Kolporteure, die Totengräber der Anti-Mobilfunk-Szene (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 20.10.2013, 23:39 (vor 3900 Tagen) @ H. Lamarr

Noch bis heute dauert die 21. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) e. V., die seit 17. Oktober in Wiesbaden stattfindet.

Bei dieser Tagung kommen regelmäßig mehr als 2000 Wissenschaftler und Behandler zusammen, alles Leute vom Fach.

Was können Mobilfunkgegner dagegen ausrichten?

Nichts.

Es sei denn, sie flüchten sich in Verschwörungsthesen. So geschehen heute im Gigaherz-Forum. Dort schreibt Präsident Jakob:

Da hatten wir doch ganz am Anfang von Gigaherz eine Riesendiskussion mit dem Inselspital (Universitätsspital) in Bern. Dort wurde ein sogenanntes Schlaflabor mit damals modernsten Apparaturen und Geräten eingerichtet. Wie wir herausgefunden hatten, war alles von Orange gesponsert worden. Was der Neutralität der Schlafforscher überhaupt keinen Abbruch getan habe.(??) Ich muss dazu nächste Woche einmal ins Archiv hinunter steigen.
Hans-U. Jakob (Gigaherz.ch)

Jakobs Unterstellung: Wenn Orange dem Schlaflabor finanziell unter die Arme gegriffen hat, revanchiert sich das Schlaflabor damit, nie und nimmer Schlafstörungen in Zusammenhang mit Mobilfunk zu sehen.

Dass Orange mit einer gewinnmindernden Spende bereits eine hübsche Steuerersparnis erzielt und daher nicht zwingend auf Gegenleistung pochen muss, das sieht Jakob nicht.

Doch es kommt noch viel schlimmer.

Ich bin mal eben in Jakobs Archiv hinunter gestiegen und darf verkünden: Der Präsident irrt. Er hat gar nicht herausgefunden, dass Orange das Schlaflabor gesponsort hat! Dabei handelt es sich lediglich um ein (2004) aufgeschnapptes oder selbst erfundenes Gerücht, das bis heute unbestätigt geblieben ist.

Nachzulesen ist das <hier> (Abschnitt: Wir forderten Aufklärung).

Es ist wie immer bei Jakob: Der Präsident hat von einem 100-Teile-Puzzle drei oder vier Puzzle-Teile und reimt sich daraus das Motiv zusammen, das seiner Interessenlage entspricht. Dann ein bisschen www (wischen, warten, wedeln) und aus der wilden Spekulation wird eine ebenso knackige wie falsche Tatsachenbehauptung. Und "wuff" assistiert diensteifrig seinem Präsidenten. Diese Kolportagelust ist der grauenvolle Geburtsfehler, der die Anti-Mobilfunk-Szene trotz ihrer 20 Jahre im Wachstumsstadium eines unterhaltsamen Kleinkindes verharren lässt.

Kolporteure, sie sind die Totengräber der Anti-Mobilfunk-Szene. Nur, würden alle Kolporteure der Szene verwiesen, käme dies einer Selbstauflösung gleich.

Hintergrund
Kolportage - heutige Begriffsverwendung
Erster Kontakt der Gigaherzchen mit dem Schlaflabor Lindenhofspital 2001 - Dort wird berichtet, eine Testperson habe neben einem eingeschalteten Handy besser geschlafen als eine neben einem ausgeschalteten Handy. Zehn Jahre später wurde dieser überraschende schlaffördernde Effekt auch in der bekannten Schlafstudie der Charité beobachtet.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Kolportage, Kolporteur, Fehlschlag


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