Postkartenaktion für Denkfaule: nur Mittel zum Zweck (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 09.04.2026, 12:45 (vor 18 Tagen) @ H. Lamarr

Am 27. Dezember 2025 startete der Verein "Schutz vor Strahlung" eine Postkartenaktion, mit der auch denkfaule oder einfach nur bequeme Eidgenossen gegen die geplante Novelle des schweizerischen Fernmeldegesetzes protestieren können. Die Aktion dauert bis 31. März 2026, dann endet die Vernehmlassung zu dem Gesetzentwurf. Mit seiner Aktion ergaunert sich der Verein nebenbei von jedem, der protestiert, ungefragt die E-Mail-Adresse.

Mit der Postkartenaktion erntete der Verein E-Mail-Adressen von Eidgenossen, die gegen die Änderung des Fernmeldegesetzes (FMG) protestieren wollten. Doch das war nur der erste Schritt eines ziemlich unverschämten Plans. Zwei Wochen später begann mit der Unterschriftensammlung der zweite und entscheidende Schritt der Protestaktionen.

Die mit dem ersten Schritt ergaunerten E-Mail-Adressen konnten jetzt treffsicher dazu verwendet werden, um die Absender per Mail zum Sammeln von Unterschriften aufzufordern. Wahrscheinlich war dies der verdeckte eigentliche Zweck der Postkartenaktion. Für diesen Verdacht spricht, dass der Verein über den Erfolg der Unterschriftensammlung bereitwillig Auskunft gab, über den Ausgang der Postkartenaktion hingegen bis heute kein einziges Wort verloren hat. Dabei weiß der Verein sehr genau, wie viele E-Mail-Adressen er sich mit der Postkartenaktion auf raffiniert einfache Weise erschlich, um seine Zielgruppe für die Unterschriftensammlung ausfindig zu machen.

Anscheinend hat der Plan funktioniert. Voraussetzung dafür war jedoch die mMn nach am Rande der Legalität angesiedelte Beschaffung der E-Mail-Adressen von Personen der Zielgruppe.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –


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