40 Ohren: Hanna Schnyder bestätigt Dunning-Kruger-Effekt (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 13.06.2026, 20:10 (vor 8 Tagen) @ H. Lamarr

Trotzdem hat es Frau Schnyder jetzt in das Magazin "Blick" geschafft ... :no:

Bei Licht besehen sind es die beiden Ärzte, die in Leuk die Leute gegen das Projekt aufhetzen. Und es gibt reichlich Trittbrettfahrer, wie hier, die ihren Profit aus dem Protest der beiden ziehen und Beifall klatschen. Mittlerweile hat sich das Theater um Musks 40 Ohren in Leuk ziemlich herumgesprochen, hier ein kleiner Auszug:

Arte - Starlink: Schweizer Bergdorf gegen Musk
Website der Antennengegner von Leuk
SRF – Wie Elon Musks Starlink ein Dorf im Wallis spaltet
SRF – Musk kommt ins Wallis
Infosperber – Zwei Schweizer Dorfärzte gegen Elon Musk

[image]◄ Bild: Microsoft Copilot

Das Erste, was bei solchen Protesten bei den Betroffenen den Bach runtergeht, ist die nüchterne Betrachtung des Sachstands. Das lässt sich sehr schön an der Website der Antennengegner erkennen. Denn dort werden ausschließlich Fotos gewaltiger Satellitenantennen gezeigt mit Spiegeldurchmesser um 15 Meter. Das aber ist eine grobe Irreführung der Websitebesucher, denn die Bodenantennen für das Starlinknetz haben lediglich 1,85 Meter Durchmesser, mit dem Radom (kugelförmige Schutzhülle) sind es dann etwa 2 Meter pro Antenne. Diese Antennen sehen eher putzig aus als angsteinflößend.

Könnte man diese Antennen vom Dorf aus sehen, würden sie aus der Ferne wie 40 Tischtennisbälle am Berg wirken. Da die Erdfunkstelle aber auf einem Plateau liegt, sind sie vom Dorf aus mutmaßlich nicht oder nur zum Teil zu sehen. Die Hauptkeulen solcher Antennen sind nicht auf den Boden gerichtet, sondern auf die jeweils angepeilten Satelliten am Himmel. Damit unterscheidet sich eine Erdfunkstelle grundlegend von einem Mobilfunkstandort, dessen Antennen gezielt Versorgungsgebiete am Boden bestrahlen.

Erschreckend weit neben der Spur ist die Ärztin Hanna Schnyder-Etienne mit ihrer Einschätzung: "Wir sind Ärzte. Das Strahlenrisiko dieser 40 Antennen ist zu gross und gefährdet die Gesundheit" (Quelle). Ganz schön überheblich, die selbstgewisse Dame! Dabei haben Studien gezeigt, dass ausgerechnet Ärzte im Hinblick auf elektromagnetische Felder eine völlig überzogene Risikoeinschätzung haben, weitab von dem, was wissenschaftlich haltbar ist. Das wurde 2005 beobachtet und 20 Jahre später hatte sich daran nichts geändert. Mit ihrer Äußerung gibt Schnyder-Etienne zu erkennen, dass sie von Satellitenfunktechnik nicht die geringste Ahnung hat aber trotzdem laut protestiert. Sie ist damit ein überzeugender Beweis für den Dunning-Kruger-Effekt.

Es ist völlig absurd, dieser Technik ein Gesundheitsrisiko für die Dorfbewohner anzudichten. Aus meiner Sicht ist Schnyder-Etienne selbst das wahre Gesundheitsrisiko, weil sie mit ihrer voreiligen unqualifizierten Einschätzung den Dorfbewohnern unbegründet irrationale Ängste vor den harmlosen Antennen einjagt. Es wäre verantwortungsbewusst von ihr gewesen, sich zuerst angemessen bei seriösen Quellen zu informieren, bevor sie die Pferde scheu macht. Wie es aussieht, hat sie dies jedoch nicht getan oder sie ist nicht imstande, seriöse Quellen von unseriösen zu unterscheiden.

Warum so viele Antennen?

Weil eine Starlink-Bodenstation nicht mit einem einzelnen Satelliten kommuniziert, sondern gleichzeitig mit sehr vielen Satelliten.

Die 40 Antennen in Leuk sind sogenannte Gateway-Antennen. Sie bilden die Schnittstelle zwischen dem Starlink-Satellitennetz und dem terrestrischen Internet.

Anders als die früheren großen Satellitenschüsseln in Leuk, die meist einen einzelnen geostationären Satelliten anpeilten, ziehen Starlink-Satelliten der Reihe nach in nur etwa 550 km Höhe in wenigen Minuten den Himmel über Leuk entlang. Die Antennen verfolgen daher ständig einen oder mehrere vorbeifliegende Satelliten und übergeben die Verbindung fortlaufend an den nächsten. Das heißt: Die kleinen Antennen sind von außen nicht sichtbar ständig mechanisch in Bewegung, um den Kontakt zu den Satelliten bis zu deren Abtauchen am Horizont nicht zu verlieren. ChatGPT zufolge werden 40 Antennen benötigt für ...

► gleichzeitige Verbindungen zu mehreren Satelliten,
► hohe Gesamtkapazität (viele Gbit/s bis Tbit/s),
► Redundanz bei Ausfällen,
► unterschiedliche Frequenzbänder und Polarisationen,
► Reserven für zukünftiges Verkehrswachstum.

Interessant ist noch etwas anderes: Die Zahl 40 klingt riesig, die effektive Antennenfläche ist aber deutlich kleiner als die einer einzigen klassischen Satellitenschüssel.

Eine alte Leuk-Schüssel mit 18 m Durchmesser hat eine geometrische Fläche von etwa 254 Quadratmeter. Eine 2-Meter-Starlink-Antenne kommt auf ungefähr 3 Quadratmeter. Selbst 40 solcher Antennen ergeben zusammen nur etwa 120 Quadratmeter Antennenfläche. Die Anlage gewinnt ihre Leistungsfähigkeit also nicht aus der Größe der Antennen, sondern durch Parallelisierung.

Mit Umweltschutz & politischen Einwänden erfolgreicher

Mit ihren Gesundheitsbedenken haben sich die Leuker Antennengegner selbst einen Bärendienst erwiesen, der ihre Glaubwürdigkeit pulverisiert. Geschickter wäre es gewesen, den Protest gegen die möglicherweise am Berg sichtbaren Tischtennisbälle zu richten (Umweltschutz) und gegen das möglicherweise militärische Ziel. Der Bundesrat hat den militärischen Bedenken zwar schon eine Absage erteilt, ganz ausschließen kann man den Fall indes nicht, dass die Erdfunkstelle im Fall einer militärischen Auseinandersetzung zerstört und das Dorf dabei in Mitleidenschaft gezogen wird. Im Konfliktfall ließe sich die Anlage jedoch auch vorsorglich zerstören, um einen Angriff erst gar nicht zu provozieren. Für diese möglicherweise lebensrettende Aufgabe ließen sich wahrscheinlich mühelos einige überzeugte Mobilfunkgegner anwerben, die den Job mit Begeisterung honorarfrei erledigen würden :-).

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Glaubwürdigkeit, Mediziner, Dunning-Kruger-Effekt, Stopfgänse, Trittbrettfahren, Schnyder, SpaceX


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