Neil Cherrys Website steht zum Verkauf (Allgemein)

H. Lamarr, München, (vor 3171 Tagen)

Die Website von Neil Cherry, 2003 verstorbener ICNIRP-Kritiker und wissenschaftliches Rückgrat der ersten Generation europäischer Mobilfunkgegner, steht gegenwärtig mit einem Preis von 2000 Dollar zum Verkauf.

Die Site wurde erst im April 2002 registriert, Cherry (Jg. 1946) war zu diesem Zeitpunkt bereits unheilbar an amyotropher Lateralsklerose erkrankt. Inhaltlich gab die Site für Besucher nicht viel her. Auf der Homepage wurden lediglich Cherrys Arbeitsschwerpunkte kurz vorgestellt (biologische EMF-Wirkungen und solare/geomagnetische Wirkungen auf Menschen). Mehr los war auf "Purchase", der zentralen Seite des Webauftritts. Dort wurden 30 wissenschaftliche Dokumente Cherrys (z.B. eigene Forschungsarbeiten) zu Preisen zwischen 5 Dollar und 30 Dollar als PDFs zum Kauf angeboten. Dann gab es noch eine Seite mit einem ausführlicheren Profil des neuseeländischen Wissenschaftlers und eine Seite zur Kontaktaufnahme. Mehr Inhalte hatte die Site nicht.

Cherry betrieb zu diesem Zeitpunkt die Beratungsfirma "Cherry Environmental Health Consulting Ltd" (Offers info on possible health effects of powerlines, microwaves, radars, radio and TV station towers, cell sites and cell phones).

Bis Ende 2010 wurde die beschriebene Site-Struktur unverändert beibehalten, dann gab es einen Einschnitt: Die wissenschaftlichen Dokumente wurden nicht länger zum Verkauf angeboten, sondern standen jetzt unentgeltlich zum Download zur Verfügung, wie zuvor geordnet nach den Kategorien:

- Principles
- Natural Electromagnetic Radiation Health Effects
- ELF Health Effects
- RF/MW Health Effects
- Biological Mechanisms
- Specific Health Effect Reviews
- Major Evidence Reviews

Im Mai 2014, elf Jahre nach dem Tod Cherrys, wurde die Site aufgegeben, d.h. die Inhalte wurden gelöscht.

Eines der Cherry-Dokumente trägt den Titel "A New Paradigm, the physical, biological and health effects of Radiofrequency/Microwave Radiation", der Neuseeländer verwendete es als Hintergrundmaterial anlässlich eines Vortrags am 11. November 2000 in Kufstein, Österreich. In der Zusammenfassung dieses Dokuments gibt Cherry unter anderem eine für einen Wissenschaftler ungewöhnlich konkrete Prognose:

Cell phones will highly probably increase many neurological diseases and brain tumours over the next 10 to 20 years.

(Funktelefone werden höchstwahrscheinlich in den kommenden 10 bis 20 Jahren zu einer Zunahme neurologischer Erkrankungen und Hirntumoren führen.)

Allein die Forschungsarbeiten von Lennart Hardell stützen diese Prognose, andere Arbeiten und vor allem viele Hirntumorstatistiken stützen Cherrys Prognose zwei Jahre vor Ablauf der von ihm genannten Frist nicht.

Schon fast im Stil der "Bürgerwelle" ist Cherrys Sicht auf angeblich gar schreckliche biologische Folgen von Mobilfunk-Basisstationen:

Cell sites will highly probably increase miscarriage, many cancers, many diseases, significant neurological and cardiac diseases and death. Neurological and cardiac effects have been observed in dose-response manner in Europe. Childhood cancer near a cell site in Spain, site closed by the High Court.

Mag sein, dass Cherry mit solchen Worten nur die Erwartungshaltung seiner aufgeregten Zuhörer aus dem nahen Salzburg bedienen wollte. Doch aus heutiger Sicht sind seine Äußerungen so eindeutig neben der Spur und unverantwortlich, dass ich von einer Übersetzung ins deutsche absehe. Für überzeugte Mobilfunkgegner aber waren Cherrys Ausführungen wie ein warmer Regen, sie huldigten dem Neuseeländer bedingungslos, konnte er doch die dumpfen Ängste der Menschen in wissenschaftliches Packpapier wickeln und so gesellschaftsfähig machen. Endlich hatten (auch) sie eine Autorität, auf die sie sich berufen konnten. In der wissenschaftlichen Community hingegen konnte der Todkranke keine nennenswerte Fußspur hinterlassen. Für Mobilfunkgegner aber blieb er ein Held. Nachdem sein Herz am 24. Mai 2003 aufhörte zu schlagen, brachte Gigaherz den für meinen Geschmack schwülstigen Nachruf Dr. Neil Cherry, einer unserer Grössten, gestorben.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

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Salzburg, Hirntumor, Cherry, Nachruf, Kommerz, Jahrgang, ICNIRP-Kritiker

Böser Physiker, guter Physiker

H. Lamarr, München, (vor 3170 Tagen) @ H. Lamarr

Im Mai 2014, elf Jahre nach dem Tod Cherrys, wurde die Site aufgegeben, d.h. die Inhalte wurden gelöscht.

Der Grund fürs Löschen ist <hier> zu finden: Die Inhalte wurden zu jener Zeit auf eine neue Domain kopiert (www.neilcherry.nz) und um eine mehrteilige Geschichte des Lebens von Neil Cherry ergänzt. Die zuvor erwähnten wissenschaftlichen Arbeiten des Neuseeländers lassen sich von dieser Seite von jedermann herunterladen.

In Folge 2 der Lebensgeschichte wird zweifelsfrei klar: Dr. Neil Cherry war kein Dr. med., sondern ein Dr. rer. nat. oder anders gesagt, er war Doktor der Physik!

Dies wiederum ist bedeutsam, weil diverse selbsternannte Anti-Mobilfunk-Großkritiker der "wuff"-Klasse sich wunderbar daran abarbeiten konnten, dass diverse Wissenschaftler der "Gegenseite" keine Mediziner sind, sondern z.B. Naturwissenschaftler. Damit sollten Zweifel an deren Kompetenz geschürt werden, denn aus Sicht von Mobilfunkgegnern dürfen Techniker, Physiker oder Zoologen in der Mobilfunkdebatte keine Führungsposition ausüben, dort müssten Mediziner sitzen. Ein Beispiel für die Qualität solcher Forderungen gibt der sogenannte Dachverband für Mobilfunkgegner der Schweiz und Liechtensteins. Über einen missliebigen Physiker lässt der "Dachverband" wissen:

Michael Repacholi wechselt von der ICNIRP zur WHO und ist dort als Nicht-mediziner für die gesundheitlichen Risiken nicht-ionisierender Strahlung zuständig.

Ein paar Zeilen später kommt ein opportuner Physiker, der in exakt derselben Angelegenheit unterwegs ist, merklich besser weg:

Die Kritik des unabhängigen Wissenschaftlers Neil Cherry kann ohne weiteres nachvollzogen werden. Bei einer detaillierten Überprüfung musste festgestellt werden, dass die heutigen internationalen Grenzwerte eigentlich auf einer bewussten Falschinterpretation weniger Studien beruhen.

Physiker müssen also nur das richtige sagen, dann sind sie bei den etwas einfacher gestrickten Mobilfunkgegnern nicht wegen fachlicher Inkompetenz in der Kritik, sondern zählen zu den Größten, was die Szene imstande ist hervorzubringen.

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ICNIRP, WHO, Repacholi, Inkompetenz, Cherry, Physiker, Meteorologen, Dachverband

Neil Cherry publizierte an der Wissenschaft vorbei

H. Lamarr, München, (vor 3167 Tagen) @ H. Lamarr

Dort wurden 30 wissenschaftliche Dokumente Cherrys (z.B. eigene Forschungsarbeiten) zu Preisen zwischen 5 Dollar und 30 Dollar als PDFs zum Kauf angeboten.

Neil Cherry war seit 1974 bei der Lincoln University, Neuseeland angestellt. Sein dort dokumentiertes Wirken beginnt jedoch erst im Februar 1999 mit seiner ersten ICNIRP-Kritik "Criticism of the proposal to adopt the ICNRP guidelines for cellsites in New Zealand". Im Jahr 2000 folgten fünf weitere Arbeiten zu EMF, 2001 waren es vier und 2002, schon todkrank, kam er auf eindrucksvolle 21 Forschungsberichte. In seinem Todesjahr 2003 waren es noch drei. Insgesamt weist die Lincoln University für Neil Cherry 35 Papers aus, das Gros davon (ca. 30) handelt von EMF.

Für mich überraschend: Von diesen 30 EMF-Arbeiten wurde gemäß PubMed nur eine einzige in einem wissenschaftlichen Journal publiziert, es war 2003 sein letztes Paper, nämlich die medizinische Hypothese Human intelligence: the brain, an electromagnetic system synchronised by the Schumann Resonance signal. Alle anderen 29 EMF-Forschungsarbeiten Cherrys wurden nicht in einem wissenschaftlichen Journal publiziert, sondern lediglich intern im Department of Environmental Management der Universität. Dies erklärt, warum der Neuseeländer auch im EMF-Portal mit nur einer Arbeit vertreten ist. Mit dieser Publikationspraxis wurde Cherry zwar schlagartig zur Lichtfigur früher Mobilfunkgegner (Laien), zugleich entzog er sich damit allen unerfreulichen Auseinandersetzungen mit Vertretern der Wissenschaft, weil diese sein Wirken überhaupt nicht standesgemäß wahrnehmen konnten.

Alle 35 von der Lincoln University gehosteten Forschungsarbeiten Neil Cherrys stehen <hier> unentgeltlich zum Download bereit (Volltext).

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Cherry, New Zealand, Schumann Resonances

Neil Cherry ist Leitfigur für Mobilfunkgegnerin aus Luzern

H. Lamarr, München, (vor 1 Tag, 18 Stunden, 11 Min.) @ H. Lamarr

Neil Cherry war seit 1974 bei der Lincoln University, Neuseeland angestellt. Sein dort dokumentiertes Wirken beginnt jedoch erst im Februar 1999 mit seiner ersten ICNIRP-Kritik "Criticism of the proposal to adopt the ICNRP guidelines for cellsites in New Zealand". Im Jahr 2000 folgten fünf weitere Arbeiten zu EMF, 2001 waren es vier und 2002, schon todkrank, kam er auf eindrucksvolle 21 Forschungsberichte. In seinem Todesjahr 2003 waren es noch drei. Insgesamt weist die Lincoln University für Neil Cherry 35 Papers aus, das Gros davon (ca. 30) handelt von EMF.

Für mich überraschend: Von diesen 30 EMF-Arbeiten wurde gemäß PubMed nur eine einzige in einem wissenschaftlichen Journal publiziert, es war 2003 sein letztes Paper, nämlich die medizinische Hypothese Human intelligence: the brain, an electromagnetic system synchronised by the Schumann Resonance signal. Alle anderen 29 EMF-Forschungsarbeiten Cherrys wurden nicht in einem wissenschaftlichen Journal publiziert, sondern lediglich intern im Department of Environmental Management der Universität. Dies erklärt, warum der Neuseeländer auch im EMF-Portal mit nur einer Arbeit vertreten ist. Mit dieser Publikationspraxis wurde Cherry zwar schlagartig zur Lichtfigur früher Mobilfunkgegner (Laien), zugleich entzog er sich damit allen unerfreulichen Auseinandersetzungen mit Vertretern der Wissenschaft, weil diese sein Wirken überhaupt nicht standesgemäß wahrnehmen konnten.

Die Schweizer Rechtsanwältin Claudia Zumtaugwald ficht das alles nicht an. Die ehemalige Präsidentin der Luzerner Interessengemeinschaft für weniger Elektrosmog erklärt Cherry zur Leitfigur ihres Engagements. Und ich dachte bislang, Rechtsanwälte wären streng evidenzbasierte Wesen. Zumtaugwald aber bekennt sich ohne Wenn und Aber erschreckend blauäugig zu dem Neuseeländer (siehe Text unten), als wäre er weltweit die einzig wahre Informationsquelle. Und sie behauptet, er sei 2002 an Parkinson verstorben. Doch schon das ist schlampig recherchiert. Tatsächlich starb Cherry 2003 an einer Motoneuronerkrankung (Motor Neurone Disease, MND), welche ChatGPT zufolge in Europa meist der Erkrankungsgruppe Amyotrophe Lateralsklerose zugerechnet wird.

Prof. Dr. Neil Cherry an der Lincoln Universität Neuseeland Physiker sagte deutlich, dass eine Dosis-Wirkungs-Beziehung existiert und empfahl, dass auf Glasfaser ausgewichen werden soll (was nun 22 Jahre danach gemacht wird). Seine Empfehlung war, einen Interimswert von 0.275 V/m anzustreben, der im Jahr 2010 auf 0.194 V/m abgesenkt werden soll, in welcher Zeit die Industrie sich anpassen kann. (Unsere derzeit gültigen Grenzwerte sind 5 V/m trotz der Erkenntnisse von Dr. N. Cherry). Er wies auch nach, dass Kinder unter chronischer Einwirkung von EMF leiden und bekommt heute post mortem recht, wenn man das Hirntumor - Register über den Jugendkrebs aus den USA konsultiert. Er starb 2002 an Parkinson. Er war auch einer der ersten, der die Machenschaften der ICNIRP International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection aufdeckte und das Zusammenspiel zwischen Politik und Interessenvertreter anprangerte.

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Neil Cherry ist Leitfigur für Mobilfunkgegnerin aus Luzern

H. Lamarr, München, (vor 21 Stunden, 57 Minuten) @ H. Lamarr

Prof. Dr. Neil Cherry an der Lincoln Universität Neuseeland Physiker sagte deutlich, ...

Warum, zum Henker, hat Frau Zumtaugwald ihren Text nicht wenigsten 1-mal Korrektur gelesen?

... dass eine Dosis-Wirkungs-Beziehung existiert und empfahl, dass auf Glasfaser ausgewichen werden soll (was nun 22 Jahre danach gemacht wird).

Wird das wirklich gemacht? Aber es muss doch ein heilloses Durcheinander geben, wenn Smartphones an Glasfaser angeschlossen werden :confused:.

Seine Empfehlung war, einen Interimswert von 0.275 V/m anzustreben, der im Jahr 2010 auf 0.194 V/m abgesenkt werden soll, in welcher Zeit die Industrie sich anpassen kann.

Mit der Messtechnik haben es weder Neil Cherry noch Claudia Zumtaugwald. Cherry nannte 2002 in seiner Icnirp-Anklage die Werte 20 nW/cm² und 10 nW/cm², welche auf Feldstärke umgerechnet den von Zumtaugwald genannten Werten entsprechen. Bei einer erweiterten Messunsicherheit von ±45 % ist die aufs Millivolt pro Meter genaue Angabe von Wünsch-dir-was-Grenzwerten allerdings ziemlich absurd.

(Unsere derzeit gültigen Grenzwerte sind 5 V/m trotz der Erkenntnisse von Dr. N. Cherry).

Das ist wirklich empörend, der neuseeländische Botschafter sollte energisch beim Bundesrat protestieren :-).

Er wies auch nach, dass Kinder unter chronischer Einwirkung von EMF leiden und bekommt heute post mortem recht, wenn man das Hirntumor - Register über den Jugendkrebs aus den USA konsultiert.

Frage an ChatGPT: Zeigt das Hirntumor-Register über den Jugendkrebs aus den USA ab etwa 1994 einen auffälligen Anstieg?

Nein. Ab etwa 1994 zeigt das US-Hirntumorregister für Kinder und Jugendliche keinen auffälligen Anstieg. Im Gegenteil:

Eine deutliche Zunahme der Inzidenz trat Mitte der 1980er Jahre (1983–1986) auf. In dieser kurzen Phase stiegen die registrierten Erkrankungsraten stark an. Ab 1987 verlief die Kurve dann weitgehend auf einem höheren, aber stabilen Plateau. Für die Zeit von 1987 bis 2009 betrug die jährliche Änderungsrate lediglich 0,10 % pro Jahr und war statistisch nicht signifikant. Mit anderen Worten: Es gab keinen anhaltenden Aufwärtstrend.

Die Datenlage lässt sich so zusammenfassen:

1973–2009 (SEER): Starker Sprung nur in den Jahren 1983–1986, danach bis 2009 praktisch stabiles Niveau.
2001–2014 (US Cancer Statistics): Für Tumoren des zentralen Nervensystems (CNS) wurde ein leichter Anstieg von durchschnittlich 0,81 % pro Jahr beobachtet. Das ist ein flacher Trend, kein sprunghafter Anstieg.
2014–2022: Anschließend gingen die Inzidenzraten der CNS-Tumoren sogar um durchschnittlich 2,10 % pro Jahr zurück.

Eine Behauptung, das US-Hirntumorregister zeige seit etwa 1994 oder seit Einführung des Mobilfunks einen markanten Anstieg, wird durch die Registerdaten nicht gestützt. Der einzige auffällige Sprung liegt Mitte der 1980er Jahre und wird in der Fachliteratur überwiegend mit Änderungen der Diagnostik (vor allem der breiteren Einführung der MRT) und der Tumorklassifikation in Verbindung gebracht. Danach bleiben die Raten zunächst weitgehend stabil und sind in jüngeren Auswertungen eher rückläufig.

Der Anstieg in den 80ern erfolgte innerhalb weniger Jahre und endete dann abrupt. Wäre eine neue Umweltursache verantwortlich gewesen, wäre eher ein länger anhaltender oder fortschreitender Anstieg zu erwarten. Stattdessen erreichte die Kurve Mitte der 1980er Jahre ein höheres Niveau und verlief anschließend über Jahrzehnte nahezu horizontal. Genau dieses Muster wird in der epidemiologischen Literatur als typisch für die Einführung einer neuen, empfindlicheren Diagnostik angesehen. Die Autoren der maßgeblichen SEER-Analyse schreiben sinngemäß, dass der Anstieg "höchstwahrscheinlich" (most likely) auf die zunehmende Verfügbarkeit der MRT und damit auf eine verbesserte Diagnosestellung zurückzuführen ist.

Für Diskussionen mit Mobilfunkgegnern ist das ein starkes Argument: Wäre Mobilfunk die Ursache gewesen, müsste der markante Anstieg frühestens in den 1990er Jahren einsetzen. Tatsächlich liegt er mehrere Jahre früher und fällt zeitlich mit der Einführung der MRT zusammen.

End vom Lied: Was immer auch Frau Zumtaugwald bei ihrer Konsultation des US-Hirntumorregisters gesehen haben mag, es gibt Neil Cherry post mortem offenkundig nicht recht, sondern widerlegt ihn eher.

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Neil Cherry war kein Professor

H. Lamarr, München, (vor 3023 Tagen) @ H. Lamarr

Neil Cherry war auf akademische Titel nicht versessen, er hat sich stets korrekt als Dr. (rer. nat.) Neil Cherry vorgestellt. Nach seinem Tod 2003 wurde ihm von einschlägiger Seite ein Professorentitel angedichtet, den Cherry freilich weder hatte noch nötig hatte. Seine Universität führte ihn zuletzt als "Senior Lecturer", was hierzulande einem Hochschuldozenten im Rang eines Akademischen Rates oder Oberrates entspricht, wie z.B. Lebrecht von Klitzing ihn zuletzt an der Medizinischen Universität Lübeck innehatte. Nur wenn Cherry und von Klitzing in den USA gewirkt hätten, wäre ihr akademischer Titel dort der eines "Associate Professor" gewesen. Da dies jedoch nicht der Fall war, ist es müßig, Cherry einen akademischen Titel von fremden Gestaden ans Zeug zu flicken. Dass es posthum trotzdem versucht wird ist einem lächerlichen Geltungsdrang geschuldet, von dem auch diverse organisierte Mobilfunkgegner in unseren Breiten befallen sind.

Wenig bekannt ist, Cherry war am Ende seiner Karriere nur halbtags an der Lincoln University tätig. Nicht wegen seiner 2001 diagnostizierten schweren Erkrankung, sondern weil er zuvor schon, ebenfalls halbtags, in der politischen Landesvertretung des neuseeländischen Bezirks Canterbury (Südinsel) saß und dort dem Raumplanungsausschuss vorstand.

Hintergrund
Nachruf auf Neil Cherry

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Cherry

Neil Cherry machte EMF für seine Krankheit verantwortlich

H. Lamarr, München, (vor 1236 Tagen) @ H. Lamarr

Nach seinem Tod 2003 wurde ihm von einschlägiger Seite ein Professorentitel angedichtet, den Cherry freilich weder hatte noch nötig hatte. Seine Universität führte ihn zuletzt als "Senior Lecturer", was hierzulande einem Hochschuldozenten im Rang eines Akademischen Rates oder Oberrates entspricht, wie z.B. Lebrecht von Klitzing ihn zuletzt an der Medizinischen Universität Lübeck innehatte.

Die Subdomain "Living Heritage" (lebendiges Erbe) der Lincoln Universität bietet einen Nachruf auf Neil Cherry an, der dem Wissenschaftler den Grad eines außerordentlichen Professors (Associate Professor) zuerkennt. Der Nachruf wurde anscheinend von einem Wegbegleiter Cherrys geschrieben und geht nicht weiter auf die Vergabe des akademischen Grades ein. Da Living Heritage jegliche Haftung für die Richtigkeit dort abgegriffener Informationen ablehnt, bleibt offen, welchen akademischen Grad Cherry zu Lebzeiten über den Dr. rer. nat. hinaus hatte. Diese Ungewissheit gilt auch für den dortigen Hinweis:

[...] Electromagnetic radiation (EMR) or "electronic smog" which he blamed for his illness was the topic of Dr Cherry's last 177 page research paper. It summarized the research linking radiation from cell phones, radio towers, and microwaves to health impacts like heart disease, cancer, and his own motor neuron disease. [...]

[Übersetzung: Elektromagnetische Strahlung (EMR) oder "Elektrosmog", die er für seine Krankheit verantwortlich machte, war das Thema von Dr. Cherrys letzter 177-seitiger Forschungsarbeit. Darin fasste er die Forschungsergebnisse zusammen, die die Strahlung von Mobiltelefonen, Funktürmen und Mikrowellen mit gesundheitlichen Auswirkungen wie Herzkrankheiten, Krebs und seiner eigenen Motoneuronerkrankung in Verbindung bringen.]

Sollte der Hinweis zutreffend sein, erklärt er plausibel den engagierten Feldzug, den Cherry auch nach der Diagnose seiner Krankheit gegen EMF und Icnirp führte. Er weist allerdings auch auf Befangenheit des Neuseeländers hin.

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Neil Cherry: eher Mobilfunkgegner, denn Wissenschaftler

H. Lamarr, München, (vor 3022 Tagen) @ H. Lamarr

Die Website von Neil Cherry, 2003 verstorbener ICNIRP-Kritiker und wissenschaftliches Rückgrat der ersten Generation europäischer Mobilfunkgegner, steht gegenwärtig mit einem Preis von 2000 Dollar zum Verkauf.

Die Website ist noch immer zu kaufen, von 2000 Dollar ist jetzt allerdings keine Rede mehr.

Dort wurden 30 wissenschaftliche Dokumente Cherrys (z.B. eigene Forschungsarbeiten) zu Preisen zwischen 5 Dollar und 30 Dollar als PDFs zum Kauf angeboten.

So ganz stimmt das nicht, denn Neil Cherry brachte auf dem Gebiet EMF praktisch keine eigene Forschung zustande. Der schwülstige Nachruf der Gigaherz-Evi ("Als im letzten Jahr plötzlich bekannt wurde, der Forscher Dr. Neil Cherry leide an einer unheilbaren neuromotorischen Krankheit, ging ein tiefes Erschrecken durch die Reihen aller, die so grosse Hoffungen auf die Arbeiten des Neuseeländer Wissenschafters gesetzt und sich auf seine bisherigen Aufsehen erregenden Forschungsergebnisse gestützt hatten.") ist daher nur irreführend, denn wissenschaftlich war Cherry in der EMF-Forschung völlig bedeutungslos. Er käute lediglich wieder, was andere zuvor entdeckt hatten. Dass er dennoch von frühen Mobilfunkgegnern und auch von Gigaherz hingebungsvoll gefeiert wurde lag u.a. daran, dass der Neuseeländer sogar die angeblichen biologischen Nebenwirkungen des Kurzwellensender Schwarzenburg in seinem Repertoire hatte. Dieses Repertoire unterscheidet sich allerdings in Nichts von dem heutiger laienhafter Mobilfunkgegner, die sich x-beliebiges Belastungsmaterial zusammensuchen und damit hausieren gehen. Cherrys originäre Leistung bestand darin, dass er dies noch in der Vor-Google-Ära zuwege brachte. Rückblickend sind seine "Forschungsarbeiten" freilich nicht besser als das, was organisierte Mobilfunkgegner wie Isabel Wilke, Jörn Gutbier oder Peter Hensinger sich heute zusammengoogeln und tendenziös interpretieren. Damals wie heute kommen dabei wissenschaftlich unhaltbare Behauptungen zustande, die bevorzugt in interessierten Kreisen (Profiteure der Angst vor Elektrosmog) Beachtung finden. Cherrys Behauptungen, z.B. zum angeblich unter EMF-Einwirkung gestörten Kalziumaustausch, beruhten auf dem Kenntnisstand von 1999, sie sind heute widerlegt. Cherry präsentierte gerne ein Zerrbild der Realität, indem er einzelne Alarmstudien als Stand des Wissens ausgab und alle Studien unter den Tisch fallen ließ, die seinen Alarmbotschaften nicht dienlich waren. Noch heute "informieren" organisierte Mobilfunkgegner ihre Anhänger nach eben diesem bewährten Schema der Desinformation.

Was Cherry bei Mobilfunkgegnern so beliebt machte war der Umstand, dass er sich in der Szene nicht vorsichtig zurückhaltend äußerte, wie dies Wissenschaftler gemeinhin tun, sondern dass er es krachen ließ: Wenn z.B. eine Krebsstudie um einen Rundfunksender am Rande von San Franzisko den Verdacht nährte, die Funkfelder des Senders könnten irgend etwas mit dem auffälligen Krebsgeschehen in der Region zu tun haben, dann machte Cherry kurzen Prozess und verkündete zur Begeisterung seines Laienpublikums: FM radio, TV signals and radar exposures cause significant and dose response increases in brain cancer, leukaemia and other cancers, and cardiac, neurological and reproductive health effects. Da sich nur wenige Wissenschaftler so weit vom Pfad der Tugend in Richtung Populismus entfernen blieb Neil Cherry wissenschaftlich ein Außenseiter, der allein unter Gesinnungsfreunden Beachtung und Anerkennung fand. So ist es typisch, dass Cherry auf den großen Jahrestagungen der BEMS fehlte, wohl aber auf der berühmt-berüchtigten "Salzburger Konferenz" des Mediziners und Mobilfunkgegners Gerd Oberfeld im Juni 2000 als Referent auftrat. Was er den Teilnehmern dort auftischte, kann man diesem Dokument aus dem Fundus der Lincoln-Universität entnehmen.

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Edler Zug: ein Käufer für Neil Cherrys Website

H. Lamarr, München, (vor 3021 Tagen) @ H. Lamarr

Auszüge aus dem prächtigen Gigaherz-Abgesang auf Neil Cherry vom 27. Mai 2003 [die Verfasserin der folgenden Zeilen war Deutschlehrerin in der Erwachsenenbildung; Anm. Spatenpauli]:

Dr. Neil Cherry, einer unserer Grössten, gestorben ...

Jetzt sind wir alle tief betroffen vom Tode eines unserer Besten, Mutigsten und Wertvollsten ...

... der Name Neil Cherry ist bekannt geworden rund um den ganzen Erdball, als Symbol für seriöse Wissenschaft, Wahrheitsliebe, Kampfgeist und grosses Verantwortungsbewusstsein gegenüber Mensch und Natur auf der ganzen Erde ...

Dr. Neil Cherry verdanken wir die Aufdeckung der Machenschaften der ICNIRP und deren nutzlose Empfehlungen für ebenso nutzlose Richtlinien zum Schutz vor elektromagnetischer Strahlung ...

Wir trauern um Neil Cherry, denn uns ist klar, dass eine Persönlichkeit und ein Wissenschafter seines Formats nur sehr schwer zu ersetzen sein wird ...

Dr. Neil Cherry war nicht nur ein grosser Wissenschafter, er war auch ein Gentleman vom Scheitel bis zur Sohle, vor dem wir uns, Abschied nehmend, verneigen. Wir haben mit ihm einen ganz Grossen verloren und er hinterlässt eine schmerzliche Lücke ...

Nun hat er, für uns alle, viel zu früh, das Tor zur Ewigkeit durchschritten, aber er hat uns sein Vermächtnis hinterlassen ...

Mit Dr. Neil Cherry ist ein grosses Licht erloschen ...

Also, jetzt mal unter uns Pfarrerstöchtern: Wenn diese geballte Lobhudelei nicht nur eine peinliche Sammlung hohler Phrasen war, der neue Eigentümer von Neil Cherrys Website kann eigentlich nur gigaherz.ch lauten.

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Neil Cherrys Website steht auch 2021 noch zum Verkauf

H. Lamarr, München, (vor 1820 Tagen) @ H. Lamarr

Die Website von Neil Cherry, 2003 verstorbener ICNIRP-Kritiker und wissenschaftliches Rückgrat der ersten Generation europäischer Mobilfunkgegner, steht gegenwärtig mit einem Preis von 2000 Dollar zum Verkauf.

Bald vier Jahre später: Die Website ist noch immer zu haben. Nur der Preis wird nicht mehr genannt, dieser muss jetzt explizit telefonisch beim Makler erfragt werden.

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Neil Cherrys Website steht auch 2023 noch zum Verkauf

H. Lamarr, München, (vor 1240 Tagen) @ H. Lamarr

Die Website von Neil Cherry, 2003 verstorbener ICNIRP-Kritiker und wissenschaftliches Rückgrat der ersten Generation europäischer Mobilfunkgegner, steht gegenwärtig mit einem Preis von 2000 Dollar zum Verkauf.

Bald vier Jahre später: Die Website ist noch immer zu haben. Nur der Preis wird nicht mehr genannt, dieser muss jetzt explizit telefonisch beim Makler erfragt werden.

Auch im Februar 2023, 20 Jahre nach Cherrys Tod, steht die Domain neilcherry.com weiterhin zum Verkauf. Von 2000 Dollar ist nicht mehr die Rede, mutmaßlich gibt es die Domain inzwischen zum Schnäppchenpreis.

Die zeitnahe Anteilnahme organisierter Mobilfunkgegner anlässlich Cherrys Tod beschränkte sich offenkundig auf mehr oder weniger schwulstige Beileidsbekundungen und auch heute noch wird der Neuseeländer zuweilen als erster furchtloser Endgegner Icnirps gerühmt – aber das war's dann auch. Bislang konnte sich keiner seiner glühenden Anhänger dazu aufraffen, die Domain zu erwerben und dem Vater aller späteren Icnirp-Kritiker dort ein Denkmal zu errichten. Stattdessen angelte sich ein überforderter Schweizer lieber die Domain icnirp.ch, während einem anderen überforderten Schweizer sein eigenes Denkmal wichtiger war :-(.

Dabei ließe sich mit neilcherry.com allerlei anstellen. Würde Icnirp die Domain kaufen, könnte der Verein z.B. eine Weiterleitung auf die Icnirp-Website schalten und so späte Rache an dem Kritiker üben. Oder ein x-beliebiger Anti-Mobilfunk-Verein, der dringend Traffic benötigt, könnte sich ebenfalls mit einer Weiterleitung ein paar Kirschenfans angeln. Geradezu prädestiniert dafür sehe ich eifrige Icnirp-Kritiker unserer Tage, weil die das Erbe von Cherry angetreten haben. Stattdessen passiert – nix. Es ist zum heulen ...

:crying:

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Neil Cherrys Website gibt es nicht zum Schnäppchenpreis

H. Lamarr, München, (vor 1238 Tagen) @ H. Lamarr

Auch im Februar 2023, 20 Jahre nach Cherrys Tod, steht die Domain neilcherry.com weiterhin zum Verkauf. Von 2000 Dollar ist nicht mehr die Rede, mutmaßlich gibt es die Domain inzwischen zum Schnäppchenpreis.

Von wegen Schnäppchenpreis! Der mit dem Verkauf von Cherrys Domain im Auftrag der Domaineigentümer beauftragte Domainhändler nennt auf Anfrage jetzt einen Verkaufspreis von 3000 US$. Das ist aus meiner Sicht eine völlig überzogene Preisvorstellung.

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Neil Cherrys Website steht auch 2026 noch zum Verkauf

H. Lamarr, München, (vor 1 Tag, 13 Stunden, 51 Min.) @ H. Lamarr

Die Website von Neil Cherry, 2003 verstorbener ICNIRP-Kritiker und wissenschaftliches Rückgrat der ersten Generation europäischer Mobilfunkgegner, steht gegenwärtig mit einem Preis von 2000 Dollar zum Verkauf.

[...]

Auch im Februar 2023, 20 Jahre nach Cherrys Tod, steht die Domain neilcherry.com weiterhin zum Verkauf. Von 2000 Dollar ist nicht mehr die Rede, mutmaßlich gibt es die Domain inzwischen zum Schnäppchenpreis.

23 Jahre nach Cherrys Tod hat sich die Situation nur insofern verändert, dass der Domainhändler (GoDaddy) für die Domain jetzt einen Preis von 3514 Euro ausgerufen hat (etwa 4015 US$). Das Geschäftsmodell der Domainhändler ist mir schleierhaft: Könnte ich eine Domain zum ausgerufenen Preis nicht verhökern, würde ich den Preis senken, um so neue Käuferschichten zu erschließen. Die Domainhändler aber erhöhen den Preis, womit Cherrys Domain von Jahr zu Jahr unerschwinglicher wird und erst recht keinen Käufer findet :no:.

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