Diagnose Ecolog (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 20.04.2011, 15:13 (vor 4813 Tagen) @ Doris

Denn das Verlorengehen der letzten großen Kritiker mit doch noch realistischer Betrachtungsweise an das Heer der Verschwörungstheoretiker und Weltuntergangsprophezeier wäre das endgültige Ende einer durchaus legitimen Bewegung.

Kann denn eine Bewegung ohne ernst zu nehmende Teilnehmer überhaupt legitim sein? Ich meine nein, Spinnkram lockt auf Dauer eben nur ... (ja genau die) und Nutznießer an.

Eine Geschäftbeziehung von Dr. Neitzke zu Diagnose-Funk halte ich für kontaminierend, denn objektive Wissenschaft und ein Diplom-Astrologe, wie er im Vorstand von DF sitzt, passen mMn grundsätzlich nicht zusammen. Solange DF nur das bringt, was aus Hannover kommt, gibt es freilich nur zu kritisieren, dass sich Ecolog überhaupt mit DF einlässt.

und genau damit kann ich mich nicht sonderlich anfreunden. Vielleicht einfach auch aus dem Grund, da wir - eine kleine unbedeutende namenlose BI - uns u.a. deswegen aufgelöst haben, eben weil wir nicht zu DF gehören wollten.

Das identifiziert Sie und Ihre BI als Gegenteil von Mitläufern. Leider ist nicht bekannt, ob auch andere BIs den Mumm aufbrachten, sich nicht assimilieren zu lassen. Ich fürchte eher, dass Sie eine Ausnahme sind, es ist einfach zu verlockend, sich mit "Informationen" beliefern zu lassen, anstatt selber danach zu forschen. Viele Verlage leben ganz gut davon ;-).

Problematisch wird es, wenn der Informationsfluss auch in umgekehrter Richtung einsetzt und der "EMF-Monitor" später einmal Inhalte aus dem Dunstkreis von DF bringt.

In einem der letzten von mir abonnierten Ausgaben des EMF-Monitor (Ausgabe 5/2010) war der hier im Forum schon angesprochene Beitrag von Richter Budzinski der Hauptartikel. Und für mich ist das schon ein Stück Übernahme von Inhalten aus dem Dunstkreis von DF.

Aua, das ist ein böser Kratzer im Lack, zumal die Darlegungen des Ex-Richters ja schon von Laien wie mir als unzutreffend zu identifizieren waren. Da muss den Neitzke der Teufel geritten haben. Für die Szene machen ihn solche Zugeständnisse aber sicherlich wieder interessanter. Nach dem sensationellen Hoch wegen der "Ecolog-Studie" wurde Dr. Neizke zwischenzeitlich ja sogar von Hardcore-Kritikern als eine Art Überläufer angegriffen. Mit Budzinski-Streicheleinheiten macht er da wieder Terrain gut.

Berührungsängste mit nicht unumstrittenen Vereinen oder Stiftungen plagen Dr. Neitzke ohnehin nicht. Beim momentan noch andauernden Projekt "Mastbruch" hat Ecolog im Auftrag von Prof. Franz Adlkofer die Abwicklung der Immissionsmessungen bei den Probanden übernommen.

Da bin ich auch gespannt, wie evtl. Auffälligkeiten in Einklang mit den Messwerten stehen werden. Die Kombination finde ich zwar auch etwas irritierend, aber auch nicht uninteressant. In diesem Projekt wird ja durchaus "Großes" angegangen. Da geht es ja nicht um Allerweltsymptome, sondern um Krebs durch schwache Basisstationsbelastung.

Naja, "Krebs" würde ich ja nun nicht sagen, sondern eher von gentoxischen Wirkungen sprechen. Die machen ja letztlich auch nur Blutproben und Mundabstriche. Als "Marker" für Krebs taugt das mMn nicht, wobei mir allerdings durchaus klar ist, dass DNA-Brüche an Zellkulturen weniger bedeutsam sind als bei frisch gezapftem Menschenblut. Da werden wir sicherlich später noch mehr drüber hören. Nach wie vor problematisch sehe ich bei Mastbruch die Zusammensetzung des Forscherteams und seiner Helfer, das sind alles Gegner, die über ein negatives Ergebnis sehr enttäuscht sein müssen, weil es ihrer Lageeinschätzung zuwider läuft.

Dennoch muss sich Dr. Neitzke mMn davor hüten, zuviel geschäftliche Verbindungen zu überzeugten Mobilfunkgegnern zu pflegen. So ist beispielsweise nicht mehr zu erwarten, im "EMF-Monitor" wirklich Kritisches über Diagnose-Funk zu lesen.

Ob im EMF-Monitor schon jemals was Kritisches über Diagnose Funk bzw. allgemein über die gängigen Mobilfunkkritiker zu lesen war, weiß ich nicht.
Mir fehlt einfach die Distanz und ich wünsche mir auch, dass die öffentlich zum Ausdruck gebracht wird.

Im Zusammenhang mit Elektrosensibilität stört mich auch das Tolerieren und das Schweigen zu krumm gewachsenen Fußnägeln und anderen haarsträubenden Schilderungen in Zusammenhang - lediglich mit dem bloßen Anblick - einer Mobilfunkantenne. Das Verschweigen der Messwerte unter Angabe der haarsträubendsten Argumente ist für mich ein klares Indiz dafür, dass derjenige sich sehr wohl bewusst ist in welchem Zusammenhang Messwerte und Symptome gesehen werden. Kein seriöses Objekt kommt ohne Angabe von Messwerten aus. Von daher ist es mir auch angenehmer Dr. Neitzke misst in Mastbruch als z.B. Frau Dr. Waldmann-Selsam.

Da kann ich nicht mitreden, inhaltlich weiß ich nichts über den EMF-Monitor. Unbestritten ist, dass Ecolog wahrscheinlich bessere Messtechniker hat, als es unsere "Knatterbüchsenlady" Frau Dr. Waldmann-Selsam je sein wird.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –


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