Bluttränen vs. Einspracherecht gegen Mobilfunkstandorte (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 08.04.2026, 14:06 (vor 10 Tagen) @ H. Lamarr

Gigaherz-Vorständin Elisabeth Buchs weiß mehr, denn sie war dabei, als heute in Biel die Unterschriften, am Ende sollen es gar 15'000 gewesen sein, einem Mitarbeiter des Bakom übergeben wurden.

Ach Gott, was sind schon 15'000 Unterschriften bei mehr als 9 Mio. Eidgenossen. Die Anhänger der Resl von Konnersreuth waren weitaus erfolgreicher, sie mobilisierten 40'000 Unterschriften, obwohl Konnersreuth, im bayerischen Landkreis von Tirschenreuth gelegen (Stichwort Bürgerwelle), gerade einmal rd. 1740 Einwohner hat. Beider Sammlungen Anliegen beruhen auf umstrittenen Glaubensfragen. Die schweizerischen Mobilfunkgegner pochen auf ihr Recht, meist sinnlose Einsprachen gegen Mobilfunkstandorte vorbringen zu dürfen, die Anhänger von Resl (Therese) Neumann fordern vom Vatikan die Seligsprechung der 1962 verstorbenen Mystikerin.

Resl Neumann war eine am Karfreitag 1898 geborene Bauernmagd, die als katholische Mystikerin durch ihre angeblichen Stigmata (blutende Wundmale wie bei Jesus Christus) und die ihr nachgesagte jahrelange Nahrungslosigkeit weit über Bayern hinaus bekannt wurde und regelrechte Wallfahrten auslöste. Die Stigmata sowie Blutungen aus den Augen (Bluttränen) zeigten sich ab Februar 1926, was zu einem starken Besucherandrang führte. Teilweise wurden an Karfreitagen, an welchen die Stigmatisierungen besonders deutlich in Erscheinung traten, bis zu 5000 Besucher gezählt. Sie soll auch seit 1926 außer der Kommunion weder gegessen noch getrunken haben. Die Wundmale trug Therese Neumann bis zu ihrem Lebensende. Unter dem anhaltenden Druck der organisierten Anhängerschaft stimmte der Vatikan nach langem Zögern der Eröffnung eines Seligsprechungsverfahrens im Jahr 2005 schließlich zu. Wie in der Mobilfunkdebatte gibt es auch in der Glaubensfrage um die Resl von Konnersreuth leidenschaftliche Fürsprecher und Kritiker. mehr ...

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –


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