Die Lust am Untergang: heute Affenpocken (Medien)

H. Lamarr @, München, Freitag, 27.05.2022, 12:22 (vor 757 Tagen)

Endlich mal was Neues. Corona ist so gut wie tot, in der Ukraine ist der Bewegungskrieg in einen unspektakulären Abnutzungskrieg übergegangen, 5G hat sich als harmlos herausgestellt und Schulmassaker in den USA gehören leider zum American Way of Life wie die vier Jahreszeiten. Da kommt es gerade zur rechten Zeit, dass die Affenpocken endlich aus Afrika nach Europa übergesprungen sind und wir mit freundlicher Unterstützung der Medien frische Ängste tanken können. Gott sei Dank dürfen wir uns aus sicherem Abstand gruseln, sind doch bevorzugt Schwule und Schwarze betroffen. Mal wieder Schwein gehabt, untergehen tun die anderen.

Lassen sich Ängste nutzen, um Huckepack versteckte Botschaften in unser Hirn zu schleusen? Dass es so ist, kennen wir aus der Mobilfunkdebatte zur Genüge. Von der Angst vor Funkwellen profitieren nicht wenige der vermeintlich selbstlosen Warner. Ängste sind sozusagen die Trägerwellen, um aufmodulierte Botschaften unbemerkt ins Ziel zu bringen. Mohamed Amjahid erkennt dies auch bei der Berichterstattung über Affenpocken, die er scharfsinnig zum Teil als stigmatisierend und rassistisch einstuft. Da muss man erst mal drauf kommen. Gut, dass einem aufmerksame Beobachter dabei helfen.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Die Lust am Untergang: heute Affenpocken

Gast, Freitag, 27.05.2022, 21:57 (vor 757 Tagen) @ H. Lamarr

Mohamed Amjahid erkennt dies auch bei der Berichterstattung über Affenpocken, die er scharfsinnig zum Teil als stigmatisierend und rassistisch einstuft. Da muss man erst mal drauf kommen. Gut, dass einem aufmerksame Beobachter dabei helfen.

Die Faktenchecker von Correctiv melden:

In zahlreichen Ländern wurden ungewöhnliche Fälle von Affenpocken-Erkrankungen registriert – und in Sozialen Netzwerken sind die ersten Verschwörungsmythen und Falschinformationen dazu aufgetaucht. Wir beobachten dieses Thema genau, denn es bietet neuen Raum für Narrative, die während der Covid-19-Pandemie populär geworden sind.

Auf der einen Seite wird das Auftreten der Infektionen geleugnet. Zum Beispiel wird suggeriert, dass es sich in Wahrheit um Fälle von Gürtelrose handele. Die beiden Krankheiten verursachen zwar ähnliche Symptome, werden jedoch durch unterschiedliche Viren ausgelöst, die sich per PCR-Test unterscheiden lassen.

Andererseits wird versucht, eine Verbindung mit Covid-19-Impfungen zu konstruieren. International verbreitet sich gerade die Falschinformation, dass es einen Zusammenhang mit den Schimpansen-Adenoviren im Astrazeneca-Impfstoff gebe. Auch hier handelt es sich um ganz verschiedene Erreger – die Impfstoff-Trägerviren sind stark abgeschwächt und machen nicht krank.

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