Spannungs- und Frequenzhaltung im Netz (Allgemein)

Raylauncher @, Montag, 11.07.2011, 18:26 (vor 5351 Tagen) @ ama

"Auch bei lokalen Netzen mit nur einem Erzeuger muss die Frequenz- und Spannungslage mit geringer Toleranz eingehalten werden."

Nein. Heutige Elektrogeräte haben meist eine Elektronik zur Steuerung. Diese Elektronik ist (nachsehen!) sehr oft durchaus in der Lage 110 Volt oder 230 zu verdauen. Besser noch: von vielleicht 60 Volt bis 260 Volt. Das geschieht durch Phasenanschnittsteuerung. Auch bei der Frequenz kann man flexibel sein.

Dass es Geräte gibt, die Spannungen und Frequenzen innerhalb eines bestimmten Fensters vertragen (z.B. Schaltnetzteile) ist das eine. Deren Wirkungsgrad nimmt dabei aber zu niedrigen Eingangsspannungen meist deutlich ab. Andere Geräte (Elektromotore größerer Leistung, Transformatoren, etc. etc.) sind je nach Bauart und Verwendungszweck auf feste Frequenzen und Spannungen ausgelegt. Für einen größeren Bereich konstruiert, sind sie unwirtschaftlich.

Bei Generatoren ist dieses Verhalten besonders ausgeprägt. Deren Wirkungsgrad bricht bereits bei geringen Unterschreitungen der Sollfrequenz massiv ein und sie müssen dann wegen Zerstörungsgefahr vom Netz genommen werden. Warum das so ist, hat u.a. mit der Sättigungsinduktion des Eisens im magnetischen Kreis zu tun. Das gleiche gilt für Transformatoren, die für niedrige Frequenzen ausgelegt, deutlich mehr Eisen und Kupfer benötigten ohne dass dies Vorteile für den Wirkungsgrad hätte. Bei Kleintrafos in Radios etc. machte man das früher mitunder.

Fazit: Elektrische Versorgungsnetze lassen sich nicht ohne ausreichende Spannungs- und Frequenzhaltung betreiben.

Wenn Sie das als Bastler für sich zuhaue machen möchten, bitteschön. Nur, was für Vorteile ergeben sich dadurch? Und nicht klagen, wenn das eine oder andere Gerät nur unzureichend funktioniert oder bald seinen Geist aufgibt.

Raylauncher


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