Das Ende einer Physiker-Karriere (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 26.04.2008, 16:00 (vor 6636 Tagen)

Wer in Bayern aufs Gymnasium geht, muss im Leistungskurs der 12. Klasse eine Facharbeit schreiben. Zum Beispiel in Physik. Das Thema dürfen sich die Schüler in aller Regel selber heraussuchen. Und so begab es sich denn, dass an einem Bayerischen Gymnasium im LK Physik folgendes Facharbeitsthema vorgeschlagen wurde.

Untersuchung der Funkfeldausbreitung im Mobilfunk unter realen Bedingungen

In meiner Facharbeit möchte ich mit dem Handy Siemens-S4, das sich in einer speziellen Betriebsart (Monitormodus) als Messgerät betreiben lässt, die Ausbreitung und Stärke von Mobilfunkfeldern unter unterschiedlichen Ausbreitungsbedingungen messen und interpretieren. Unter anderem möchte ich elementare Gesetze der Funkfeldausbreitung experimentell bestätigen, z.B. wie die Entfernung zwischen Handy und Sendemast mit der emittierten Sendeleistung zusammenhängt oder welche Auswirkungen der Faraday‘sche Käfig in Form einer Kfz-Fahrgastzelle auf die Funkverbindung zwischen Handy und Basisstation hat. Mit einem weiteren Experiment möchte ich zeigen, inwieweit es sich quantitativ vorteilhaft auf die Strahlungsreduzierung des Handys auswirkt, wenn unter günstigen Ausbreitungsbedingungen (z.B. Telefonieren am Fenster statt in Raummitte) telefoniert wird.

Gegenwärtig habe ich noch nicht das "Know-how", um detailliert jeden einzelnen Versuch beschreiben zu können, zumal manche Experimente erst aus vorangegangen Versuchen überlegt werden können. Deshalb habe ich zum jetzigen Zeitpunkt nur die oben angeführte Auswahl an Versuchen aufgelistet, die sich im Laufe der Facharbeitsbearbeitung mit Sicherheit noch erweitern wird. Ziel der Arbeit ist es, die bislang vorwiegend emotional geführte Debatte um die Gefährlichkeit der Mobilfunkstrahlung mit physikalisch korrekten Aussagen zur Funkfeldausbreitung ein Stück zu versachlichen.

Das Thema wurde vom Physiklehrer - abgelehnt.

Begründung 1: Zu simpel, vergleichbar dem Ausmessen eines Tischs.
Begründung 2: Dem Thema fehle der physikalische Charakter.
Begründung 3: Der Physiklehrer sagte, er fühle sich dem Thema nicht gewachsen.

Schade. Ersatzweise wird jetzt eine Facharbeit im LK Mathematik gewählt. Die mögliche Physiker-Karriere ist damit zu ende, noch bevor sie angefangen hat.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Monitormodus


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