Standortwahl Hausbau (Allgemein)

bart0815, (vor 5183 Tagen)

Hallo zusammen,

ich bin auf dem Gebiet Mobilfunk eine Leihe und benötige etwas Hilfe bei der Entscheidung. Wir wollen ein Grundstück kaufen, das uns von der Lage sehr sehr gut gefällt. Allerdings befinden sich in unmittelbarer Umgebung einige Mobilfunk- und Richtfunkmasten (ca. 100 - 150m). Das Grundstück liegt an der Frankenwarte bei Würzburg. Wir haben jetzt mal mit dem HF 35c selbst gemessen und einen deutlich höheren Wert als in der Nähe unserer jetzigen Wohnung festgestellt. In Richtung der Masten waren als Spitzenwert immer 300 bis 400yW/m2 gemessen worden. Wir haben auch festgestellt, dass dies immer noch viel niedriger ist, als im Bereich eines Mobilfunkmasten in der Stadt oder eines W-Lan oder DECT Gerätes. Da es aber auch Orte gibt, an denen man kaum eine Belastung feststellen kann, ist unsere Frage, ob wir diese nicht vorziehen sollen. Vielleicht könnt Ihr uns bei unseren Fragen etwas weiterhelfen. Wie ist denn die Strahlenbelastung im Haus bei den o. g. Werten? Kann es sein, dass die Belastung in der Höhe (1.OG) höher wird, dan man weiter aus dem Strahlungsschatten kommt?
Vielen Dank

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H. Lamarr, München, (vor 5183 Tagen) @ bart0815

Wir wollen ein Grundstück kaufen, das uns von der Lage sehr sehr gut gefällt. Allerdings befinden sich in unmittelbarer Umgebung einige Mobilfunk- und Richtfunkmasten (ca. 100 - 150m). Das Grundstück liegt an der Frankenwarte bei Würzburg. Wir haben jetzt mal mit dem HF 35c selbst gemessen und einen deutlich höheren Wert als in der Nähe unserer jetzigen Wohnung festgestellt. In Richtung der Masten waren als Spitzenwert immer 300 bis 400yW/m2 gemessen worden.

Freuen Sie sich, das ist weniger als die Hälfte des echten Salzburger Vorsorgewerts, den auch die sogenannte BioInitiative fordert.

Wir haben auch festgestellt, dass dies immer noch viel niedriger ist, als im Bereich eines Mobilfunkmasten in der Stadt oder eines W-Lan oder DECT Gerätes.

Wenn Sie nur Spitzenwerte betrachten, stimmt das, was Sie schreiben. Nur, die Spitzenwerte sind bei Hochfrequenz in den Frequenzbereichen, die Sie ängstigen, nicht maßgebend, sondern die gemittelten Messwerte (bei Ihrem Messgerät Schalterstellung "Mittelwert"). Da schrumpft z.B. das vermeintlich mörderisch strahlende DECT dann per Knopfdruck auf bescheidene Werte. Dieser Effekt tritt bei allen Emissionsquellen auf, bei denen einem kurzen Sendepuls eine lange Sendepause folgt, bei DECT ist dies der Fall und auch bei W-LAN, wenn keine Daten übertragen werden.

Da es aber auch Orte gibt, an denen man kaum eine Belastung feststellen kann, ist unsere Frage, ob wir diese nicht vorziehen sollen. Vielleicht könnt Ihr uns bei unseren Fragen etwas weiterhelfen.

Objektiv gesehen gibt es aus meiner Sicht keinen Grund, das Grundstück nicht zu nehmen. Selbst wenn noch ein Antennenkranz dazu kommt, sehe ich Sie tief im grünen Bereich. Aber: Die "gefühlte subjektive Angst" vor Sendemasten kann ich Ihnen mit Sachargumenten nicht nehmen, da müssen Sie selber ran. Gelingt Ihnen das nicht, stelle ich es mir belastend vor, ständig das Corpus Delicti (Mast) vor Augen zu haben - Sie laufen dann mMn Gefahr, sich eine somatoforme Störung zuzulegen, um den Leidensdruck irgendwie abzubauen. Sollten Sie also für dieses Szenario empfänglich sein, werden Sie mit dem Grundstück möglicherweise nicht glücklich.

Wie ist denn die Strahlenbelastung im Haus bei den o. g. Werten?

Das hängt von den Baumaterialien ab, Faktor 10 bis 100 geringere Werte sollten jedoch ohne besondere Maßnahmen drin sein. Wenn Sie's genauer wissen wollen, eine Gratis-Broschüre (PDF) des Bayerischen LfU gibt kompetent Auskunft:

http://www.bestellen.bayern.de/application/stmug_app000009?SID=348731048&ACTIONxSETVAL%28artdtl.htm,APGxNODENR:31,AARTxNODENR:7470,USERxARTIKEL:artlist1.htm%29=Z

Kann es sein, dass die Belastung in der Höhe (1.OG) höher wird, dan man weiter aus dem Strahlungsschatten kommt?

Richtig, eine dramatische Vervielfachung der am Boden gemessenen 400 µW/m² ist jedoch nicht zu befürchten. Da Ihr Messgerät keine "Peak-Hold"-Funktion hat, können Sie es leider nicht an einer langen Stange befestigt mal kurz hoch halten, um dann am Boden den oben gemessenen Höchstwert abzulesen. Vielleicht kriegt Teilnehmer "helmut" Ihre Anfrage mit, er baut Mobilfunk-Basisstationen beruflich auf und kann konkreter Auskunft geben, was im 1. OG so reinkommen könnte. Probieren Sie bei der BNetzA die Standortbescheinigung für den besagten Masten zu bekommen, als potenzielle Anwohner sollten Sie diese auch bekommen. Darin erfahren Sie Details wie Betreiber der Station, maximale Sendeleistung und Richtcharakteristik der Antennen.

Das beste Mittel gegen die Angst vor Mobilfunk-Sendemasten ist, sich an den richtigen Stellen zu informieren und nicht alles blind zu glauben, was das www über das Risiko Mobilfunk zum besten gibt.

Viel Glück!

--
Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

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helmut, (vor 5182 Tagen) @ H. Lamarr

Angaben der Bundesnetzagentur zur Frankenwarte Würzburg

http://emf2.bundesnetzagentur.de/karte.html
Suche nach Adresse
Am Funkturm
97082 Würzburg
Suchen

"Messergebniss der Bundesnetzagentur vom 14.05.2012"
Grünen Punkt anklicken
Vom Grenzwert: ca 2% Rundfunksender, ca 4% Mobilfunk usw

Dreiecke anklicken, Standortangaben

An 2 Mastspitzen befinden sich in über 80 m Antennen für die Rundfunkprogramme mit einem geforderten Mindestabstand von max 65 m. Mobilfunkantennen mit einem geforderten Sicherheitsabstand von max 9 m befinden sich in über 45 m Höhe.

Wie schon festgestellt, können die Mobilfunkwerte in Ortschaften durch niedrig aufgebaute Antennen in Nachbarhäusern wesentlich höher sein.
Am genannten Ort dürfte sich in Zukunft nichts wesentlich ändern.
Bei einem anderen Bauplatz kann es Ihnen jederzeit passieren, gerade bei Funklöchern, dass auf ihrem Nachbarhaus eine Mobilfunkantenne mit niedriger Höhe aufgestellt wird.

Höhenabhängig, im Bereich eines üblichen Hauses, dürfte sich auf der Frankenwarte kaum etwas an den Werten ändern. Dies ist nur bei niedrig montierten Antennen auf dem Nachbarhaus relevant


MfG
Helmut

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