Eklatante Verstöße gegen gute wissenschaftliche Praxis (Forschung)

Alexander Lerchl @, Dienstag, 23.10.2012, 15:01 (vor 4229 Tagen) @ H. Lamarr

Triumphierend und zugleich etwas krampfhaft um die Ecke gebogen meint er auf seiner Website, Ihnen sei ein peinlicher Fehler unterlaufen, weil Prof. Hardell zur Tatzeit doch in den USA gewesen sei. Sie erwähnen diese Umstand zwar selbst in Ihren Ausführungen (oben), gehen aber nicht näher darauf ein, ob Hardell wegen seines Auslandsaufenthalts aus der Schusslinie ist - oder eben nicht.

Natürlich nicht. Er hat den Forschungsantrag dort unterzeichnet, weil er gerade da war. Damit wurde er jedoch nicht Amerikaner :-).

Um die unverschämten Lügen, die Herr Jakob sonst noch auf der verlinkten Seite auftischt, müssen Sie sich nicht weiter kümmern, das gönne ich mir selbst.

Danke.

Oder nehmen wir, weil ein etwas einfacheres Beispiel, den Verstoß, demzufolge Hardells Ehefrau ein Begleitschreiben verfasst, und dieses anstelle des ursprünglichen mit den Fragebögen verschickt hat. Da fragt sich nicht nur der scheidende Gigaherz-Präsident, sondern auch ich: Was ist denn daran so schlimm?

Alles. Damit wurde gegen das vereinbarte Prozedere verstoßen, und zwar in einem zentral wichtigen Punkt. Es wurde nämlich nicht nur das Anschreiben verändert, sondern den Patienten wurden Buchgeschenke versprochen, die sie dann auch bekamen (nicht aber die Kontrollpersonen). Das dürfte die hohen Antwortraten erklären. Vor allem aber war Hardell bekannt, wer die Fälle und wer die Kontrollen waren. Das ist so, als wüsste ich, welche Ratten zu Mobilfunk exponiert und welche nicht exponiert sind. Erklärung wohl unnötig.

Dass Hardell darüber hinaus dafür sorgte, dass die Patienten die Antwortbögen an ihn schickten (was gerade *nicht* geschehen sollte!), und dies versuchte zu verheimlichen, kann nur den Grund haben, dass hier geschummelt wurde.

Da die "lästigen" Laien nun einmal knietief mit im Brackwasser der Mobilfunkdebatte herumwaten und, wie bei Herrn Jakob häufig zu beobachten, leicht die Orientierung verlieren, fände ich es sehr hilfreich, wenn Sie uns aus Sicht des Wissenschaftlers die eine oder andere Interpretationshilfe geben, mit der sich die Eklatanz der Verstöße Hardells gegen gute Wissenschaftspraxis besser erkennen lässt.

Ich hoffe, ich konnte den Nebel etwas lichten.

Mit ist klar, was ich Ihnen da zumute. Den geleisteten Aufwand könnten Sie aber vielleicht teilweise in einer Vorlesung über Aspekte von "Junk-Science" bei Ihren Studenten wieder wett machen ;-).

:-)

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"Ein Esoteriker kann in fünf Minuten mehr Unsinn behaupten, als ein Wissenschaftler in seinem ganzen Leben widerlegen kann." Vince Ebert

Tags:
Sorgfaltspflicht, Junk-Science, Heimlich


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