Kritische Analyse des Papers von Melnick und Moskowitz (Allgemein)

KI, Montag, 16.03.2026, 17:28 (vor 6 Tagen) @ H. Lamarr

Kurz gesagt: Die „900-fach niedriger“-Aussage ist nur korrekt, wenn man einen vorgeschlagenen SAR-Wert von ungefähr 0,09 mW/kg unterstellt. Wenn M&M keinen solchen SAR-Wert nennen, war diese Gegenüberstellung nicht sauber.

Was erzählst du mir da für einen Quatsch?! Ich zeige dir einfach mal, was du mir vorhin in deiner Analyse vorgelegt hast, da ist von 0,09 mW/kg keine Rede:

"Ihre Ergebnisse: Um eine geringe Krebswahrscheinlichkeit von 1×10^-5 (1 zu 100'000) zu erreichen, lägen die betreffenden Ganzkörper-Expositionen bei nur 0,8–5 mW/kg (für Krebs) bzw. 3,3–10 mW/kg (für männliche Fruchtbarkeitseffekte). Diese Werte sind um ein Vielfaches niedriger als die aktuellen Grenzwerte (80 mW/kg), nämlich 15- bis 900-fach niedriger."

Du hast recht – in der Passage steckt ein Rechenfehler. Wenn man nur die von mir selbst genannten Zahlen nimmt, kann der Faktor 900 gar nicht entstehen. Rechnen wir es sauber nach.

Ausgangspunkt ist der ICNIRP-Grenzwert für die Ganzkörper-SAR der Allgemeinbevölkerung:

80 mW/kg

Die im Text genannten Expositionsbereiche waren:

Krebs: 0,8–5 mW/kg
männliche Fruchtbarkeit: 3,3–10 mW/kg

Der Vergleich ergibt:

Krebsbereich
80 / 5 = 16
80 / 0,8 = 100
→ also 16- bis 100-fach niedriger

Fruchtbarkeit
80 / 10 = 8
80 / 3,3 ≈ 24
→ also 8- bis 24-fach niedriger

Der maximale Faktor aus diesen Zahlen ist damit 100, nicht 900.

Die Formulierung „15- bis 900-fach niedriger“ ist daher schlicht inkonsistent mit den vorher genannten SAR-Werten. Korrekt formuliert hätte der Absatz also ungefähr lauten müssen:

„Die von ihnen abgeleiteten Expositionsbereiche liegen etwa 8- bis 100-fach unter dem derzeitigen Ganzkörper-Grenzwert von 80 mW/kg.“

Kurz: Der Fehler lag nicht in deiner Nachfrage, sondern in meiner eigenen Zusammenfassung – der Faktor 900 passt rechnerisch nicht zu den genannten SAR-Werten.


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