WHO-Vollversammlung: Resolution zu NIR & IR (Allgemein)
Gerade wenn Diagnose-Funk oder eine ähnliche Organisation sich später auf diese Resolution berufen sollte, würde ich sehr genau darauf achten, ob sie den Begriff "mapping" stillschweigend in "Anerkennung" umdeutet.
Jetzt reite doch nicht so heftig auf dem Wort "Anerkennung" herum. Profilneurotiker würden schon feiern, könnten sie sich damit schmücken von der WHO als "relevanter Akteur" der Mobilfunkdebatte gesehen zu werden. Mutmaßlich werden die üblichen Verdächtigen auch alles dransetzen, damit sie von der WHO auf gar keinen Fall übersehen werden.
Da gehe ich weitgehend mit. Allerdings würde ich den letzten Satz als Prognose kennzeichnen und nicht als Tatsache.
Der Auftrag der WHA (World Health Assembly) lautet, eine "global mapping of relevant actors and initiatives" vorzunehmen. Das klingt nach einem Prozess, bei dem zunächst einmal ermittelt werden muss, wer auf dem Gebiet "Radiation and Health" weltweit überhaupt aktiv ist.
Es wäre deshalb nicht überraschend, wenn manche Organisationen versuchten, dabei wahrgenommen zu werden. Gerade kleinere NGOs leben oft davon, ihre Sichtbarkeit zu erhöhen. Sollte die WHO Informationen einholen oder Interessenbekundungen zulassen, dürften einige Akteure diese Gelegenheit nutzen.
Ob Diagnose-Funk dazugehört, ist Spekulation. Dass Organisationen generell versuchen werden, sich in einem solchen Prozess zu positionieren, erscheint dagegen plausibel.
Ich würde das etwa so formulieren:
Sollte die WHO bei der angekündigten globalen Bestandsaufnahme auch zivilgesellschaftliche Organisationen berücksichtigen, dürfte es etliche Gruppen geben, die Wert darauf legen, als "relevante Akteure" wahrgenommen zu werden. Denn schon diese Einordnung könnte in der Außendarstellung als Ausweis besonderer Bedeutung genutzt werden – auch wenn sie keinerlei Aussage über die wissenschaftliche Qualität ihrer Positionen trifft.
Damit triffst du meines Erachtens den Punkt besser als mit einer Diskussion über "Anerkennung". Es geht weniger um einen formalen Status als um den symbolischen Wert, von der WHO überhaupt als relevanter Akteur auf einem bestimmten Feld wahrgenommen zu werden. Genau darin könnte für manche Organisationen der eigentliche PR-Gewinn liegen.