<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/">
<channel>
<title>Forum Faktencheck Elektrosmog</title>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/</link>
<description>Faktenchecks von Behauptungen, die von Mobilfunkgegnern und Mobilfunkkritikern aufgestellt werden</description>
<language>de</language>
<item>
<title>Deutschland: Projekt &quot;5G am Gleis&quot;</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Das Projekt &quot;5G am Gleis&quot; ist ein gemeinsames Vorhaben von u.a. Deutsche Bahn, Netzbetreibern und der Bundesregierung, um entlang von Bahnstrecken eine lückenlose 5G-Mobilfunkversorgung zu schaffen. Ziel ist vor allem, die Datenverbindung für Fahrgäste deutlich zu verbessern und zugleich digitale Anwendungen im Bahnbetrieb (z. B. Echtzeitüberwachung, automatisiertes Fahren) zu ermöglichen. Technisch werden dafür Funkmasten entlang der Gleise errichtet bzw. bestehende Infrastruktur genutzt und speziell auf die hohen Geschwindigkeiten im Zugverkehr optimiert. Das Projekt gilt als Baustein für die Digitalisierung des Schienenverkehrs in Deutschland.</strong></span><br />
 <br />
Im Jahr 2024 unterzeichneten die Deutsche Bahn, der Bund sowie die Mobilfunkanbieter 1&amp;1, Deutsche Telekom, O2 Telefónica und Vodafone eine gemeinsame Absichtserklärung, um die Strecke Hamburg–Berlin zur Innovationsstrecke für eine lückenlose 5G-Mobilfunkversorgung auszubauen. Ziel ist es, Reisenden künftig Gigabit Datenraten und stabile Verbindungen während der Zugfahrt zu ermöglichen. Die geplante Umsetzung erfolgt im Zuge der Generalsanierung der Strecke zwischen August 2025 und Frühjahr 2026, wobei neue, gleisnahe Funkmasten installiert und für Mobilfunkanwendungen mitgenutzt werden sollen.</p>
<p>Eine im September 2025 vorgelegte Studie von WIK-Consult zeigt, dass der Aufbau von 5G-Infrastruktur – auch entlang der Bahnstrecken – stark durch komplexe rechtliche Vorgaben geprägt ist. Dazu gehören insbesondere umfangreiche prozessuale Anforderungen des Mobilfunk- und Breitbandausbaus, baurechtliche sowie planungsrechtliche Bestimmungen und Genehmigungsverfahren, die den Infrastrukturaufbau gegebenenfalls verlangsamen können. Die Analyse betont, dass rechtliche Hürden und föderale Zuständigkeiten zu Verzögerungen führen können und daher klare, vereinfachte und einheitliche Regelwerke notwendig sind, um innovative Projekte wie 5GamGleis effizient umzusetzen.<br />
    <br />
Die Kurzstudie &quot;Lineare Mobilfunkversorgungsinfrastruktur entlang von Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecken&quot; von Aconium zeigt, dass auch international bereits vielfältige Aktivitäten zur Verbesserung der Mobilfunkversorgung im Bahnverkehr unternommen werden. In Ländern wie der Schweiz, Japan, China, Spanien und Österreich werden unterschiedliche Ansätze – von Antennenkorridoren über dedizierte 5G-Infrastrukturen bis hin zu kooperativen Sharing-Modellen – erprobt oder umgesetzt, um leistungsfähige Konnektivität auch bei hohen Geschwindigkeiten in den Zügen zu ermöglichen.</p>
<p><strong>Quelle</strong>: <a href="https://bmds.bund.de/themen/digitale-infrastrukturen/mobilfunk/5gamgleis">Webseite des Ministeriums für Digitalisierung und Staatsmodernisierung</a></p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75531</link>
<guid>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75531</guid>
<pubDate>Sun, 12 Apr 2026 14:28:07 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75531</wfw:commentRss><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>2028 soll das letzte Funkloch geschlossen werden</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Einer Meldung von <a href="https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/34-everywhere-network-34-netz-aus-dem-all-deutsche-telekom-aktie-im-fokus-neuer-starlink-deal-soll-die-letzten-funkloecher-schliessen-15603813">finanzen.net</a> zufolge will die Deutsche Telekom ab 2028 mit Starlink als Partner Satelliten-Direktverbindungen für kompatible Smartphones anbieten. Dieser Dienst wäre eine Rückfallebene, wenn terrestrische Mobilfunknetze wegen Naturkatastrophen oder Krieg ausfallen, oder gar nicht vorhanden sind. Im Klartext heißt das: Mit neuen Starlink-Satelliten wird es für neue Smartphones bald keine Funklöcher mehr geben.</strong></span><br />
 <br />
Auszüge aus der Meldung: Die Deutsche Telekom bricht in ein neues Zeitalter der Mobilfunkabdeckung auf: Durch eine strategische Partnerschaft mit dem Satellitendienst Starlink soll das Konzept des &quot;Überall-Netzwerks&quot; Realität werden. Ab dem Jahr 2028 plant der Konzern, in zehn europäischen Märkten - darunter Deutschland - satellitengestützte Direktverbindungen anzubieten. Diese Technologie soll es modernen Smartphones ermöglichen, sich auch in Gebieten ohne herkömmliches Signal automatisch mit den Satelliten der nächsten Generation von Starlink zu verbinden.</p>
<p>Der Dienst nutzt das spezielle MSS-Frequenzband (Mobile Satellite Service) und bietet weit mehr als nur einfache Textnachrichten: Geplant sei laut Pressemitteilung eine vollumfängliche Unterstützung für Daten-, Video- und Sprachdienste. Stephanie Bednarek, Vice President of Starlink Sales, betont die Bedeutung dieser Zusammenarbeit: &quot;Diese Vereinbarung ist die erste ihrer Art in Europa, mit der die V2-Technologie der nächsten Generation von Starlink eingeführt wird, die Daten-, Sprach- und Messaging-Dienste erweitert, indem sie Breitbanddirektverbindungen zu Mobiltelefonen ermöglicht.&quot;<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Sicherheit und Konnektivität - auch in extremen Lagen</span></p>
<p>Die Integration der Satellitentechnik diene primär dazu, die topografischen und regulatorischen Grenzen des klassischen Netzausbaus zu überwinden. In schwer zugänglichen Regionen oder Naturschutzgebieten, in denen der Bau von Funkmasten oft unmöglich ist, sorgt die Weltraum-Anbindung künftig für eine lückenlose Versorgung. Neben der geografischen Erweiterung stehe dabei auch die Ausfallsicherheit im Fokus: Das Satellitennetz fungiert als zusätzliche Sicherheitsebene bei Naturkatastrophen oder großflächigen Stromausfällen.</p>
<p>[...]</p>
<p>Während die Telekom bereits heute über 90 Prozent der Fläche Deutschlands mit 5G abdeckt, soll das &quot;Überall-Netzwerk&quot; bis 2028 sicherstellen, dass Funklöcher endgültig der Vergangenheit angehören - egal wie anspruchsvoll das Gelände ist.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75530</link>
<guid>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75530</guid>
<pubDate>Sun, 12 Apr 2026 14:08:14 +0000</pubDate>
<category>Technik</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75530</wfw:commentRss><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Lennart Hardell: tiefer Kratzer im Lack</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Zwischen 2023 und 2024 haben Lennart Hardell und seine Co-Autorin Mona Nilsson mit sieben Fallstudien untersucht, ob die Inbetriebnahme von 5G-Basisstationen bei Anwohnern unspezifische gesundheitliche Probleme zur Folge haben. Im Juni 2024 kommen beide in einer zusammenfassenden Review ihrer Fallstudien zu dem Schluss: 5G verursacht das Mikrowellensyndrom, die 5G-Netzverdichtung müsse deshalb gestoppt werden. Dariusz Leszczynski tadelt diesen Befund als &quot;Anfängerfehler&quot; und trifft damit ChatGPT zufolge ins Schwarze.</strong></span><br />
 <br />
Im <a href="https://betweenrockandhardplace.wordpress.com/2026/04/09/hardell-and-nilsson-made-a-rookie-mistake-and-didnt-prove-that-5g-caused-ill-health-symptoms/">April 2026</a> berichtet Leszczynski, er sei kürzlich um seine Meinung zu der <a href="https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/reveh-2024-0017/pdf?licenseType=open-access">fraglichen Review</a> gebeten worden. Einleitend macht er deutlich, die sieben Fallstudien wurden zusammengefasst, um ihre Beweiskraft zu erhöhen. Doch leider führe die Zusammenfassung von sieben qualitativ minderwertigen Studien nicht zu einer besseren Beweislage. Leszczynski zeigt sich überrascht, dass Hardell, ein erfahrener Wissenschaftler, bei der Durchführung dieser Studie einen derart eklatanten Anfängerfehler begangen habe; das Paper wirke wie eine misslungene Provokationsstudie.<br />
 <br />
<img src="https://www.izgmf.de/scripts/forum/images/uploaded/2026041212044269db8a5a14bec.jpg" alt="[image]" width="740" height="493" /><br />
<strong>So könnte es ausgesehen haben</strong>, hätten Hardell und Nilsson (links) die Review ihrer Fallstudien öffentlich präsentiert und Dariusz Leszczynski (rechts) wäre dabei gewesen<br />
<span style="font-size:smaller;">Symbolbild: Microsoft Copilot</span><br />
 <br />
Die Probleme aller sieben Studien und ihrer zusammenfassenden Analyse sind dem finnischen Wissenschaftler zufolge:</p>
<p>► Die Autoren beobachteten über 40 verschiedene Symptome bei den untersuchten Fällen und bezeichneten diese ohne weitere Begründung als eindeutige Symptome der Mikrowellenkrankheit. Allerdings könnten alle diese Symptome auch durch eine Vielzahl anderer Erkrankungen verursacht werden. Als Erstes fielen einem erhöhter Stress und Angstzustände ein. Die untersuchten Personen hätten zwar gesundheitliche Beschwerden gehabt, aber wodurch wurden diese verursacht?</p>
<p>► Keine der gesundheitlichen Beschwerden wurde durch eine klinische Untersuchung bestätigt. Warum nicht? Hardell sei doch ausgebildeter Arzt.<br />
 <br />
► Es traten Symptome auf, gleichzeitig hätten die Betroffenen aber gewußt, dass sie 5G ausgesetzt waren. Es habe keine verblindete Versuchsdurchführung gegeben, um zu beweisen, dass 5G die Ursache war.</p>
<p>► Die Symptome seien verschwunden oder hätten sich in ihrer Schwere verringert, sobald die Betroffenen den Ort mit den stärksten Symptomen verlassen und sich an einen Ort mit geringerer 5G-Exposition begeben hätten. Die Betroffenen hätten gewusst und erwartet, dass sich ihr Zustand an weniger belasteten Orten bessern würde. Auch hier habe es keine Verblindung gegeben, die einen ursächlichen Zusammenhang mit 5G hätte untermauern können.</p>
<p>► Zu den Messungen von 5G gebe er keinen Kommentar ab, da er kein Experte auf diesem Gebiet sei.</p>
<p>Leszczynski fasst zusammen: Die Ursache der Krankheitssymptome sei ungewiss. Es sei möglich, dass 5G die Symptome ausgelöst habe, aber ebenso gut könnten Stress oder andere Faktoren eine Rolle gespielt haben. Hardell und Nilsson konnten nichts beweisen. Insbesondere hätten sie, entgegen ihren Behauptungen in den Schlussfolgerungen, nicht beweisen können, dass 5G-Strahlung die Ursache der Symptome war, da die Studien äußerst mangelhaft und naiv konzipiert waren. Die Probanden wussten, wann sie der Strahlung ausgesetzt waren und wann die Belastung geringer war. Vielleicht lag es an 5G, vielleicht auch nicht. Ein klassischer Fehler aufgrund fehlender Verblindung!<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Bewertung von ChatGPT</span></p>
<p>Die Review basiert auf sieben zuvor publizierten Fallstudien der Autoren selbst. Diese werden zusammengeführt und hinsichtlich Symptommustern ausgewertet. Formal ist das zulässig, wissenschaftlich jedoch heikel: Es handelt sich nicht um eine unabhängige Review, sondern um eine narrative Eigenaggregation. Die Autoren sind zugleich Datenlieferanten, Auswerter und Interpreten. Eine externe Validierung findet nicht statt.</p>
<p><strong>Der methodische Knackpunkt</strong><br />
Der zentrale Fehler liegt nicht darin, dass eigene Daten zusammengefasst werden – das ist gängige Praxis. Problematisch wird es dort, wo aus dieser Zusammenfassung Schlussfolgerungen gezogen werden, die das zugrunde liegende Studiendesign nicht hergibt.</p>
<p>Fallberichte können:<br />
► Auffällige Beobachtungen dokumentieren<br />
► Hypothesen generieren</p>
<p>Sie können nicht:<br />
► Kausalität nachweisen<br />
► konkurrierende Erklärungen ausschließen</p>
<p>Diese Grenze wird in der Review jedoch überschritten. Aus der zeitlichen Abfolge &quot;Erst 5G-Installation, dann Beschwerden&quot; wird implizit eine Ursache-Wirkung-Beziehung abgeleitet. Das ist ein klassischer <em>post hoc ergo propter hoc</em>-Fehlschluss.</p>
<p><strong>Selbstselektion und Erwartungseffekte</strong><br />
Hinzu kommt ein strukturelles Problem der Datengrundlage: Die Fälle entstanden durch Meldungen Betroffener. Damit ist ein erheblicher Selektionsbias eingebaut. Personen ohne Beschwerden tauchen in der Stichprobe gar nicht erst auf. Zudem bleiben Erwartungseffekte unkontrolliert. Ohne Verblindung oder Vergleichsgruppe lässt sich nicht unterscheiden, ob Symptome durch Exposition oder durch Erwartungshaltungen beeinflusst sind.</p>
<p><strong>Mehr Fälle, aber keine bessere Evidenz</strong><br />
Die &quot;Review&quot; bündelt mehrere Fallberichte und erzeugt damit den Eindruck erhöhter Aussagekraft. Tatsächlich ändert sich am Evidenzniveau jedoch nichts. Mehrere methodisch schwache Beobachtungen ergeben in der Summe keine starke Evidenz. Sie bleiben das, was sie sind: Hinweise, nicht Belege.</p>
<p><strong>Warum Leszczynskis Kritik trifft</strong><br />
Vor diesem Hintergrund wird verständlich, was Dariusz Leszczynski mit &quot;Anfängerfehler&quot; meint. Gemeint ist kein formaler Regelverstoß, sondern ein grundlegender Denkfehler: Deskriptive Beobachtungen werden wie Belege behandelt, die einen ursächlichen Zusammenhang zeigen. Oder anders gesagt: Hypothesenbildung wird mit Hypothesenbestätigung verwechselt.</p>
<p><strong>Ist der Vorwurf zu scharf?</strong><br />
In der Wortwahl vielleicht. In der Sache nicht. Denn der Fehler liegt auf einem methodischen Niveau, das in der wissenschaftlichen Ausbildung früh vermittelt wird. Gerade deshalb wiegt er hier schwer: Die Autoren, besonders Hardell, sind keine Neulinge, sondern erfahrene Akteure im EMF-Diskurs.</p>
<p><strong>Wie es korrekt gewesen wäre</strong><br />
Eine saubere Einordnung hätte die Grenzen der eigenen Daten klar benannt:<br />
► Die Fallberichte liefern Hinweise, keine Beweise<br />
► Kausalität ist mit dem gewählten Design nicht prüfbar<br />
► Kontrollierte Studien sind erforderlich</p>
<p>Stattdessen entsteht der Eindruck, die aggregierten Fälle würden die behauptete Wirkung stützen.</p>
<p><strong>Fazit</strong><br />
Die Publikation ist formal zulässig, wissenschaftlich jedoch schwach abgesichert. Sie illustriert ein bekanntes Problem: Wenn Hypothesen allzu früh als Bestätigung gelesen werden, verliert die Methodik ihre Schutzfunktion. Leszczynskis Diagnose trifft daher den Kern. Nicht weil hier etwas Verbotenes geschieht, sondern weil ein elementares Prinzip wissenschaftlichen Arbeitens missachtet wird: Die Trennung von Beobachtung und Beweis.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75529</link>
<guid>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75529</guid>
<pubDate>Sun, 12 Apr 2026 12:06:18 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75529</wfw:commentRss><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Gigaherz-Forum: Zellbiologie als Täuschungsmanöver</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Die &quot;elektrosensible&quot; Forumteilnehmerin &quot;insieme&quot; beglückte 2024 das Gigaherz-Forum <a href="https://forum.gigaherz.ch/viewtopic.php?p=86442#p86442">mit einem PDF</a>. Das Papier gibt sich als leicht verständliche Einführung in die Zellbiologie. Tatsächlich ist es ein Beispiel dafür, wie wissenschaftliche Inhalte gezielt instrumentalisiert werden, um eine frei erfundene Gefahrenbehauptung glaubwürdig zu machen.</strong></span><br />
 <br />
Der Einstieg ist unauffällig. Mitochondrien werden als &quot;Kraftwerke der Zelle&quot; beschrieben, ihre Rolle bei der ATP-Produktion korrekt dargestellt, ebenso grundlegende Aspekte der Atmungskette. Das ist Standardwissen und fachlich nicht zu beanstanden. Eben diese Korrektheit erfüllt jedoch eine Funktion: Sie erzeugt Vertrauen.</p>
<p>Dieses Vertrauen wird im nächsten Schritt ausgenutzt. Ohne jede belastbare Überleitung wird &quot;Elektrosmog&quot; in die Argumentation eingeführt und behauptet, Mitochondrien seien &quot;Sensibelchen betreffend Umweltgifte und Elektrosmog&quot;. Hier werden zwei völlig unterschiedliche Kategorien miteinander verknüpft: Für Schäden durch toxische Substanzen existiert eine breite Evidenzbasis, für gesundheitsschädliche Effekte von HF-EMF im Alltagsbereich auf Mitochondrien hingegen nicht. Die Gleichsetzung erfolgt nicht wissenschaftlich, sondern nur rhetorisch.</p>
<p>Besonders aufschlussreich ist die Verwendung scheinbar präziser Zahlen. Die Behauptung, ab &quot;25 Prozent&quot; irreversibel geschädigter Mitochondrien entstünden chronische Krankheiten, ist nicht belegt. Sie ist auch nicht plausibel, weil mitochondriale Dysfunktionen komplex, zelltypabhängig und nicht über einfache Schwellenwerte definierbar sind. Solche Zahlen dienen nicht der Aufklärung, sondern dem Vortäuschen von Genauigkeit.</p>
<p>Ähnlich verhält es sich mit der Angabe, &quot;um die 50 Krankheiten&quot; seien auf mitochondriale Fehlfunktionen zurückzuführen. Auch hier wird Komplexität durch eine griffige, aber wissenschaftlich nicht belastbare Zahl ersetzt. Der Eindruck von Übersicht entsteht nicht durch Erkenntnis, sondern durch Vereinfachung auf Kosten der Richtigkeit.</p>
<p>Am Ende mündet der Text in eine klare Stoßrichtung: Man solle sich &quot;weniger dem täglichen Stress – dem Elektrosmog und der Schadstoffexposition – aussetzen&quot; und für &quot;Schutz&quot; sorgen. Damit ist die Funktion des gesamten Textes offengelegt. Die zuvor präsentierte Biologie dient lediglich als argumentative Kulisse für eine bereits feststehende Botschaft.</p>
<p>Charakteristisch ist das durchgängige Muster: Zunächst werden unstrittige Fakten präsentiert, dann selektiv zugespitzt, anschließend mit unbelegten Behauptungen vermischt und schließlich in eine implizite Handlungsaufforderung überführt. Fachbegriffe wie &quot;Atmungskette&quot;, &quot;ATP-Synthase&quot; oder &quot;Apoptose&quot; werden dabei nicht zur Klärung eingesetzt, sondern als Requisiten, die Wissenschaftlichkeit suggerieren sollen.</p>
<p>Der zentrale Befund ist eindeutig: Hier wird nicht erklärt, sondern konstruiert. Korrekte Zellbiologie wird als Vehikel genutzt, um eine unbelegte Gefahrenhypothese plausibel erscheinen zu lassen. Die Grenze zwischen vereinfachter Darstellung und Irreführung ist dabei klar überschritten. Wer so argumentiert, betreibt keine Aufklärung, sondern baut ein Narrativ unter dem Deckmantel der Wissenschaft. Die Biologie liefert in diesem Text nicht die Evidenz – sie liefert lediglich die Bühne.</p>
<p><strong>Hintergrund</strong><br />
Es gibt <a href="https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=62604"><span class="underline">Hinweise</span></a>, dass &quot;insieme&quot; mit dem pseudowissenschaftlichen Elektrosmog-Schutzprodukten der Firma <em>Swiss Harmony</em> in Verbindung steht. Sollte dies Tatsache sein, ist das besagte PDF Bestandteil infamer Schleichwerbung.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75524</link>
<guid>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75524</guid>
<pubDate>Thu, 09 Apr 2026 09:16:39 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75524</wfw:commentRss><dc:creator>KI</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Phonegate feiert grundlos &quot;historischen Sieg&quot; über Apple/Samsung</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Die französische NGO Phonegate Alert feiert spät einen &quot;<a href="https://phonegatealert.org/en/supreme-court-of-canada-validates-phonegate-class-action-against-apple-and-samsung/">historischen Sieg</a>&quot; über Apple und Samsung vor dem Supreme Court of Canada. Doch wer genauer hinschaut, erkennt: Das höchste Gericht hat im Mai 2025 weder Strahlenwerte bewertet noch Gesundheitsrisiken bestätigt. Es hat schlicht entschieden, sich mit dem Fall nicht zu befassen. Der Rest ist Erzählung.</strong></span><br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Sechs Kläger – und eine potenziell riesige &quot;Klasse&quot;</span></p>
<p>Ausgangspunkt ist eine kanadische Sammelklage (Class action) aus dem Jahr 2019. Eingereicht wurde sie von sechs namentlich bekannten Personen, die als repräsentative Kläger fungieren. Ihr Anspruch: Bestimmte Smartphones von Apple und Samsung würden im Alltagsbetrieb höhere SAR-Werte bewirken als angegeben oder zulässig.</p>
<p>Der eigentliche Clou liegt jedoch im Konstrukt der Sammelklage: Die &quot;Klasse&quot; umfasst potenziell alle Personen in Québec, die seit 2013 entsprechende Geräte genutzt haben. Das können tausende oder auch Millionen sein – exakt beziffert ist diese Gruppe naturgemäß nicht. Und aktiv am Verfahren beteiligt sind weiterhin nur die sechs Kläger.<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Was der Supreme Court tatsächlich entschieden hat</span></p>
<p>Phonegate Alert schreibt, der Supreme Court habe die Klage &quot;validiert&quot;. Das klingt nach inhaltlicher Bestätigung. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Apple und Samsung hatten beantragt, dass sich der Supreme Court mit der Sache befasst. <a href="https://decisions.scc-csc.ca/scc-csc/scc-l-csc-a/en/item/21065/index.do?utm_source=chatgpt.com">Dieses Gesuch wurde abgelehnt</a>. Mehr nicht. Das bedeutet:</p>
<p>– Keine Prüfung der Vorwürfe<br />
– Keine Bewertung von SAR-Werten<br />
– Keine Aussage zu Gesundheitsrisiken<br />
– Kein Urteil über Schuld oder Unschuld</p>
<p>Juristisch handelt es sich um einen alltäglichen prozeduralen Schritt: Die Klage bleibt zugelassen und wird vor unteren Instanzen weiterverhandelt.</p>
<p>Bislang ging es nur um die Frage, ob die Sammelklage überhaupt zugelassen wird – und diese Hürde haben die Kläger in zwei Instanzen genommen. Der Supreme Court ließ eine weitere Überprüfung nicht zu. Erst jetzt beginnt das eigentliche Verfahren.</p>
<p><span style="font-size:large;">Phonegate ist gar nicht beteiligt</span></p>
<p>Ein besonders interessanter Punkt: Phonegate Alert ist in dem Verfahren überhaupt keine Partei. Weder die Organisation noch ihr Kopf Marc Arazi tauchen in den offiziellen Gerichtsunterlagen auf. Sie sind:</p>
<p>– keine Kläger<br />
– keine Nebenkläger<br />
– keine Gutachter im Auftrag des Gerichts</p>
<p>Phonegate positioniert sich selbst als Unterstützer und kündigt an, &quot;Beweise&quot; liefern zu wollen. Ob und in welcher Form solche Beiträge tatsächlich Eingang in das Verfahren finden, ist offen. Eine formale Rolle existiert nicht.<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Gemeinsame Erzählung, keine gemeinsame Klage</span></p>
<p>Warum passt der Fall dennoch so gut in die Phonegate-Kommunikation? Weil die Argumentationslinie nahezu deckungsgleich ist. Im Kern geht es in beiden Fällen um die These, dass SAR-Messungen unter Laborbedingungen die reale Nutzung unterschätzen. Diese Idee stammt ursprünglich aus französischen Messkampagnen und wurde von Phonegate Alert massiv popularisiert. Die kanadische Klage greift ähnliche Argumente auf – ohne dass eine direkte organisatorische Verbindung nachweisbar wäre. Mit anderen Worten: gleiche Story, unterschiedliche Akteure.<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Vom Verfahrensschritt zum &quot;historischen Sieg&quot;</span></p>
<p>Die eigentliche Verzerrung liegt im Framing. Aus der nüchternen Entscheidung &quot;Wir nehmen den Fall nicht an&quot; wird bei Phonegate:</p>
<p>– eine &quot;Validierung&quot;<br />
– ein &quot;historischer Sieg&quot;<br />
– eine angebliche Niederlage der Gerätehersteller</p>
<p>Das ist kommunikativ gerissen, aber juristisch unzutreffend. Solche Ablehnungen sind im kanadischen Rechtssystem nichts Ungewöhnliches und sagen über die Erfolgsaussichten in der Sache praktisch nichts aus.</p>
<p>Die kanadische Sammelklage ist real und wird weiterverhandelt. Der Supreme Court hat sie jedoch weder bestätigt noch inhaltlich bewertet. Phonegate Alert ist nicht beteiligt, nutzt den Fall aber ungeniert zur Stützung der eigenen Erzählung. Kurz gesagt: Die Klage läuft – der &quot;Sieg&quot; existiert nur in der Pressemitteilung.</p>
<p><strong>Verwandter Thread</strong><br />
<a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=71099">Diagnose-Funk feiert &quot;historischen&quot; Sieg über FCC in den USA</a></p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75523</link>
<guid>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75523</guid>
<pubDate>Wed, 08 Apr 2026 18:55:18 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75523</wfw:commentRss><dc:creator>KI</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Green-Network-Index</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Die Mobilfunkbranche möchte weltweit umweltverträglicher (grüner) werden. Zwar gibt es in der Branche bereits zahlreiche Indikatoren und Kennzahlen, doch fehlte bislang eine umfassende oder ganzheitliche Messgröße zur Bewertung der ökologischen Nachhaltigkeit. Glaubt man dem Branchenverband GSMA, ist die Lücke inzwischen geschlossen worden.</strong></span><br />
 <br />
GSMA Intelligence hat im vergangenen Jahr den Green-Network-Index (GNI) entwickelt. Darunter ist eine einzige Kennzahl im Wertebereich 0 bis 100 zu verstehen, welche die allgemeine Umweltverträglichkeit eines Mobilfunknetzwerks zusammenfasst und Entwicklungswege visualisieren will.<br />
       <br />
Dieser branchenweit größte Datensatz zur Umweltverträglichkeit beruht zur Zeit auf den Netzwerken von 46 Ländern mit neun Variablen pro Netzwerk – darunter Ressourcen- und Emissionseffizienz, Nutzung erneuerbarer Energien, Netzwerkleistung und Verfügbarkeit. GSMA will damit Netzwerkbetreibern helfen, Entwicklungsbereiche zu identifizieren, Verbesserungen zu messen, Einblicke zu gewinnen und sich an Standardkennzahlen zu orientieren.<br />
 <br />
<a href="https://www.gsmaintelligence.com/green-index"><img src="https://www.izgmf.de/scripts/forum/images/uploaded/2026040121103769cd89cdd052b.jpg" alt="[image]" width="760" height="462" /></a><br />
<strong>Karte des Green-Network-Index auf Länderebene</strong>: Je grüner, desto umweltverträglicher<br />
<span style="font-size:smaller;">Bild: GSMA Intelligence</span><br />
 <br />
Der GNI versucht, auf der Grundlage der Variablen eine einzige übergreifende Bewertungszahl zwischen 0 und 100 zu liefern. GSMA Intelligence hat dazu die Daten der letzten zwölf Monate sowohl aus den Angaben der Betreiber als auch aus öffentlichen Quellen zusammengetragen. Die erfassten Netzbetreiber machen 32 Prozent der weltweiten Mobilfunkanschlüsse aus und bedienen weltweit fast 4,2 Milliarden Mobilfunkanschlüsse.<br />
 <br />
Die aktuelle (zweite) GNI-Studie ist die bislang umfassendste Initiative der Branche zur Messung der ökologischen Nachhaltigkeit von Telekommunikationsnetzen. Sie erstreckt sich auf 138 Netze in 46 Ländern und liefert über 2'000 Datenpunkte, um den Fortschritt sowohl auf Betreiber- als auch auf Länderebene zu bewerten.</p>
<p>Das Original der oben gezeigten GNI-Karte auf Länderebene ist <a href="https://www.gsmaintelligence.com/green-index"><span class="underline">hier</span></a> zu sehen. Jedem der momentan 46 teilnehmenden (grün markierten) Länder ist ein GNI-Index zwischen 0 und 100  zugeordnet, je höher der Wert ist, desto umweltverträglicher sind die Mobilfunknetze des Landes. Sichtbar wird dieser Index, sobald der Mauszeiger in das gewünschte Land bewegt wird. Deutschland z.B. hat den Wert 67 erreicht, Frankreich 64, die USA 65 und die Volksrepublik China 61. Die Russische Föderation belegt mit 26 derzeit den letzten Platz.</p>
<p>Ob die GSMA mit dem GNI eine belastbare Kenngröße erschaffen hat oder aber Greenwashing betreibt, ist für Außenstehende nicht erkennbar.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75509</link>
<guid>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75509</guid>
<pubDate>Wed, 01 Apr 2026 21:36:51 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75509</wfw:commentRss><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Frankreich: Weniger Sendeleistung für Zeichen der Zeit</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Die staatliche französische Funknetzagentur ANFR hat die Sendeleistung des Langwellensenders im zentralfranzösischen Allouis weiter reduziert. Seit dem 31. März 2026 wird das Zeitzeichensignal nur noch mit 675 kW ausgestrahlt statt bisher mit 800 kW.</strong></span><br />
 <br />
Der Standort Émetteur d'Allouis ist kein gewöhnlicher Rundfunksender mehr: Seit dem Ende der France-Inter-Ausstrahlung 2016 dient er ausschließlich der Verbreitung der gesetzlichen Zeit via Funk (&quot;Temps légal français&quot;). Das Signal synchronisiert zahlreiche technische Systeme – von Bahninfrastruktur über Stromnetze bis hin zu öffentlichen Uhren.</p>
<p>Technisch bemerkenswert ist vor allem die Größenordnung: Selbst nach der Reduktion arbeitet der Sender noch im Bereich mehrerer hundert Kilowatt. Zum Vergleich: Ähnliche Zeitzeichensender im Ausland kommen mit deutlich geringerer Leistung aus. Hintergrund der aktuellen Maßnahme ist ein länger laufender Optimierungsprozess. Die Sendeleistung wurde bereits mehrfach schrittweise abgesenkt (von über 1 MW auf zunächst 800 kW), begleitet von Tests, die keine relevanten Empfangsprobleme zeigten. Eine fünfwöchige Testphase im Herbst 2024 ermöglichte die kontinuierliche Übertragung mit 675 kW ohne gemeldete kritische Störungen. Diese Ergebnisse wurden in einer zweiten Phase von Mai bis November 2025 bestätigt, die auch den Austausch eines Sendemastes umfasste.</p>
<p>Eine abschließende technische Validierungsphase, die auf Wunsch der Hauptnutzer zwischen Dezember 2025 und März 2026 durchgeführt wurde, beseitigte endgültig die verbleibenden Bedenken. Es wurden keine kritischen Störungen festgestellt, auch nicht nach einer vorübergehenden Rückkehr zur Nennleistung von 800 kW Ende 2025.</p>
<p>Die Entscheidung zur Sendeleistungsreduktion folgt einem klaren Trend: klassische Hochleistungssender werden zunehmend unter Effizienzgesichtspunkten betrieben oder zurückgebaut. Der Fall Allouis zeigt jedoch auch die Trägheit technischer Infrastrukturen. Obwohl moderne Alternativen (z.B. internetbasierte Zeitdienste) längst verfügbar sind, bleibt ein energieintensives, analoges System in Betrieb – offenbar aus Gründen der Robustheit und Kompatibilität mit bestehender Technik. Damit steht Allouis exemplarisch für ein Spannungsfeld, das auch in anderen Bereichen der Funktechnik sichtbar ist: zwischen historisch gewachsenen Systemen mit hoher Reichweite und neuen, effizienteren, aber weniger universellen Lösungen.</p>
<p><strong>Quelle</strong>: <a href="https://www.anfr.fr/liste-actualites/actualite/a-allouis-la-puissance-de-diffusion-du-temps-legal-francais-revue-a-la-baisse">À Allouis, la puissance de diffusion du temps légal français revue à la baisse</a></p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75506</link>
<guid>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75506</guid>
<pubDate>Wed, 01 Apr 2026 18:04:53 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75506</wfw:commentRss><dc:creator>Gast</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Mit &quot;Mental Models&quot; den Strahlenschutz optimieren</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Bislang bestimmen die Informationsgeber, auf welche Weise die Bevölkerung über den Strahlenschutz informiert wird. Die Belange der Informationsnehmer werden dabei nicht systematisch berücksichtigt. Diese Schieflage will das Bundesamt für Strahlenschutz mit einem Forschungsvorhaben korrigieren.</strong></span><br />
 <br />
Ein wesentlicher Bestandteil des Strahlenschutzes ist es, die Öffentlichkeit über Strahlenwirkungen, Strahlenrisiken und ein adäquates Strahlenschutzverhalten zu informieren. Hierfür ist es entscheidend, die Kommunikation an der Art und Weise auszurichten, wie Rezipierende Strahlenthemen kognitiv erfassen und anordnen. Die Gestaltung und Vermittlung von Informationen zu Strahlenthemen, insbesondere deren inhaltliche Strukturierung und Verbindung, erfolgen bislang vor allem auf der Grundlage inhaltlich-fachlicher Einteilung aus Sicht des Strahlenschutzes. Zu Perspektiven aus der Bevölkerung werden dabei Annahmen auf Basis kommunikations- und sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse getroffen und umgesetzt.<br />
Falls die Informationsgestaltung und -vermittlung nicht den tatsächlichen Assoziationen und Relevanzen von Rezipierenden entspricht, kann dies auf deren Seite zu Missverständnissen und Fehlkonzeptionen führen.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel des Forschungsvorhabens, die auf Strahlung bezogenen Konzeptionen und kognitiven Strukturierungen von Rezipierenden zu erfassen und in Form von Mental Models darzustellen. Mental Models beschreiben die Art und Weise, wie Menschen Gegenstände und Informationen in ihrem Bewusstsein strukturieren. Sie sollen aufzeigen, wie Laien verschiedene Informationen zu (unterschiedlichen) Strahlenthemen anordnen und miteinander verknüpfen würden. Ob die Verknüpfungen richtig oder falsch sind, ist dabei zweitranging. Vielmehr soll das Verständnis von Strahlung auf diese Weise in Form von Mental Models erschlossen und visualisiert werden, um mehr darüber zu erfahren, wie sich Rezipierende das Thema Strahlung kognitiv erschließen.</p>
<p>Die Ergebnisse geben Aufschluss darüber, wie Informationen zum Strahlenschutz (zum Beispiel auf Webseiten von BMUKN und BfS, in Broschüren, Vorträgen, Pressearbeit, etc.) den Wahrnehmungen und Vorstellungen von Rezipierenden entsprechend besser sortiert, strukturiert und gestaltet werden können, um von diesen leichter erfasst und nachvollzogen werden zu können. Sie dienen Akteuren des Strahlenschutzes als wichtige Grundlage für die Informationsarbeit, um von einer Erläuterung von Strahlenschutzthemen „aus Innensicht“ zu einer stärkeren Orientierung an den spezifischen Wahrnehmungen und Denkmustern von Rezipierenden zu gelangen. So wird eine besser an die Perspektiven von Rezipierenden angepasste Strahlenschutzkommunikation ermöglicht.</p>
<p>Basierend auf den Mental Models entwickelt das Vorhaben Handlungsempfehlungen, die vom BfS und dem BMUKN als Orientierung zu einer stärker an den Perspektiven von Rezipierenden orientierten Gestaltung der Kommunikation genutzt werden können.</p>
<p>Grundlage für die Aufgabenwahrnehmung von BMUKN/ BfS ist nach Maßgabe des Strahlenschutzrechts der jeweils aktuelle Stand von Wissenschaft und Technik. Die vom BMUKN/BfS in Auftrag gegebenen Untersuchungen, Studien und Gutachten müssen daher vom vorliegenden Stand von Wissenschaft und Technik auf dem jeweils zu bearbeitenden Aufgabengebiet ausgehen.</p>
<p><strong>Quelle</strong>: Forschungsvorhaben 3626S72251 - &quot;Mental Models von Rezipient*innen - Wie ordnen Zielgruppen von Strahlenschutzinformationen ihr Wissen über Strahlung?&quot;</p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75500</link>
<guid>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75500</guid>
<pubDate>Tue, 31 Mar 2026 10:06:32 +0000</pubDate>
<category>Forschung</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75500</wfw:commentRss><dc:creator>Gast</dc:creator>
</item>
<item>
<title>So stark werden an Schulen Lehrer &amp; Schüler verstrahlt</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Weltweit haben Wissenschaftler jahrelang gemessen, wie stark Schüler und Lehrer in Schulen hochfrequenten elektromagnetischen Feldern (HF-EMF) ausgesetzt sind. Von frühen Studien zu 3G- und 4G-Netzen bis hin zu neueren Untersuchungen zu 5G haben Forscher Klassenzimmer, WLAN-Verbindungen und sogar ganze Schulgelände überwacht. <a href="https://youtu.be/lAijwVS4nD4">Dieses Video</a> fasst in 3:28 Minuten die Ergebnisse aus mehr als einem Jahrzehnt Forschung zusammen und zeigt, wie die HF-EMF-Exposition in Schulen weltweit untersucht und verstanden wurde. Auf Deutsch umstellen lässt sich das Video mit dem Menüpunkt <em>Audiotrack</em>, sobald man bei YouTube das Zahnradsymbol angeklickt hat.</p>
<p>Für überzeugte Mobilfunkgegner ist das Video leider verboten, denn eingestellt auf YouTube wurde es im November 2025 von der &quot;bösen&quot; Mobilfunkindustrie, genauer gesagt von deren Interessenvertretung Mobile &amp; Wireless Forum (MWF). Wer Gefallen an der komprimierten Informationsvermittlung gefunden hat, sie ist das Gegenteil der überdehnten Informationsvermittlung durch Mobilfunkgegner, findet beim MWF derzeit noch <a href="https://www.youtube.com/@MobileWirelessForum/videos">102 weitere Videos</a> zu konkreten Themen wie Funkbelastung in einem voll besetzten Sportstadion, heben 5G-Basisstationen die Funkbelastung wirklich an oder wie hoch ist die Funkbelastung bei einem Musik-Freiluftfestival. Ein Kontrastprogramm sind die <a href="https://www.youtube.com/channel/UCaUjwaosC-6QsUsNtjGTUvg/videos">derzeit 70 Videos</a> der selbsternannten Verbraucherorganisation Diagnose-Funk, Stuttgart.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75495</link>
<guid>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75495</guid>
<pubDate>Sat, 28 Mar 2026 20:56:44 +0000</pubDate>
<category>Forschung</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75495</wfw:commentRss><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>EHS-Forschung: Viele Wellen, kein Fortschritt</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Die Literatur zu Elektrohypersensibilität wächst seit Jahrzehnten – und tritt dennoch auf der Stelle. Eine Auswertung der PubMed-Daten zeigt: Publikationsschübe kommen und gehen, doch belastbare Evidenz bleibt aus. Was wie wissenschaftliche Dynamik aussieht, erweist sich bei näherem Hinsehen als Bewegung ohne klare Richtung.</strong></span><br />
 <br />
Die Studienrecherche in PubMed liefert für Elektrohypersensibilität (EHS) insgesamt rund 200 bis 250 einschlägige Publikationen je nach Suchstrategie und Einschlusskriterien. Für das vorliegende Posting wurde <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/?term=%22electromagnetic%20hypersensitivity%22%20OR%20%22electrohypersensitivity%22%20OR%20%22IEI-EMF%22%20OR%20%22idiopathic%20environmental%20intolerance%20electromagnetic%20fields%22&amp;timeline=expanded">dieser Suchbegriff</a> verwendet, der gegenwärtig zu 235 Treffern führt. Die zeitliche Verteilung dieser Arbeiten zeigt ein charakteristisches Muster: Bis etwa 1995 finden sich nur vereinzelte Beiträge. Ab Ende der 1990er Jahre steigt die Zahl der Veröffentlichungen an, überschreitet ab etwa 2005 regelmäßig die Marke von zehn Publikationen pro Jahr und erreicht in den Jahren 2013 bis 2015 erstmals ein deutliches Hoch.</p>
<p><img src="https://www.izgmf.de/scripts/forum/images/uploaded/2026032521403269c456507f94d.jpg" class="left" alt="[image]" width="500" height="281" />◄ Grafik: IZgMF<br />
<span style="color:#fff;">.<br />
.</span><br />
In den Folgejahren flacht die Kurve zunächst ab, bevor es ab etwa 2020 zu einer erneuten Zunahme kommt. Besonders hohe Jahreswerte zeigen sich im Jahr 2022 und schließlich ein bisheriger Höchstwert im Jahr 2025 mit 24 Publikationen. Die Phrase &quot;idiopathic environmental intolerance electromagnetic fields&quot; im Suchbegriff führt allerdings zu einigen ungültigen Treffern, gut zu sehen bei PubMed z.B. am Ende der Trefferliste (<a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/?term=%22electromagnetic%20hypersensitivity%22%20OR%20%22electrohypersensitivity%22%20OR%20%22IEI-EMF%22%20OR%20%22idiopathic%20environmental%20intolerance%20electromagnetic%20fields%22&amp;timeline=expanded&amp;page=24">Treffer 231 und 234</a>). Ohne diese Phrase fällt die Anzahl der Treffer von 235 auf 200 und der Verlauf über die Jahre hinweg sieht dann <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/?term=%22electromagnetic%20hypersensitivity%22%20OR%20%22electrohypersensitivity%22%20OR%20%22IEI-EMF%22&amp;page=20&amp;timeline=expanded">etwas anders aus</a>. Insgesamt ergibt sich kein linearer Anstieg, sondern eine wellenförmige Publikationsdynamik mit mehreren Aktivitätsphasen.<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Mehrheitlich nicht-analytische Studien</span></p>
<p>Die Gesamtmenge der Publikationen zeigt eine klare strukturelle Verteilung nach Studientypen. Ein erheblicher Anteil entfällt auf Reviews, überwiegend in narrativer Form ohne systematische Methodik. Daneben finden sich zahlreiche Kommentare, Letters und Meinungsbeiträge sowie Fallberichte (Case Reports und kleine Fallserien). Demgegenüber sind analytische Studien mit kontrolliertem Design deutlich seltener vertreten. Kontrollierte Expositionsstudien, Fall-Kontroll-Studien oder größere epidemiologische Untersuchungen bilden nur einen vergleichsweise kleinen Teil des Gesamtaufkommens.</p>
<p>Die Literaturbasis ist damit zahlenmäßig keineswegs dünn, sondern umfasst mehrere hundert Einzelarbeiten. Gleichzeitig zeigt sich eine deutliche Schieflage zugunsten nicht-analytischer Publikationsformen: Je subjektiver die Evidenzform, desto zahlreicher die Befunde – je objektiver das Studiendesign, desto dünner die Datenlage. Replikationsstudien sind selten, standardisierte methodische Ansätze die Ausnahme. Eine konsistente Evidenzlinie über mehrere unabhängige, methodisch vergleichbare Studien hinweg ist nicht erkennbar.<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Interpretation: Viel Literatur, wenig Verdichtung</span></p>
<p>Der zeitliche Verlauf entspricht dem typischen Muster eines wissenschaftlichen Modethemas – allerdings nicht als einmaliger Peak, sondern als wiederkehrende Aktivitätswellen. Phasen erhöhter Publikationstätigkeit werden nicht durch methodische Durchbrüche getragen, sondern laufen erkennbar aus und werden später erneut aufgegriffen.</p>
<p>Die entscheidende Nagelprobe wären reproduzierbare Effekte unter kontrollierten Bedingungen gewesen – doch diese bleiben aus. In verblindeten Expositionsstudien gelingt es Betroffenen regelmäßig nicht, Felder zuverlässig zu erkennen oder reproduzierbar darauf zu reagieren.</p>
<p>An eben diesem Punkt hätte eine Konsolidierung einsetzen müssen: robuste Studiendesigns, Replikationen, belastbare Effektnachweise. Stattdessen bleibt die Literatur strukturell fragmentiert. Die hohe Anzahl an Reviews ohne entsprechende Primärdatenbasis ist ein Indikator dafür, dass mehr über EHS geschrieben als systematisch dazu geforscht wurde.</p>
<p>Die wiederholten Publikationsschübe – zuletzt in den 2020er Jahren – ändern daran nichts. Sie stehen nicht für einen Erkenntnisfortschritt, sondern für erneute Aufmerksamkeit ohne methodische Verdichtung. In der Wissenschaft ist das ein bekanntes Muster: Aktivität ersetzt Evidenz nicht.</p>
<p>Auffällig ist zudem die Diskrepanz zwischen subjektiver Evidenz und objektivierbarer Datenlage. Fallberichte dokumentieren individuelle Beschwerden, liefern jedoch keine belastbare Grundlage für Kausalzusammenhänge. Ohne kontrollierte Designs bleiben sie wissenschaftlich anekdotisch. Gleichzeitig fehlt es weiterhin an klaren Diagnosekriterien und konsistenten Falldefinitionen. Die Erforschung unspezifischer Umweltbeschwerden ist dabei grundsätzlich legitim – problematisch ist jedoch die vorschnelle kausale Zuschreibung zu HF-EMF.<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Selbstgewissheit ohne Evidenz</span></p>
<p>Ein bemerkenswertes Muster zeigt sich zudem im mobilfunkkritischen Spektrum selbst: Akteure mit wissenschaftlichem Hintergrund neigen auffallend häufig dazu, EHS nicht als offene Hypothese, sondern als gegebene Realität zu behandeln. Die Existenz des Phänomens wird implizit oder explizit vorausgesetzt, obwohl gerade in diesem Teilbereich die Evidenzlage besonders schwach ist. Diese Asymmetrie ist erklärungsbedürftig. Sie lässt sich als Folge kognitiver Konsistenz verstehen: Wer von biologischen Wirkungen der HF-EMF überzeugt ist, findet in EHS deren naheliegendste menschliche Manifestation. Zugleich wohnt EHS eine hohe narrative Attraktivität inne – konkrete Betroffene erzeugen mehr Überzeugungskraft als abstrakte Mechanismen. Beides zusammen führt dazu, dass subjektive Evidenz übergewichtet und negative Ergebnisse kontrollierter Studien relativiert werden. Damit entsteht jedoch eine Inkonsistenz: Hohe Evidenzanforderungen werden gegenüber der etablierten Forschung formuliert, während für die eigene Schlüsselhypothese weniger strenge Maßstäbe gelten. Diese Inkonsistenz untergräbt die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit der Position.<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Leszczynskis Erfolgsaussichten</span></p>
<p>Vor diesem Hintergrund ist auch die Position von Dariusz Leszczynski einzuordnen. Leszczynski kritisiert seit Jahren, dass der dominierende Forschungsansatz – insbesondere Provokationsstudien mit verblindeter Exposition – am Kern des Problems vorbeigehe. In mehreren Beiträgen argumentiert er, diese Studien seien methodisch ungeeignet, da sie kurzfristige Reaktionen testen, während EHS von Betroffenen als chronisches Phänomen beschrieben werde. Stattdessen plädiert er dafür, nach objektiven Biomarkern zu suchen, die eine Diagnose ermöglichen könnten.</p>
<p><img src="https://www.izgmf.de/scripts/forum/images/uploaded/2026032521591869c45ab615e76.jpg" class="left" alt="[image]" width="500" height="333" />◄ Bild: Microsoft Copilot<br />
<span style="color:#fff;">.<br />
.</span><br />
Diese Kritik ist insofern bemerkenswert, als sie aus dem Feld selbst kommt und indirekt einräumt, dass die bisherige Evidenzstrategie keine überzeugenden Resultate geliefert hat. Gleichzeitig bleibt dieser Ansatz innerhalb der Forschung randständig. Weder hat sich die Forschung systematisch in Richtung Biomarker verschoben, noch existiert eine belastbare Pipeline entsprechender Studien.</p>
<p>Methodisch verschiebt der Ansatz zudem das Problem, anstatt es zu lösen. Die Suche nach Biomarkern setzt voraus, dass es einen konsistenten, reproduzierbaren physiologischen Zustand gibt, der spezifisch mit EHS verknüpft ist. Doch dafür fehlt bislang jede belastbare Vorarbeit.</p>
<p>Die Erfolgsaussichten dieses Ansatzes sind daher nüchtern betrachtet gering. In der biomedizinischen Forschung werden Biomarker typischerweise dann identifiziert, wenn bereits eine robuste Evidenzbasis für eine Erkrankung existiert. Bei EHS verhält es sich umgekehrt: Der Biomarker soll gewissermaßen die Existenz des Phänomens erst absichern. Das ist methodisch ein Umkehrschluss mit geringer Erfolgswahrscheinlichkeit.<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Schlussfolgerungen: Ein Phänomen ohne tragfähige Evidenzbasis</span></p>
<p>Aus der Gesamtschau ergibt sich ein klares Bild. EHS ist kein unterforschtes Gebiet, sondern ein überdehntes. Es gibt nicht zu wenig Literatur, sondern zu wenig belastbare Evidenz. Die Forschung hat das Thema wiederholt intensiv aufgegriffen, ohne einen reproduzierbaren, kausalen Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern und den berichteten Symptomen nachweisen zu können.</p>
<p>Damit verschiebt sich die Einordnung des Phänomens. EHS bewegt sich nicht im Bereich etablierter umweltmedizinischer Effekte, sondern eher in der Kategorie subjektiver Wahrnehmungsphänomene ohne objektive Korrelate. Der Vergleich mit Wünschelruten, Wasseradern oder Erdstrahlen ist insofern nicht polemisch, sondern strukturell begründet: In allen Fällen existiert ein stabiles subjektives Erleben bei gleichzeitig fehlender experimenteller Bestätigung.</p>
<p>Der entscheidende Unterschied ist lediglich der Kontext. Während Wünschelruten längst im Bereich der Folklore angekommen sind, wird EHS noch mit wissenschaftlichem Anspruch verhandelt. Die PubMed-Daten legen jedoch nahe, dass dieser Anspruch nicht durch entsprechende Evidenz gedeckt ist.</p>
<p>Kurz gesagt: Die Kurve erzählt keine Erfolgsgeschichte der Erkenntnis – sondern die Geschichte wiederkehrender Aufmerksamkeit ohne substanzielle Fortschritte.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75487</link>
<guid>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75487</guid>
<pubDate>Wed, 25 Mar 2026 22:01:08 +0000</pubDate>
<category>Elektrosensibilität</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75487</wfw:commentRss><dc:creator>KI</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Pseudowissenschaft ist ein lukratives Geschäft</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Pseudowissenschaft ist ein lukratives Geschäft und verbreitet sich schneller als die echte Wissenschaft, <a href="https://www.nysun.com/article/garbage-in-garbage-out-scientific-publishing-faces-pandemic-like-spread-of-fake-studies?gift=eyJhbGciOiJIUzI1NiJ9.eyJnaWZ0RnJvbSI6InljczVubTZ1anlseiIsImlhdCI6MTc3NDI5OTk4NCwiZXhwIjoxNzc2ODkxOTg0fQ.l2AS90HmPZQ3Z07qHTwoTUtK8-e4p8oPckDWy9rVwQ8">schreibt die New Yorker Zeitung The Sun</a> unter Verweis auf jüngste Forschung von Luís Amaral, Professor für Ingenieurwissenschaften und angewandte Mathematik an der Northwestern University, Illinois, USA. Und am Ende des Artikels  heißt es: Das Fazit der Geschichte lautet: „[...] Für Herrn Leszczynski führt die Krise letztendlich zurück zum individuellen Gewissen in einem System, das Unehrlichkeit rentabel gemacht hat. &quot;Am beunruhigendsten ist die rasante Entwicklung der KI, die es immer schwieriger macht, gefälschte Studien aufzuspüren, zu beweisen und zu entlarven&quot;, sagte er. &quot;Die Büchse der Pandora ist geöffnet, und es gibt kein Zurück. Nur unsere eigene wissenschaftliche Wachsamkeit, Moral und Ethik können helfen, eine große Katastrophe zu vermeiden.&quot; [...]</p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75485</link>
<guid>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75485</guid>
<pubDate>Tue, 24 Mar 2026 12:16:41 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75485</wfw:commentRss><dc:creator>Gast</dc:creator>
</item>
<item>
<title>100 Jahre Berliner Funkturm</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><img src="https://www.izgmf.de/scripts/forum/images/uploaded/2026032320132169c19ee150e14.jpg" class="left" alt="[image]" width="570" height="760" />◄ Bild von <a href="https://pixabay.com/de/users/t4berlin-119722/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=238675">t4berlin</a> auf Pixabay<br />
<span style="color:#fff;">.<br />
.</span><br />
Seit 100 Jahren ragt der Funkturm in den Himmel über Berlin. Zum Auftakt des Jubiläumsjahres verlieh eine Lichtinszenierung dem fast 150 Meter hohen „Langen Lulatsch“ auf dem Messegelände im Westend einen besonderen Glanz.  </p>
<p>Bis zum eigentlichen Jubiläum ist es noch etwas hin: Eröffnet wurde der Funkturm am 3. September 1926. Zunächst war er ein Sendemast [fürs Radio], 1929 wurde dann das erste Fernsehbild in Deutschland aus dem Berliner Westen ausgestrahlt. Ein bisschen erinnert der Stahlkoloss an den Eiffelturm in Paris, der den Funkturm-Architekten Heinrich Straumer durchaus inspiriert hat.</p>
<p>Der Funkturm hat ein Restaurant in 55 Metern Höhe und eine Aussichtsplattform, auf die es 126 Meter hoch geht. Von dort bietet sich ein weiter Blick über Berlin, der vom vergleichsweise nahen Teufelsberg bis zum Fernsehturm am Alexanderplatz in Mitte reicht.  <a href="https://www.tagesspiegel.de/berlin/jubilaumsjahr-100-jahre-funkturm-glanzender-start-ins-jubilaumsjahr-15384463.html">weiter ...</a></p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75483</link>
<guid>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75483</guid>
<pubDate>Mon, 23 Mar 2026 20:22:51 +0000</pubDate>
<category>Technik</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75483</wfw:commentRss><dc:creator>Gast</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Diagnose-Funk entdeckt die Einzelfall-Evidenz</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Ein <a href="https://www.diagnose-funk.org/aktuelles/artikel-archiv/detail?newsid=2340">aktueller Beitrag</a> von Diagnose-Funk zeigt einmal mehr, wie aus einem harmlosen Erfahrungsbericht mit ein wenig rhetorischem Druck eine scheinbar belastbare &quot;wissenschaftliche Bestätigung&quot; gezimmert wird. Grundlage ist <a href="https://www.frontiersin.org/journals/public-health/articles/10.3389/fpubh.2025.1535513/full">ein Artikel</a> im Journal Frontiers in Public Health – und der hat es in sich. Allerdings ganz anders, als Diagnose-Funk es darstellt.</strong></span></p>
<p><img src="https://www.izgmf.de/scripts/forum/images/uploaded/2026032121124069bf09c801b65.jpg" alt="[image]" width="700" height="467" /><br />
<span style="font-size:smaller;">Bild: Microsoft Copilot</span></p>
<p><span style="font-size:large;">Vom Selbstbericht zur Kausalgeschichte</span></p>
<p>Der Autor des Frontiers-Textes beschreibt seinen eigenen Leidensweg und vermutet einen Zusammenhang mit elektromagnetischen Feldern. So weit, so unspektakulär – solche Berichte gibt es viele. Entscheidend ist jedoch: Der Autor selbst relativiert seine Darstellung deutlich. Er spricht von einem nicht-wissenschaftlichen Bericht, von Selbstdiagnose und davon, dass kein Beweis für einen ursächlichen Zusammenhang vorliegt.</p>
<p>Diagnose-Funk macht daraus etwas völlig anderes. Dort wird aus dem vorsichtigen &quot;Ich vermute&quot; ein klares &quot;wurde krank durch&quot;. Der Konjunktiv verschwindet, die Unsicherheit gleich mit. Übrig bleibt eine lineare Kausalgeschichte: gesund – Exposition – krank. Fertig ist der Beleg der selbsternannten &quot;Verbraucherschutzorganisation&quot;.<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Die wundersame Verwandlung der Anekdote</span></p>
<p>Was hier passiert, ist ein Klassiker: Eine Anekdote wird zur Evidenz erhoben. Ein einzelner, unkontrollierter Selbstbericht genügt plötzlich, um als Beispiel für ein allgemeines Phänomen herzuhalten. Methodische Mindeststandards spielen dabei keine Rolle mehr:</p>
<p>Keine Kontrollgruppe, keine Verblindung, keine objektive Expositionsmessung, keine systematische Differentialdiagnostik. Stattdessen: Erinnerung, Interpretation, Schlussfolgerung – alles in Personalunion.</p>
<p>Dass genau diese Konstellation besonders anfällig für Fehlzuschreibungen ist, gehört zum kleinen Einmaleins der Epidemiologie. Bei Diagnose-Funk scheint dieses Kapitel jedoch konsequent übersprungen worden zu sein.<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Unsicherheit stört die Erzählung</span></p>
<p>Bemerkenswert ist, was alles nicht vorkommt. Alternative Erklärungen? Fehlanzeige. Psychophysiologische Mechanismen? Kein Thema. Nocebo-Effekte? Offensichtlich entbehrlich.</p>
<p>Das ist kein Versehen, sondern System. Wer eine klare Ursache-Wirkungs-Geschichte erzählen will, kann sich konkurrierende Hypothesen schlecht leisten. Also lässt man sie einfach weg. Das Ergebnis ist eine glatte, eingängige Erzählung – und eine analytisch ausgehöhlte Darstellung.<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Peer Review als Gütesiegel</span></p>
<p>Besonders frech ist der Umgang mit dem Publikationsort. Dass der Text in einem peer-reviewten Journal erschienen ist, dient als implizites Qualitätssiegel. Dass es sich inhaltlich um einen ausdrücklich nicht-wissenschaftlichen Erfahrungsbericht handelt, wird dabei zur Randnotiz.</p>
<p>So entsteht der Eindruck, hier liege eine wissenschaftliche Bestätigung vor. Tatsächlich liegt nur ein publizierter Erfahrungsbericht vor – mit allen Einschränkungen, die solche Texte naturgemäß haben.</p>
<p>Am Ende bleibt der Eindruck, dass hier weniger analysiert als erzählt wird. Die Geschichte folgt einem vertrauten Muster: Ein gesunder Mensch wird durch eine äußere Einwirkung krank, erkennt die Ursache und liefert damit implizit den Beleg für ein umstrittenes Phänomen.</p>
<p>Das ist dramaturgisch sauber konstruiert und kommunikativ wirksam. Wissenschaftlich aber trägt es nicht.<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Fazit</span></p>
<p>Diagnose-Funk gelingt mit bemerkenswerter Leichtigkeit die Umdeutung eines selbst relativierten Erfahrungsberichts in eine scheinbar belastbare Fallgeschichte. Der Preis dafür ist hoch: methodische Sorgfalt, begriffliche Präzision und die Grenze zwischen Vermutung und Nachweis bleiben auf der Strecke. Oder anders gesagt: Aus &quot;Ich glaube, es könnte sein&quot; wird &quot;Es ist so&quot;. Und an eben dieser Stelle beginnt das Problem.</p>
<p>Das Problem ist kein einzelner Fehler, sondern ein systematischer Kurzschluss. Dieser beginnt dort, wo die Grenze zwischen Erfahrung und Erkenntnis eingerissen wird. Ein subjektiver Bericht – mit allen bekannten Verzerrungen – wird so behandelt, als hätte er denselben Status wie methodisch kontrollierte Forschung. Damit verschiebt sich der Maßstab: Was eigentlich nur Anlass für Hypothesen wäre, erscheint plötzlich als deren Bestätigung. Das hat drei Folgen.</p>
<p>Erstens wird Kausalität behauptet, ohne dass sie gezeigt ist. Aus zeitlicher Abfolge wird Ursache-Wirkung – ein klassischer Fehlschluss, in der Wissenschaft wird er mühsam vermieden und hier im Handumdrehen wieder eingeführt.</p>
<p>Zweitens wird Unsicherheit systematisch entfernt. Einschränkungen, Vorbehalte und alternative Erklärungen verschwinden aus der Darstellung, obwohl sie für die Einordnung zentral wären. Übrig bleibt eine glatte, eindeutige Geschichte – und diese vorgetäuschte Eindeutigkeit ist das Warnsignal.</p>
<p>Drittens entsteht ein Schein von Evidenz. Wer den Text liest, bekommt den Eindruck, es gebe nun eine weitere &quot;Bestätigung&quot; für EHS infolge elektromagnetische Felder. Tatsächlich gibt es nur eine weitere Erzählung. Der Unterschied ist erheblich, wird aber kommunikativ eingeebnet. Das Problem beginnt also dort, wo aus einem Ausgangspunkt für Fragen ein vermeintliches Ergebnis gemacht wird. Und es endet nicht beim einzelnen Artikel, sondern wirkt fort: in der öffentlichen Wahrnehmung, in Debatten und letztlich in politischen Forderungen, die sich auf genau solche &quot;Belege&quot; stützen. Bis zur <a href="https://forum.gigaherz.ch/viewtopic.php?p=87820#p87820">ersten Rezeption</a> durch einen anspruchslosen Gesinnungsfreund in der Schweiz dauerte es nur drei Tage.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75482</link>
<guid>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75482</guid>
<pubDate>Sat, 21 Mar 2026 21:14:00 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75482</wfw:commentRss><dc:creator>KI</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Wie die Ukraine im Krieg ihr Mobilfunknetz absichert</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Russlands Angriffe auf die Energieinfrastruktur in der Ukraine führen immer wieder zu längeren Stromausfällen. Eine Herausforderung auch für Mobilfunkbetreiber. <a href="https://www.zdfheute.de/politik/ausland/mobilfunk-energie-ukraine-krieg-russland-100.html">zum Beitrag des ZDF ...</a></p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75469</link>
<guid>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75469</guid>
<pubDate>Mon, 16 Mar 2026 15:00:41 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75469</wfw:commentRss><dc:creator>Gast</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Kritische Analyse des Papers von Melnick und Moskowitz</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Ein neu erschienenes Paper in Environmental Health behauptet, die geltenden Grenzwerte für hochfrequente elektromagnetische Felder (HF-EMF) seien deutlich zu hoch und müssten drastisch gesenkt werden. Grundlage ist jedoch keine neue experimentelle Forschung, sondern eine modellbasierte Risikoabschätzung auf Basis bereits publizierter Tierdaten. Entscheidend für die extrem niedrigen Ergebniswerte sind mehrere Annahmen im Modell.</strong></span><br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Ausgangspunkt: Tierstudien-Review statt neue Studien</span></p>
<p>Das am 14. März 2026 publizierte Paper von Melnick und Moskowitz &quot;Exposure limits to radiofrequency EMF do not account for cancer risk or reproductive toxicity assessed from data in experimental animals&quot; (<a href="https://link.springer.com/article/10.1186/s12940-026-01288-6">Volltext</a>) gibt sich zunächst als neue Risikobewertung. Tatsächlich fußt der Krebs-Teil der Arbeit auf der systematischen Review von Mevissen et al. (2025). Diese Review kam zu dem Ergebnis, dass in Langzeitversuchen mit Ratten Herz-Schwannome (gefäßgebundene Tumoren) sowie Gehirngliome verstärkt auftraten (bei hoher Evidenzlage). Melnick und Moskowitz übernehmen ausdrücklich diese Befunde als Ausgangspunkt: Sie nutzen die von Mevissen et al. ermittelten Benchmark-Dosen (BMD) für die Tumorhäufigkeiten in den NTP- und Ramazzini-Studien, wobei ihr Schwerpunkt auf den Herz-Schwannomen liegt (dort war der Zusammenhang am stärksten ausgeprägt und die Evidenz am höchsten).</p>
<p><span class="underline">Wichtig</span>: M&amp;M führen keine neuen Tierversuche durch und sammeln auch keine neuen Daten. Sie machen also keine neue Evidenzarbeit, sondern führen auf den bestehenden Studien eine modellbasierte Risikoabschätzung durch.<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Von der Review zur Grenzwertberechnung</span></p>
<p>Der Kernbeitrag des Papers ist die Mathematik: Aus den BMD-Werten für Tumoren in den Ratten-Studien leiten die Autoren Expositionsgrenzwerte ab.</p>
<p>Ablauf in Kürze: Aus den Daten der beiden großen Tierstudien (NTP 2018 und Ramazzini-Institut 2018) berechnen sie mit einem Benchmark-Dosis-Modell eine Dosis, bei der rechnerisch etwa 1 % zusätzliches Krebsrisiko entstehen würde. Diese Dosis (BMDL01) dividieren sie dann linear durch 10^3 (weil sie ein Risiko von 1:100'000, also 0,00001 bzw. 10⁻⁵, ansetzen). Man erhält so extrem niedrige &quot;gesundheitsschützende&quot; SAR-Werte. Die Autoren kommen auf SAR-Bereiche von wenigen Milliwatt pro Kilogramm: etwa 0,8 mW/kg bis 5 mW/kg (Ganzkörper) bei einem Krebsrisiko von 1×10⁻⁵.</p>
<p>Zum Vergleich: Der aktuelle Grenzwert der ICNIRP/FCC für die Allgemeinbevölkerung beträgt 0,08 W/kg = 80 mW/kg. Das heißt, die berechneten &quot;sicheren&quot; Werte liegen um Größenordnungen darunter. Diese Rechnung ist formal korrekt durchgeführt, der Unterschied entsteht aber fast ausschließlich durch einen letzten Rechenschritt (siehe unten).<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Der entscheidende Schritt: Modellannahme</span></p>
<p>Der große Abstand zwischen den berechneten mW-Werten und den bestehenden Werten entsteht durch eine zentrale Annahme: Eine lineare Dosis-Wirkungs-Beziehung ohne Schwelle. Die Autoren nehmen an, dass das Krebsrisiko sich proportional weiter verringert, wenn die Dosis weit unter die getesteten Werte fällt. Anders gesagt: Wenn 1 W/kg z.B. 1 % Risiko gibt, dann soll 0,01 W/kg 0,01 % Risiko ergeben.</p>
<p><span class="underline">Wichtig ist hier</span>: Für sehr niedrige Expositionen gibt es keine Messdaten. Die an diesen Bereich angelehnte lineare Fortsetzung ist eine Modellannahme, kein empirisch belegter Effekt. Melnick &amp; Moskowitz formulieren selbst, sie wüssten keinen etablierten nicht-linearen Wirkmechanismus und nutzten deshalb &quot;linear low-dose extrapolation&quot;. Das ist methodisch eine policy choice, keine Beobachtung. Je nach Wahl dieser Extrapolationsregel würden ganz andere Grenzwerte herauskommen.<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Starke Abhängigkeit von wenigen Tierstudien</span></p>
<p>Die gesamte quantitative Analyse beruht letztlich nur auf den beiden genannten Tierstudien (NTP und Ramazzini). Beide wurden zwar hochrangig veröffentlicht, sind aber auch umstritten. Kritiker weisen etwa darauf hin, dass in der NTP-Studie Tiere der Kontrollgruppe deutlich früher verstarben als die bestrahlten Tiere (nur 28 % der Kontrollratten erreichten den Versuchs-Endpunkt gegenüber 50–68 % in den Expositionsgruppen). Da Ratten oft erst im hohen Alter Tumore entwickeln, könnte eine verkürzte Überlebenszeit in der Kontrollgruppe zu künstlich niedrigerer Tumorrate geführt haben.</p>
<p>Ähnliche Fragen wurden an die Ramazzini-Studie (Falcioni et al. 2018) gestellt: Dort wurden die Ratten zwar über ihr ganzes Leben mit vergleichsweise schwachen Basisstationssignalen (GSM 1,8 GHz, bis 0,1 W/kg) exponiert, dennoch fanden sich erhöhte Herz-Schwannom-Raten bei den höchsten Expositionsdosen.</p>
<p>In jedem Fall gilt: Wenn nur diese wenigen Tierstudien die Grundlage einer Risikoabschätzung sind, dann bestimmt ihre Interpretation das Ergebnis. Sind die Daten oder ihre Auswertung fehlerhaft oder ungewöhnlich, überträgt sich das direkt auf die modellierten Grenzwerte.<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Fertilitätsanalyse: Mehrdeutige Datenlage</span></p>
<p>Der zweite Teil des Papers leitet von Tierdaten auch Grenzwerte für mögliche Auswirkungen auf die männliche Fruchtbarkeit ab. Als Basis dient eine von Cordelli et al. publizierte Metaanalyse (WHO-Review 2024), die eine lineare Beziehung zwischen SAR und Fortpflanzungsparametern annimmt. Dort wurde ein lineares Wirkungsmaß von 0,03 pro W/kg ermittelt (d.h. 3 % Wirkung pro W/kg).</p>
<p>M&amp;M übernehmen diesen Wert und wenden dann klassische Sicherheitsfaktoren an: 10× für Tier-auf-Mensch-Übertragung, 10× für Unterschiede innerhalb der Menschen, und 3× falls nur ein LOAEL (nicht NOAEL) vorliegt. Nach diesen Uncertainty-Factor-Regeln kommt man auf den Gesamtfaktor 300. Dividiert man die Basiswirkung (1 W/kg → 3 % Effekt) durch 300, erhält man etwa 3,3 mW/kg als schützenden Wert. Ließe man die 3× weg (wenn man annähme, 1 W/kg wäre kein LOAEL), käme man auf 10 mW/kg. Dies steht im Paper: &quot;exposure limit value of 3.3 or 10 mW/kg… 8- to 24-times lower than ICNIRP/FCC limits&quot;.</p>
<p>Auch dieser Rechenschritt ist formal korrekt. Ob er aber sinnvoll ist, hängt stark von der Qualität der zugrunde liegenden Studien ab. Tatsächlich warnten Cordelli et al., dass ihre Ausgangsdaten heterogen sind und die Effekte häufig klein sind. Insofern ist das Ergebnis (3–10 mW/kg) mit großer Unsicherheit behaftet und vollends von den getroffenen Annahmen abhängig.<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Fazit</span></p>
<p>Das Paper von Melnick und Moskowitz liefert keine neuen experimentellen Befunde zum Thema HF-EMF. Es kombiniert vielmehr bestehende Tierdaten (insbesondere aus der Mevissen-Review sowie den NTP- und Ramazzini-Studien) mit einem toxikologischen Risikomodell.</p>
<p>Die sehr niedrigen Zahlen für &quot;schützende&quot; SAR ergeben sich dabei hauptsächlich aus bestimmten Modellannahmen, vor allem der linearen Extrapolation ins Niedrigdosisgebiet. Sie zeigen in erster Linie: Je nach Wahl der Annahmen kann man aus denselben Daten völlig andere Grenzwerte ableiten. Das Paper illustriert damit, wie extrem unterschiedlich die Ergebnisse ausfallen können, betont aber nicht überzeugend, dass die bestehenden Grenzwerte nun wirklich falsch seien.</p>
<p>Letztlich ist die Arbeit mehr ein Gedankenexperiment (&quot;Was würde passieren, wenn wir sehr vorsichtig extrapolieren?&quot;) als ein Beleg für tatsächlich überhöhte Grenzwerte. Sie eignet sich, um zu diskutieren, wie stark Ergebnisse von der Wahl des Modells abhängen. Einen endgültigen Beweis dafür, dass die aktuellen Grenzwerte um Größenordnungen zu hoch sind, liefert sie aber nicht.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75466</link>
<guid>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75466</guid>
<pubDate>Sun, 15 Mar 2026 20:16:52 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75466</wfw:commentRss><dc:creator>KI</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Website Ärzte &amp; Mobilfunk in Agonie</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Jahrelang dümpelte die 2014 zum Leben erwachte Website <a href="http://www.aerzte-und-mobilfunk.eu">www.aerzte-und-mobilfunk.eu</a> ungepflegt im www. Erst vor ein paar Monaten kam etwas Leben in die Bude, indem seither mit Content-Rotation hohle Sprüche aus schier unglaublich alten Zitatsammlungen eingespielt werden. Nach geschätzt nur 20 Sprüchen aus der Altsteinzeit des Mobilfunkprotests begann die Rotation schon wieder von vorne.</p>
<p>Vor einer Woche sah die Website noch so aus ...</p>
<p><img src="https://www.izgmf.de/scripts/forum/images/uploaded/2026031515173469b6cd8e48458.jpg" alt="[image]" width="600" height="490" /><br />
 <br />
... heute vorübergehend dann so:<br />
 <br />
<img src="https://www.izgmf.de/scripts/forum/images/uploaded/2026031515182669b6cdc2ac6b1.jpg" alt="[image]" width="600" height="449" /></p>
<p>Wie unschwer zu erkennen ist, hat sich der Betreiber der Website mit Hostinger einen neuen Hoster geangelt. Hostinger wurde 2004 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Litauen. Eine Website hostet der Anbieter schon ab 2,49 Euro im Monat.</p>
<p>Inzwischen scheint der Umzug der Website abgeschlossen zu sein, denn auf meinem Monitor sieht sie wieder so aus wie vor einer Woche. Leider. Denn der Content, den die Site stellenweise nach wie vor auftischt, hat sein Mindesthaltbarkeitsdatum schon vor vielen Jahren überschritten. Der Umzug zu dem Discounter deutet nun darauf hin, dass <a href="http://www.aerzte-und-mobilfunk.eu">www.aerzte-und-mobilfunk.eu</a> dem Vorbild <a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=60028">www.esmog-augsburg.de</a> nacheifert und ebenfalls als Negativdenkmal für ein Zeugnis aus untergegangenen Zeiten wahrgenommen werden möchte.</p>
<p>Aber: Nicht alles, was die Website bringt, hat einen Bart. Es gibt noch andere Besonderheiten.  So wird am 2. Februar 2026, also taufrisch, der Artikel &quot;Das Leitmedium&quot; angeboten. Wer das Angebot annimmt, erfährt: <em>Der folgende Beitrag greift zentrale Gedanken aus dem Artikel „Das Leitmedium“ auf und stellt sie in einen medizinisch-biologischen Zusammenhang.</em> Über die Primärquelle des Artikels erfährt der Leser nichts. Diese Quelle aber war leicht zu finden. Der Artikel erschien ursprünglich 2024 auf <a href="https://www.manova.news/artikel/das-leitmedium?utm_source=chatgpt.com">dieser Website</a>, Autorin ist Anke Kern. Augenscheinlich möchte Dr. med. Markus Kern, Betreiber der Website aerzte-und-mobilfunk.eu, den Lesern des Artikels auf seiner Website vorenthalten, dass dieser von seiner Ehefrau verfasst wurde. Mutmaßlich deshalb, weil es schon befremdlich wirkt, wenn die Ehefrau etwas schreibt, was der Ehemann öffentlich in einen medizinisch-biologischen Zusammenhang bringt. Ich z.B. könnte mir bei so einer Konstruktion vorstellen, dass dabei die Ergebnisoffenheit auf der Strecke bleibt. Gleichwohl wäre es mMn ehrlicher gewesen, Ross und Reiter beim Namen zu nennen.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75465</link>
<guid>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75465</guid>
<pubDate>Sun, 15 Mar 2026 15:52:59 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75465</wfw:commentRss><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Seminar &quot;Emerging Technologies &amp; Health&quot;</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Das internationale Seminar <a href="https://inis.si/seminarji/2026-seminar-en/">Emerging Technologies &amp; Health</a> findet am 27. März 2026 im Hauptsaal A der Slowenischen Handelskammer (GZS), Dimičeva ulica 13, Ljubljana, statt. Die Teilnahmegebühr beträgt rd. 354 EUR inkl. MwSt. und umfasst die Teilnahme an der Veranstaltung, weitere Materialien, Erfrischungen während der Pause sowie eine Teilnahmebescheinigung. Worum es geht, verrät im Großen und Ganzen der Waschzettel des Seminars:</p>
<p><em>In welchem Umfang sind wir elektromagnetischen Feldern (EMF) ausgesetzt? Wie verändert sich unsere elektromagnetische Umgebung durch die Einführung neuer Funktechniken, insbesondere 5G und darüber hinaus? Gibt es Auswirkungen auf unsere Gesundheit und die Umwelt?</em></p>
<p><em>Experten auf diesem Gebiet werden die neuesten Messverfahren und -geräte vorstellen, die zur Bewertung der EMF-Exposition durch neue Technologien eingesetzt werden.</em></p>
<p><em>Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Ergebnissen des kürzlich abgeschlossenen EU-Forschungsprojekts Seawave sowie einiger anderer laufender EU-Projekte (Etain, Goliat, NextGem) im Rahmen des Europäischen Forschungsclusters zu EMF und Gesundheit (Clue-H), an dem mehr als 70 europäische Forschungseinrichtungen in vier Forschungskonsortien beteiligt sind, mit zusätzlichen Beiträgen von Wissenschaftlern aus den USA, Korea und Japan. Die Ergebnisse sollen die bestehenden Wissenslücken hinsichtlich der Auswirkungen von HF-EMF auf Gesundheit und Umwelt schließen. Sie werden entscheidend dazu beitragen, einen sicheren Aufbau und eine sichere Nutzung künftiger Funknetzwerke (5G und darüber hinaus) zu gewährleisten, die den Bürgern und der Gesellschaft zugutekommen, beispielsweise in den Bereichen Gesundheit, Verkehr, E-Government, Smart Cities und Industrie 4.0.</em></p>
<p><em>Das Hauptziel des Seminars ist es, einen Überblick über die neuesten Forschungsergebnisse zu den Auswirkungen von 5G/6G-Funknetzen und anderen neuen Techniken auf Umwelt und Gesundheit zu geben. Darüber hinaus wird ein besonderer Schwerpunkt auf bestimmte Fachgebiete gelegt, beispielsweise die Analyse der EMF-Exposition aufgrund des zunehmenden Einsatzes von Drohnen bei Überwachungs- und Militäroperationen, von Elektrofahrzeugen und privaten Funknetzen in der intelligenten Industrie 4.0.</em></p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75464</link>
<guid>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75464</guid>
<pubDate>Sun, 15 Mar 2026 14:38:13 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75464</wfw:commentRss><dc:creator>Gast</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Konsensbeschluss 2025 des WBF verschollen</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Am 4. November 2004 präsentierte der Wissenschaftliche Beirat Funk (WBF), Österreich, nach systematischer Sichtung und Bewertung der Studienlage zu Mobilfunk und Gesundheit, seinen ersten zusammenfassenden Befund (Konsensbeschluss). In den Folgejahren legte der WBF jeweils im November seinem Auftraggeber die aktuelle Bewertung der Studienlage vor. Augenscheinlich reibungslos klappte dies zuletzt 2023, danach geriet Sand ins Getriebe. Denn 2024 blieb die Veröffentlichung des Beschlusses zum gewohnten Termin aus, sie wurde im <a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=74450">Februar 2025 nachgeholt</a>. Der Beschluss des Jahres 2025 aber wurde bis heute nicht veröffentlicht und meine Nachfrage nach dem Verbleib bei dem Vorsitzenden des WBF, Prof. Gerald Haidinger, blieb unbeantwortet.</p>
<p>Eine Erklärung für die Unstetigkeit ist <a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75108"><span class="underline">hier</span></a> zu finden. Der neue Dienstherr des WBF hat den Beirat zwar <a href="https://www.bmwkms.gv.at/themen/telekommunikation-post/funk-mobilfunk/mobilfunk-gesundheit/Wissenschaftlicher-Beirat-Funk/expertenforum.html">auf seine Website</a> eingepflegt, gegenwärtig jedoch nur rückblickend ab 2024 und davor, jüngere Einträge fehlen.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75463</link>
<guid>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75463</guid>
<pubDate>Sun, 15 Mar 2026 14:13:04 +0000</pubDate>
<category>Forschung</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75463</wfw:commentRss><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Phonegate Alert vs. iPhone 12: wilder Papiertiger</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Anti-Mobilfunk-Vereine leben vom Dramatisieren und von der Übertreibung. Das lässt sich an den Vereinen in Deutschland und der Schweiz mühelos beobachten. Dass französische Anti-Mobilfunk-Vereine nicht seriöser unterwegs sind, demonstriert der Verein Alerte Phonegate mit seinen krachenden Medienmeldungen. Wir schauen uns das mal an einem Beispiel an.</strong></p>
<p>Kein Monat vergeht, ohne dass Alerte Phonegate sich mit einer Medienmitteilung in Englisch, Französisch und Spanisch als Fels in der Brandung inszeniert. Wobei die Brandung stets von irgendwelchen vermeintlich erschütternden Begebenheiten in der Mobilfunkdebatte ausgeht. Die <a href="https://phonegatealert.org/en/iphone-12-sar-report-transparency-victory-phonegate-alert/">jüngste Medienmeldung</a> der Franzosen datiert vom 2. März 2026 und startet mit einer Siegesmeldung:  </p>
<p><span style="color:#399;"><em><strong>Under legal pressure from Alerte Phonegate, the French National Frequency Agency (ANFR) has finally been forced to release the full test report for Apple’s iPhone 12. This technical document, completed in July 2022 by the German laboratory Cetecom Advanced, details the non-compliant Specific Absorption Rate (SAR) “limb” measurements (5.615 W/kg) that led to the phone’s withdrawal in 2023. Until now, it had remained confidential.</strong></em></span></p>
<p>[<em><span class="underline">Übersetzung</span>: Aufgrund des rechtlichen Drucks von Alerte Phonegate sah sich die französische Funknetzagentur ANFR schließlich gezwungen, den vollständigen Testbericht für das iPhone 12 von Apple zu veröffentlichen. Dieses technische Dokument, das im Juli 2022 vom deutschen Labor Cetecom Advanced fertiggestellt wurde, enthält detaillierte Angaben zu den nicht konformen Messwerten der spezifischen Absorptionsrate (SAR) an den Gliedmaßen (5,615 W/kg), die 2023 zum Verkaufsverbot des Telefons geführt haben. Bis jetzt war der Testbericht vertraulich geblieben.</em>]</p>
<p>Weiter heißt es in der aufgeregten Medienmitteilung, es habe länger als 1'500 Tage gedauert, seit das Smartphone im November 2021 für den Test beschafft wurde, bis die Agentur das 63-seitige Dokument veröffentlichte. Diese Veröffentlichung sei ohne offizielle Mitteilung seitens der ANFR erfolgt, das entsprechende Dokument sei Ende letzter Woche heimlich in die öffentliche Datenbank der ANFR eingepflegt worden.</p>
<p>Als Beweis, dass der fragliche Testbericht jetzt tatsächlich frei verfügbar ist, liefert Phonegate Alert in seiner Medienmitteilung den folgenden Link mit:</p>
<p><a href="https://phonegatealert.org/wp-content/uploads/2026/03/NAN-COM054210042-02_1-1800_21-269-02-Rapport-Membres-non-conformes-07-2022.pdf"><strong>👉 Click here to view the full iPhone 12 test report (July 2022)</strong></a></p>
<p>Soweit der Sachverhalt, wie ihn Alerte Phonegate schildert.<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Fiktion &amp; Realität</span></p>
<p>ANFR ist in Frankreich für die staatliche Überwachung des Marktes HF-emittierender Gerätschaft zuständig, die Behörde prüft daher seit 2012 mit Stichproben, ob Smartphones die erlaubte Strahlenbelastung von Anwendern einhalten. Regelmäßig stellt ANFR dabei Grenzwertüberschreitungen fest. So war es faktisch ein Routinefall, als sich die Agentur 2023 das iPhone 12 vorknöpfte und feststellte, dass von drei Grenzwerten einer überschritten wurde. Mit Apple ging den Franzosen jedoch nicht wie sonst ein weitgehend unbekannter Anbieter aus Fernost ins Netz, sondern erstmals ein weltbekannter Hersteller von Premium-Smartphones. Das sorgte weltweit für Medienrummel. Mehr dazu <a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=73409"><span class="underline">hier</span></a>.</p>
<p>Apple wehrte sich gegen das Testergebnis und machte geltend, dass beim Testen die im iPhone 12 eingebaute Schutzschaltung &quot;Body Detect&quot; nicht hinreichend berücksichtigt wurde. Diese Funktion soll die Sendeleistug des Smartphones automatisch reduzieren, sobald sie erkennt, dass das Gerät nicht z.B. auf einem Tisch liegt, sondern von einem Menschen in der Hand gehalten wird. Nach längerem hin und her bestand ANFR jedoch weiter auf der Grenzwertüberschreitung und erhielt dafür auch die Rückendeckung der EU-Kommission. Details zu dieser spannenden Auseinandersetzung sind <a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=74996"><span class="underline">hier</span></a> zu finden.</p>
<p>Alerte Phonegate erkennt in der Schutzschaltung &quot;Body Detect&quot; ein betrügerisches Manöver von Apple, um SAR-Messwerte zu manipulieren. Sichtbar wird diese überzogene Interpretation der Fakten in einer <a href="https://phonegatealert.org/en/sar-fraud-phonegate-referral-minister-economy-dgccrf/">weiteren Medienmitteilung</a> des Vereins. Mit Forderungen nach einer Untersuchung der Regulierungsvorgänge rund um &quot;Body Detect&quot;, mit einer Misstrauensbekundung gegenüber ANFR und der Forderung nach einem vorsorglichen Rückruf von Smartphones mit ähnlichen Schutzschaltungen wie &quot;Body Detect&quot;, falls deren Hersteller die Schritte zur Deaktivierung der Schutzschaltung nicht preisgeben wollten, überspannte Alerte Phonegate jedoch den Bogen. Die EU-Kommission ließ dem Verein im Februar 2026 mitteilen, dass sie nicht länger bereit sei, mit ihm die Causa &quot;Body Detect&quot; weiter zu erörtern. Alerte Phonegate reagierte auch auf diese rote Karte <a href="https://phonegatealert.org/en/european-commission-closes-door-phonegate-scandal/">mit noch einer Medienmitteilung</a>.<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Vier Testberichte, statt einem</span></p>
<p>ANFR veröffentlicht seit Beginn seiner SAR-Messungen die Testergebnisse von Grenzwertsündern <a href="https://data.anfr.fr/visualisation/table/?refine.conformite_=Non+Conforme">auf dieser Webseite</a>. Die Berichte sind in der Tabelle dort nicht leicht zu finden, da die Tabelle groß ist und die Links zu den Testberichten in der letzten Spalte stehen. Um die Links sichtbar zu machen, muss man entweder der Abbildungsmaßstab auf weniger als 50 % reduzieren oder den unscheinbaren waagerechten Scrollbalken am unteren Bildrand finden und nach rechts schieben.</p>
<p>Die Testberichte sind alle vom selben Testlabor nach dem gleichen Schema angefertigt, berücksichtigen inhaltlich jedoch spezifische technische Angaben des jeweils gemessenen Smartphones. Momentan zeigt die Tabelle 75 Zeilen mit den Angaben nicht konformer Smartphones. Bei gegenwärtig acht Smartphones fehlt ohne Begründung der Link zum Testbericht. Betroffen sind je 1 Gerät der Marken TP Link, Leagoo, Allview, Sony, Hotway, Lenovo, Crosscall und Dogee. Alerte Phonegate kümmert sich um keinen dieser acht Fälle, sondern setzt alles auf die Karte Apple.</p>
<p>Das Apple iPhone 12 taucht in der Tabelle 2-Mal auf, einmal mit dem Zusatz 5G und einmal ohne. Die beiden Links zu den Testberichten sind jedoch identisch und führen in ein <a href="https://www.anfr.fr/das/COM054210042/">Verzeichnis COM054210042</a>, das nicht etwa den einen Testbericht von 2022 enthält, den Alerte Phonegate verlinkt, sondern vier Testberichte (PDF-Format) unterschiedlichen Datums. Da ANFR an dieser Stelle jedoch das Datum nennt, an dem das PDF ins Verzeichnis eingefügt wurde, ist die Zuordnung zum Testzeitpunkt erst nach Sichtung möglich. Der Testbericht, den auch Alerte Phonegate verlinkt, ist im Verzeichnis der mit Datum 2026-02-25:</p>
<p>1-6460_23-30-03...<span style="color:#fff;">_________'_</span>2023-09-28<br />
NAN-COM054210042-01...<span style="color:#fff;">_____</span>2022-02-18<br />
NAN-COM054210042-02...<span style="color:#fff;">_____</span>2026-02-25<br />
NAN-COM054210042-03...<span style="color:#fff;">_____</span>2025-12-17</p>
<p>Anscheinend wurde 2026 nur der eine Testbericht hinzugefügt, den Alerte Phonegate so inständig über 1'500 Tage hinweg erwartet hat. Was an diesem Testbericht substanziell anders ist, als bei den anderen Testberichten, die seit 2022 in dem Verzeichnis lagern, hat sich mir nicht erschlossen. Auch ChatGPT konnte zwischen den drei NAN-Testberichten keinen substanziellen Unterschied feststellen. Lediglich der Testbericht 1-6460_23-30-03... ist anders, er enthält Dinge, die in den NAN-Berichten entweder gar nicht oder nur eingeschränkt vorkommen. Deshalb ist es unverständlich, warum Alerte Phonegate nicht diesen Bericht intensiver prüfen möchte, sondern den belanglosen Bericht NAN-COM054210042-02..., nur weil dieser von ANFR so lange zurückgehalten wurde. Unklar ist, warum Alerte Phonegate sich dann nicht an dem ähnlichen Bericht NAN-COM054210042-03... erquickte, der schon im Dezember 2025 veröffentlicht wurde.</p>
<p>Insgesamt wirkt das Gezeter reichlich konstruiert, das Alerte Phonegate um den angeblichen iPhone-12-Skandal veranstaltet. Marc Arazi, Präsident des Vereins, scheint hier einen Feldzug aus persönlichen Motiven zu führen. Konnte er 2023 noch auf Unterstützung aus der Anti-Mobilfunk-Szene zählen, steht er mittlerweile ziemlich allein da und weist Parallelen zu dem ehemaligen Gigaherz-Präsidenten Hans-U. Jakob auf. Auch Jakob hat Themen wie die &quot;Mogelpackung Anlagegrenzwerte&quot;, die er unbeirrt seit Jahrzehnten vertritt, denen aber niemand sonst folgen möchte. Auch der Drang, sich mitzuteilen, ist ihnen gemeinsam sowie der Umstand, beruflich mit Funktechnik nicht das geringste zu tun zu haben: Jakob war Elektriker, Arazi hat Medizin studiert, ob er je praktiziert hat, geht im Dunst des Internets unter.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75462</link>
<guid>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75462</guid>
<pubDate>Wed, 11 Mar 2026 22:24:05 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75462</wfw:commentRss><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Meinungsfreiheit in Gefahr (LG Hamburg)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Es erinnert mich sehr stark an mein Verfahren vor dem LG Hamburg (Kratochvil vs. Lerchl): wissenschaftliche Evidenz zählt nicht, richterliche &quot;Einschätzung&quot; dagegen sehr wohl.</p>
<p>Zitat: <span style="font-size:large;"><strong>Umstrittenes Gerichtsverfahren Drosten/Wiesendanger</strong></span></p>
<p><span style="font-size:large;"><strong>Fürchtet das Hamburger Landgericht die Öffentlichkeit?</strong></span></p>
<p>Die mündliche Hauptverhandlung im äußerungsrechtlichen Streit Drosten/Wiesendanger vom Freitag, den 27.02.2026 am Landgericht Hamburg konnte von vielen interessierten Personen, welche teilweise sehr lange Anreisezeiten aus ganz Deutschland auf sich genommen haben, nicht verfolgt werden, obwohl die Sitzung öffentlich war. Einen detaillierten Bericht sowie eine fundierte Dokumentation der Ereignisse rund um diesen Gerichtsprozess durch eine anwesende Journalistin finden Sie <a href="https://www.youtube.com/watch?v=HB09BIwlnDc">hier</a>:</p>
<p><br />
Auf Grund des Verdachts eines Verstoßes gegen das Prinzip der Öffentlichkeit gem. 169 GVG im vorliegenden Verfahren hat eine Hamburger Rechtsanwältin eine Dienst- bzw. Fachaufsichtsbeschwerde bei der Präsidentin des Landgerichts Hamburg eingereicht (siehe Schreiben im Anhang).</p>
<p>In etlichen Kommentaren zu diesem Gerichtsverfahren war bereits von einem „Justizskandal“ die Rede, u.a. <a href="https://www.kettner-edelmetalle.de/news/drosten-gegen-wiesendanger-hamburger-landgericht-sperrt-offentlichkeit-weitgehend-aus-03-03-2026">hier</a>:</p>
<p><br />
Ich selbst habe im Rahmen mehrerer Interviews Stellung zu den Ereignissen rund um dieses Gerichtsverfahren genommen, u.a. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=zafomzl9kTc">hier</a>:</p>
<p>(ab 10.03., 18:00 Uhr abzurufen).</p>
<p> </p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Roland Wiesendanger&quot;</p>
<p>Zitat Ende</p>
<p>Ich gehöre zu den Erstunterzeichnern des Dokuments, welches den Ursprung der Corona-Pandemie in einem Labor verortete.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75455</link>
<guid>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75455</guid>
<pubDate>Mon, 09 Mar 2026 18:53:07 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75455</wfw:commentRss><dc:creator>Alexander Lerchl</dc:creator>
</item>
</channel>
</rss>
