Nutzloser Sprengstoff-Detektor: tödlicher Bluff (Esoterik)

Raylauncher @, Freitag, 03.05.2013, 17:59 (vor 4697 Tagen)

"60 Millionen Euro verdiente James McCormick mit dem Verkauf eines nutzlosen Sprengstoff-Detektors. Der Apparat kostete allein im Irak Hunderte Menschen das Leben. Ein britischer Richter verdonnerte ihn jetzt wegen Betrugs zu zehn Jahren Gefängnis - und hätte gern noch härter gestraft. weiter

Parallelen zu Anbietern anderer esoterischer "Erfindungen" sind nicht zu übersehen. Es ist kaum zu glauben, dass dieser simple Fake so lange unentdeckt blieb. Hat das Ding denn nie einer aufgeschraubt? Nun ja, der Glaube an geheimnisvolle Wirkungsmechanismen versetzt eben Berge ...

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Tags:
Detektor, Betrug

Nutzloser Sprengstoff-Detektor: tödlicher Bluff

Alexander Lerchl @, Freitag, 03.05.2013, 19:15 (vor 4697 Tagen) @ Raylauncher

"60 Millionen Euro verdiente James McCormick mit dem Verkauf eines nutzlosen Sprengstoff-Detektors. Der Apparat kostete allein im Irak Hunderte Menschen das Leben. Ein britischer Richter verdonnerte ihn jetzt wegen Betrugs zu zehn Jahren Gefängnis - und hätte gern noch härter gestraft. weiter

Parallelen zu Anbietern anderer esoterischer "Erfindungen" sind nicht zu übersehen. Es ist kaum zu glauben, dass dieser simple Fake so lange unentdeckt blieb. Hat das Ding denn nie einer aufgeschraubt? Nun ja, der Glaube an geheimnisvolle Wirkungsmechanismen versetzt eben Berge ...

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Als ich vor ein paar Monaten in Bagdad war, nahm ich an, diese Dinger, mit denen auch unsere Autos gecheckt wurden, würden irgendwelche Sender aufspüren, die z.B. für Peilungen genutzt würden. Dass damit Sprengstoff aufgespürt werden können sollte, daran hätte ich keine Sekunde geglaubt. In der Tat, der Glaube muss schon sehr stark sein. Im Artikel steht sinngemäß die Aussage: wir wissen, dass die Dinger nix taugen, wir haben aber nix anderes. Erinnert mich an die Knatterbüchsen von Waldman-Selsam und anderen Mitstreiter/Innen. Macht zwar keinen mehr wuschig, aber was anderes haben wir halt nicht. :-)

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"Ein Esoteriker kann in fünf Minuten mehr Unsinn behaupten, als ein Wissenschaftler in seinem ganzen Leben widerlegen kann." Vince Ebert

Nutzloser Sprengstoff-Detektor: tödlicher Bluff

Sektor3, Freitag, 03.05.2013, 19:20 (vor 4697 Tagen) @ Raylauncher
bearbeitet von Sektor3, Freitag, 03.05.2013, 19:48

"60 Millionen Euro verdiente James McCormick mit dem Verkauf eines nutzlosen Sprengstoff-Detektors. Der Apparat kostete allein im Irak Hunderte Menschen das Leben. Ein britischer Richter verdonnerte ihn jetzt wegen Betrugs zu zehn Jahren Gefängnis - und hätte gern noch härter gestraft. weiter

McCormick's Problem war mMn nicht, dass seine Geräte nicht funktionierten, sondern seine unfähigen Verteidiger. Hier im Forum hätte er mMn hochkarätige Experten und Sachverständige gefunden, die die Wirkungsweise seiner Detektoren auch für Laien verständlich beschreiben und beweisen können.

Wiki sagt, wie das Gerät funktioniert:
"The ADE 651 consists of a swivelling antenna mounted via a hinge to a plastic handgrip. It requires no battery or other power source; its manufacturer claimed that it is powered solely by the user's static electricity. To use the device, the operator must walk for a few moments to "charge" it before holding it at right angles to the body. After a substance-specific "programmed substance detection card" is inserted, the device is supposed to swivel in the user's hand to point its antenna in the direction of the target substance. The cards are claimed to be designed to "tune into" the "frequency" of a particular explosive or other substance named on the card.[9]"

Im Wiki-Artikel wird danach ein Experte mit einem Erfahrungsbericht zitiert. Ich könnte schwören, dass ich das schon mal gelesen habe.
"According to Husam Muhammad, an Iraqi police officer and user of the ADE 651, using the device properly is more of an art than a science: "If we are tense, the device doesn't work correctly. I start slow, and relax my body, and I try to clear my mind."[10]"

Das israelische Militär hatte den Apparat schon 2008 als Betrug entlarvt, das amerikanische FBI warnte mehrfach vor Apparaten, die auf dem Prinzip der Wünschelrute basierten. Im Sommer 2009 wurde die absolute Wirkungslosigkeit in einem Test der US-Armee nachgewiesen. Im Januar 2010 wurde McCormick wegen Betrugsverdacht verhaftet und der Export seines Detektors verboten. Trotzdem ist es bis heute im Einsatz:
""Ich weiß, dass die Dinger nutzlos sind, aber wir haben ja nichts anderes", sagte ein Sicherheitsmann, der an der Einfahrt zu einem Beiruter Parkhaus nach Autobomben forschte."

Tags:
Okkultismus

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