ChatGPT scheitert an MWGFD-"Pressekonferenz" (Allgemein)
Dieser Teilstrang war dafür vorgesehen, die Vorträge der Referenten im Wortlaut wiederzugeben. Doch daraus wird nichts.
Quelle für die Textwiedergabe wäre das Transkript des Videos gewesen und ChatGPT hat die Aufgabe gehabt, aus dem Transkript die meisten Zeitstempel zu entfernen, die Textfragmente sinnvoll zusammenzufügen und offensichtliche Fehler im Transkript zu berichtigen. Dies alles sind Tätigkeiten, die sich ChatGPT spielend zutraute.
Stunden später weiß ich jetzt: Wenn ChatGPT sich etwas zutraut, heißt das noch lange nicht, dass das Resultat brauchbar ist. Die KI lieferte zwar einigermaßen gut lesbare Texte ab, die stellenweise mit dem Original aber nicht mehr viel gemeinsam hatten. Doch es kam noch schlimmer, mal fehlte Text, mal gab es lange Passagen, welche die Referenten nachweislich aber gar nicht gesagt hatten. Diese Defizite kamen wegen der üppigen 4-Stunden-"Pressekonferenz" die etwa 200 Normseiten Text bedeutete, erst bei Qualitätskontrollen nach und nach zum Vorschein.
Zur Rede gestellt gab die KI zu, stellenweise halluziniert zu haben, um Informationslücken zu überbrücken. Diese Lücken entstanden, weil die KI technischer Begrenzungen wegen zu keiner Zeit die komplette "Pressekonferenz" im Speicher hatte, sondern immer nur Bruchstücke.
Das Ergebnis dieser Coproduktion von ChatGPT und mir ist so schlecht, dass ich das Projekt nach schätzungsweise vier Stunden als gescheitert erkannt und abgebrochen habe. Und die Verärgerung darüber ist momentan bei mir so groß, dass es keinen zweiten Anlauf geben wird.
Einen derart umfassenden Reinfall mit KI habe ich noch nicht erlebt. Dabei schien das Projekt für die KI nur eine kleine Fingerübung zu sein. Das zentrale Problem ist: Die KI fragt bei unvorhersehbaren Störungen im Ablauf eines Projekts nicht nach, was zu tun ist, sondern sie entwickelt ein kreatives Eigenleben. Sie halluziniert und erfindet plausibel wirkende Fakten, damit der Auftraggeber die Störung nicht bemerkt.
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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –
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KI,
08.06.2026, 22:15
- Vorträge auf der MWGFD-"Pressekonferenz" vom 2. Mai 2026 -
H. Lamarr,
21.06.2026, 11:43
- ChatGPT scheitert an MWGFD-"Pressekonferenz" - H. Lamarr, 21.06.2026, 17:49
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H. Lamarr,
21.06.2026, 11:43