Unterschriftenaktion Antennenflut: nur 12'000 nahmen teil (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 29.03.2026, 16:46 (vor 13 Tagen) @ H. Lamarr

Am 10. Januar 2026 zündete der Verein "Schutz vor Strahlung" die zweite Stufe und startete eine Unterschriftenaktion unter dem Schlachtruf "Das Antennenflut-Gesetz muss sofort gestoppt werden!".

Am 31. März sollen nun die gesammelten Unterschriften im Rahmen einer Protestkundgebung in Biel an das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) übergeben werden. Weiter heißt es bei Gigaherz irreführend:

Über 12’000 Unterschriften sind geschafft.
Der Verein Schutz-vor-Strahlung hat es organisiert und innert kürzester Zeit, zusammen mit andern Schutzorganisationen geschafft, diese bemerkenswerte Zahl an Protest-Unterschriften zusammenzubringen.

Im Kontext könnte man meinen, Ex-Gigaherz-Präsident Jakob hielte die Anzahl von gut 12'000 Unterschriften für bemerkenswert hoch. Tatsächlich ist sie dafür, dass rd. 75 Tage lang gesammelt wurde, bemerkenswert niedrig. Denn 2009 ließ Jakob die Basler Zeitung noch wissen, (allein) sein Verein sei schweizweit mit 600 Ortsgruppen vernetzt, die gegen 60'000 Aktivisten und Sympathisanten vertreten. Wenn Jakob seinerzeit nicht maßlos übertrieben hat, sind von seiner einstigen Streitmacht heute nur noch 20 Prozent übrig geblieben. Und diese 12'000 füllen, mit Verlaub, noch nicht einmal das Fußballstadion des Drittligisten TSV 1860 München, das gegenwärtig nämlich 15'000 Zuschauer fasst. Oder anders eingeordnet: von 9,05 Mio. Schweizerinnen und Schweizern sind 12'000 Personen bescheidene 0,13 Prozent. Ob das reichen wird, um das "Antennenflutgesetz" zu pulverisieren, wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Mutmaßlich hat die ganze Aktion ohnehin nur den Sinn und Zweck, die Bevölkerung der Schweiz daran zu erinnern, dass organisierte Mobilfunkgegner noch nicht ausgestorben sind.

Da Mobilfunkgegner sich seit eh und je äußerst schwer damit tun, Menschenmassen vom Sofa loszueisen, ist die wohl zutreffendste Bewertung des eidgenössischen "Antennenflutprotests", dass dieser relativ zahlreich war.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –


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