Neil Cherry ist Leitfigur für Mobilfunkgegnerin aus Luzern (Allgemein)
Neil Cherry war seit 1974 bei der Lincoln University, Neuseeland angestellt. Sein dort dokumentiertes Wirken beginnt jedoch erst im Februar 1999 mit seiner ersten ICNIRP-Kritik "Criticism of the proposal to adopt the ICNRP guidelines for cellsites in New Zealand". Im Jahr 2000 folgten fünf weitere Arbeiten zu EMF, 2001 waren es vier und 2002, schon todkrank, kam er auf eindrucksvolle 21 Forschungsberichte. In seinem Todesjahr 2003 waren es noch drei. Insgesamt weist die Lincoln University für Neil Cherry 35 Papers aus, das Gros davon (ca. 30) handelt von EMF.
Für mich überraschend: Von diesen 30 EMF-Arbeiten wurde gemäß PubMed nur eine einzige in einem wissenschaftlichen Journal publiziert, es war 2003 sein letztes Paper, nämlich die medizinische Hypothese Human intelligence: the brain, an electromagnetic system synchronised by the Schumann Resonance signal. Alle anderen 29 EMF-Forschungsarbeiten Cherrys wurden nicht in einem wissenschaftlichen Journal publiziert, sondern lediglich intern im Department of Environmental Management der Universität. Dies erklärt, warum der Neuseeländer auch im EMF-Portal mit nur einer Arbeit vertreten ist. Mit dieser Publikationspraxis wurde Cherry zwar schlagartig zur Lichtfigur früher Mobilfunkgegner (Laien), zugleich entzog er sich damit allen unerfreulichen Auseinandersetzungen mit Vertretern der Wissenschaft, weil diese sein Wirken überhaupt nicht standesgemäß wahrnehmen konnten.
Die Schweizer Rechtsanwältin Claudia Zumtaugwald ficht das alles nicht an. Die ehemalige Präsidentin der Luzerner Interessengemeinschaft für weniger Elektrosmog erklärt Cherry zur Leitfigur ihres Engagements. Und ich dachte bislang, Rechtsanwälte wären streng evidenzbasierte Wesen. Zumtaugwald aber bekennt sich ohne Wenn und Aber erschreckend blauäugig zu dem Neuseeländer (siehe Text unten), als wäre er weltweit die einzig wahre Informationsquelle. Und sie behauptet, er sei 2002 an Parkinson verstorben. Doch schon das ist schlampig recherchiert. Tatsächlich starb Cherry 2003 an einer Motoneuronerkrankung (Motor Neurone Disease, MND), welche ChatGPT zufolge in Europa meist der Erkrankungsgruppe Amyotrophe Lateralsklerose zugerechnet wird.
Prof. Dr. Neil Cherry an der Lincoln Universität Neuseeland Physiker sagte deutlich, dass eine Dosis-Wirkungs-Beziehung existiert und empfahl, dass auf Glasfaser ausgewichen werden soll (was nun 22 Jahre danach gemacht wird). Seine Empfehlung war, einen Interimswert von 0.275 V/m anzustreben, der im Jahr 2010 auf 0.194 V/m abgesenkt werden soll, in welcher Zeit die Industrie sich anpassen kann. (Unsere derzeit gültigen Grenzwerte sind 5 V/m trotz der Erkenntnisse von Dr. N. Cherry). Er wies auch nach, dass Kinder unter chronischer Einwirkung von EMF leiden und bekommt heute post mortem recht, wenn man das Hirntumor - Register über den Jugendkrebs aus den USA konsultiert. Er starb 2002 an Parkinson. Er war auch einer der ersten, der die Machenschaften der ICNIRP International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection aufdeckte und das Zusammenspiel zwischen Politik und Interessenvertreter anprangerte.
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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –