Homöopathie und Placeboforschung (Allgemein)
Auf sueddeutsche.de findet sich ein interessanter Artikel zur Homöopathie und deren Wirksamkeit.
Ähnlichkeiten mit dem Thema EMF wären rein zufällig, sind aber mMn nicht zu übersehen:
Eine Forscherin schreibt:
"Bisher ist nicht eindeutig belegt, dass sich homöopathische Arzneimittel von Placebo unterscheiden."
Homöophile Forscher schrieben dagegen den häufig zitierten Satz:
"Homöopathie hat eine signifikante Wirkung über Placebo hinaus."
Allerdings schreiben die selben Forscher in der selben Studie auch (was dann anscheinend gar nicht zitiert wird):
"Unsere Ergebnisse belegen weder, dass homöopathische Mittel Placebos überlegen sind, noch belegen sie das Gegenteil."
Zur Bekräftigung ihrer Argumente benennen Freunde der Homöopathie den renommierten Quanten-Forscher Anton Zeilinger als Kronzeugen. Der wurde aber gar nicht gefragt, wollte davon auch gar nichts wissen und sagte der Süddeutschen:
"Dass ein Bezug zwischen meiner Arbeit und der Homöopathie hergestellt wird, ist wissenschaftlich unbegründet... Ich bedaure es sehr, dass mein Name damit in Verbindung gebracht wird... Homöopathie ist in meinen Augen ein reiner Placeboeffekt."
Ein weiterer Forscher (Klaus Linde TU München) scheint in seinen Festlegungen flexibler zu sein:
- 1997 war er laut SZ zum Schluss gekommen,
dass die klinischen Effekte der Homöopathie nicht vollständig auf Placeboeffekte zurückgehen.
- 2005 erklärte Linde gegenüber der Zeitschrift "Lancet":
"Unsere Meta-Analyse von 1997 wurde unglücklicherweise von Homöopathen als Beleg dafür missbraucht, dass die Wirksamkeit ihrer Therapie bewiesen sei. Wir stimmen zu, dass die Homöopathie höchst unplausibel ist, und dass die Belege aus placebokontrollierten Studien nicht überzeugend sind."
- Heute sagt Linde:
"Auf Nachfrage von Süddeutsche.de bestätigte Linde, dass er das noch immer so sieht. Allerdings schränkt er zugleich ein: "Angesichts der vielen positiven Befunde halte ich die Wirksamkeit nicht für völlig ausgeschlossen.""