Umfrage von "Gesund vernetzt": Provokationstests (Elektrosensibilität)

H. Lamarr @, München, Montag, 09.02.2026, 16:07 (vor 3 Tagen) @ Gustav

Habe ich auch gemacht, ich habe mir jedoch den Spass erlaubt und wenig sinnvolle Antworten gegeben, z.B.:

Wie lange dauert es gewöhnlich, bis Symptome nach Beginn der Exposition auftreten?
-> frühestens nach: Tagen
-> sehr sicher nach: Sekunden

Bewusst widersprüchliche Angaben habe ich nicht gemacht. Nur weitgehend zufällig rumgeklickt, weshalb auch meine Antworten wertlos sind.

Vielleicht veröffentlicht der Verein ja ein Ergebnis und verkündet stolz: "Sogar ein EHS-Betroffener aus Nauru hat mitgemacht." - das wäre dann ich gewesen.

Nauru ist ein 21 km² grosser Inselstaat im Pazifischen Ozean mit 11'680 Einwohnern. :-P

Dort würde es mir gefallen, die Temperaturen sind angenehm und auch gemütlich ist es: Eine Umrundung der Insel mit dem Auto dauert nur 20 Minuten.

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Auf Seite 9 der Umfrage geht es um Provokationstests (nachfolgend haben Texte aus der Umfrage das Zitatformat des Forums):

Frage 14 klopft die Bereitschaft zur Teilnahme an einem Provokationstest ab.

Frage 15 lautet: Ich kann leider nicht mehr zu einem Provokationstest anreisen, wenn die Anfahrt länger ist als ... [Zeitangabe 1 bis 6 Stunden oder "kann nicht mehr anreisen"].

Hier wird implizit vorausgesetzt, JEDER EHS hätte ein mehr oder weniger großes Problem mit der Anfahrt. Es fehlen die Auswahlmöglichkeiten: "Ich habe kein Problem mit der Anreise", "weiß nicht" und "keine Angabe". Wer diese Möglichkeiten nutzen wollte, muss gezwungenermaßen eine falsche Antwort geben, denn sonst kommt man in der Umfrage nicht weiter.

Frage 22 lautet: Ich wäre bereit, im Rahmen eines Provokationstests in ein MRT (Kernspintomographie) zu gehen.

Da würde sogar die schwer "elektrosensible" Frau Buchs von Gigaherz mitmachen, da sie eigenen Angaben zufolge im MRT keinerlei Beschwerden hatte.

Frage 23 lautet: Ich wäre bereit, an Provokationstests in einer Langzeitstudie teilzunehmen.

Das sind alles Fragen, die für Experimentalwissenschaftler von Interesse sind. Anscheinend will sich der Verein als Probanden-Vermittler zwischen Wissenschaft und EHS einklinken.

Erstaunlicherweise wird jedoch an keiner Stelle der Umfrage abgefragt, ob sich der Teilnehmer schon einmal an einem EHS-Provokationstest beteiligt hat. Das wäre aus meiner Sicht eine äußerst interessante Frage gewesen, denn offensichtlich scheuen EHS aus nachvollziehbaren Gründen sogar Provokations-Selbsttests wie der Teufel das Weihwasser, zumindest in der Schweiz.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –


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