Kinder und Handys (Allgemein)

caro, Montag, 21.07.2008, 14:28 (vor 5808 Tagen)

Museumsführung per Mobiltelefon
Wadgassen (dpa) - Das Deutsche Zeitungsmuseum im saarländischen Wadgassen bietet seit Montag für Besucher ein Handy-Quiz als Museumsführung an. Wie das Museum mitteilte, sei das speziell für Schüler entwickelte Projekt bundesweit einmalig.
Kabel- und kostenlos werden die Daten via «Bluetooth> auf das Mobiltelefon übertragen. Dann können Fragen zur Ausstellung beantwortet werden. Das Handy-Quiz solle die Attraktivität von Museumsbesuchen bei Jugendlichen steigern helfen, sagte Saarlands Bildungsstaatssekretärin Susanne Reichrath bei der Vorstellung. «Auf diese Weise kann man den Motivationsfaktor gut mitnutzen.>
Das Konzept für die Führung wurde vom Landesinstitut Pädagogik und Medien entwickelt. Für die technische Umsetzung ist die Saarbrücker Firma eyeled verantwortlich, eine Ausgründung aus dem Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz. Nach Worten Reichraths sei das System für kleinere Museen interessant, weil auch diese Häuser damit kostengünstig etwa Audioführungen anbieten könnten. Dafür müsse lediglich eine Basisstation angeschafft werden, da als Empfangsgeräte die Handys der Besucher dienten.
dpa sbr yyrs n1 mm
211348 Jul 08

Hier dpa, dort gute Journalisten

H. Lamarr @, München, Montag, 21.07.2008, 15:36 (vor 5808 Tagen) @ caro

Das Deutsche Zeitungsmuseum im saarländischen Wadgassen bietet seit Montag für Besucher ein Handy-Quiz als Museumsführung an.

Hä? Was bitte will uns der dpa-Autor hier Bedeutungsschweres näher bringen? Aber: Wohnt im Saarland nicht die KO-Initiative?

Kabel- und kostenlos werden die Daten via «Bluetooth> auf das Mobiltelefon übertragen.

Kostenlos bedeutet, dass keine Kosten anfallen. Stimmt aber nicht, selbstverständlich fallen Kosten für das neue System an. Für solche Fälle haben wir früher das Wort unentgeltlich gehabt. Aber das ist lange her, da hat der dpa-Autor vermutlich noch in die Windeln gemacht.

Dann können Fragen zur Ausstellung beantwortet werden.

Wahnsinn!

Das Handy-Quiz solle die Attraktivität von Museumsbesuchen bei Jugendlichen steigern helfen, sagte Saarlands Bildungsstaatssekretärin Susanne Reichrath bei der Vorstellung. «Auf diese Weise kann man den Motivationsfaktor gut mitnutzen.>

Blubber, blubber ...

Das Konzept für die Führung wurde vom Landesinstitut Pädagogik un Medien entwickelt. Für die technische Umsetzung ist die Saarbrücker Firma eyeled verantwortlich, eine Ausgründung aus dem Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz. Nach Worten Reichraths sei das System für kleinere Museen interessant, weil auch diese Häuser damit kostengünstig etwa Audioführungen anbieten könnten.

Sagenhaft, welchen Raum bei dieser dpa-Meldung Nebensächlichkeiten haben. Ich weiß zwar noch immer nicht, was das mit dem Quiz soll, dafür weiß ich über eine Firma eyeled bescheid. Mit Verlaub: Dies ist eine Sch...-Meldung.

Dafür müsse lediglich eine Basisstation angeschafft werden, da als Empfangsgeräte die Handys der Besucher dienten.

Danke, dpa, in der Zielgeraden dann doch noch etwas Brauchbares: So eine Bluetooth-Basisstation strahlt zwar nur schwach, ist aber mitauslösend dafür, dass Doris zu Recht von "ständig steigendem Elektrosmog" schreiben kann.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Kinder und Handys

KlaKla, Montag, 21.07.2008, 16:24 (vor 5808 Tagen) @ caro
bearbeitet von KlaKla, Montag, 21.07.2008, 16:48

Danke für die Meldung Caro

Einerseits rät der Umweltminister Sigmar Gabriel Eltern, Kinder fern zu halten von der Funktechnik weil noch ein unbekanntes Risiko vorherrscht und andre seits binden Musen Funktechnik (Handy) ein um Kindern den Besuch attraktiver zu gestalten. Je besser die Eltern aufgeklärt sind und je weniger Kinder ein eigenes Handy haben desto eher floppt diese Idee.

Hier wünschte ich mehr Aktivität, indem man Leserbriefe oder Stellungnahmen verfasst. Auch mal von politischen Parteien die sich ja angeblich für das Thema Mobilfunk stark machen. Die Grünen, die Links Partei sowie die ÖDP. Oder Verbände wie der Bund Naturschutz aus Bayern.

Ich erinnere an die Aussage des Umweltminister Sigmar Gabriel.

Der Minister riet Eltern daher davon ab, Kinder im Vorschulalter über längere Zeit mit dem Handy am Ohr spielen zu lassen. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz in Deutschland (Bund) ging noch weiter und forderte ein Handy-Verbot für Kinder. In den Strahlenschutz-Empfehlungen werde nicht berücksichtigt, dass die Mobilfunkstrahlung auf Kinder ganz anders wirke als auf Erwachsene, kritisierte die Organisation. Solange es keine kindgerechten Schutzstandards für die Nutzung von Mobiltelefonen gebe, sollten Kinder daher Handys besser gar nicht benutzen.

[image]
E-Mail: s.reichrath@bildung.saarland.de
"Das Handy-Quiz solle die Attraktivität von Museumsbesuchen bei Jugendlichen steigern helfen, sagte Saarlands Bildungsstaatssekretärin Susanne Reichrath bei der Vorstellung."

(Hinweis Moderator: Eine Anfrage ist raus an Die Grünen, Die Linke und ödp.)

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Meine Meinungsäußerung

Tags:
BUND, Anfrage

Stellungnahme des Bildungsministeriums Saarland

Doris @, Montag, 04.08.2008, 22:48 (vor 5794 Tagen) @ KlaKla

Einerseits rät der Umweltminister Sigmar Gabriel Eltern, Kinder fern zu halten von der Funktechnik weil noch ein unbekanntes Risiko vorherrscht und andre seits binden Musen Funktechnik (Handy) ein um Kindern den Besuch attraktiver zu gestalten. Je besser die Eltern aufgeklärt sind und je weniger Kinder ein eigenes Handy haben desto eher floppt diese Idee.

Am 21.07. habe ich Frau Dr. Reichrath auf die Diskussion im Forum zu dem geplanten Projekt hingewiesen und sie um Stellungnahme gebeten. Diese Bindung schon in jungen Jahren an ein Handy würde in Zusammenhang mit den ungeklärten Risiken der Handynutzung durch Kinder in der Kritik stehen. Ich habe sie sowohl auf die Stellungnahme des BfS zu Handynutzung durch Kinder und auch zu den jüngsten Ergebnissen des DMF hingewiesen. Auf eine Veröffentlichung der Antwort hier im Forum habe ich Herrn Torsten Rott, an den die Beantwortung delegiert wurde, hingewiesen.

Hier seine Antwort:

Sehr geehrte Frau.....

haben Sie Dank für Ihre Nachricht und die Nachfrage zum Pilotprojekt. Es freut uns, dass Sie sehr am Wohl unserer Kinder interessiert sind.

Nach Rücksprache mit den am Projekt Beteiligten, kann ich Ihnen mitteilen, dass es gerade der Vorteil dieses Systems ist, welches das Museum einsetzt, dass man keine Telefonie nutzt. Insofern gibt es während des Betriebs des Handyquiz keine Telefonstrahlung, da die Telefonie des Handys nicht aktiv ist. Damit unterscheidet sich das Vorhaben von anderen Systemen, welche die Daten über das Telefonnetz transferierten. Dennoch ist die Nutzung des Systems optional, da ein Besuch der Ausstellung auch ohne dessen Nutzung sehr interessant und lehrreich ist. Möchte man den Rundgang aber mit dem Quiz machen, kann man sich entscheiden, ob man die Applikation auf das eigene Handy per Bluetooth zu Beginn des Rundganges laden möchte. Oder man bedient sich eines Ausleihhandys. Dort ist die Applikation bereits installiert und die SIM-Karte inaktiv, d.h. eine Telefoniefunktion ist gar nicht möglich.

Lassen Sie mich ergänzend darauf hinweisen, dass das Quiz für Jugendliche der Sekundarstufe 1 und 2 und nicht - wie von Ihnen vermutet* - für Kinder im Vorschulalter bzw. Kleinkinder vorgesehen ist. Nicht nur, weil es über Lesen/Schreiben funktioniert. Sondern auch die Inhalte erfordern eine gewisse Bildungsstufe. So lautet z.B. eine Frage, die auf dem Display zu lesen ist: "Welcher Herrscher übte eine besonders strenge Pressekontrolle aus?" Ergänzend erhält der Jugendliche den Hinweis "Schau im nächsten Raum nach und tippe dann Deine Antwort ein." Eine sehr kurze audiovisuelle Datei gibt es als Begrüßung beim Einstieg in das Quiz. Zur Nutzung des Systems während des Rundgangs wird das Handy nicht am Ohr getragen.

mit freundlichen Grüßen

Torsten Rott

* ich habe in meiner Anfrage nur von Kindern allgemein gesprochen, habe gerade nochmals nachgeschaut. Aber ein gewisses Alter müssen die Kinder wohl haben, um Fragen in der Art beantworten zu können und da treffen wir wohl nur auf einen geringen Prozentsatz Kinder und Jugendlicher, die noch kein eigenes Handy haben. Verschiedene Institutionen nützen diese alltägliche Situation und bauen die Welt immer mehr um ein Handy herum auf. Die fehlenden Langzeitrisiken und evtl. höhere Risiken durch Kinder sind der Öffentlichkeit nicht deutlich genug übermittelt worden. Kein "normaler" Mensch verirrt sich auf die Seiten des BfS und die Parteien, die sich mittlerweile ein wenig um das Thema kümmern, befriedigen die Volkesseele und kümmern sich mehr um die Mobilfunkbasisstationen.
Fazit: Da liegt noch viel im Argen

Tags:
, Kinder, Brief

Technisch mir noch immer rätselhaft

H. Lamarr @, München, Dienstag, 05.08.2008, 00:29 (vor 5794 Tagen) @ Doris

Danke fürs Nachfragen, Doris, da kommt schon deutlich mehr rüber als bei der schwachen dpa-Meldung. Allerdings habe ich noch immer nicht kapiert, wie das mit der Bluetooth-Übertragung nun genau funktioniert, denn längst nicht jedes Handy ist ja mit einem Bluetooth-Sender/Empfänger ausgestattet. Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass zur sicheren Distanz-Überbrückung mit Klasse-1-Bluetooth gearbeitet werden muss, also der mit immerhin 100 mW Sendeleistung (Spitze) stärksten Klasse. Bei Klasse 2 ist die Sendeleistung auf niedliche 2,5 mW begrenzt (1/100 von DECT!) aber da sehe ich das Problem, dass zehn Museumsbesuchern im Raum soviel Sendeenergie absorbieren, dass die Verbindung abreißt.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Technisch mir noch immer rätselhaft

Kuddel, Dienstag, 05.08.2008, 21:42 (vor 5793 Tagen) @ H. Lamarr

Danke fürs Nachfragen, Doris, da kommt schon deutlich mehr rüber als bei
der schwachen dpa-Meldung. Allerdings habe ich noch immer nicht kapiert,
wie das mit der Bluetooth-Übertragung nun genau funktioniert, denn längst
nicht jedes Handy ist ja mit einem Bluetooth-Sender/Empfänger
ausgestattet.

Da steht: ....ob man die Applikation auf das eigene Handy per Bluetooth zu Beginn des Rundganges laden möchte...
...Oder man bedient sich eines Ausleihhandys. Dort ist die Applikation bereits installiert und die SIM-Karte inaktiv, d.h. eine Telefoniefunktion ist gar nicht möglich.

Es geht um eine Software, die nur einmalig geladen wird. Das Handy wird (so interpretiere ich das) quasi als Mini-Laptop bzw PDA benutzt, eine Funkverbindung wird während des Rundgangs nicht benötigt.
Die Handy's, die ich kenne, haben nur Klasse 1 Bluetooth (1mW).

Stellungnahme ödp Klaus Buchner

Moderator X @, Dienstag, 05.08.2008, 07:47 (vor 5793 Tagen) @ KlaKla

Wir haben am 21.07.2008 folgende Parteien angeschrieben und um eine Stellungnahme ersucht.
Bündnis 90/Die Grünen, Dr. Martin Runge und Barbara Rütting
Die Linke, Lutz Heilmann
die ödp, Dr. Klaus Buchner

Bis heute erhielten wir eine Stellungnahme.

Hier die Stellungnahme der ödp:

Sehr geehrte Damen und Herrn,

dass Handynutzung von Kindern äußerst problematisch ist, braucht hier nicht eigens betont werden. Wie einige Bundesbehörden empfehlen auch andere Länder, dass Kinder nicht oder nur in besonderen Fällen per Handy telefonieren sollen.

Ich meine jedoch, dass auch das Telefonieren von Erwachsenen mit Handys und die Strahlung von DECT-Telefonen, WLAN, WIMAX und Funkmasten gefährlich sein kann. Hier kommt es auf die näheren Umstände an, ob tatsächlich ein Schaden auftritt. Zum Vergleich: Von der Tabakindustrie wurde viele Jahre lang großer Druck auf Leute ausgeübt, die vor den Gefahren des Rauchens warnten. Und die Industrie hatte gute Argumente: Es gibt viele Kettenraucher, die bis ins hohe Alter gesund sind. Die Parallelen zum Mobilfunk sind offensichtlich. Und selbst wenn man an den bisherigen wissenschaftlichen Ergebnissen zur Gesundheitsgefährdung durch Mobilfunk zweifelt, sollte gelten: Im Zweifel für die Gesundheit und nicht: für den Geldbeutel der Betreiber. Denn Mobilfunk ist auch mit erheblich schwächerer Strahlung möglich. Das Wenige, das solche Technologien mehr kosten, sollte der Bundesregierung unsere Gesundheit wert sein.

Klaus Buchner
vom 24.07.2008

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ödp, Buchner

Das Märchen vom "Druck" ▼

AnKa, Dienstag, 05.08.2008, 10:24 (vor 5793 Tagen) @ Moderator X

Ich meine jedoch, dass auch das Telefonieren von Erwachsenen mit Handys und die Strahlung von DECT-Telefonen, WLAN, WIMAX und Funkmasten gefährlich sein kann.

Wo in Deutschland und der Welt kann denn Herr Buchner demonstrieren, dass die Nutzung dieser Gerätschaften "gefährlich" ist? Welche Beispiele (bitte nicht: Mutmaßungen, Ahnungen, selektierend-manipulative Schreckensmeldungen und alarmistische Überinterpretationen) kann er anführen, die die Verwendung der Vokabel "gefährlich" rechtfertigen würden?

Zum Vergleich: Von der Tabakindustrie wurde viele Jahre lang großer Druck auf Leute ausgeübt, die vor den Gefahren des Rauchens warnten. Und die Industrie hatte gute Argumente: Es gibt viele Kettenraucher, die bis ins hohe Alter gesund sind. Die Parallelen zum Mobilfunk sind offensichtlich.

Nö.

Es gibt weder in Bezug auf die Art der Gesundheitsgefährdung "Parallelen" (der Tabakraucher inhaliert chemisch nachweisbare Stoffe, die Gesundheitsgefährdung ist gut dokumentiert), noch wird auf irgendwelche Mobilfunkkritiker wie etwa den Herrn Buchner irgendwelcher "Druck" ausgeübt. Wenn er glaubt, er werde unter "Druck" gesetzt, dann sollte er in der Lage sein, Ross und Reiter zu benennen und ggfs. die Sache seinem Rechtsanwalt übergeben.

Der hinkende Vergleich mit dem Rauchen ist halt so schön bildhaft. Und wer Propaganda macht, weiss um die Wirkung der Bilder. Vertrauenswürdiger wird die Argumentation dadurch jedoch nicht.

Und selbst wenn man an den bisherigen wissenschaftlichen Ergebnissen zur Gesundheitsgefährdung durch Mobilfunk zweifelt, sollte gelten: Im Zweifel für die Gesundheit und nicht: für den Geldbeutel der Betreiber. Denn Mobilfunk ist auch mit erheblich schwächerer Strahlung möglich. Das Wenige, das solche Technologien mehr kosten, sollte der Bundesregierung unsere Gesundheit wert sein.

Sofern dies als Appell für strahlungsärmere Handys zu verstehen ist, kann man zustimmen. Wenn Herr Buchner allerdings gleichzeitig die alte Leier von den angeblich strahlungsärmeren Standortkonzepten aufwärmt, die mit ihren weit entfernten Masten die Strahlung am Kopf des Handy-Telefonierers erhöhen helfen, würde man wieder einmal nur sagen können: das übliche Gequassel.

Troll-Wiese: http://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=entry&id=23520

--
"Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere." (Groucho Marx)

Parallelen zur Tabakindustrie

Doris @, Dienstag, 05.08.2008, 12:12 (vor 5793 Tagen) @ AnKa

Zum Vergleich: Von der Tabakindustrie
wurde viele Jahre lang großer Druck auf Leute ausgeübt, die vor den
Gefahren des Rauchens warnten. Und die Industrie hatte gute Argumente:

Es gibt viele Kettenraucher, die bis ins hohe Alter gesund sind. Die Parallelen zum Mobilfunk sind offensichtlich.

Nö.

Solange evtl. gesundheitliche Auswirkungen durch die Mobilfunktechnologie nicht bewiesen und auch nicht anerkannt sind, ist es lediglich eine Ansichtssache ob die Entwicklung hier parallel zur Tabakindustrie gesehen werden kann. Deshalb ist auch hier Ihr "Nö" für mich einfach Ihre persönliche Meinung. Gesundheitliche Schädigungen durch Rauchen sind nach Jahrzehnten anerkannt worden. Bereits in den 70er Jahren gab es die ersten Diskussionen über einen evtl. Zusammenhang zwischen Krebs und Rauchen. 20 Jahre konnte man darüber noch unterschiedlicher Meinung sein, bis es offensichtlich war.
Deshalb ist es für mich z.B. offen, ob in vielen Jahren die Mobilfunkkritiker, die heute insgesamt als Spinner gesehen werden, (Diskussionen über Handyrisiken werden ja auch kontrovers geführt !) rehabilitiert werden und rückblickend die anderen als Leugner der Risiken gesehen werden.
Es ist immer recht einfach, sich auf Fakten, wie mittlerweile beim Rauchen zu stützen, nachdem fast 5 Jahrzehnte gebraucht wurde um zu einer Anerkennung dieser Fakten zu kommen. Wenn es in den letzten Jahrzehnten Internetforen gegeben hätte, dann wären die Diskussionen ums Rauchen genauso geführt worden.

Es gibt weder in Bezug auf die Art der Gesundheitsgefährdung "Parallelen"
(der Tabakraucher inhaliert chemisch nachweisbare Stoffe, die
Gesundheitsgefährdung ist gut dokumentiert),

Richtig, aber den Rauchern wird zwar durch Maßnahmen und Regulationen versucht das "Leben" schwer zu machen, aber das Rauchen wird nicht verboten, sondern stark erschwert und auch gesellschaftlich geächtet. Geschützt werden sollen die Nichtraucher, also nicht die, die schädigende Stoffe selber inhalieren, sondern diejenigen, die sie zwangsweise inhalieren müssen und zwar in schwächerer Form als der Raucher selbst. Somit setzte sich automatisch die Ächtung des Rauchers durch. 3000 Menschen sterben jährlich an den Folgen des Passivrauchens. Vor Jahren hätte man alle noch für verrückt erklärt, die behauptet hätten, dass auch Passivrauchen schädlich ist. "Nur" 3000 Menschen, die jährlich sterben, werden als Grundlage herangezogen um so einen starken Nichraucherschutz zu fordern. Sicherlich ist der Hintergrund des Gesetzes schon auch der, dass erreicht werden möchte, das Rauchen insgesamt einzudämmen.

Ein Beispiel.
Sie sehen eine junge Mutter auf der Straße laufen, die einen Säugling im Tragetuch an ihrem Körper trägt und nebenher eine Zigarette raucht. Mittlerweile empört das vermutlich die meisten Menschen.

Vor wenigen Tagen sah ich genau diese Szene, nur telefonierte die Frau mit einem Handy. Wie wird wohl dies in Bevölkerung gesehen und bewertet?

Parallelen zur Tabakindustrie ▼

AnKa, Mittwoch, 06.08.2008, 00:46 (vor 5793 Tagen) @ Doris

3000 Menschen sterben jährlich an den Folgen des Passivrauchens.

Wie ist denn diese Zahl ermittelt worden?

Troll-Wiese: http://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=entry&id=23546

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Troll-Wiese

Passivrauchen

Doris @, Mittwoch, 06.08.2008, 11:57 (vor 5792 Tagen) @ AnKa

3000 Menschen sterben jährlich an den Folgen des Passivrauchens.


Wie ist denn diese Zahl ermittelt worden?

Wie sie ermittelt worden ist, weiß ich nicht, aber hier steht einiges dazu, wie sich diese Zahl zusammensetzt

http://www.krebsinformationsdienst.de/themen/risiken/rauchen-und-passivrauchen.php

Und wie geschrieben, die Nichtraucher werden geschützt, also diejenigen, die "zwangsbelastet" werden. Und streng genommen sind über 3000 Tote durch Passivrauchen eine prozentual verschwindend geringe Menge auf die Gesamtbevölkerung gesehen. Aber der eindeutige Zusammenhang ist hier eben nachgewiesen und die Gesundheitskosten übersteigen die Einnahmen durch die Tabaksteuer. Und irgendwie ist die Vorgehensweise doch auch recht klug, denn durch diese zwar relativ geringe Zahl der Personen, die durch das Suchtverhalten anderer geschädigt werden, löste sich innerhalb kürzester Zeit eine Ächtung der Raucher aus und so reguliert sich die ganze Sache von selber immer mehr nach unten, denn die Kosten für die Folgeschäden der Raucher selber ist eindeutig höher als die derjenigen, die durch Passivrauchen zu Schaden kommen.

Geschichtliches

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 04.09.2008, 19:26 (vor 5763 Tagen) @ Doris

Vom Sexsymbol zum Kainsmal: die Geschichte des Rauchens

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Tags:
Tabak, Rauchen, Terry-Report, Geschichte des Rauchens

Geschichtliches

AnKa, Donnerstag, 04.09.2008, 21:41 (vor 5763 Tagen) @ H. Lamarr

Vom Sexsymbol zum Kainsmal: die Geschichte des Rauchens

[image]

Frau mit Zigarette in der Hand, das hat was. In diesem Fall allerdings: kastrierendes.

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"Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere." (Groucho Marx)

Geschichtliches

Doris @, Donnerstag, 04.09.2008, 22:45 (vor 5763 Tagen) @ H. Lamarr

Vom Sexsymbol zum Kainsmal: die Geschichte des Rauchens


....Selbst die erste Untersuchung über den Zusammenhang von Rauchen und Lungenkrebs im Jahr 1950 erregte die Gemüter noch nicht. Erst der 1964 veröffentlichte Terry Report, der die Sterbedaten von Rauchern und Nichtrauchern miteinander verglich, erschütterte die Weltöffentlichkeit.

Die Tabakkonzerne, die längst um die gesundheitlichen Risiken und das enorme Suchtpotenzial wussten, dies aber marktbewusst verschwiegen, reagierten mit der Einführung von Filter- und Light-Produkten.....

Sollten sich die bisher vorliegenden schwachen Hinweise zu Gehirntumoren tatsächlich mal bestätigen, dann wird das so wie es aussieht noch ein sehr weiter Weg sein. Bis dahin sind wir alt und schrumpelig und ob mit oder ohne Handy hat uns der Alzheimer erwischt und wir werden uns nicht mehr erinnern, dass wir hier darüber diskutiert haben. :-D

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Sterbedaten

Die Antwort von Prof. Buchner

Doris @, Dienstag, 05.08.2008, 12:17 (vor 5793 Tagen) @ Moderator X

Hier die Stellungnahme der ödp:

Prof. Buchner erfüllt tatsächlich alle Voraussetzungen für einen Politiker.

Mit vielen Worten redet er am eigentlichen Thema vorbei ;-)
Das war es wohl nicht, was Ihr von ihm wissen wolltet. Es ging doch wohl eindeutig um die Frage "Handynutzung durch Kinder".

Ich denke, so wie er schreibt, kann von der ödp keine Unterstützung speziell zu diesem Thema erwartet werden und er konnte seine Meinung zu Schädigungen durch schwächere Felder wieder anbringen.

Es ist keine Bewegung zu erkennen, wir treten auf der Stelle.

Stellungnahme Bündnis 90/Die Grünen

Moderator X @, Montag, 01.12.2008, 19:19 (vor 5675 Tagen) @ Moderator X

Hier die Stellungnahme Bündnis 90/Die Grünen, Barbara Rütting
Eingang 28.11.2008

Sehr geehrte ...

herzlichen Dank für Ihre E-Mail an Barbara Rütting vom 21. Juli 2008.

Frau Rütting hat Ihre Anfrage zum Thema Kinder und Mobilfunk an unseren zuständigen grünen Landtagsabgeordneten Dr. Martin Runge weitergeben, der sich auch in der neuen Legislaturperiode mit dem Thema Strahlenbelastung durch Mobilfunk beschäftigen wird.

Wir freuen uns auf weitere Information zum Thema Mobilfunk!

Vielen Dank für Ihr Engagement und mit freundlichen Grüßen,

Patrizia Heidegger

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Tags:
Die Grünen, Rütting

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