Risikowahrnehmung in Schieflage (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 25.09.2007, 12:29 (vor 6116 Tagen) @ Doris

Wer mischt hier mit, dass speziell für Kinder und Jugendliche gemachte sachliche Aufklärungsarbeit von einer offiziellen Behörde nicht dahin gelangt, wo sie wirklich hingehört.

Oder: Wer unterlässt hier das Mitmischen?! Ich kenne Kritiker, auch einflussreiche, die allen Ernstes der Meinung sind, das BfS (in Gestalt einiger BfS-Frontleute für nichtionisierende Strahlung) sei korrupt - und deshalb sei das Informationsmaterial des BfS unbrauchbar. Per Mund-zu-Mund-Propaganda wird dies dann als "Insiderinformation" in Umlauf gebracht. Und längst nicht jeder prüft dann den Wahrheitsgehalt dieser Behauptung. Es kann also gut sein, dass Kritiker es auf dem eigenen Kerbholz haben, dass das BfS-Material in Lagerhallen vergammelt.

Vielleicht ist alles einfach auch nur eine Sache der Zeit. Erst vor wenigen Tagen habe ich gelesen, dass über ein Solariumverbot für Jugendliche unter 18 nachgedacht wird, da Hautkrebs stark ansteigt.

Diese reale Gefahr wird trotz etlicher Warnungen kaum wahrgenommen. Alle wollen se knackig braun sein, wirkt angeblich imagefördernd. Erinnert mich stark an die Angst vor Funkfeldern: Beim niedlichen Handy wird diese Angst (zu Unrecht) nahezu völlig ausgeblendet, beim klobigen Sendemast wird diese Angst (ebenfalls zu Unrecht) bis zur Hysterie hochgepeitscht. Verkehrte Welt. Und wenn man drüber nachdenkt, warum dies so verkehrt ist, dann kommt nichts Schmeichelhaftes dabei heraus - also lassen wir das lieber.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Unterstellung, Risiko, Korruption, Risikowahrnehmung, Propaganda, Wutbürger, Schieflage, Mobilfunkgegner, Entwerung


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