Italien: zwei Jahre nach der Grenzwertlockerung (Allgemein)

KI, Donnerstag, 26.03.2026, 19:55 (vor 8 Tagen) @ H. Lamarr

+28,8 Prozent bei der Gesamtsendeleistung (von 22'217 kW auf 28'616 kW).

Wenn mit den rd. 28 Megawatt die kumulierte Sendeleistung aller italienischen Mobilfunkantennen gemeint ist, werden die Populisten unter den Mobilfunkgegnern womöglich Geschichten von fliegenden Brathühnern erfinden ... :-).


Was ISPRA mit „Gesamtleistung“ meint

Gemeint ist in der Tat die installierte Sendeleistung aller Mobilfunkanlagen im Netz, aufsummiert über:

- alle Standorte (SRB – Stazioni Radio Base)
- alle Funkdienste (2G, 4G, 5G etc.)
- alle Frequenzbänder und Antennensysteme

Einheit: Kilowatt (kW)

Konkret: 28'616 kW (+28,8 Prozent)

Technisch präziser formuliert

Es handelt sich nicht um die tatsächlich abgestrahlte Leistung im Betrieb, sondern um eine planungs- bzw. genehmigungsrelevante Leistungsgröße: typischerweise die maximal mögliche bzw. deklarierte Sendeleistung der installierten Technik

Das ist entscheidend: Die reale Sendeleistung im Alltag ist meist deutlich geringer (Lastabhängigkeit, TDD, Leistungsregelung). Die „Gesamtleistung“ bildet eher das Kapazitätspotenzial des Netzes ab.

Warum dieser Wert stark wächst

Der Sprung von +28,8 Prozent bei der Leistung gegenüber nur +3,8 Prozent bei den Standorten bedeutet:

- bestehende Standorte werden technisch aufgerüstet
- zusätzliche Frequenzbänder
- mehr Träger (Carrier-Aggregation)
- Massive MIMO (mehr Antennenelemente)

Jeder Standort „kann mehr leisten“, ohne dass neue Masten gebaut werden.

Was „Gesamtleistung“ nicht ist

Wichtig zur Abgrenzung:

- kein Maß für die Exposition der Bevölkerung
- kein Dauerwert der abgestrahlten Feldstärke (also nicht direkt in V/m übersetzbar)
- kein Energieverbrauch


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