Widerstand gegen Handymast - Teil 1 (Allgemein)

kureck, (vor 5237 Tagen) @ kureck
bearbeitet von kureck,

Unser Dorf kommt wieder mal in die Zeitung: Widerstand gegen Handymast

"48 Prozent der wahlberechtigten Wolfauer (580 Personen) hatten sich mit ihrer Unterschrift gegen den neuen und strahlenreicheren UMTS-Handymast gewandt."

Strahlenreicher als was? Falls hier GSM gemeint ist: warum sollte UMTS strahlenreicher sein? Und was soll strahlenreicher eigentlich heißen? Schädlicher? Sind wir dann wieder beim UMTS ist 10 Mal giftiger als GSM-Märchen?

"Der neue Mast würde eine 57-fache Überschreitung des vom Land Salzburg festgesetzten Strahlenhöchstwertes bedeuten."

Als "Strahlenhöchstwert" (aha?) müssten hier die 10 µW/m^2 im Freien gemeint sein (57-fache Überschreitung: 570 µW/m^2, mehr oder weniger die Hälfte des "alten" Vorsorgewertes, übrigens der berechnete Maximalwert).

Man lese die Geschichte zum Salzburger Vorsorgewert:
Der sogenannte neue Salzburger Vorsorgewert
Einer für alle

Eingehalten wird in Salzburg nicht mal der "alte" Vorsorgewert 1 mW/m^2, spätestens seit 2005. Den "neuen" hat Herr Oberfeld "empirisch" ermittelt. Quelle: er selbst. Ist hier zu finden: http://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=26363

"Er stützt sich dabei (Anm.: obiges Zitat Strahlenhöchstwert Salzburg) auf Studien der WHO und des Europarates - beides Organisationen, die sich für eine Reduktion der Strahlenemissionen einsetzen."

Der Europarat macht Studien? Aha. Auf den Beitrag zur Resolution 1815 von spatenpauli bin ich gespannt. Man möge sich bis dahin im Forum folgendes zum Thema durchlesen:

522 Abgeordnete dafür - 16 dagegen
Baubiologe Kugler: 100 Mikrowatt aus den Fingern gesaugt

Und die IARC hat sich bei der 2B-Entscheidung auch ganz sicher auf Handymasten bezogen, die tausend- bis millionenfach geringer strahlen als Handys. Oder doch nicht? Siehe:

WHO klammert Sendemasten von 2B-Wertung explizit aus

Achtung, ganzen Thread lesen (also auch "Sendemasten doch in 2B-Wertung der IARC enthalten?"). Der springende Punkt von Baan ist:

"An important point is the radiation level. The exposure from cellular phones (personal exposure) is substantially higher and much more focused (usually on the brain) than exposures from radio/tv towers, antennas, or Wi- Fi."

"Eine von der Bürgerinitiative organisierte Informationsveranstaltung am 7.März widmete sich deshalb auch den negativen Auswirkungen auf die Gesundheit, die vom vortragenden Allgemeinmediziner Reinhold Jandrisovits aus Müllendorf eindringlich dokumentiert wurden. Jandrisovits referierte dabei über die Erfahrungen der Gemeinde Müllendorf (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) mit UMTS Handymasten und warnte vor den Gefahren der erhöhten Strahlenemissionen. Durch diese sei die Bevölkerung einem höheren Krebsrisiko ausgesetzt und die Menschen leiden verstärkt an Schlafstörungen."

  • Die Informationsveranstaltung widmete sich nur vermeintlich negativen Auswirkungen auf die Gesundheit, die jedoch nach dem momentan Stand der Wissenschaft nicht vorhanden sind. Entwarnende Studien werden vollkommen ignoriert (die es zu Hauf gibt...). Ein Gesamtbild der Dinge ist offenbar nicht erwünscht, die Veranstaltung hat Angst schürenden Charakter.

  • Der Allgemeinmediziner berichtete über Krankheiten und behauptete einen kausalen Zusammenhang mit den Handymasten, der jedoch aus solch einer Dokumentation keinesfalls nachgewiesen werden kann.

  • Grundsätzlich hatte Dr. Jandrisovits im Rahmen eines Gerichtsverfahrens die Möglichkeit seine Belege für einen Zusammenhang darzulegen. Das Ergebnis ist bekannt: www.fmk.at/Forschung/News/2008/Mullendorf--Kein-Zusammenhang-zwischen-Mobilfunk-u

  • Wenn Dr. Jandrisovits so deutliche Belege für einen Zusammenhang hätte, dann stellt sich die Frage, wo seine diesbezügliche Publikation bleibt?

  • Der Arzt ist selbst betroffen, hat seine Meinung, sieht daher Dinge die ihn bestätigen, aber nicht solche die ihn widerlegen. Er ist halt auch nur ein Mensch. Siehe: Selektive Warnehmung

  • Die sonstigen Informationen zum Vortrag etc. stammen ausschließlich von mobilfunkkritischen Seiten wie diagnose-funk. Schaut zwar professionell aus, hat aber ihre Haken. Mehr dazu hier im Forum. Sachen dir mir unter anderem aufgefallen sind: Die Salford-Studie zur Blut-Hirn Schranke ist noch immer weit oben gelistet obwohl keine andere Forschergruppe zu den selben Ergebnissen gelangt. Ansonsten wird gerne mal falsch interpretiert (der selbst geschätzte Abstand zum nächsten Handymasten wird zum tatsächlichen Abstand usw. usf.). Jeder kann sich selbst ein Bild davon machen, das ist aber sehr zeitintensiv.

  • Mittlerweile finde ich Aussagen zur Finanzierung der Industrie einfach nur mehr lächerlich. Prof. A. bei einem Vortrag in Harvard: "Professor Lerchl from Jacobs University in Bremen, which is heavily supported by Vodafone". "Heavily supported" heißt hier dass 2 Studenten ein Stipendium bekommen. Von 250. Dass die Finanzierung unter Umständen eine Rolle spielt will ich hier nicht verneinen. Aber Anti-Mobilfunk-Vereine suchen sich die Ergebnisse die sie wollen, Finanzierung egal. Hauptsache eine weitere Alarmstudie. Und dass die Vorstände dieser Vereine ihrerseits auch einen finanziellen Vorteil aus der ganzen Sache ziehen ist eine Tatsache. Mehr dazu hier im Forum.

  • Beim Vortrag wurden außerdem Falschinformationen vermittelt: EMF seien in der selben Kategorie was Karzinogenität betrifft wie Asbest. Das stimmt natürlich nicht: Classifications

  • Es wurde die Ansicht vertreten, eine Studie des ECOLOG-Institutes zu den Risiken des Mobilfunks im Auftrag der Firma T-Mobile würde von T-Mobile an der Veröffentlichung behindert werden. Näheres dazu hier: Statement des ECOLOG-Institutes

  • Aussagen wie "In Dänemark hat sich die Hirntumorrate seit Einführung des Mobilfunks um 40% erhöht" sind bestenfalls als Angst schürendes Mittel für die Bevölkerung geeignet. Joachim Schüz vom Institut für Krebsepidemiologie in Kopenhagen schreibt am 19.12.2011: (Quelle: Dänemark: Anzahl Hirntumoren seit 2001 um 40 % gestiegen)
    "... schon damals wurde darauf hingewiesen, dass die Inzidenzraten nur dann informativ sind, wenn man sich die geschlechts-, alters- und tumorspezifischen Raten anschaut. Dies wurde z.B. von Deltour et al für die nordischen Länder, Inskip et al für die USA and de Vocht et al für Groß-Britannien gemacht, alle mit dem Ergebnis, dass sich kein Anstieg abzeichnet, der mit der Verbreitung von Handys in Zusammenhang zu bringen wäre. Ein Update der detaillierten Betrachtung der Raten für die nordischen Länder erscheint noch diesen oder nächsten Monat in der Zeitschrift Epidemiology."
    (Anm.: Hervorhebung von mir.)

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Müllendorf

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