Magda Havas repliziert eigene DECT-Studie erfolgreich (Forschung)
Die umstrittene kanadische Wissenschaftlerin Magda Havas hat jetzt ihre DECT-Studie (Wirkung auf Herzratenvariabilität) eigenhändig repliziert: Replication of heart rate variability provocation study with 2.4-GHz cordless phone confirms original findings.
[Nachtrag vom 29.05.2017: Die Trent-Universität hat Havas' Replikationsstudie wegen Verstoßes gegen die ethischen Grundsätze der Universität 2014 zurückgezogen (retrahiert)]
Da Havas selbst replizierte ist dies keine unabhängige Replikation, sondern eine Replikation 2. Klasse.
In Mitleidenschaft gezogen wird Havas' Replikation durch eine neue Studie mit GSM-Signalen, die keinen statistisch signifikanten Einfluss der Funkfelder auf die Herzratenvariabilität feststellte.
Leider ist ein direkter Vergleich der beiden Studien nicht möglich, denn während die einen "Elektrosensible" unter DECT-Einwirkung testeten, untesuchten die anderen Gesunde unter GSM-Einwirkung. Sicher ist nur: Die GSM-Befeldung mit 2 W Sendeleistung ist erheblich stärker als die DECT-Befeldung mit 0,25 W Sendeleistung (beides Peak-Werte, bei den Effektivwerten ist der Unterschied zu Lasten GSM noch viel größer).
Havas ist umstritten, weil ihr kommerzielles Interesse an der Elektrosmog-Debatte nachgesagt wird und sie sich häufig in die Dienste von Mobilfunkgegnern stellt.
Hintergrund
Diskussionen zum Original von Havas' DECT-Studie (2009)
Kritiken an Havas' DECT-Studie (2011)
Magda Havas äußert sich zur Kritik an ihrer DECT-Studie (2011)
Briefwechsel zwischen Martin Weatherall, Magda Havas, Dr. Joe Schwarcz und Lorne Trottier (2012)