Schützt schwache Dauerstahlung vor hohen Dosen? (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 25.05.2010, 22:24 (vor 5758 Tagen)

Auf "arte" lief soeben eine interessante Sendung (Tschernobyl - Die Natur kehrt zurück) über ein Tierexperiment mit ionisierender Strahlung. Die Wissenschaftler bestrahlten zwei Gruppen von Mäuse mit starker ionisierender Strahlung (1,5 Gray), bekanntermaßen genug, um DNA-Strangbrüche am laufenden Band zu produzieren. Die eine Gruppe Mäuse wurde zuvor schwacher ionisierender Strahlung ausgesetzt, wie sie z.B. in einigen Regionen Bayern am Waldboden anzutreffen ist, die andere Gruppe war zuvor unbestrahlt. Das verblüffende Ergebnis des Experiments: Die zuvor unbestrahlen Mäuse zeigten 24 Stunden nach der 1,5-Gray-Bestrahlung die erwarteten DNA-Schäden, bei den zuvor schwach belasteten Mäusen waren dagegen die DNA-Schäden weitaus schwächer ausgeprägt. Die schwache Strahlung hatte die Mäuse anscheinend gegen die starke Strahlung immunisiert.

Ich stelle dies deshalb hier ein, weil beim Mobilfunk eine ähnliche Situation auf dem Gebiet der nichtionisierenden Strahlung herrscht: Schwache Dauerbefeldung durch Basisstationen und kurzzeitige starke Befeldung durch Mobiltelefone. Was immer daraus für Schlüsse gezogen werden können, sie weisen mMn nicht in Richtung Gefahr, sondern in die andere Richtung.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Schützt schwache Dauerstahlung vor hohen Dosen?

Kuddel, Dienstag, 25.05.2010, 22:40 (vor 5758 Tagen) @ H. Lamarr

...Die schwache Strahlung hatte die Mäuse anscheinend gegen die starke Strahlung immunisiert.

Ich stelle dies deshalb hier ein, weil beim Mobilfunk eine ähnliche Situation auf dem Gebiet der nichtionisierenden Strahlung herrscht: Schwache Dauerbefeldung durch Basisstationen und kurzzeitige starke Befeldung durch Mobiltelefone.

Lautet die übertragene Botschaft, die Evolution wird uns resistent(er) machen, bzw eine "Impfung" mit schwacher Mobilfunkstrahlung läßt uns starke Strahlung besser "vertragen" ?

Wenn es so wäre, bliebe zu berüchsichtigen, dass Evolution und Anpassung bei kurzlebigen Mäusen (Lebenserwartung < 2 Jahre) wesentlich "schneller" abläuft, als beim Menschen (>60Jahre).

Schützt schwache Dauerstahlung vor hohen Dosen?

H. Lamarr @, München, Dienstag, 25.05.2010, 23:22 (vor 5758 Tagen) @ Kuddel

Lautet die übertragene Botschaft, die Evolution wird uns resistent(er) machen, bzw eine "Impfung" mit schwacher Mobilfunkstrahlung läßt uns starke Strahlung besser "vertragen" ?

Ja, das wäre wohl der logische Schluss, wenn sich IS-Effekte auf NIS übertragen ließen, was aber vermutlich nicht der Fall ist da die Wirkmechanismen so unterschiedlich sind. Ich hab's eigentlich wegen der Paniker eingestellt, die einem einreden wollen, dass schwächste Dauerstrahlung beim Mobilfunk das ominöse "Mikrowellensyndrom" a la Waldmann-Selsam auslösen sollen. Möglicherweise, so der Gedanke, isses ja genau andersrum, und die schwachen Felder "härten" uns nur ab. Ich finde diese Überlegung nicht unsinniger als die vom "Mikrowellensyndrom".

Wenn es so wäre, bliebe zu berüchsichtigen, dass Evolution und Anpassung bei kurzlebigen Mäusen (Lebenserwartung < 2 Jahre) wesentlich "schneller" abläuft, als beim Menschen (>60Jahre).

Kapiere ich nicht. Meinen Sie, die "Immunisierung" dauert beim Menschen viel länger als bei Mäusen?

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Schützt schwache Dauerstahlung vor hohen Dosen?

H. Lamarr @, München, Montag, 31.05.2010, 00:06 (vor 5753 Tagen) @ H. Lamarr

Damit jedem klar wir, wovon wir hier überhaupt reden, habe ich mal ins Bild gesetzt, was unter "hohen Dosen" im allgemeinen zu verstehen ist :wink::

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