Gigaherz-Jakob: Stopp! Es reicht! (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 27.01.2026, 21:33 (vor 1 Tag, 19 Stunden, 9 Min.)

Auf der einen Seite ist es bewundernswert, dass Gigaherz-Jakob mit fast 90 Jahren noch immer seinen Senf zur Mobilfunkdebatte beisteuert. Auf der anderen Seite produziert der Alp-Öhi so derart viel Schweizer Käse, dass, ließe sich der Käse nur verkaufen, er das Bruttoinlandsprodukt des Alpenstaats beachtlich heben könnte. Doch Jakobs Blödsinn ist unverkäuflich. Das BIP geht deshalb glücklicherweise leer aus. Das IZgMF hingegen konnte es sich nicht verkneifen, Jakobs jüngsten Blödsinn zu sichten. Was für ein Fehler!

[image]Bild: Bundesamt für Statistik (BFS)

Eine Spezialität Jakobs ist das belegfreie Erfinden angeblicher Tatsachen, die der Ex-Elektriker mit einer solchen Selbstverständlichkeit in die Mobilfunkdebatte einstreut, dass er damit Mobilfunkgegner überrumpelt, die noch grün hinter den Ohren sind. In dieser Disziplin ist Jakob wirklich gut. So gut, dass er den Blödsinn, den er verbreitet als erster Diener seines Vereins auch selbst glaubt. Rückblickend finden sich hier im Forum viele Posts, welche die Spezialität Jakobs würdigen. Doch mit seinem ersten Beitrag im noch jungen Jahr 2026 zeigt uns Jakob, dass er es noch immer drauf hat: Eine neue Flut von Mobilfunk-Sendeantennen droht, lässt er seine Anhänger wissen, wohingegen ich mich frage, ob die Schweiz zuvor schon einmal mit Mobilfunkantennen geflutet wurde und ob damals Empfangsantennen ebenfalls ausgeschlossen waren.

Guckt man sich die Balkengrafik des eidgenössischen Bundesamtes für Statistik an, ist dort eine regelrechte Flut nicht erkennbar, wenn überhaupt, dann vielleicht im Jahr 2000, als sich die Anzahl der Mobilfunkstandorte auf niedrigem Niveau verdoppelt hatte. Statt von einer Flut würde ich eher von beständigem Wachstum sprechen, das Ende 2024 zu einem (provisorischen) Bestand von rd. 22'390 Standorten geführt hat. Die Grafik zeigt die Anzahl der Standorte, nicht die Anzahl von Funkmasten (an einem Standort kann es einen oder mehrere Funkmasten geben)! Jakob hat lange gebraucht, das zu kapieren. Die Grafik datiert übrigens von September 2025. Warum zu diesem Zeitpunkt dem BFS noch immer keine verlässlichen Zahlen für 2024 vorgelegen haben, der Himmel weiß es, ich nicht.

Genug geplaudert, schauen wir jetzt ohne viel BlaBla nach, welche alternativen Fakten uns Hans-U. Jakob belegfrei als harte Tatsachen unterschieben möchte.

► Jakob verspricht: "Der Bundesrat möchte per Gesetzesänderungen das Land mit einer neuen, noch nie gesehenen Flut von neuen Mobilfunk-Sendeantennen überziehen." Für diese Behauptung bringt er keinen Beleg bei und mir ist auch kein entsprechender Beleg bekannt. Jakob saugt sich seine Flut-Behauptung aus den Fingern.

► Jakob behauptet: "Um diesen Plan [...] umzusetzen, soll in einem ersten Schritt der Bevölkerung das Recht auf Bau-Einsprachen entzogen werden." Diese Behauptung ist überzeichnet bis irreführend. Die Revision des Fernmeldegesetzes entzieht der Bevölkerung keine Rechte, sondern verschiebt den Rechtsschutz im Bereich HF-EMF vom Baubewilligungsverfahren in ein spezialgesetzliches, transparentes Beschwerdeverfahren, nachzulesen hier.

► Jakob behauptet: "Wir haben den üblen Trick durchschaut." Nein, es gibt keinen Trick. Und gäbe es einen, euch fehlten die kognitiven Fähigkeiten, diesen zu erkennen.

► Jakob fordert: "Dieses Antennenflut-Gesetz muss im Keim erstickt werden." Moment mal, die "Antennenflut" ist doch nur eine Erfindung von dir und keine Realität! Und selbst wenn ein "Flütchen" käme, freu dich! Jedes Kind weiß doch, je dichter die Mobilfunknetze sind, desto weniger müssen Basisstationen und Mobiltelefone strahlen.

► Jakob behauptet: "6G ist im anrollen. Die Schweizer Mobilfunkbetreiber benötigen zu dessen Ausstrahlung landesweit neben den bestehenden 20’000 mindestens weitere 40’000 (vierzigtausend) zusätzliche Antennenstandorte." Der Mann ist Ex-Elektriker, er saugt sich auch diese Zahlen aus seinen Gichtgriffeln. Mehr steckt nicht dahinter, kein Beleg, keine Fachkenntnis, nur blanke Selbstüberschätzung.

► Jakob behauptet: "Das geplante superschnelle 6G-Netz [...] funktioniert ausschliesslich nur mit Millimeterwellen." Nein, das ist wieder frei erfunden! Ähnlichen Quatsch hatte Jakob schon vor der Einführung von 5G verbreitet. 6G ist wie 5G ein Übertragungsprotokoll, das auch für die Frequenzbänder zur Flächenversorgung zur Anwendung kommen wird. Sonst würden 6G-Smartphones nur in Städten funktionieren, nicht aber auf dem flachen Land.

► Jakob behauptet: "Der vorgesehene Frequenzbereich liegt zwischen 24 und 71 Gigahertz. Das sind Wellenlängen zwischen 12.5 und 4.2 mm". Nein, ich muss nicht jede Sumpfblase kommentieren, die aus Jakobs Hirn entweicht.

► Jakob behauptet: "Damit lassen sich laut ersten Versuchen lediglich Reichweiten zwischen 100 und 300 Metern erreichen." Mensch, du hast tatsächlich den Schuss nicht gehört. Das hatten wir doch alles schon vor 5G gehabt. Vielleicht solltest du mal in Erwägung ziehen, dass das, was vielleicht irgendwann einmal zwischen 24 und 71 Gigahertz stattfinden wird, deinen (und meinen) Horizont übersteigt und ganz bestimmt nichts mehr mit öffentlichem Mobilfunk zu tun hat, wie wir ihn kennen. Stell dir doch einfach mal einen hochauflösenden TV-Bildschirm vor, der eine komplette Zimmerwand einnimmt und auch aus 1 Meter Abstand noch scharfe Bilder zeigt. Die Verbindung vom Glasfaser-Hausanschluss zum Bildschirm könnte dann gut und gerne über 71-GHz-Kurzstreckenfunk laufen. Nein, mit den Kupferadern deines Telefonkabels kriegst du die erforderliche Bandbreite nicht hin.

Das muss jetzt reichen. Ich habe wirklich keine Lust und keinen Nerv mehr, den bodenlosen Bullshit von Jakob noch weiter zu analysieren. Selbst ChatGPT ist mir dafür zu schade. Nur in einem Punkt stimme ich Jakob zu: Stopp! Es reicht! Damit meine ich den unsäglichen Stuss, den der Ex-Elektriker gnadenlos auftischt und den ich inzwischen als grobe Umweltverschmutzung wahrnehme. Dafür hat Jakob die Höchststrafe verdient, die über einen Troll verhängt werden kann.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Die drei von der Fachstelle

Schutti2, Mittwoch, 28.01.2026, 14:55 (vor 1 Tag, 1 Stunden, 47 Min.) @ H. Lamarr

Auf der einen Seite ist es bewundernswert, dass Gigaherz-Jakob mit fast 90 Jahren noch immer ...

"Einsam, zweisam, dreisam... und am Ende ganz allein", sang einstmals Herman van Veen.

Ich wünsch Herrn Jakob, dass er bald einen wackeren Nachfolger für die Leitung seiner (ach was: unserer. Er macht´s ja nicht für sich) Fachstelle findet. Am besten aus den Reihen seiner Fachstellenmitarbeiter, die er bestimmt schon eingearbeitet hat.

Vor 56 Jahren, am 1. Januar 1970 nachts um eins, war das noch anders. Da leitete er die Fachstelle persönlich im 150-%-Job.
Also vermutlich noch ohne Mitstreiter.

Auch zehn Jahre nach Gründung, im Herbst 2012, war der Fachstellenleiter noch ohne Mitarbeiter. Oder die hatten alle Urlaub. Mails und Briefpost konnten ohne den Leiter nicht beantwortet werden.

Innert 12 Jahren war die Fachstelle dann noch einmal, im Herbst 2024 -wegen Umzugs- kurz offline. Aber spätestens seitdem hat es schon Mitarbeiter. "...sind wir ab 16.September wieder für Sie da."

Einer der jüngeren Fachstellen-Mitarbeiter, Herr Masson, entlastet seinen Leiter bisweilen schon beim Verfassen der News-Artikel. Läuft...

Gigaherz-Jakob: eidgenössisches EMF-Paradoxon

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 28.01.2026, 16:44 (vor 23 Stunden, 58 Minuten) @ H. Lamarr

Jakob saugt sich seine Flut-Behauptung aus den Fingern.

Nein, schlimmer, er hat sich die Behauptung bei dem Zürcher Verein Schutz vor Strahlung abgeschaut. Dort strampelt sich schon seit 27. Dezember 2025 eine Uhrmacherin gegen das "Antennenflut-Gesetz" ab. Exklusiv hinzugefügt hat Jakob nur die famose Antennenstandortzahl (mindestens weitere 40’000), die ganz allein er ausgeschwitzt hat.

Niemand kann es schweizerischen Mobilfunkgegnern recht machen. Die boykottieren jeden Lösungsvorschlag und erkennen anscheinend nicht, wie paradox sie argumentieren.

Schon seit der Steinzeit der Mobilfunkgegnerei lehnen die Anti-Mobilfunk-Vereine der Schweiz jegliche Lockerung der Schweizer Anlagegrenzwerte ab. Mobilfunknetzbetreiber in der Schweiz dürfen deshalb ihre Sendeanlagen nicht voll aufdrehen, weil überall dort, wo Menschen sich länger aufhalten können (typ. Schlafraum) nicht mehr als 5 V/m erlaubt sind. Politischen Vorstöße, die Anlagegrenzwerte moderat zu lockern (z.B. 15 V/m), sind samt und sonders gescheitert. Infolgedessen sind Funkzellen in der Schweiz systemisch kleiner als in den Nachbarländern ohne Anlagegrenzwerte. Für eine flächendeckende Versorgung müssen die Netzbetreiber in der Schweiz deshalb gezwungenermaßen mehr Funkmasten aufstellen als anderswo. Doch wie wir es momentan erleben dürfen, jaulen Helvetias Mobilfunkgegner schon wieder auf, diesmal gegen die "Antennenflut", wie sie die Netzverdichtung polemisch zugespitzt nennen. Offenbar kapieren die tatsächlich nicht, dass sie einen Tod sterben müssen: Entweder Lockerung der Anlagegrenzwerte, oder aber Netzverdichtung. Beides abzulehnen ist keine Risikovorsorge, sondern die konsequente Verweigerung jeder technisch realisierbaren Lösung. Wer den Bogen derart überspannt, verdient es nicht mehr, ernst genommen zu werden.

Aus meiner Sicht ist jetzt der Staat gefragt. Er könnte lösungsorientiert den Eidgenossen die beiden Alternativen zur Auswahl anbieten, auf keinen Fall dürfte er mit den notorischen Bremsern deren Ablehnung der Lösungsvorschläge diskutieren, sonst nimmt das Affentheater kein Ende.

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– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

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