Der Fall Alain Berset: "Lügenpresse" (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 26.08.2022, 10:11 (vor 665 Tagen) @ H. Lamarr

Peinlich wäre gewesen, hätte er Druck auf Swisscom ausgeübt. Hat er aber nicht, sein Brief ging an die Gemeinde.

So steht es in dem "Blick"-Artikel vom 24. August 2022:

[...] Im Gegensatz zu den meisten anderen, die den Bau verhindern wollten, trug sich Berset aber nicht einfach auf der Unterschriftenliste besorgter Einwohner ein, sondern richtete sich mit einem eigenen Schreiben an die Gemeinde. [...]

Für etliche andere Medien ist der "Blick"-Artikel die Primärquelle für sekundäre Me-too-Artikel, um die eigene Leserschaft an dem "Skandal" teilhaben zu lassen. Auf den Zug aufgesprungen ist am 25. August auch frapp.ch und prompt werden dort die von "Blick" genannten Tatsachen verdreht. Denn die Freiburger News-Plattform lässt ihre Leser wissen:

[...] Während Bersets Nachbarn lediglich eine Petition unterzeichneten, wandte sich der Bundesrat direkt an die Swisscom. [...]

Offensichtlich eine Freudsche Fehlleistung, getrieben von der Erwartungshaltung der Verfasserin :no:.

Wenn Journalisten nicht mehr selbst recherchieren, sondern voneinander abschreiben, weil dies billiger und bequemer ist, steigt mMn das Risiko exponentiell an, dass aus Medienvielfalt Medieneinfalt wird und Alternativen zur "Lügenpresse" (unverdient) Zulauf bekommen.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –


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