SAR - die große Unbekannte (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 08.05.2008, 12:22 (vor 5882 Tagen) @ KlaKla

Die SAR-Werte bei den Mobiltelefonen dürften für gute Funktionalität auch in schlechtversorgten (Wald-)gebieten nicht viel weniger betragen, auch wenn man das senken wollte. -- Von Nix kommt Nix --


OK, aber die Industrie baut doch kein Handy mit niedrigerem SAR-Wert wenn dann damit die Technik nicht mehr funktioniert. Oder wollen sie mir sagen, dass ein Handy mit niedrigen SAR-Wert bei schlechter Verbindung trotzdem bis zu 2 W/kg aufdreht?

Ich denke du bist da auf dem Holzdampfer in verkehrter Richtung unterwegs. Ein Handy hat keinen SAR-Wert, sondern es verursacht einen. Und zwar an dem Punkt des menschlichen Körpers, der der Handy-Antenne am nächsten ist. Und weil ein Punkt eine reichlich vage Größenangabe ist, hat man sich in Europa auf eine Punktgröße geeinigt, wie sie 10 Gramm Körpergewebe beansprucht. Normalerweise ist dieser Punkt am Ohrwaschl. Dort pumpt das Handy einen unerfreulich großen Teil seiner Sendeleistung rein (bis zu 60 %), mehr als 2 W pro Kilogramm privates Ohrwaschelgewebe dürfen's aber nicht sein. Deshalb messen die Hersteller bei ihren Handy-Modellen, wieviel Leistung die im ungünstigsten Fall ins Gewebe einbringen. Da kommt dann also ein Maximalwert raus, je kleiner der ist, desto besser für die Ohren und desto schlechter für die Verbindung zur Basisstation. Aufdrehen tut ein Handy bei schlechter Verbindung zwar die Sendeleistung, den SAR-Wert juckt dies aber nicht, denn der ist sowieso bei Maximalleistung ermittelt worden.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –


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