1 Mio. Etat zum Verforschen bereitgestellt (Allgemein)
Wer sich bis 28. Februar 2006 mit einem Forschungsprojekt bewirbt, kann, wenn das Projekt angenommen wird, von der betreibernahen Schweizerischen Forschungsstiftung Mobilkommunikation mit Finanzierungshilfen rechnen. In dem dafür bereitgestellten Topf warten 1 Mio. CHF darauf, verforscht zu werden. Wie es in der Ausschreibung heißt, sind auch private Forschende im In- und Ausland zugelassen. Fee & shimra: Was meinen Sie, ist das nicht geradezu eine Aufforderung, für den hier vor einigen Wochen einmal diskutierten Versuch zur Elektrosensibilität eine Finanzspritze zu beantragen?
Aus dem Originaltext der Ausschreibung...
Die Forschungsstiftung Mobilkommunikation fördert innovative Forschungsprojekte, die sich mit aktuellen Fragen zur Mobilkommunikation beschäftigen, insbesondere zu Fragen der längerfristigen Implikationen für Gesellschaft, Umwelt und Gesundheit.
Mit diesem Schreiben möchten wir Sie und mögliche Interessenten Ihrer Institution auf die nächste Forschungsausschreibung, die zeitlich mit der Ausschreibung des nationalen Forschungsprogramms 57 koordiniert ist, aufmerksam machen. Für folgende Themenbereiche können Projektskizzen eingereicht werden:
Biologie und Gesundheit: Biologische Effekte von EMF, Wirkmechanismen, gesundheitliche Effekte von EMF, EMF-Sensibilität
Technologie und Gesellschaft: Auswirkungen von Technologietrends im Bereich "Wireless" auf Wirtschaft und Gesellschaft, Risikodiskurs EMF, Möglichkeiten und Grenzen von Technologieprognosen im Mobilfunkbereich, Optimierungspotentiale bezüglich EMF-Immissionen. Die Aufzählung ist nicht als abschliessend zu verstehen.
Eingabetermin für Projektskizzen ist der 28. Februar 2006
Das Einreicheverfahren ist zweistufig. Bis am 28. Februar 2006 müssen Projektskizzen auf dem Formular "Pre-Proposal" eingereicht werden. Die Skizzen werden vom wissenschaftlichen Ausschuss der Forschungsstiftung gesichtet. Die Gesuchsteller der ausgewählten Skizzen werden aufgefordert, ihr Projekt bis 16. Juni 2006 zu einem Full-Proposal (Formular "Full-Proposal") auszuarbeiten. Zur Teilnahme bewerben können sich öffentliche und private (in- und ausländische) Forschungsinstitutionen und Forschende. Insgesamt stehen für diese Ausschreibungsrunde CHF 1 Mio. zur Verfügung.
Unter http://www.mobile-research.ethz.ch/ausschreibung.htm finden Sie weitere Informationen sowie die oben erwähnten Formulare zur Einreichung Ihrer Projektskizze. Fragen richten Sie bitte per Email an
info@mobile-research.ethz.ch.
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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –
1 Mio. Etat zum Verforschen bereitgestellt
"Zum Verforschen bereit gestellt". Ganz richtig. Damit hat man nun vier weitere Jahre Zeit, um zu (ver)forschen, wobei - jede Wette - am Ende nichts herauskommt (gar nichts heraus kommen darf!) und danach Konsequenzen gezogen werden. Dies alles geschieht auf Kosten des Steuerzahlers. Denn wer finanziert denn diese Studie?
So verschafft sich die Politik vier weitere Jahre Luft und muss nichts entscheiden und die Industrie kann vier Jahre lang aufatmen.
Wir können aber nicht so lange warten, denn das Leben eines Menschen ist endlich, nicht unendlich. Darum muss der Widerstand weitergehen, völlig unabhängig, was Forscher in den 4 Jahren tun.
Die Mobilfunker widersprechen sich ja andauernd selber. Denn sie sagen auf der einen Seite, es gebe schon 20 000 Studien, die beweisen, dass Mobilfunk unschädlich ist und auf der anderen Seite sagen sie aber, die Unschädlichkeit von etwas lässt sich nicht beweisen.
Wenn es immer wieder heisst, die Schädlichkeit des Mobilfunks lasse sich nicht eindeutig beweisen, so müssen die Erfahrungen herangezogen werden und schon beim blossen Verdacht und erst recht bei ständiger Zunahme von konsistenten Hinweisen, muss ein Marschhalt eingelegt werden. Es nützt doch unseren Kindern in 10-20 Jahren nichts, wenn wir ihnen dann sagen, dass es halt so lange gedauert hat, bis wissenschaftliche Beweise vorliegen. Sollen wir ihnen dann sagen: "Pech gehabt?"
Evi
1 Mio. Etat zum Verforschen bereitgestellt
Fee & shimra: Was meinen Sie, ist das nicht geradezu eine Aufforderung, für den hier vor einigen Wochen einmal diskutierten Versuch zur Elektrosensibilität eine Finanzspritze zu beantragen?
Es ehrt mich wirklich, was Sie mir alles zutrauen, aber spätestens beim Pre-Proposal dürfte es etwas schwierig werden. Als elektrosensibel bin ich manchmal so etwas wie ein unfreiwilliger Forscher. Ich müsste jedoch einen Wissenschaftler ins Boot holen können.
Was ich dafür gemacht habe, mich mündlich und schriftlich gemeldet bei http://www.snf.ch/de/rep/nat/nat_nrp_57.asp Was ich noch machen kann, mit einem bekannten überlasteten Elektrosmogspezialisten Kontakt aufzunehmen versuchen, vielleicht hat dieser auch wieder Kontakte.
Noch zu ethz: es wäre interessant allfällige Verflechtungen zwischen snf und ethz zu kennen, die über eine zeitliche Koordination hinausgehen. Ein "schöner" Satz, ist derjenige, dass nur Forschungen unterstützt werden, die mit den Zielen der ethz übereinstimmen. Wer Hr. Dürrenberger u.Co kennt und den Zwischenbericht zur TNO-Replikation, weiss, dass es mit einiger Sicherheit nicht zu dessen Zielen gehört, nachzuweisen, dass es Elektroensible gibt und der massive Ausbau auch sonst ungesund ist. Man stelle sich vor, UMTS und WiMAX würden gestoppt bzw. die bereits vorhandenen stillgelegt.
1 Mio. Etat zum Verforschen bereitgestellt
Ergänzend zu meinem letzten Posting möchte ich hinzufügen:
Es wird immer mit der "Wissenschaft" operiert, die Schäden nachweisen muss.
Wissenschaft kommt von "Wissen schaffen". Nun gibt es die Schulwissenschaft und die Erfahrungswissenschaft. Und da ist die Erfahrungswissenschaft der Schulwissenschaft um einiges voraus. Denn aufgrund von Erfahrungen wurde seit jeher von der Schulwissenschaft weiter geforscht und ein Beweis erbracht. Nur wissen wir ebenso genau, dass die Schulwissenschaft der Erfahrung immer hinterherhinkt. Nehmen wir das Beispiel von dem verseuchten Brunnen in Soho, von dessen Wasser die Menschen seinerzeit an Cholera erkrankten. Also Erfahrung! Der Choleraerreger wurde dann von der Schulwissenschaft erst 30 Jahre später entdeckt.
Ein anderes Beispiel: Der Wiener Arzt Ignaz Philipp Semmelweis wurde von seinen Berufskollegen anfangs verlacht, als er sagte, Hebammen und Ärzte müssten sich nur die Hände sauber waschen, um das Kindbettfieber, an dem damals viele Frauen starben, zu verhüten. Aber er hatte Recht.
Das sind alles Erfahrungen. Wäre mit Massnahmen zugewartet worden, bis die Schulwissenschaft Beweise erbracht hätte, so kann sich jeder getrost selber ausmalen, wieviele Opfer mehr es gegeben hätte.
Das Tragische ist nur, dass die Menschheit nie was dazu lernt. Sonst müsste man längst aufhorchen bei der ständig wachsenden Zahl von Menschen, die seit der Einführung der Mobiltelefonie an den bekannten Beschwerden leiden, statt beschwichtigend und beruhigend zu sagen: Ist wissenschaftlich nicht erwiesen. Diesen Satz höre ich auch von Leuten, die auf den schädlichen Gebrauch des Handys aufmerksam gemacht werden. Es ist ja so beruhigend, wenn man die Wahrheit nicht hören will.
Wenn es um die Gesundheit und das Leben von Menschen geht, müsste bei einem blossen Verdacht schon gehandelt werden und nicht erst dann, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist
Evi