Vernehmlassung zur FMG-Teilrevision: Copy-Paste in Reitnau (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 30.04.2026, 20:57 (vor 3 Tagen) @ H. Lamarr

Von den 221 Stellungnahmen sind mindestens 41 alles andere als individuell, sondern Copy-Paste-Konfektionsware. Aufgefallen ist mir das erst beim Sichten der ersten Stellungnahmen im Abschnitt 12 "Weitere Vernehmlassungsteilnehmende Privatpersonen". Charles A. aus Teufenthal empört sich dort begründet auf drei Seiten über den Entwurf der FMG-Teilrevision. Gleich anschließend bringt Cornelia B. aus Rodersdorf den gleichen Text, den ich zuvor bei A. gelesen habe, doch B. nennt als Quelle nicht Charles A., sondern Philipp M. aus Dornach!

Mein Text oben ist nur fast richtig. Denn nicht alle Copy-Paste-Fans sind Privatpersonen. Auch die Gemeinde Reitnau bedient sich in Gestalt des Gemeindeschreibers und der Gemeindepräsidentin der vorgefertigten Argumentation aus unbekannter Quelle. Das ist zwar befremdlich, wäre aber noch zu tolerieren, würden beide in ihrer Stellungnahme deutlich machen, dass sie die Argumentation eines Dritten vortragen. Das aber tun sie nicht. So wie die meisten der 41 Privatpersonen geben auch sie die fremde Musterargumentation als ihre eigene schöpferische Leistung aus.

An der Vernehmlassung beteiligten sich nur 13 der 2136 Gemeinden in der Schweiz. Warum sich Reitnau beteiligte, ohne auch nur eine einzige Zeile an eigener Argumentation vorzubringen, ist mir unverständlich. Denn wenn ich nichts zu sagen habe, halte ich den Mund. Nur ein Sachverhalt könnte die Gemeindepräsidentin entlasten: Nämlich, wenn sie die Urheberin der Musterargumentation wäre. Doch dafür gibt es kein Indiz.

Reitnau ist allem Anschein nach die einzige der 13 Gemeinden, die eine fremde Musterargumentation bemüht hat.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –


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