Advocatus Diaboli: Verteidigung für L. Hardell (Forschung)

Kuddel, Dienstag, 23.10.2012, 23:32 (vor 4229 Tagen) @ H. Lamarr

Mitnichten, Erklärung nötig, Sie sind hier schließlich nicht unter Ihresgleichen :-). Ich spiel' mal Gegenseite ...

a) Wenn Hardell mit dem Versprechen eines Buchgeschenks (aber kein Sparbuch!) die Rücklaufquote bei den Patienten erhöht hat, dann ist das wegen der größeren Stichprobe doch für die statistische Belastbarkeit seiner Resultate nur von Vorteil. Und was macht es schon aus, wenn die Kontrollen nichts geschenkt bekommen haben? Nix, ist doch nur 'n Buch gewesen und die zu den 237 Fällen passenden 237 Kontrollen sind auch so zustande gekommen!

Naja, ich könnte mir vorstellen, daß

- die Kontrollen (d.h. die nicht Betroffenen und nicht-Beschenkten) den Fragbogen etwas lustlos = "mal eben auf die Schnelle" ausfüllen und sich dadurch weniger gut an "Expositionsszenarien" aus der fernen Vergangenheit erinnern.

- Für die Betroffenen hingegen ist nicht nur das Thema der Studie selbst (könnten Chemikalien meinen Krebs ausgelöst haben) eine starke Motivation, sondern zusätzlich das Buchgeschenk, welches eine innere "Verpflichtung" auslösen könnte, im Sinne von Leistung und Gegenleistung, besonders "sorgfältig" zu antworten und mehr Mühe auf die Erinnerung an vergangene Expositionen zu verwenden.

Die beiden Gruppen wenden also unterschiedlich viel Zeit und Mühe für die Beantwortung der Fragen auf.

K


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