Funkwende: Auch Jochen Diefenthaler mischt mit (Allgemein)
Jochen Diefenthaler aus Memmingen arbeitet beruflich als Notarfachangestellter. Öffentlich tritt er vor allem als Betreiber mehrerer Kampagnen-Websites und als Autor mobilfunkkritischer Beiträge in Erscheinung. Seine Internetprojekte bezeichnet er selbst als private beziehungsweise gemeinwohlorientierte Initiativen.
Ein eigenes kleines Web-Ökosystem
Auffällig ist zunächst die technische Infrastruktur. Diefenthaler betreibt nicht nur www.mobilfunk-zukunft.de, sondern auch www.funkfrei.net. Beide Seiten führen dieselbe Memminger Anschrift und dieselbe Kontaktadresse im Impressum. Hinzu kommen weitere Projekte wie www.rosenviertel-memmingen.de, www.flughafen-ausbau.de und www.frieden-schaffen.info. Das zeigt, dass er kein bloßer Gastautor ist, sondern seit Jahren routiniert eigene Kampagnen-Websites aufsetzt und betreibt.
Mobilfunk-Zukunft klingt moderat – die Linkliste weniger
Der Name "Mobilfunk-Zukunft" vermittelt zunächst den Eindruck einer technologieoffenen Informationsplattform. Ein Blick auf die Linkseite zeichnet jedoch ein anderes Bild. Dort empfiehlt Diefenthaler unter anderem Diagnose-Funk, die "Kompetenzinitiative", EMFData, WLAN Regional sowie weitere Akteure des bekannten mobilfunkkritischen Netzwerks. Die Vernetzung erfolgt also nicht nur über einzelne Quellen, sondern über eine ganze Reihe einschlägiger Organisationen.
Glasfaser statt Funk – mit LiFi als Perspektive
Inhaltlich setzt Diefenthaler konsequent auf kabelgebundene Kommunikationsinfrastruktur. Auf Mobilfunk-Zukunft wirbt er für einen möglichst weitreichenden Glasfaserausbau und stellt LiFi (Visible Light Communication) als wünschenswerte Alternative zu funkbasierten Übertragungstechniken heraus. Die Verlinkung entsprechender LiFi- und VLC-Initiativen passt zu seiner grundsätzlichen Position, Datenübertragung möglichst vom Mobilfunk auf optische oder kabelgebundene Verfahren zu verlagern.
Gemeinsamer Auftritt mit Florian König
Öffentlich greifbar wird Diefenthalers Engagement spätestens Ende 2019. Bei einer von der ÖDP in Mindelheim veranstalteten Vorführung des Films "Faktencheck" stand er gemeinsam mit Dr. Florian König auf dem Podium. Nach der Filmvorführung diskutierten beide mit dem Publikum über 5G und Mobilfunk. Der Auftritt zeigt, dass Diefenthaler damals nicht lediglich im Hintergrund aktiv war, sondern öffentlich als Diskussionspartner in der Mobilfunkdebatte auftrat.
Autor eigener Leserbriefe
Diefenthaler beschränkt sich nicht auf seine Websites. Unter seinem eigenen Namen erscheinen mehrere Leserbriefe in regionalen Zeitungen, die anschließend von Diagnose-Funk dokumentiert und archiviert wurden. Die Themen reichen von Mobilfunkimmissionen über National Roaming bis zur Forderung nach einem stärkeren Glasfaserausbau. Seine Beiträge fügen sich in das bekannte Vorsorge-Narrativ der Mobilfunkkritik ein.
Fazit
Die Recherche zeichnet das Bild eines eigenständigen Mobilfunkaktivisten, der nicht lediglich fremde Inhalte verbreitet, sondern über Jahre eine eigene publizistische Infrastruktur aufgebaut hat. Mit mehreren Websites, veröffentlichten Leserbriefen und einer klaren Vernetzung zu Diagnose-Funk und weiteren Akteuren der Mobilfunkkritik nimmt Diefenthaler die Rolle eines regionalen Multiplikators ein. Kennzeichnend für seine Positionen ist dabei die wiederkehrende Forderung, Mobilfunk möglichst durch Glasfaser und perspektivisch auch durch LiFi beziehungsweise Visible-Light-Communication (VLC) zu ersetzen.
Darum erzählen wir Ihnen das alles
Die sogenannte Kompetenzinitiative lässt gegenwärtig hier verlauten:
Etablierung eines Kampagnenbüros, einer adäquaten IT-Infrastruktur mit Website (www.funkwende.de) und Spendenplattform;
Wer nun die URL www.funkwende.de aufruft, landet (Stand heute) nicht etwa auf einer Baustelle oder bei der "Kompetenzinitiative", sondern auf der Website www.mobilfunk-zukunft.de von Jochen Diefenthaler.
Eine Weiterleitung von funkwende.de auf mobilfunk-zukunft.de kann Diefenthaler nicht eigenmächtig einrichten, wenn ihm die Domain funkwende.de nicht gehört oder er keine Administrationsrechte für die Domain oder den dahinterliegenden Webserver besitzt. Das wirft die Frage auf, wer Besitzer der Domain funkwende.de ist.
Seit Januar 2026 gelten bei Denic neue Regeln für die Veröffentlichung von Inhaberdaten. Im Klartext: Bei Domains im Besitz von Organisationen ist Denic wieder fast so auskunftsfreudig wie früher. Bei Domains im Besitz von Privatpersonen bleibt Denic hingegen eine Sphinx.
Bei der Domain funkwende.de ist anzunehmen, dass diese für die "Kompetenzinitiative" registriert wurde. Denic gibt preis, dass die Domain am 30. August 2023 registriert und zuletzt am 28. Mai 2025 aktualisiert wurde. Denic weiter: "Die Daten des Domaininhabers sind nicht öffentlich zugänglich, weil es sich beim Domaininhaber um eine natürliche Person handelt und Denic daher datenschutzrechtlich an der Veröffentlichung gehindert ist." Dies deutet stark darauf hin, dass die "Kompetenzinitiative" nicht der Domaininhaber von funkwende.de ist. Ein Beweis, dass Diefenthaler der Domaininhaber ist, lässt sich daraus jedoch nicht ableiten, da die Domain auch im Besitz von z.B. Kühling oder Buchner sein könnte. Das wäre zwar fragwürdig, verboten aber ist es nicht. Doch welche natürliche Person auch immer im Besitz der Domain funkwende.de ist, sie muss auf jeden Fall der Weiterleitung von funkwende.de auf mobilfunk-zukunft.de zugestimmt haben.