Dänische Kohortenstudie - Kommentar von Diagnose-Funk (Forschung)

H. Lamarr, München, (vor 5369 Tagen) @ H. Lamarr

Power Watch bemängelt an der Studie neun Punkte und zitiert Denis Henshaw, einen emeritierten Professor in Strahlenbiologie der Universität Bristol, der der Studie schwere Mängel unterstellt und in ihr eine Irreführung von Öffentlichkeit und Politik sieht.

Jetzt ist auch der Verein Diagnose-Funk auf den Zug aufgesprungen und kritisiert das jüngste Update der dänischen Kohortenstudie.

Es ist jedoch nur eine Fleißarbeit, die Diagnose-Funk auf die Beine gestellt hat. Dem Verein fehlt es an eigener Kompetenz. Er agiert als "Jäger und Sammler" und sucht im Internet nach Verwertbarem, aus dem er einen linkreichen Medley für die eigene Website komponiert, angereichert um irgendwelche eigenen Interpretationen. Diesmal stellen die Diagnose-Funker sich auf die fachlichen Schultern von "Power Watch" und "Die Zeit". Die Eigenleistung von Diagnose-Funk beschränkt sich auf die Verschwörungstheorie, die Studie wäre gezielt so lanciert worden, dass sie dem Weihnachtsgeschäft der Handyproduzenten dienlich ist. Diese verwegene Interpretation beherrscht auch die sogenannte Pressemitteilung, zusammengezimmert am heiligen Sonntag in Stuttgart, mit der Diagnose-Funk die Medien für sich interessieren will. Erfahrungsgemäß ist die Resonanz auf das Werben des Vereins freilich Null oder nahe Null.

Aus meiner Sicht ist die "Weihnachtstheorie" aus zwei Gründen eine höchst alberne:

  • Die fixe Idee, Otto Normalverbraucher würde - ohne dänische Kohortenstudie - beim weihnachtlichen Handykauf in irgendeiner Weise mit dem Gedankengut überzeugter Mobilfunkgegner im Hinterkopf unterwegs sein, halte ich für eine grandiose Selbstüberschätzung. Wenn überhaupt, dann spielt vielleicht der SAR-Wert eine kleine Rolle.
  • Das Leben und das Internet ist Zeuge: Die Lautsprecher der Mobilfunkgegner wandten sich lange Zeit allein gegen böse Sendemasten, nicht gegen liebe Handys. Auch Mobilfunkgegner haben Handys damit salonfähig gemacht. Als Mobilfunkgegner nun turnusmäßig vor Weihnachten darüber zu jammern, dass das Geschäft mit Handys (trotz Marktsättigung) noch immer floriert, halte ich für verlogen.

--
Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
, Diagnose-Funk, Hensinger

Eintrag gesperrt
27011 Views

gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion