5. Initiative kolportiert doofes Argument von Mobilfunkgegnern (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 06.12.2025, 19:06 (vor 97 Tagen) @ Gustav

Auf der offiziellen Homepage steht noch "die Initiative startet bald" obwohl sie offiziell bereits eingereicht ist.

Und weiter steht dort eine Medienmitteilung der Initiative, die wie folgt beginnt:

Während jedes Medikament umfassend getestet und die Nebenwirkungen vor der Zulassung erforscht werden müssen, dürfen neue strahlende Technologien wie die Millimeterwellen ohne jede Prüfung eingeführt und in Umlauf gebracht werden. [...]

Seit Jahren erzählen uns organisierte Mobilfunkgegner diese immerzu gleiche Geschichte von der umfassenden Sorgfalt, mit der die Pharmaindustrie ihre Produkte testet, bevor diese auf den Markt kommen dürfen. Und wie schrecklich im Vergleich dazu die Zustände aufseiten der Mobilfunkindustrie seien.

Aus meiner Sicht ist der Vergleich ziemlich doof, weil er kontraproduktiv ist. Denn man muss sich nur fragen, warum die einen so überaus gründlich testen müssen und die anderen nicht. Dann wird man schnell feststellen: Die Pharmaindustrie hatte in der Vergangenheit weltweit große und für die Betroffenen äußerst leidvolle Skandale zu verkraften (Stichworte: Contergan, Vioxx, Fen-Phen, Rezulin ...), die zu den strengen staatlichen Prüfauflagen für die Pharmaindustrien geführt haben. Die Mobilfunkindustrie hatte hingegen keinen einzigen vergleichbaren Skandal, niemand kam in mehr als 30 Jahren Digitalfunk durch Mobilfunkwellen zu Schaden und deshalb gibt es in dieser Branche auch keine so strengen Prüfpflichten wie bei der Pharmaindustrie. Es gibt dafür bislang einfach keine Notwendigkeit. Und das aufgeregte Gerede organisierter Mobilfunkgegner ist zu substanzarm, um einen begründeten Anfangsverdacht darzustellen. Die Gerichte belegen das eindrucksvoll in zahllosen Urteilsbegründungen, in denen die Argumente von Mobilfunk-Paranoikern systematisch zerpflückt werden.

Das ist aber noch nicht alles. Denn es gibt den begründeten Anfangsverdacht, dass die Pharmaindustrie möglicherweise frische Flecken auf der weißen Weste hat und nicht der brave Musterknabe ist, den uns Mobilfunkgegner andienen wollen. Es geht um folgenden Sachverhalt:

Medikamentenversuche in der DDR sind Thema einer Kleinen Anfrage (21/2686) der AfD-Fraktion. Im August 2025 habe die Initiative für Gerechtigkeit der Opfer der kommunistischen Diktatur die Bundesregierung, den Bundestag sowie internationale Institutionen über mutmaßliche schwere Menschenrechtsverletzungen im Gesundheitswesen der ehemaligen DDR informiert.

Demnach hat es in den 1970er und 1980er Jahren geheime und teils illegale Medikamentenversuche an ahnungslosen Patienten gegeben, darunter schwangere Frauen, Minderjährige und politische Häftlinge. Diese Versuche sollen insbesondere in der Berliner Charité sowie weiteren Kliniken der DDR im Auftrag oder mit Wissen westlicher Pharmaunternehmen unternommen worden sein, heißt es in der Anfrage.

Die Abgeordneten fragen, was die Bundesregierung über den Umfang und die Art von Medikamentenversuchen in der DDR weiß, insbesondere betreffend den Zeitraum zwischen 1970 und 1989.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –


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