Strukturänderungen im Hoch- und Höchstspannungsnetz (Allgemein)

ama, Donnerstag, 30.06.2011, 21:02 (vor 5362 Tagen) @ Raylauncher

"Letztlich wird sich die Struktur des Netzes ändern. Waren bisher die Erzeugungsschwerpunkte (Kraftwerke) günstig in Hinblick auf die Versorgung der Ballungszentren platziert (dorthin führen auch die großen Hochspannungsleitungen), werden sie in Zukunft dort sein, wo die regenerativen Energien möglichst zuverlässig und wirtschaftlich erzeugt werden können (Windkraftanlagen z.B. offshore). Verstreut einspeisende Solaranlagen und einzelne Windkraftanlagen mögen in lokalen Netzen auf der Niederspannungs- bzw. Mittelspannungsebene Probleme verursachen; im landesweiten Maßstab spielen sie jedoch nur eine untergeordnete Rolle."

Man hatte bisher DEZENTRAL Kraftwerke in nicht allzugroßer Entfernung von den Verbrauchern, und zwar GROSSE Kraftwerke. Das führt zu mittelstarken Leitungen. In Zukunft wird es GROSSE Kraftwerke in GROSSER Entfernung geben (zum Beispiel am Mittelmeer), von denen man ganze andere Kaliber von Leitungen legen muß zu unseren Landflächen.

"In Zukunft muss m.M. die Energie im Durchschnitt über weitere Strecken zu den Verbrauchern transportiert werden."

Jein. Die Zukunft sind kleine Kraftwerke, die dezentral ihre nähere Umgebung versorgen und dabei NICHT MEHR netzsynchron sind. Wir vergeuden zu viel Energie durch eine völlig unsinnige Synchronisation auf einen völlig überholten 50-Hertz-Netztakt.

Genauso wie Nutzwasser in verschiedenen Güteklassen in verschiedenen Leitungssystemen zu den Verbrauchern kommt, wird es auch beim Strom sein MÜSSEN. Wir haben nicht genug, also müssen wir haushalten.

Welche Kochplatte braucht 50 Hetz? Keine! Das sind ohmsche Lasten, die auch mit 10 Hertz und mit 400 Hertz arbeiten. Wenn sie elektronisch geregelt werden, ist die Elektronik sowieso vorhanden. Also braucht man die bloß anders zu bauen.

Die Windkraftwerke haben zur Zeit bei Schwachwind keine Chance und bei starkem Wind auch nicht, weil man sie da abschaltet. Aber bei starkem Wind würde man riesige Energiemengen ernten können. Es ist sehr dumm, darauf zu verzichten. Man tut es aber, weil man a) ein Brechen der Rotoren befürchtet und b) die Elektronik die Synchronisierung bei so hohen Lasten nicht schafft. Also weg mit der Elektronik, Rotoren anders konstruieren - und ran an den harten Wind!

Wenn wir eigenständige Stromnetze für die Versorgung von jeweils EINEM Windgenerator haben (macht Sinn natürlich nur in der nahen Umgebung), können wir alles antreiben, was keine Synchronisierung erfordert. Der einfachste Fall ist doch jetzt schon ein winziger Generator für mehrere zig Watt, den sich die Leut in ihre Datsche stellen. Man muß bloß ein kleines bißchen größer denken. Flexibler sein!

Viele kleine Generatoren, DAS ist die Lösung für viele Aufgaben. Daran führt kein Weg vorbei.


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