis dafür, dass Mobilfunk den Sperlingsrückgang verursacht, ist daraus aber nicht geworden.</p>
<p>Die späteren Untersuchungen zeigen vielmehr, wie wichtig es ist, ökologische Einflussgrößen mitzuberücksichtigen. Die aktuelle Berliner Entwicklung liefert zunächst nur einen dramatischen Bestandsrückgang, dessen Ursache geklärt werden muss.</p>
<p>Berlin ist deshalb keine verspätete Bestätigung von Balmori. Die Berliner Daten könnten aber eine Gelegenheit bieten, die alte Hypothese mit den Methoden zu prüfen, die Balmoris ursprünglicher Studie fehlten. Das wäre wissenschaftlich erheblich interessanter als die immer gleiche Behauptung: &quot;Die Spatzen sterben – also war es der Mobilfunk.&quot;</p>
<p><strong>Quellen</strong><br />
<span style="font-size:smaller;">Balmori A, Hallberg Ö (2007): &quot;The Urban Decline of the House Sparrow (Passer domesticus): A Possible Link with Electromagnetic Radiation&quot;. Electromagnetic Biology and Medicine 26(2): 141–151. DOI: 10.1080/15368370701410558.</span></p>
<p><span style="font-size:smaller;">Everaert J, Bauwens D (2007): &quot;A possible effect of electromagnetic radiation from mobile phone base stations on the number of breeding house sparrows (Passer domesticus)&quot;. Electromagnetic Biology and Medicine 26(2): 63–72. DOI: 10.1080/15368370701205693.</span></p>
<p><span style="font-size:smaller;">Nath A, Singha H, Lahkar B (2022): &quot;Correlation does not imply causation: decline of house sparrow overshadowed by electromagnetic radiation&quot;. Urban Ecosystems 25: 1279–1295. DOI: 10.1007/s11252-022-01227-6.</span></p>
<p><span style="font-size:smaller;">Balmori A (2021): &quot;Electromagnetic Pollution as a Possible Explanation for the Decline of House Sparrows in Interaction with Other Factors&quot;. Birds 2: 329–337.</span></p>
<p><span style="font-size:smaller;">Balmori A, Balmori-de la Puente A (2024): &quot;Comments on the paper &#039;Correlation does not imply causation: decline of House Sparrow overshadowed by electromagnetic radiation&#039; by Nath et al.&quot; Urban Ecosystems 27: 1111.</span></p>
<p><span style="font-size:smaller;">Zur aktuellen Berliner Entwicklung: Berichte vom 7./8. September 2026 unter Berufung auf Jörg Böhner/BOA und NABU Berlin.</span></p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75897</link>
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<pubDate>Tue, 08 Sep 2026 20:51:29 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>KI</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Balmoris Spatzen, Berlin 2026 und die Frage nach dem Funk (I) (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>2007 veröffentlichten Alfonso Balmori und Örjan Hallberg eine Studie, die einen Zusammenhang zwischen der Anzahl von Haussperlingen und der Stärke elektromagnetischer Felder in der spanischen Stadt Valladolid zeigte. Der Befund war spektakulär: Je höher die gemessene Feldstärke, desto weniger Sperlinge wurden gezählt. Balmori extrapolierte seine Beobachtungen und prognostizierte, bis 2020 könnten Sperlinge ausgestorben sein. Bis heute wird die Arbeit deshalb gerne als Beleg dafür angeführt, dass Mobilfunk für den Rückgang der Spatzen verantwortlich sein könnte (<a href="https://forum.gigaherz.ch/viewtopic.php?p=88087#p88087">aktuelles Beispiel</a>). Tatsächlich sind jüngst die Berliner Spatzenbestände dramatisch eingebrochen. Ist damit Balmoris Prognose nachträglich bestätigt? Nein. Die aktuelle Entwicklung ist aber ein guter Anlass, die alte Hypothese noch einmal unter die Lupe zu nehmen.</strong></span><br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Was Balmori herausfand</span></p>
<p>Balmori und Hallberg untersuchten zwischen Oktober 2002 und Mai 2006 insgesamt 30 Zählpunkte in Valladolid. Bei 40 Begehungen wurden Sperlinge gezählt und gleichzeitig elektrische Feldstärken im Bereich von 1 MHz bis 3 GHz gemessen. Die Autoren berichten einen starken negativen Zusammenhang zwischen beiden Größen und geben dafür einen Korrelationskoeffizienten von R = -0,87 bei p = 0,0001 an. Vereinfacht gesagt: In den untersuchten Daten gingen höhere Feldstärken sehr deutlich mit geringeren Sperlingsdichten einher.</p>
<p>Das ist zunächst ein interessanter Befund. Ein Korrelationskoeffizient beschreibt allerdings nur, wie stark zwei Größen gemeinsam variieren. Er sagt nicht, welche Größe die andere verursacht. Aus &quot;Wo mehr Funk gemessen wird, gibt es weniger Sperlinge&quot; folgt deshalb nicht automatisch &quot;Der Funk vertreibt oder tötet die Sperlinge&quot;.</p>
<p>Hinzu kommt, dass der häufig zitierte Wert R = -0,87 nicht unmittelbar aus den 30 einzelnen Rohmesspunkten stammt. Balmori fasste die gemessenen Feldstärken zunächst in Klassen von 0,1 V/m zusammen und führte die Regression anschließend mit diesen gruppierten Daten durch. Für die Beurteilung der Robustheit wäre es wichtig gewesen, auch die Rohdaten und deren statistische Streuung nachvollziehen zu können.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Was wurde überhaupt gemessen?</span></p>
<p>Balmori maß nicht ausschließlich Mobilfunk. Der untersuchte Frequenzbereich von 1 MHz bis 3 GHz umfasst unterschiedliche Funkdienste und damit verschiedene Quellen elektromagnetischer Felder. Aus dem gemessenen Summenwert lässt sich daher nicht ableiten, dass ausgerechnet Mobilfunk für den beobachteten Zusammenhang verantwortlich war.</p>
<p>Auch die Frage der tatsächlichen Exposition der Vögel bleibt offen. Eine punktuelle Feldstärkemessung beschreibt zunächst die Situation am Messort zum Messzeitpunkt. Sie ist nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit der langfristigen Exposition der dort lebenden Sperlinge.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Der Elefant im Stadtbild: die Lebensbedingungen</span></p>
<p>Das größere Problem liegt bei den möglichen Störfaktoren. Sperlinge verteilen sich nicht zufällig über eine Stadt. Sie benötigen Nahrung, Nistmöglichkeiten und geeignete Vegetation. Gebäudestruktur, Verkehr, Grünflächen, Insektenangebot, Prädatoren, Krankheiten und zahlreiche andere Umweltfaktoren können die Bestandsdichte beeinflussen.</p>
<p>Balmori nennt einige dieser Faktoren, kontrolliert sie in der eigentlichen Analyse aber nicht systematisch. Damit bleibt eine naheliegende Alternativerklärung bestehen: Bereiche mit höheren Feldstärken könnten gleichzeitig dichter bebaut oder aus anderen Gründen für Sperlinge ungünstiger gewesen sein. Die Feldstärke wäre dann möglicherweise lediglich ein Begleiter anderer Umweltbedingungen. Eine einfache Korrelation kann eine solche Drittvariablen-Erklärung nicht ausschließen.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Wie wurden die Sperlinge gezählt?</span></p>
<p>Auch bei der eigentlichen Vogelzählung gibt es einen bemerkenswerten blinden Fleck. Balmori berichtet, dass alle gesehenen oder gehörten Sperlinge gezählt wurden und dass stets derselbe Beobachter die Zählungen durchführte. Was die Veröffentlichung dagegen nicht ausreichend dokumentiert, sind konkrete Verfahren zur Vermeidung von Doppelzählungen. Wie wurde verhindert, dass ein Sperling während der Beobachtung seinen Standort wechselte und anschließend erneut gezählt wurde? Wie wurden umherfliegende Trupps behandelt? Wie lange wurde an einem Zählpunkt beobachtet und welche Entfernungen wurden berücksichtigt?</p>
<p>Daraus sollte man allerdings nicht den falschen Schluss ziehen, Balmori habe nachweislich doppelt gezählt. Dafür gibt es keinen Beleg. Die korrekte Kritik lautet lediglich: Die Veröffentlichung beschreibt nicht ausreichend, mit welchen Verfahren das Problem der Mehrfachzählung ausgeschlossen wurde. Das ist für die Beurteilung einer Vogelzählung durchaus relevant.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Keine repräsentative Stichprobe</span></p>
<p>Auch die Auswahl der Untersuchungsflächen schränkt die Aussagekraft ein. Die Zählpunkte wurden nicht als repräsentative Zufallsstichprobe der gesamten Stadt ausgewählt. Balmori weist selbst darauf hin, dass die Auswahl der Bereiche die ermittelte Sperlingsdichte beeinflussen konnte. Die Studie kann damit einen Zusammenhang innerhalb der untersuchten Flächen aufzeigen, ist aber keine belastbare Bestandserhebung für ganz Valladolid.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">R = -0,87: beeindruckend, aber nicht ausreichend</span></p>
<p>Ein Korrelationskoeffizient von -0,87 ist durchaus bemerkenswert. Es wäre deshalb falsch, den Befund als bloßes Zufallsrauschen abzutun. Gerade ein so starker Zusammenhang verlangt aber nach einer sorgfältigen Prüfung möglicher Alternativerklärungen. Die entscheidende Frage wäre gewesen, ob der Zusammenhang auch dann bestehen bleibt, wenn Habitat, Bebauung, Nahrungsangebot, Vegetation und andere relevante Einflussgrößen statistisch kontrolliert werden.</p>
<p>Genau diese Prüfung liefert die Studie nicht. Deshalb bleibt der Befund ein Hinweis, aber kein Kausalitätsnachweis.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Es blieb nicht bei Balmori</span></p>
<p>Interessant ist, dass Balmoris Ergebnis nicht völlig isoliert blieb. Joris Everaert und Dirk Bauwens veröffentlichten 2007 eine unabhängige Untersuchung in Belgien. Sie untersuchten 150 Zählpunkte in sechs Wohngebieten und konzentrierten sich auf brütende Sperlingsmännchen. Die Funkexposition wurde gezielter in den GSM-Bändern 900 MHz und 1800 MHz untersucht. Auch sie fanden einen negativen Zusammenhang zwischen Feldstärke und der Zahl der brütenden Sperlingsmännchen.</p>
<p>Damit kann man nicht einfach behaupten, Balmoris Beobachtung sei eine Eintagsfliege gewesen. Aber auch diese Untersuchung war eine Beobachtungsstudie und beseitigte damit das grundsätzliche Problem der Kausalität nicht.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Eine umfangreichere Untersuchung kam zu einem anderen Schluss</span></p>
<p>2022 veröffentlichten Anirban Nath, Himadri Singha und Bhabesh Lahkar eine Untersuchung aus Guwahati in Indien. Sie untersuchten Haus- und Feldsperlinge über einen längeren Zeitraum an zahlreichen Standorten und bezogen neben der elektromagnetischen Belastung auch ökologische Einflussgrößen in ihre Analyse ein. Schon der Titel der Arbeit bringt die zentrale Kritik an den früheren Studien auf den Punkt: &quot;Correlation does not imply causation&quot;.</p>
<p>Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass ökologische Faktoren den beobachteten Bestand besser erklären könnten als die elektromagnetische Belastung. Balmori widersprach dieser Interpretation später und hält an seiner Hypothese fest. Die wissenschaftliche Diskussion ist damit nicht beendet. Was weiterhin fehlt, ist jedoch der entscheidende Nachweis, dass die Funkexposition auch nach Kontrolle der konkurrierenden ökologischen Erklärungen tatsächlich die Ursache des Sperlingsrückgangs ist.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Und jetzt Berlin</span></p>
<p>Damit kommen wir zur aktuellen Entwicklung in Berlin. Nach den derzeit berichteten Daten ist der Rückgang erheblich. Für 2021 wurde der Berliner Bestand auf etwa 190&#039;000 Brutpaare geschätzt. Nach Angaben des Biologen Jörg Böhner liegt der Bestand inzwischen rund 70 Prozent niedriger als 2021. Auch die Nabu-Zählungen zeigen zuletzt starke Rückgänge.</p>
<p>Das ist zweifellos bemerkenswert. Aber ist damit Balmoris Prognose eingetroffen? Nein. Seine Prognose bezog sich auf die von ihm beobachtete Entwicklung in Valladolid. Aus einem dort angenommenen jährlichen Rückgang extrapolierte er einen möglichen Zusammenbruch des Bestandes bis etwa 2020. Berlin ist eine andere Stadt mit einer anderen Population, anderen Umweltbedingungen und einer anderen zeitlichen Entwicklung. Dass eine andere Population Jahre später ebenfalls stark zurückgeht, bestätigt die ursprüngliche Prognose nicht.</p>
<p>Von 1910 bis 1920 gab es in Großstädten schon einmal weltweit einen graviertenden Rückgang der Spatzenpopulationen. Der Grund: Das Automobil verdrängte in dieser Zeitspanne die Pferde weitgehend aus den Städten. Vor 1900 dominierten Pferde den Stadtverkehr, 25 Jahre später waren sie in vielen Großstädten praktisch verschwunden. Damit entfiel für die Vögel eine immerfort sprudelnde Nahrungsquelle (Haferkörner), was den Bestand enorm reduzierte.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Was ist in Berlin die Ursache?</span></p>
<p>Das ist derzeit gerade die interessante Frage. Als mögliche Ursachen werden unter anderem Krankheiten, Nahrungsmangel und Veränderungen des Lebensraums diskutiert. Für einzelne Erklärungen gibt es derzeit noch keinen abschließenden Nachweis. Und genau deshalb wäre es wissenschaftlich falsch, jetzt einfach &quot;Elektrosmog&quot; als Erklärung einzusetzen. Ebenso voreilig wäre es allerdings, die EMF-Hypothese allein deshalb vom Tisch zu wischen, weil frühere Studien methodische Schwächen hatten. Die Hypothese lässt sich prüfen. Berlin könnte dafür sogar ein interessanter Testfall sein.</p>
<p><em>Fortsetzung in Teil II</em></p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75896</link>
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<pubDate>Tue, 08 Sep 2026 20:50:05 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>KI</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Das Fabelwesen Chupacabra (1995) (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Der Chupacabra auch Chupacabras (vom Spanischen chupar: „saugen“ und cabra: „Ziege“) geschrieben, ist ein lateinamerikanisches Fabelwesen, das Kleinvieh wie Ziegen oder Schafe gleich einem Vampir in die Kehle beißen und dann das Blut aussaugen soll. Die ersten Berichte kamen 1995 aus Puerto Rico, mittlerweile wird von diesem Phänomen in ganz Lateinamerika bis nach Südkalifornien und Texas berichtet. Der Chupacabra ist ein klassisches Beispiel einer modernen Sage (Urban Legend) und wird gerne von Kryptozoologen zitiert.</p>
<p>Der Chupacabra wurde zunächst als ein wie ein Känguru auf Hinterbeinen stehendes Wesen von etwa 1,50 m Höhe mit roten Augen beschrieben. Für derartige Wesen konnten aber nie greifbare Beweise erbracht werden. Spätere Sichtungen beschrieben ihn als haarlosen Vierbeiner mit einem Grat aus Stacheln oder Fell entlang des Rückgrats. Für die letztere Variante wurden Kadaver präsentiert, bei denen es sich laut Untersuchungen um mit Räude befallene Kojoten, Wölfe oder Haushunde handelte. Der Chupacabra soll Kleinvieh wie Hühner oder Ziegen angreifen und deren Blut saugen. Generell wird der Chupacabra sehr unterschiedlich interpretiert, doch die momentan häufigste Form ist ein gruselig aussehendes Wesen, das einem haarlosen Wolf ähnelt, wodurch die meisten Chupacabra-Sichtungen auch auf räudige Tiere zurückgehen. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chupacabra">weiter ...</a></p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75895</link>
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<pubDate>Mon, 07 Sep 2026 20:48:42 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Wie kompetent ist die &quot;Kompetenzinitiative&quot;? (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Im September 2026 bewirbt Gigaherz-Vorständin Elisabeth Buchs <a href="https://forum.gigaherz.ch/viewtopic.php?p=88086#p88086">einen Vortrag</a> in Deutschland. Sein Titel: &quot;Elektrohypersensitivität – eine Multisystemerkrankung – Biologische Effekte, diagnostische und therapeutische Ansätze&quot;. Das klingt kompetent. Und tatsächlich nennt Buchs als <a href="https://kompetenzinitiative.de/informationen/aktuelles/vortrag-elektrohypersensitivitaet">Quelle ihrer Information</a> die sogenannte Kompetenzinitiative (KOI). Doch den Vortrag hält weder eine Wissenschaftlerin noch eine Fachärztin. Sondern eine Heilpraktikerin. Das weckt erhebliche Zweifel. Hinzu kommt: Der Vortrag wurde bereits im November 2025 gehalten und ist deshalb Schnee vom vergangenen Jahr. Das IZgMF hat ChatGPT trotzdem beauftragt, sich den Vortrag der Referentin Kathleen Giersch genauer anzuschauen und zu bewerten. Ergebnis: Bei Giersch lässt die KOI genau die Standards vermissen, die der Verein von seinen Gegnern einfordert.</strong></span><br />
 <br />
Wahrscheinlich hat Frau Buchs bei ihrer Jagd nach News über EHS schlicht und ergreifend übersehen, dass ihr vermeintlich aktuelles Fundstück ein alter Hut ist. Den von der KOI angeboteten <a href="https://kompetenzinitiative.de/wp-content/uploads/2025/09/DIN-lang_HH.pdf">Flyer</a> zum Vortrag hat sie nicht abgerufen. Denn hätte sie es getan, die HTML-Fehlermeldung 404 hätte ihr unmissverständlich klargemacht, dass dieses PDF auf der Website der KOI nicht mehr existiert. Nur im Webarchiv ist das PDF <a href="https://web.archive.org/web/20260521170421/https://kompetenzinitiative.de/wp-content/uploads/2025/09/DIN-lang_HH.pdf">noch zu finden</a>. Ein nennenswerter Informationsverlust gegenüber der intakt gebliebenen Werbung ist mit dem Abhandenkommen des Flyers nicht verbunden. Doch dort, wo die Werbung noch spröde bekundet &quot;<em>Selten werden hier Zusammenhänge gesehen.</em>&quot;, munkelt der Flyer reichlich desorientiert: &quot;<em>Selten werden hier Zusammenhänge gesehen, die aber in den Fachwissenschaften seit langer Zeit schon beklagt werden.</em>&quot;</p>
<p>Kathleen Giersch ist Diplom-Biologin und Heilpraktikerin. Im KOI-Vortrag spricht sie jedoch über Diagnostik, Therapie, Mitochondrienmedizin, Neurobiologie und Elektrohypersensibilität mit dem Duktus einer etablierten Fachreferentin. Die KOI weist diesen Unterschied in ihrer Ankündigung nicht aus, sondern präsentiert sie als geeignete Expertin für diagnostische und therapeutische Fragen.</p>
<p>Im Vortrag werden unter anderem folgende Aussagen als bekannte biologische Wirkungen dargestellt:<br />
► geöffnete Kalziumkanäle,<br />
► Mitochondrienschäden,<br />
► geöffnete Blut-Hirn-Schranke,<br />
► Cell-Danger-Response als Erklärung für EHS.</p>
<p>Alle diese Punkte gehören jedoch nicht zum wissenschaftlichen Konsens. Dass die KOI den Vortrag ausdrücklich empfiehlt, zeigt, dass sie die Unterscheidung zwischen Hypothese und gesichertem Wissen entweder gezielt nicht vornimmt oder sie die Differenzierung wegen partieller Inkompetenz nicht vornehmen kann.</p>
<p>Selbst pseudowissenschaftliche Elemente haben die KOI offenkundig nicht davon abhalten können, den Vortrag von Giersch zu empfehlen. Besonders auffällig sind Passagen über ...<br />
► Kinesiologie als Testverfahren,<br />
► tote Zähne als &quot;Leichengift&quot;-Quelle,<br />
► Informationslöschung,<br />
► pauschale Entgiftung.</p>
<p>Das sind klassische Elemente der alternativmedizinischen Szene. Dass ein Verein, der sich als wissenschaftliche Initiative bezeichnet, solche Aussagen ohne erkennbare Distanzierung toleriert, spricht gegen ein funktionierendes internes Qualitätsfilter.</p>
<p>Die KOI verfügt durchaus über Mitglieder mit akademischen Titeln – Physiker, Mediziner, emeritierte Professoren gehören zum Vorstand. Gerade deshalb fällt auf, dass Vorträge wie der von Giersch nicht erkennbar fachlich eingehegt werden. Es fehlt jegliche Einordnung wie:</p>
<p><em>&quot;Einige der dargestellten Mechanismen sind hypothetisch.&quot;</em> oder<br />
<em>&quot;Für therapeutische Empfehlungen wie Kinesiologie oder Entgiftung existiert keine belastbare Evidenz.&quot;</em></p>
<p><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/hn-_utJYPBw" frameborder="0" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen>Your browser does not support iframes. Please visit <a href="https://www.youtube.com/watch?v=hn-_utJYPBw">https://www.youtube.com/watch?v=hn-_utJYPBw</a>.</iframe></p>
<p>Der Vortrag wirkt auf den ersten Blick wissenschaftlich, weil er viele biologische Begriffe korrekt verwendet. Tatsächlich vermischt die Referentin jedoch drei Ebenen:<br />
► etwa 30 % solide Medizin (Entzündung, ME/CFS, Umweltmedizin),<br />
► etwa 20 % spekulative Forschung (Cell-Danger-Response, einzelne Mechanismen),<br />
► etwa 50 % unbelegte oder pseudowissenschaftliche Aussagen, insbesondere zu Elektrohypersensibilität, Kinesiologie, &quot;Leichengiften&quot; aus toten Zähnen, pauschaler Entgiftung und Mobilfunkwirkungen.</p>
<p>Praktisch alle zentralen Aussagen der Referentin, mit denen sie EHS biologisch auf Mobilfunk zurückführt – geöffnete Kalziumkanäle, geöffnete Blut-Hirn-Schranke, Mitochondrienschäden durch Alltags-EMF und die Empfehlung konsequenter Funkvermeidung als Heilweg – entsprechen nicht dem gegenwärtigen wissenschaftlichen Konsens.</p>
]]></content:encoded>
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<pubDate>Mon, 07 Sep 2026 13:15:10 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Liechtenstein: Anlagegrenzwert wackelt</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Liechtenstein hat beim Mobilfunk einen besonders strengen Anlagegrenzwert von 0,6 V/m. Doch dieser Grenzwert gerät nun politisch unter Druck. Grund ist die unbefriedigende Mobilfunkversorgung im Land. Eine parlamentarische Initiative verlangt nun die Anpassung der gesetzlichen Grenzwerte.</strong></span><br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">0,6 V/m als Ausbauhürde?</span></p>
<p>Liechtenstein kennt für Mobilfunkanlagen an Orten mit empfindlicher Nutzung einen Anlagegrenzwert von 0,6 V/m. Damit liegt das Land auf dem Niveau der strengen Schweizer Vorsorgeregelung. Doch die schöne Theorie stößt offenbar auf ein praktisches Problem: Die Mobilfunkversorgung ist nicht überall so gut, wie sie sein sollte. Und wenn die Funkversorgung besser werden soll, braucht es zusätzliche Standorte oder höhere Sendeleistungen. Beides kann durch den sehr niedrigen Anlagegrenzwert erschwert werden. Das ist inzwischen auch in der liechtensteinischen Politik angekommen.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Regierung sieht Änderung als möglich an</span></p>
<p>In ihrer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage vom April 2026 nennt die Regierung ausdrücklich die &quot;Anhebung bzw. Aufhebung der Anlagegrenzwerte&quot; als mögliche Maßnahme zur Verbesserung der Mobilfunkqualität. Bemerkenswert ist dabei die rechtliche Einschätzung: Eine Änderung der gesetzlichen Grenzwerte sei nach Auffassung der Regierung grundsätzlich &quot;rechtlich zulässig und technisch möglich&quot;. Damit ist zumindest die entscheidende Frage geklärt: Der Anlagegrenzwert von 0,6 V/m ist kein Naturgesetz.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Besser-verbunden-Initiative</span></p>
<p>Am 6. Mai 2026 legte die VU-Fraktion dann nach. Sie reichte die parlamentarische Initiative &quot;besser verbunden&quot; ein. Ziel ist eine Anpassung der gesetzlichen Grenzwerte für Mobilfunkanlagen, damit der Ausbau der Mobilfunknetze und deren technische Weiterentwicklung erleichtert werden. Die Initiative befindet sich damit nicht mehr nur auf der Ebene politischer Wunschvorstellungen. Sie ist Teil eines parlamentarischen Verfahrens. Zunächst wird unter anderem geprüft, ob die vorgeschlagenen Änderungen verfassungs- und staatsvertragskonform sind.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Interessanter Präzedenzfall</span></p>
<p>Der Vorgang ist auch über Liechtenstein hinaus interessant. Denn hier lässt sich ziemlich sauber beobachten, was passiert, wenn ein extrem niedriger Vorsorgegrenzwert mit dem tatsächlichen Betrieb moderner Mobilfunknetze kollidiert: Schlechte Netzversorgung führt zu politischem Handlungsbedarf. Als mögliche Lösung gerät umgehend der besonders niedrige Anlagegrenzwert ins Visier. Das ist bemerkenswert, weil damit eine Behauptung auf die Probe gestellt wird, die in der Diskussion über Grenzwerte gerne untergeht: Ein Vorsorgewert ist eine politische oder regulatorische Festlegung. Er muss jedoch mit der technischen Realität eines Mobilfunknetzes vereinbar sein.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Jetzt wird es spannend</span></p>
<p>Noch ist der 0,6-V/m-Grenzwert in Liechtenstein nicht abgeschafft oder angehoben. Es wäre deshalb voreilig, bereits von einer beschlossenen Grenzwertlockerung zu sprechen. Aber die Richtung ist klar: Die Regierung hält eine Änderung für grundsätzlich möglich, und eine parlamentarische Initiative fordert sie ausdrücklich. Ob Liechtenstein seinen Anlagegrenzwert tatsächlich lockert – und auf welchen Wert –, dürfte deshalb ziemlich interessant werden. Denn manchmal ist ein Blick auf ein Nachbarland aufschlussreicher als hundert Grundsatzdebatten: Wenn ein Grenzwert den Ausbau eines Mobilfunknetzes behindert, stellt sich irgendwann zwangsläufig die Frage, ob nicht der Grenzwert das Problem ist.</p>
<p><span class="underline">Hinweis</span>: An diesem Posting hat die KI ChatGPT mitgewirkt.</p>
<p><strong>Quelle</strong>: <a href="https://www.pressreader.com/liechtenstein/liechtensteiner-vaterland/20260904/281625312174975">Mobil­funk – Anla­ge­grenz­werte sol­len aus dem Gesetz gestri­chen wer­den</a></p>
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<pubDate>Sun, 06 Sep 2026 22:05:17 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Drahtlose Hirn-Computer-Schnittstelle ohne Funk</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Das EU-finanzierte <a href="http://yaohongliuyhl.wixsite.com/intranet-of-neurons">Forschungsprojekt IoN</a> (Intranet of Neurons) hat einen bedeutenden Meilenstein bei der Entwicklung intrakortikaler Gehirn-Computer-Schnittstellen erreicht. Auf diese Weise kann eine der hartnäckigsten Herausforderungen in der Neurotechnologie angegangen werden: die drahtlose Übertragung großer Mengen neuronaler Daten aus miniaturisierten Implantaten. Die Errungenschaft wird <a href="https://www.nature.com/articles/s44172-026-00735-z">in einem Paper</a> der Fachzeitschrift &quot;Nature&quot; vorgestellt. Wer jetzt an Funktechnik denkt, wird eines Besseren belehrt.</strong></span> <br />
 <br />
Angesichts der steigenden Nachfrage nach wirksamen Behandlungsmethoden für neurologische Störungen – die von Lähmungen bis hin zu sprachlichen Beeinträchtigungen reichen – haben sich hochdichte Mikroelektrodenanordnungen (Microelectrode Arrays, kurz MEAs) als entscheidende Instrumente zur Erfassung neuronaler Aktivitäten mit herausragender Präzision etabliert. Die von diesen Arrays erzeugten umfangreichen Datenmengen, die bei Systemen mit 1000 Kanälen 300 Mbit/s übersteigen können, sind jedoch aufgrund von Einschränkungen hinsichtlich Stromversorgung, Bandbreite, Wärmeableitung und Gerätegröße eine Herausforderung für die drahtlose Telemetrie.</p>
<p>Um diese Einschränkungen zu überwinden, hat das IoN-Konsortium eine neuartige zweistufige drahtlose Architektur entwickelt, in deren Mittelpunkt eine transdurale, galvanisch gekoppelte Körper-Kanal-Kommunikationsverbindung (Body Channel Communication, BCC) steht, die das körpereigene Gewebe als Leiter für die Datenübertragung ohne Funkwellen nutzt. Dieses System ermöglicht die Datenübertragung von einer freischwimmenden MEA, die unterhalb der Dura mater (harte Hirnhaut) des Gehirns positioniert ist, zu einer intrakraniellen Empfängereinheit, die an einer Stelle einer minimalinvasiven Trepanationsloch-Kraniotomie verankert ist. Da sich physische Verbindungen zwischen der MEA und dem Telemetriemodul erübrigen, berücksichtigt das Design die natürlichen Bewegungen des Gehirns, sodass die durch Mikrobewegungen verursachten Gewebeschäden, Narbenbildung und Signalverschlechterung im Laufe der Zeit reduziert werden.</p>
<p>Das transdurale BCC-Telemetriesystem zeigte in Validierungstests eine bemerkenswerte Leistung. Tests und Versuche an einem Leichenkopf bestätigten drahtlose Datenübertragungsraten von bis zu 500 Mbit/s, wobei das System aus Energiespargründen nur 20 % der Zeit in Betrieb war und weniger als ein Fehler pro 100&#039;000 übertragene Bits auftrat. Die Validierung an Leichen wurde mit Unterstützung durch das medizinische Erasmus-Zentrum unterstützt.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Zehnfache Datenkompression ohne Signalverlust</span></p>
<p>Ein entscheidender Durchbruch ist ein intelligentes Komprimierungssystem, das wie ein Bewegungssensor für das Gehirn funktioniert. Es überträgt Daten nur, wenn Neuronen aktiv sind, und bleibt ansonsten inaktiv. Dies bringt mehrere Vorteile mit sich: deutlich weniger (oftmals um eine Größenordnung reduzierte) Datenpunkte, eine deutlich geringeren Stromaufnahme und einen signifikant geringeren Bandbreitenbedarf – während alle Spitzen mit hoher Wiedergabetreue erfasst werden, heißt es <a href="https://www.imec-int.com/en/articles/neural-telemetry-breakthrough-new-chip-delivers-ten-fold-compression-while-preserving">in einem Artikel</a>, der auf der Website von IoN-Projektkoordinator imec in den Niederlanden veröffentlicht wurde. Durch die mehr als zehnfache Reduzierung des Datenvolumens und die drastische Senkung der Wärmeentwicklung und des Strombedarfs bringt uns diese Technologie sichereren Langzeithirnimplantaten einen Schritt näher. Tests an &quot;Gehirn auf einem Chip&quot;-Modellen (Brain-on-a-Chip) bestätigten, dass das System keine unbeabsichtigte Gehirnaktivität auslöst, so dass seine Sicherheit für den langfristigen Einsatz bei Patientinnen und Patienten gewährleistet ist.</p>
<p>Dieser Durchbruch markiert einen entscheidenden Fortschritt hin zu skalierbaren, energieeffizienten neuronalen Schnittstellen, die motorische, sensorische und kognitive Funktionen wiederherstellen können. Durch die Kombination von Miniaturisierung, hoher Bandbreite und strenger Sicherheitsvalidierung ebnet das Telemetriesystem des IoN-Projekts den Weg für zukünftige Anwendungen, die das Leben von Menschen mit neurologischen Störungen revolutionieren könnten.</p>
<p><strong>Quelle</strong>: <a href="https://cordis.europa.eu/article/id/467331-the-smart-chip-revolutionising-brain-implants/de?WT.mc_id=email-Notification">CORDIS - Forschungsergebnisse der EU</a></p>
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<pubDate>Sun, 06 Sep 2026 15:37:36 +0000</pubDate>
<category>Forschung</category><dc:creator>Gast</dc:creator>
</item>
<item>
<title>EMP-Victims: Frankreich mal Spitze, mal Mittelmaß (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Die Liste wird klar von Frankreich (2517 Einträge, <a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75714">siehe auch diese Langzeitauswertung</a>) und Belgien (548 Einträge) dominiert, gefolgt von Deutschland mit 247 Einträgen.</p>
</blockquote><p>Auch dieser Befund der KI will so gar nicht zu den Ergebnissen der gescheiterten Europäischen Bürgerinitiative (EBI) &quot;Stop 5G&quot; passen. Frankreich hatte am Ende des 1-jährigen Sammelzeitraums alles andere als den Spitzenplatz der EU-Nationen in 5G-Paranoia. Das Land erreichte zwar auch damals schon 4595 Unterstützer (siehe <a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=thread&amp;id=71760#p72896">hier Tabelle 3</a>), was bezogen auf die zahlenmäßig relativ große Bevölkerung jedoch nur für 8,25 Prozent Zielerreichung (Quorum) genügte und Frankreich einen Platz im Mittelfeld bescherte. An den amtlich erhobenen Daten der EBI ist nicht zu zweifeln, die enormen Abweichungen müssen daher mit dem Appell der EHS zusammenhängen. Das muss nicht zwingend bedeuten, dass der Appell mit getürkten Einträgen aus Frankreich überflutet wird, es könnten gut und gerne auch daran liegen, dass eine EBI und ein EHS-Appell aus vielerlei Gründen nicht miteinander vergleichbar sind.</p>
]]></content:encoded>
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<pubDate>Tue, 01 Sep 2026 19:53:59 +0000</pubDate>
<category>Elektrosensibilität</category><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>EMP-Victims: Unterstützer sind noch lange nicht Elektrosensible (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Mit KI sind heute Dinge möglich, die vor wenigen Jahren weit außerhalb der Reichweite von Privatpersonen lagen. So konnte ich heute den Appell der &quot;EMP Victims&quot; einer schnellen Auswertung unterziehen, die Auskunft gibt, aus welchen Ländern die Unterstützer kommen und wie viele der Unterstützer sich eindeutig der Gruppe der selbst diagnostizierten &quot;Elektrosensiblen&quot; zuordnen lassen.</strong></span><br />
 <br />
Die Daten des Appells habe ich am 27. Juli 2026 beim Stand von 4587 Unterstützern abgefischt, jedoch erst heute einer KI (DeepSeek) zur Auswertung übergeben. DeepSeek und nicht ChatGPT, weil die KI von OpenAI mir zuletzt stark mit Recherchefehlern durchsetzte Texte vorgesetzt hat und wiederholte Ermahnungen nach mehr Sorgfalt und sogar die Drohung, das Abonnement zu kündigen, ohne die erhoffte Wirkung blieben. Platzhirsch ChatGPT nervt außerdem seit geraumer Zeit damit, dass die KI einen Auftrag nicht mehr ausführte, ohne im Vorfeld eine schier endlose Diskussion darüber anzuzetteln, wie sie gedenkt, den Auftrag auszuführen. DeepSeek hingegen erledigte den Auftrag gemäß dem Prompt schnell, unkompliziert und aus meiner Sicht ordentlich.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">DeepSeek, übernehmen Sie</span></p>
<p>Der Auftrag an die KI lautete, die Kommentare aller 4587 Datensätze, die ich ihr in einer Datei übergeben hatte, zu analysieren und streng einzuordnen in die Kategorien:</p>
<p>► Land<br />
► Unklar<br />
<span style="color:#fff;"><br />
► </span><strong>Zugehörigkeit</strong><br />
► Selbstbetroffene (EHS)<br />
► Angehörige<br />
► Freunde/Bekannte<br />
► Unterstützer<br />
► Organisationen<br />
► Unklar </p>
<p>Mit &quot;streng&quot; ist gemeint, die KI durfte bei unklarer Sachlage nicht anfangen zu mutmaßen, sondern sie musste im Zweifelsfall einen Datensatz der Kategorie &quot;Unklar&quot; zuordnen.</p>
<p><strong>Zuordnungsbeispiele</strong><br />
&quot;I am EHS.&quot; → EHS<br />
&quot;My wife is EHS.&quot; → Angehörige<br />
&quot;I support electrohypersensitive people.&quot; → Unterstützer<br />
&quot;We demand recognition...&quot; → Unklar, sofern kein persönlicher Bezug genannt wird.<br />
&quot;Association...&quot; → Organisation</p>
<p>Das liest sich jetzt ziemlich simpel, da der Appell aber weltweit ausgespielt wird, musste sich die KI mit allerlei Sprachen auskennen und z.B. erkennen, dass &quot;Deutschland&quot;, &quot;D&quot;, &quot;DE&quot;, &quot;Allemagne&quot;, &quot;Germany&quot; oder &quot;Tyskland&quot; alles dasselbe ist.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Ergebnisse </span></p>
<p><img src="https://www.izgmf.de/scripts/forum/images/uploaded/202609011616516a96fa73d9f9b.png" loading="lazy" class="left" alt="[image]" width="520" height="371" />Woher kommen die Autoren der 4587 Bekundungen von Unterstützung für die Anliegen der EHS? Hier hat die KI jedes Land gezählt, das entweder im Text explizit genannt wurde (z.B. &quot;Frankreich&quot;, &quot;Belgien&quot;) oder das eindeutig aus der Ortsangabe in Klammern (z.B. (Frankreich), (Belgien)) hervorgeht. Wenn nichts davon zutrifft, wurde es als &quot;Unklar&quot; gewertet. Die Liste wird klar von Frankreich (2517 Einträge, <a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75714">siehe auch diese Langzeitauswertung</a>) und Belgien (548 Einträge) dominiert, gefolgt von Deutschland mit 247 Einträgen.</p>
<p>Länder mit weniger als 11 Nennungen sind in der Liste nicht enthalten. Dies betrifft 24 Länder (2 mit 4 Nennungen, 1 mit 3, 3 mit 2 und 18 mit 1 Nennung). Verblüffend: Die Schweiz (ca. 8,5 Mio. Einwohner) hängt mit 49 Nennungen die USA (350 Mio. Einwohner) mit 39 Nennungen glatt ab. Überraschend: Die Slowakei fehlt mit nur 2 Nennungen in der Liste. Das ist aus meiner Sicht nicht zu erwarten gewesen, denn hätten die Deutschen beim Endspurt der <em>Europäischen Bürgerinitiative</em> &quot;Stop 5G&quot; nicht mutmaßlich geschummelt, wäre die Slowakei das EU-Land, in dem diffuse Furcht vor &quot;Elektrosmog&quot; am stärksten grassiert (<a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=thread&amp;id=71760#p72896">Quelle</a>).</p>
<p><img src="https://www.izgmf.de/scripts/forum/images/uploaded/202609011703116a97054f79c79.png" loading="lazy" class="left" alt="[image]" width="520" height="163" />Was die Beteiligung an dem Appell anbelangt, gibt es eine auffallend große Anzahl von &quot;Unklar&quot;-Einträgen (1495), was vor allem auf die vielen Kurzkommentare wie nur &quot;Ja&quot;, &quot;Unterstützung&quot; oder nur Namen ohne Kontext zurückzuführen ist. In den 1495 &quot;Unklar&quot;-Einträgen stecken auch die 78 Einträge, deren Autoren keinen Kommentar hinterlassen haben. Zieht man die &quot;Unklar&quot;-Einträge von der Summe der 4587 Bekundungen ab, bleiben 3092 zuordbare Einträge übrig. Die überwältigende Mehrheit (2253) dieser eindeutig klassifizierbaren Personen gibt an, selbst betroffen zu sein (73 Prozent). </p>
<p>Dieser Befund darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass von den 4587 Unterstützungsbekundungen zum Abfragezeitpunkt nur ziemlich genau die Hälfte zweifelsfrei auf Personen zurückgeht, die sich selbst als &quot;elektrosensibel&quot; einstufen. Die populistisch vereinfachte Behauptung, 4587 &quot;Elektrosensible&quot; hätten sich bislang an dem Appell beteiligt, wäre demnach irreführend, denn die Datensätze geben diese Interpretation nicht her. Wobei auch dies eine Behauptung ist, allerdings eine begründete, die sich auf die Annahme stützt, DeepSeek habe den übergebenen Datenbestand weitgehend zutreffend ausgewertet.</p>
<p><strong>Hintergrund</strong><br />
<a href="https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=63458">Warum &quot;Schutzzonen&quot; für &quot;Elektrosensible&quot; Unsinn sind</a></p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75890</link>
<guid>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75890</guid>
<pubDate>Tue, 01 Sep 2026 17:48:59 +0000</pubDate>
<category>Elektrosensibilität</category><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>EMP-Victims: 4608 Unterstützer (Stand 01.09.2026) (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Das sind +110 gegenüber Stand 02.04.2026.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75889</link>
<guid>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75889</guid>
<pubDate>Tue, 01 Sep 2026 13:00:55 +0000</pubDate>
<category>Elektrosensibilität</category><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>In eigener Sache: tausende Gäste im Forum</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Seit einigen Monaten bevölkern tausende von Gästen das <em>Forum Faktencheck Elektrosmog</em>. Dieser Andrang führt dazu, dass die zulässige Anzahl gleichzeitig geöffneter Verbindungen zur Datenbank des Forums überschritten wird. Besucher des Forums sehen dann nicht die Startseite, sondern eine mehr oder weniger unverständliche Fehlermeldung. Dann hilft nur eines: Hartnäckig weiter versuchen ins Forum zu kommen.</strong></span></p>
<p>Bei der plötzlichen Beliebtheit des Forums geht es allerdings nicht mit rechten Dingen zu, vieles deutet darauf hin, die überwiegende Mehrzahl der &quot;Gäste&quot; sind keine Menschen, sondern Bots. Das lässt sich relativ einfach daran erkennen, dass massenhaft Verbindungen nach Singapur oder nach China aufgebaut werden, wo die deutsche Sprache mit Sicherheit nicht zu den geläufigsten zählt.</p>
<p>Unklar ist momentan noch, ob es für die vielen Verbindungen eine harmlose Erklärung gibt oder ob es sich um einen gezielten Angriff auf das Forum handelt. Bei einem DoS-Angriff (Denial of Service) versucht ein einzelner Rechner oder eine einzelne Internetverbindung, den Webserver durch eine Flut von Anfragen zu überlasten. Ein DDoS-Angriff (Distributed Denial of Service) erfolgt gleichzeitig von vielen Rechnern aus – häufig organisiert in einem Botnetz aus tausenden oder sogar Millionen infizierten Geräten. Solche Angriffe sind heute die gängige Form.</p>
<p>Eine IP-Sperre gegen Zugriffe aus Singapur hat sich als wenig wirksam erwiesen. Damit sind meine Gegenmaßnahmen mit Bordmitteln praktisch erschöpft. Sollte der Spuk kein Ende nehmen, werde ich beim Hoster der IZgMF-Website um Unterstützung nachfragen.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75888</link>
<guid>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75888</guid>
<pubDate>Mon, 31 Aug 2026 20:22:58 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Der Funkturm von oben ist nicht jedermanns Sache (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>100 Jahre ist der Funkturm alt und Wahrzeichen des alten West-Berlins. Extra zum Geburtstag wurde der „Lange Lulatsch“ generalsaniert, aber ein wirklicher Publikumsmagnet ist er trotzdem nicht. <a href="https://www.magazin-forum.de/de/der-funkturm-von-oben-ist-nicht-jedermanns-sache">weiter ...</a></p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75887</link>
<guid>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75887</guid>
<pubDate>Sun, 30 Aug 2026 21:18:17 +0000</pubDate>
<category>Technik</category><dc:creator>Gast</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Im Auto funkt vor allem das Auto selbst</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="font-size:x-large;">Rund 30&#039;100 Messwerte während knapp 42 Stunden Autofahrt zeigen eine<br />
sehr geringe Funkexposition</span></strong></p>
<p><span style="color:#666;"><strong>Das Forum Mobilkommunikation (FMK) hat die Funkexposition während alltäglicher Autofahrten untersucht. Zwischen dem 23. Oktober und dem 20. November 2025 wurden an 15 Tagen über insgesamt knapp 42 Stunden hinweg gemessen. Alle fünf Sekunden zeichnete ein bandselektives Exposimeter einen Messwert auf. Insgesamt kamen so 30&#039;106 Datensätze zusammen.</strong></span><br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">W-Lan liefert den größten Anteil</span></p>
<p>Das Messgerät erfasste den Hochfrequenzbereich von 50 MHz bis 6 GHz und war auf dem Beifahrersitz eines Elektroautos platziert. Das Smartphone befand sich in der Mittelkonsole und war über Bluetooth beziehungsweise W-Lan mit dem Fahrzeug verbunden. Es wurde außerdem für Telefonate über die integrierte Freisprecheinrichtung verwendet.</p>
<p>Bei der Auswertung entfielen rund 40 Prozent der gemessenen Funkexposition auf W-Lan. Der Mobilfunk-Downlink von den Basisstationen zum Fahrzeug trug rund 24 Prozent bei, der Uplink des Smartphones zu den Mobilfunkstationen rund 21 Prozent. Der bei 5G besonders relevante Bereich um 3,6 GHz machte lediglich rund acht Prozent der gemessenen Gesamtexposition aus. Damit war bei den untersuchten Fahrten nicht der Mobilfunk von außen die größte einzelne Kategorie, sondern W-Lan im Fahrzeug.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Der höchste Einzelwert kam vom Rundfunksender</span></p>
<p>Der höchste während der Messkampagne registrierte Wert lag bei rund 130 mW/m². Er wurde beim Rundfunksender Schöckl in der Steiermark gemessen und stammte von Signalen aus dem Bereich Radio und DAB. Damit war Rundfunk für den höchsten Einzelwert verantwortlich – nicht Mobilfunk. Auch dieser Wert lag nach Angaben des FMK deutlich unter den in Österreich anzuwendenden Personenschutzgrenzwerten der OVE-R 23-1.<br />
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<span style="font-size:x-large;">Median weit unter dem Vergleichswert</span></p>
<p>Über alle Messungen hinweg lag der Median der gemessenen Funkexposition bei 0,000909 W/m² (0,9 mW/m²). Zum Vergleich nennt das FMK für Mobilfunk im 3,6-GHz-Band einen Grenzwert von 10 W/m². Der Median lag damit rechnerisch rund 11&#039;000-fach darunter. Die Messkampagne bestätigt damit vor allem die Größenordnung der Funkexposition, die auch bei vergleichbaren Messungen des Schweizer Bundesamts für Umwelt (Bafu) beobachtet wurde.</p>
<p>Für die untersuchten Autofahrten lässt sich somit nüchtern festhalten: Die gemessene Funkexposition war sehr niedrig, und den größten Anteil lieferte W-Lan im Fahrzeug – während der höchste einzelne Messwert auf Rundfunk zurückging.</p>
<p><strong>Quelle</strong>: <a href="https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260827_OTS0045/fmk-mobilfunk-check-im-auto-30000-messwerte-waehrend-42-stunden-autofahrt">FMK-Mobilfunk-Check im Auto: 30.000 Messwerte während 42 Stunden Autofahrt</a></p>
<p><strong>Hintergrund</strong><br />
<a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=40340">Vorteil des Medians ist seine Resistenz gegen Ausreißer</a></p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75886</link>
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<pubDate>Sat, 29 Aug 2026 19:41:17 +0000</pubDate>
<category>Technik</category><dc:creator>KI</dc:creator>
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