Gepulste Felder bei einer Kernspin-Tomographie (MRT) (Allgemein)

Kuddel, Samstag, 26.09.2009, 22:01 (vor 5382 Tagen)

Möglicherweise hat der eine oder andere schon einmal eine medizinische Untersuchung basierend auf der MRT-Technik mitgemacht. (Magnet-Resonanz- bzw Kernspin-Resonanz Tomographie)
Auch Untersuchungen am lebenden Gehirn werden mit solchen Systemen durchgeführt.

Für Besucher eines Elektrosmog-Forums dürften die technischen Parameter eines solchen Systems interessant sein, da sowohl enorm starke, gepulste Hochfrequenzsignale eingesetzt werden, als auch enorm starke statische- und dynamische Magnetfelder, denen Baubiologen ja eine erhebliches Schadenspotential nachsagen.

Der Patient liegt während der ca 20..40 Minuten dauernden Untersuchung (also "etwas mehr" als ein durchschnittliches Handytelefonat) in einer Röhre, welche technisch gesehen einen enorm starken Ringmagneten enthält, dessen statische Magnetfeldstärke circa dem 10.000 bis 100.000- fachen des Erdmagnetfelds entspricht.

Diesem statischen Magnetfeld wird ein gepulstes Magnetfeld von ca 20.000 Mikrotesla überlagert, genannt Gradientenmagnetfeld. Ein und Ausschalten des Gradientenmagnetfelds bewirkt die charakteristischen, sehr lauten "Klack-Klack" Geräusche während der Untersuchung, welche durch die abrupten Stromlußänderungen in den Gradientenspulen hervorgerufen werden.

Hinzu kommt ein gepulstes Hochfrequenzfeld, welches von speziellen Antennen in Ringform (genannt "Bird-cage") in den Körper eingestrahlt- und auch zu nahezu 100% absorbiert wird. Die Pulsdauer liegt im Bereich einiger hundert Mikrosekunden (ähnlich GSM), die Pausendauer bei einigen 100mS.
Die Frequenz des Feldes beträgt je nach verwendeter Magnetfeldstärke zwischen 70 und 300 MHz.

Die Puls-Spitzenleistung beträgt dabei ca 10.000 Watt (wow!).
Für die Baubiologen unter den Lesern, das sind 10.000.000.000 Mikrowatt.
Oder anders ausgedrückt: Der Spitzenleistung des Hochfrequenzfeldes bei einer MRT hat die 10.000-fache Leistung eines Mobiltelefons, bzw die 40.000-fache Leistung eines DECT Telefons.
Allein beim Gedanken daran kann einem ganz schön mulmig werden (sogar mir ;-))

Die zulässige mittlere SAR während einer MRT-Untersuchung liegt je nach Körperregion zwischen 3..20 W/kg und wird über die Puls-Pausendauer gesteuert.
Spezielle "Fail-Safe" Schutzmechanismen überwachen die SAR-Werte, denn bei einem technischen Ausfall der Pulsung würde der Patient innerhalb von Sekunden gekocht werden.

Nun rechnen Baubiologen ja gern in Leistungsflußdichten und Feldstärken.
Ganz einfach läßt sich das nicht umrechnen, da wir es mit "Nahfeld-Bedingungen" zu tun haben, im Gegensatz zum Fernfeld bei Mobil-Basisstationen.
Grob über den Daumen gepeilt, dürfte die Leistungsflußdichte während einer MRT-Untersuchung bei mehr als 20.000.000.000 uW/m² (Spitzenwert) liegen, die elektrischen Feldstärken bei einigen 1000 V/m (Spitzenwert).

Angesichts dieser Zahlenmonster müßte sich jeder Baubiologe allein beim Gedanken an eine MRT vor Schmerzen winden, liegen diese Werte doch Milliardenfach oberhalb der baubiologischen Richtwerte.....dennoch bin ich sicher, auch der Baubiologe wird sich einer MRT-Untersuchung unterziehen, wenn es für ihn einmal wirklich "ernst" werden sollte...

K

Quellen:
Wikipedia
Patienteninformation einer Klinik zur MRT
Sicherheitsaspekte bei MRT Untersuchungen (PDF)

[Admin: siehe auch diesen Anschlussstrang vom Dezember 2013]

Tags:
Magnetfeld, MRT, Magnetresonanztomographie


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