Bleibe beim Widerspruch und gebe auf (Allgemein)

krause99, Mittwoch, 13.08.2008, 02:02 (vor 5763 Tagen) @ H. Lamarr

2. Aber Ihre Messwerte darf man nicht verallgemeinern.

Am Wochenende werde ich noch einmal messen und dann darauf achten, dass der Router viel zu tun hat. Die Messwerte werde ich dann hier einstellen, gut möglich, dass diese - wie Kuddel schon geschrieben hat - höher ausfallen. Wir werden sehen.

Ach, Wenn die Welt doch so einfach wäre! Solange Sie messtechnisch bei Ihrem Router bleiben und dort höhere Werte suchen, haben Sie meine Überlegung / Behauptung mit den Glockenkurven nicht begriffen. Ich bin sicher, dass wir in der von Ihnen und Doris zitierten Studie der Bergischen Uni, Wuppertal besser gesicherte Messwerte, größere Abweichungen und weitere Einflußgrößen finden.

Aber das ist nicht mein Punkt. Ich wende mich dagegen, dass auch hier wieder alles auf technische Werte reduziert wird. Meine schriftstellerischen Fähigkeiten reichen auch nicht aus zu erklären, was es bedeutet, wenn drei - im Sinne des maximalen Wirkung von Elektrosmog - 3 Glockenkurvenausläufer (gleich drei geringe Wahrscheinlichkeiten) günstig zusammentreffen. Davon ist nur einer! ein physikalischer. Die anderen sind die körperliche Konstitution und z.B. das Alter. Aber vielleicht ist das verständlich:
1. Spürbare Wirkungen der EMF kommen ganz selten vor, weil sich - wenn W1, W2; W3 (alle < 1) miteinander multipliziert werden - eben eine noch kleinere Wahrscheinlichkeit (W <<< 1) ergibt.

2. Damit wollte ich eben genau nicht verallgemeinern, dass alle Schüler ganz schlimm an EMF leiden (siehe unten), sondern nur die paar, bei denen die Wahrscheinlichkeiten alle gleichzeitig zugeschlagen haben. Wenn ich aber diese unbekannten Schüler schützen will, muss ich pauschal für alle die selben Schutzmaßnahmen einführen.

Wie kommen Sie darauf, dass Kinder in Schulen unter W-LAN-Befeldung "leiden"? Ja, einige ES leiden eigenen Aussagen zufolge bei schwacher Befeldung, aber jetzt sind Sie es, der Schulkinder zu ES verallgemeinert. Dies aber ist unzutreffend, elektrosensible Kinder sind noch viel seltener als elektrosensible Erwachsene. Mir ist kein einziger Fall eines ES-Kindes bekannt, es sei denn, auch die Eltern sind ES. Also: Ich behaupte, kein Kind leidet in Schulen oder zuhause unter W-LAN. Da gehen die Kritikerpferde mit Ihnen durch. Vielmehr besteht bei den Kritikern die Befürchtung, dass die Kinder unter der EMF-Einwirkung krank werden könnten und deshalb gibt es die Vorsorgeforderungen. Und wenn meine zweite Messreihe nun drastisch höhere Werte ergibt, dann bin ich auch bei der Vorsorgeforderung wieder mit dabei.

Ich sprach von:

...so haben wir die Betroffenen vor uns, die unter - subjektiv zu starken - EMF leiden....

Ich habe die ganze Diskussion der letzten Zeit um ES nicht vollständig verfolgt, aber ich dachte, es wäre inzwischen Konsens (ausgenommen AnKa), das nicht nur ES unter EMF leiden können. (Bitte jetzt keine Diskussion darüber, ob es diese überhaupt :confused: gibt)

Im Mittel kamen 4 mW/qm bei mir an.

Aha, wieder ein Peaker! ;-)

Nein kein Peaker, Kann mein Schätzeisen gar nicht, sondern je nach dem wie ich mich an den LapTop setze, messe ich mal mehr oder weniger. Ich denke aber, das ist nebensächlich. Aber in Ihrem nächsten Satz steckt schon wieder eine Wahrscheinlichkeit

Bei moderneren Notebooks lässt sich W-LAN mMn immer abschalten.

Nein, nicht immer, unter XP konnte ich die Karte abschalten, aber unter KUBUNTU nicht :-( Ich mußte sie ausbauen.

Und auch das BfS zählt anders, denn auf der selben BfS-Seite, auf der ich das Zitat von Dr. Daiber gefunden habe, schreibt das BfS locker flockig: Werden die Grenzwerte eingehalten, gibt es nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft keine Nachweise, dass hochfrequente elektromagnetische Felder gesundheitliche Risiken verursachen.

Der Halb-Fisch-halb-Fleisch-Kurs des BfS ist ja nun nicht gerade neu und vielfach kritisiert worden. Einigen wir uns vielleicht darauf, dass das BfS nicht zum Kronzeugen taugt, weder im Sinne der Warner, noch im Sinne der Entwarner.


Ich dachte bisher, dass wir (Sie und ich und viele andere Kritiker) das Gesundheitsrisiko minimieren wollen, was durch EMF in diesem Frequenzbereich besteht. In diesem Sinn möchte ich auf das BfS eben nicht verzichten. Dass die "Halb-Fisch-halb-Fleisch" sind - wie Sie das ausdrücken - zeigt deren Unwissen bzw. ihr Unsicherheit über die Risikohöhe und vor allem, wie es sich über der Zeit verändert. Ich möchte Klarheit über Größe und Zeitverlauf dieses Risikos. Womit ich bei Ihrem letzten Punkt wäre:

Oooch, ich dachte überhaupt nicht an Langzeitstudien, auch konsistente Ergebnisse von Kurzzeitstudien würden mich schon interessieren. Übrigens gibt es durchaus Langzeitstudien, durchgeführt an Ratten und z.B. über mehrere Generationen hinweg, die allerdings auch keine alarmierenden Resultate zeigten. Die Quelle dafür habe ich jetzt leider nicht zur Hand, beim DMF oder im EMF-Portal werden Sie aber mit Sicherheit fündig.

Vielleicht schaffe ich es noch bevor der Zahn der Zeit das Sommerloch zugeweht hat, morgen einen neuen Thread einzustellen. aber soviel heute:
Ich meine: je kürzer die Befeldungszeiten in einem Versuch, desto mehr muss man die Leistungsflußdichte raufsetzen um reproduzierbare Ergebnisse zu erhalten. Je geringer die Leistungsflußdichte aber gesetzt wird, desto längere die Befeldungszeiten braucht es für Ergebnisse, die vermutlich ganz andere sein werden. Diese zwei völlig unterschiedlichen Untersuchungen/ Methoden/ Suchrichtungen gegenüber zu stellen, hieße "Äpfel mit Birnen" zu vergleichen.
Ich möchte bei vorliegenden Problemkreis nur von Langzeitstudien sprechen.

Tags:
Amateur, Sommerloch, Deutungshoheit, Debatte


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