Zurück auf Null: FDP und Mobilfunkgegner (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 21.12.2011, 11:30 (vor 5195 Tagen)

Heute im "Spiegel":

"Der Höhenflug der Piraten hält an: Laut einer aktuellen Umfrage würden neun Prozent der Wähler für die Partei stimmen - ein ordentlicher Zuwachs im Vergleich zur Vorwoche. Trostlos abgeschlagen ist dagegen die FDP, sie kommt nur noch auf zwei Prozent."

Der Absturz der FDP erinnert mich an meine Erwartungen, als ich 2002 mit meiner Frau hoffnungsvoll in die damals vermeintlich stürmisch nach Bedeutung drängende "Bewegung" der Mobilfunkgegner eintrat. Doch nach ein paar Jahren der Westerwellisierung waren wir gründlich kuriert: Ja doch, Mobilfunkgegner wirken aus der Ferne oder oberflächlich betrachtet wie eine Macht, wer aber näher herantritt oder sich mit der Szene auseinandersetzt erkennt, es ist tatsächlich eine Macht - eine im Sandkasten.

Was FDP und Mobilfunkgegnerei gleichermaßen zerbröselt ist mMn die Diskrepanz zwischen geharnischtem Auftreten solange es um populistische Forderungen geht, und kläglichem Einknicken, wenn die Forderungen auf dem Prüfstand der Realität schon unter schwacher Last zerbersten wie Plundergebäck. Vielleicht ist es bei Mobilfunkgegnern auch die beträchliche Anzahl der Skandale, die einen die Entfaltung der Akteure völlig zu recht eher bei Kaffeefahrten ansiedeln lässt, als in den Parlamenten der Republik. Bei der FDP bin ich mir nicht sicher, bei der Mobilfunkgegnerei dagegen schon.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

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Kaffeefahrt

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