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<title>Forum Faktencheck Elektrosmog</title>
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<description>Faktenchecks von Behauptungen, die von Mobilfunkgegnern und Mobilfunkkritikern aufgestellt werden</description>
<language>de</language>
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<title>Taiwan: Erste &quot;Resilienzübung&quot; mit gedrosseltem Mobilfunk</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Am 13. August fand in Nordtaiwan die urbane &quot;Resilienzübung&quot; statt. Seit vergangenem Jahr werden die jährlichen Luftschutzübungen und Zivilschutzübungen unter diesem Begriff kombiniert. In diesem Jahr wurde erstmals im Rahmen der Resilienzübung in Mitteltaiwan und Nordtaiwan auch die Datenraten in den Mobilfunknetzen gedrosselt. Die Übungen sind Teil der Hankuang-Militärübung, die in diesem Jahr vom 5. bis 14. August stattfand. Warum wurde die Drosselung der Geschwindigkeit des Mobilfunks mit in diese Übungen einbezogen? Radio Taiwan International <a href="https://www.rti.org.tw/de/program?uid=4&amp;pid=324">sprach darüber mit Tzeng Yisuo</a>, Forscher an der Abteilung für Cybersicherheit und Entscheidungsimulation am Forschungsinstitut für Landesverteidigung und Sicherheit.</p>
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<pubDate>Wed, 19 Aug 2026 21:42:10 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75877</wfw:commentRss><dc:creator>Gast</dc:creator>
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<title>110 Jahre alter Funkmast wird saniert</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Der älteste noch erhaltene Antennenträger Deutschlands wird denkmalgerecht saniert. Der 210 Meter hohe Sendemast in Königs Wusterhausen ist 110 Jahre alt, die letzte Sanierung liegt ein halbes Jahrhundert zurück. <a href="https://www.maz-online.de/lokales/dahme-spreewald/koenigs-wusterhausen/kw-110-jahre-alter-sendemast-auf-funkerberg-wird-endlich-gerettet-nach-vier-absagen-I2QJZVHVGNGK7FPPKENR5B5XZU.html?outputType=valid_amp">weiter ...</a></p>
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<pubDate>Wed, 19 Aug 2026 21:23:27 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75876</wfw:commentRss><dc:creator>Gast</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Masterarbeit: 5G und die &quot;epistemische Ungerechtigkeit&quot;</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Die Schweizer 5G-Debatte unter der Lupe: Silvia Hirschi untersucht nicht, ob 5G krank macht, sondern wer im Streit um 5G gehört wird. Interessant ist das durchaus. Noch interessanter sind allerdings Methode und Grenzen der Untersuchung, deren Fokusgruppen aus anfangs 19 organisierten Mobilfunkgegnern des Alpenstaates bestanden.</strong></span><br />
 <br />
Eine 2025 <a href="https://www.researchgate.net/profile/Silvia-Hirschi/publication/393779116_Global_innovation_machine_or_dictatorship_of_technology_A_critical_exploration_of_the_5G_debate_in_Switzerland/links/6879226df312d71d78c808bd/Global-innovation-machine-or-dictatorship-of-technology-A-critical-exploration-of-the-5G-debate-in-Switzerland.pdf?origin=publication_detail&amp;_tp=eyJjb250ZXh0Ijp7ImZpcnN0UGFnZSI6InB1YmxpY2F0aW9uIiwicGFnZSI6InB1YmxpY2F0aW9uRG93bmxvYWQiLCJwcmV2aW91c1BhZ2UiOiJwdWJsaWNhdGlvbiJ9fQ">publizierte Masterarbeit</a> der University of Edinburgh widmet sich der Schweizer 5G-Debatte. Der Titel lautet &quot;Global innovation machine or dictatorship of technology? A critical exploration of the 5G debate in Switzerland&quot;. Autorin ist Silvia Hirschi, Master of Science in &quot;Social Justice and Community Action&quot;. </p>
<p>Wer jetzt eine neue Studie erwartet, die endlich beweist, wie gefährlich 5G ist, sollte die Erwartungen allerdings etwas herunterdrehen. Denn das untersucht die Arbeit nämlich nicht. Es geht um Macht, politische Beteiligung, Diskurse und die Frage, wessen Wissen im Streit um 5G als legitim gilt.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Was wurde überhaupt untersucht?</span></p>
<p>Hirschi stellt im Wesentlichen zwei Fragen: Wie unterscheiden sich die Argumentationsmuster von Staat, Telekommunikationsindustrie und &quot;Stop 5G&quot;-Aktivisten? Und welche Möglichkeiten haben die von 5G betroffenen Bürger, sich politisch einzubringen? </p>
<p>Dafür wurden Texte aus drei Bereichen untersucht: Schweizer Staat, Telekommunikationsindustrie und &quot;Stop 5G&quot;-Aktivisten. Aus jeder Kategorie wurden jeweils zwei Texte ausgewählt. Diese sechs Texte wurden mit einer &quot;Critical Discourse Analysis&quot; nach Fairclough ausgewertet. Zusätzlich gab es drei Fokusgruppen mit insgesamt 19 &quot;Stop 5G&quot;-Aktivisten. Die Gespräche fanden im August 2024 statt und dauerten jeweils etwa eine Stunde.  </p>
<p>Das ist also eine qualitative Diskursanalyse. Gemessen, bestrahlt oder epidemiologisch ausgewertet wurde hier nichts.</p>
<p><span style="font-size:x-large;">Staat und Industrie: 5G als Fortschrittsprogramm</span></p>
<p>Bei Staat und Telekommunikationsindustrie erkennt Hirschi einen gemeinsamen wirtschaftlich-technologischen Deutungsrahmen. 5G werde als Voraussetzung für Digitalisierung, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und technologischen Fortschritt dargestellt. Bürger erschienen dabei häufig als Konsumenten, Nutznießer oder Empfänger von Informationen.</p>
<p>Die staatliche Kommunikation interpretiert die Autorin außerdem als &quot;scientific discourse&quot;, der die bestehende risikobasierte Gesundheitspolitik legitimiert. Bei der Industrie erkennt sie eine Verbindung aus wissenschaftlicher und werblicher Kommunikation, die ihrer Interpretation nach dazu beitragen kann, mögliche negative Aspekte von 5G aus dem Blickfeld zu rücken. Das ist eine diskursanalytische Interpretation. Die Arbeit weist damit nicht nach, dass Staat und Industrie bewusst eine gemeinsame Manipulationsstrategie betreiben. Sie analysiert, wie deren Texte wirken und welche Diskurse darin erkennbar sind.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Und was machen die &quot;Stop 5G&quot;-Aktivisten?</span></p>
<p>Hier findet Hirschi erwartungsgemäß ein ganz anderes Framing. Die Aktivistentexte stellen die etablierte wissenschaftliche und politische Deutungshoheit infrage und propagieren eigene &quot;counter-knowledges&quot;. Dazu kommen die beiden großen Themen &quot;Democracy deficit&quot; und &quot;Prioritizing precaution over progress&quot;. </p>
<p>In den Fokusgruppen tauchen ähnliche Muster auf: Aktivisten berichten von lokalen Einsprachen, Petitionen, juristischer Mobilisierung und dem Versuch, eine Gegenöffentlichkeit aufzubauen. Die Autorin beschreibt diese Aktivitäten als &quot;counter-power&quot;. </p>
<p>Auch gesundheitliche Argumente kommen vor. In einem untersuchten Aktivistentext heißt es beispielsweise, 5G sei hinsichtlich biologischer Wirkungen nicht ausreichend untersucht und deshalb ein &quot;gigantic experiment&quot;. Die Dissertation analysiert solche Aussagen als Bestandteil eines aktivistischen &quot;injustice frame&quot;. </p>
<p>Hier sollte man den Rotstift ansetzen: Denn dass eine Aktivistengruppe eine solche Behauptung aufstellt, ist noch lange kein Beleg dafür, dass die Behauptung wissenschaftlich richtig ist.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Die große These: &quot;epistemic injustice&quot;</span></p>
<p>Das zentrale Konzept der Arbeit lautet &quot;epistemic injustice&quot;, also eine Ungerechtigkeit bei der Anerkennung von Wissen. Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Staat und Industrie aufgrund ihrer institutionellen Stellung und ihrer anerkannten Expertise über eine größere Definitionsmacht verfügen. Aktivisten müssten dagegen ihre &quot;counter-knowledges&quot; erst legitimieren, bevor sie politisches Gehör finden könnten. Hirschi interpretiert dies als Marginalisierung der &quot;epistemic agency&quot; der Aktivisten. </p>
<p>Parallel dazu sieht sie eine &quot;representative injustice&quot;: Bürger würden auf der politischen Ebene teilweise zu Konsumenten, Nutznießern oder Informationsempfängern gemacht. Gleichzeitig würden Entscheidungen über 5G auf nationaler und internationaler Ebene getroffen, während Betroffene vor Ort nur begrenzte Einflussmöglichkeiten hätten. </p>
<p>Damit wird aus der 5G-Frage in der Dissertation letztlich vor allem eine Demokratiefrage. Das darf man interessant finden. Man sollte aber auch wissen, dass genau diese Perspektive von Anfang an im Forschungsdesign steckt.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Wie belastbar sind die Ergebnisse?</span></p>
<p>Hier ist die Arbeit erfreulich offen. Hirschi beschreibt ihren Forschungsansatz ausdrücklich als kritisch und nicht wertfrei. Sie selbst ist Aktivistin, hatte eine lokale Kampagne gegen die Standortplanung von Mobilfunkmasten initiiert und bezeichnet ihre politische Orientierung als kritisch gegenüber neoliberalen Demokratien. Sie räumt ein, dass diese Position die Wahl des Forschungsproblems und des Designs beeinflusst hat. </p>
<p>Auch die Stichprobe ist alles andere als repräsentativ. Die 19 Teilnehmer der Fokusgruppen wurden aus dem &quot;Stop 5G&quot;-Umfeld rekrutiert. Sie waren überwiegend aus der Mittelschicht und relativ viele waren gut ausgebildete Fachleute. Befürworter von 5G nahmen an den Fokusgruppen nicht teil. </p>
<p>Die Autorin schreibt deshalb selbst unmissverständlich, dass die Ergebnisse nicht generalisierbar sind. Sie bezeichnet die Untersuchung als eine Momentaufnahme eines sich schnell entwickelnden Forschungsfeldes. Eine größere und repräsentative Untersuchung mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen wäre erforderlich. Auch methodisch handelt es sich nicht um eine unabhängige quantitative Bewertung der vorgebrachten Gesundheitsargumente. Die Untersuchung fragt, wie Akteure argumentieren und welche Macht- und Wissensstrukturen sich darin erkennen lassen. Sie entscheidet nicht, ob die jeweiligen biologischen oder gesundheitlichen Behauptungen richtig oder falsch sind.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Was bleibt also von der Arbeit?</span></p>
<p>Durchaus einiges – wenn man sie nicht zu dem macht, was sie nicht ist.</p>
<p>Die Dissertation liefert einen Einblick in die Selbstwahrnehmung und Argumentationsmuster der Schweizer &quot;Stop 5G&quot;-Bewegung und stellt diese den untersuchten staatlichen und industriellen Diskursen gegenüber. Sie zeigt, dass der Konflikt nicht ausschließlich über Technik und Gesundheitsrisiken geführt wird, sondern auch über politische Beteiligung, Vertrauen, Expertenautorität und die Frage, wer bei Infrastrukturentscheidungen mitreden darf. </p>
<p>Als Beleg dafür, dass 5G gesundheitsschädlich ist, taugt die Arbeit dagegen nicht. Dafür fehlt schlicht das entsprechende Untersuchungsdesign. Und noch etwas ist bemerkenswert: Die Autorin fordert selbst weitere Forschung mit einem repräsentativen, interdisziplinären Ansatz, der unterschiedliche Gruppen und Perspektiven miteinander vergleicht. Das ist vermutlich die nüchternste Lehre aus dieser Dissertation: Wer wissen will, wie Akteure im 5G-Streit argumentieren, bekommt hier interessantes Material. Wer wissen will, ob die gesundheitlichen Behauptungen über 5G wissenschaftlich zutreffen, muss anderswo suchen.</p>
<p>Oder, etwas weniger akademisch formuliert: Eine Diskursanalyse kann zeigen, wer &quot;Wir werden alle verstrahlt!&quot; ruft. Sie kann damit aber noch lange nicht beweisen, dass wir tatsächlich verstrahlt werden.</p>
<p><strong>Hintergrund</strong><br />
<a href="https://www.gigaherz.ch/analyse-der-5g-debatte-in-der-schweiz/">Aufruf bei Gigaherz zur Teilnahme an der Masterarbeit</a></p>
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<pubDate>Tue, 18 Aug 2026 22:31:28 +0000</pubDate>
<category>Forschung</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75869</wfw:commentRss><dc:creator>KI</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Marktüberwachung 2025 für Elektrogeräte in der Schweiz</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Im Jahr 2025 wurden vom Eidgenössischen Starkstrominspektorat Esti insgesamt 1001 Produkte überprüft. Die Kontrollen erfolgten sowohl online als auch vor Ort in Verkaufsstellen und Fachmärkten. Darüber hinaus wurden Überprüfungen direkt bei Herstellern, auf Fachmessen sowie auf Basis von Meldungen Dritter durchgeführt.</strong></span><br />
 <br />
Insgesamt wurden bei 281 Produkten Mängel festgestellt. Davon betrafen 172 Produkte die elektrische Sicherheit. Die übrigen Mängel betrafen beispielsweise fehlende oder unvollständige Konformitätsnachweise, Kennzeichnungen oder technische Unterlagen.</p>
<p>Die Marktüberwachung des Esti nach den Vorgaben der NEV beschränkt sich auf die Beurteilung der elektrischen Sicherheit von Niederspannungserzeugnissen. Erfasst sind Gefährdungen, die aus der elektrischen Konstruktion, der elektrischen Funktion, elektrischen Bauteilen, Schutzmassnahmen, Anschlussmitteln, elektrischen Fehlerzuständen oder den hierfür erforderlichen Sicherheitsinformationen entstehen.</p>
<p>Bei einer möglichen unmittelbaren Gefährdung von Personen oder bei fehlenden oder unvollständigen Konformitätsnachweisen kann das Esti das Bereitstellen eines Erzeugnisses auf dem Markt verbieten. Rechtsgrundlagen sind die NEV und die Verordnung über Geräte und Schutzsysteme in explosionsgefährdeten Bereichen (VGSEB; SR 734.6). Im Berichtsjahr wurden 65 Verkaufsverbote ausgesprochen. Die betroffenen Produkte stammten vor allem aus den Bereichen Installationsmaterial, Haushalts- und Bürogeräte, Leuchten sowie Ladegeräte. Darunter waren auch einzelne Produkte für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen sowie zahlreiche elektrische Erzeugnisse mit unzulässigen ausländischen Steckern. <a href="https://www.admin.ch/de/newnsb/ivlg2sUImpMkoleqSTehk">weiter ...</a></p>
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<pubDate>Mon, 17 Aug 2026 11:38:11 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75868</wfw:commentRss><dc:creator>Gast</dc:creator>
</item>
<item>
<title>171 Seiten Fachwissen Selbsthilfegruppe Elektrosmog</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Auf der Website der Selbsthilfegruppe <a href="https://elektrosmog-selbsthilfegruppe-winterthur.ch/index.html">Elektrosensibilität Winterthur</a> ist ein Schatz vergraben. Denn die Site hosted eine derzeit 171 Seiten umfassende Sammlung &quot;Fachwissen SHG Elektro-Smog Winterthur&quot;. Den Begriff &quot;Fachwissen&quot; würde ich nicht unbedingt in den Mund nehmen. Stattdessen sehe ich das PDF als einzigartige Dokumentation dessen, was im Milieu überzeugter Elektrosensibler tatsächlich behauptet, empfohlen und weitergegeben wird.</strong></span><br />
 <br />
Zu haben ist das PDF <a href="https://elektrosmog-selbsthilfegruppe-winterthur.ch/media/files/fachwissen-selbsthilfegruppe-elektro-smog-gruppe-winterthur-c9e72e988d6c4258aaa6e5081a6707a5.pdf">mit diesem Link</a>. Und wenn auch einiges darin reichlich abgedreht anmutet, so gewinnt die Sammlung Sympathien bei mir wegen des einleitenden Vorbehalts, die Dokumentation bestehe überwiegend aus persönlichen Rückmeldungen, diese seien subjektiv und könnten sich sogar widersprechen. Die Selbsthilfegruppe unterscheidet sich damit wohltuend von sogenannten &quot;Schutzorganisationen&quot;, denen derlei selbstkritische Äußerungen völlig fremd sind.</p>
<p>ChatGPT bekam von mir den Auftrag, die 171 Seiten zu sichten und Spannendes zu extrahieren. Anschließend das Ergebnis der KI.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">1. Besonders interessant: Die DAB+-Geschichte</span></p>
<p>Das dürfte ein lohnender Prüfkomplex sein. Ein Elektroingenieur behauptet unter anderem: DAB+-Sender hätten teilweise 50–100 kW pro Kanal; die Leistung sei gegenüber UKW um bis zu Faktor 80 gestiegen; am Säntis seien etwa 300 kW im Spiel; DAB+ sende permanent; die Signale gingen wegen der niedrigen Frequenz besonders gut durch Beton; amtliche Exposimeter würden DAB+ teilweise nicht korrekt erfassen; ein &quot;10-Hz-Takt&quot; sei gesundheitlich problematisch.<br />
 <br />
Derselbe Abschnitt enthält konkrete Messanweisungen, etwa Spektrumanalysator, 174–230 MHz und Channel-Power-Messungen.  Das ist für eine Faktenprüfung viel interessanter als bloßes &quot;5G ist gefährlich&quot;. Hier gibt es konkrete technisch überprüfbare Behauptungen, teilweise mit Zahlen.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">2. Noch besser: Die Sammlung enthält ihre eigene Gegenargumentation</span></p>
<p>Bei Smart Metern findet sich beispielsweise die Behauptung, PLC-Signale könnten eine &quot;Netzverschmutzung&quot; 300–500 m weit verursachen. Unmittelbar danach wird diese Aussage von einer anderen Person als unrealistisch bezeichnet; die effektive Ausbreitung beschränke sich auf wenige Meter. Das ist Gold wert, weil man hier nicht erst einen Gegner suchen muss. Die Gruppe dokumentiert selbst den Widerspruch. Ähnlich ist es bei der Frage, wie häufig Smart Meter tatsächlich funken: Am Ende heißt es ausdrücklich, man habe darauf bisher &quot;nirgends eine richtige Antwort&quot; bekommen.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">3. Die BAKOM-Antwort ist vermutlich eine der wertvollsten Passagen im ganzen PDF</span></p>
<p>Die Gruppe stellt eine Anfrage an das BAKOM mit einer Reihe von Behauptungen über angeblich ständig funkende TV-Boxen, Fernbedienungen und Router.<br />
Die Antwort des BAKOM vom 4. November 2024 ist bemerkenswert nüchtern:<br />
- Geräte dürfen verkauft werden, wenn sie die geltenden Normen einhalten;<br />
- TV-Boxen können in der Regel per Ethernet betrieben werden;<br />
- WLAN kann bei Routern abgeschaltet werden;<br />
- Fernbedienungen senden nur beim Tastendruck;<br />
- Maus/Tastatur können bei geeigneten TV-Geräten die Fernbedienung ersetzen;<br />
zugleich bestätigt das BAKOM, dass es inzwischen kaum noch Geräte ohne irgendeine drahtlose Kommunikation gibt. Das ist deshalb interessant, weil man damit Behauptung und amtliche Antwort unmittelbar nebeneinander hat.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">4. Die &quot;Skynet&quot;-Passage ist ein echter Fund</span><br />
Auf den Seiten 141–146 wird aus Bluetooth LE praktisch eine globale Kontrollinfrastruktur gemacht. Dort steht unter anderem, Smartphones könnten auch bei ausgeschaltetem Zustand BLE-Daten senden und empfangen; BLE-Mesh könne Kontaktverfolgung ermöglichen, Geräte kontrollieren und schließlich sogar aus dem Weltraum über Satelliten gesteuert werden. Die Quelle ist Patrick Wood bzw. &quot;Technocracy News &amp; Trends&quot;.</p>
<p>Besonders interessant ist aber die Vermischung von realer Technik und spekulativer Schlussfolgerung: Die technischen Grundlagen - BLE, Mesh-Netzwerke, Wearables, Datenaustausch - sind reale Dinge. Daraus wird anschließend eine &quot;Skynet&quot;-Infrastruktur mit zentraler Befehlsgewalt konstruiert. Das wäre ein sehr schönes Beispiel für einen IZgMF-Beitrag über die Frage: Wie aus realer Funktechnik eine Verschwörungserzählung gebaut wird.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">5. Auch die PV-/&quot;Dirty-Power&quot;-Geschichte ist ergiebig</span></p>
<p>Hier wird behauptet, Wechselrichter von Photovoltaikanlagen würden das Stromnetz über weite Entfernungen mit hochfrequenten Störungen &quot;verseuchen&quot;, und zwar &quot;ausnahmslos&quot;. Am Ende seien spezielle Netzfilter für einen fünfstelligen Eurobetrag eingebaut worden, danach sei &quot;alles gut&quot;. </p>
<p>Interessant ist die anschließende Messdiskussion: Es werden Greenwave-/Stetzer-Geräte, EMI-Meter, TP450, Netzanalysator und Oszilloskop erwähnt. Außerdem wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es Wechselrichter gebe, die relativ &quot;sauber&quot; seien. Das könnte man technisch sauber auseinandernehmen: Was wird überhaupt gemessen? Was ist eine Netzrückwirkung? Was ist eine HF-Komponente? Was misst das jeweilige Gerät? Und was folgt daraus - und was gerade nicht?<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">6. Der Smart-Meter-Teil bringt richtige und falsche Ausgangspunkte</span></p>
<p>Beispielsweise wird korrekt dokumentiert, dass Smart Meter je nach System über Glasfaser, ADSL, Mobilfunk oder andere Wege kommunizieren können. Daneben stehen Behauptungen wie: &quot;Der Bundesrat hat verordnet, dass jede Viertelstunde eine Datenübertragung stattfindet.&quot; Und daraus wird eine rechtliche Schlussfolgerung konstruiert. </p>
<p>Das ist genau die Sorte Passage, bei der sich eine Primärquellenprüfung des Schweizer Rechts lohnt.<br />
Besonders brauchbar: An anderer Stelle wird sogar korrekt festgehalten, dass ein Bundesgerichtsentscheid gegen einen Smart Meter nicht wegen der Strahlung, sondern aus Datenschutzgründen erging.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">7. Und dann gibt es natürlich die Kuriositäten</span></p>
<p>Die Sammlung geht ziemlich weit:<br />
- Wasseradern sollen sich bei technischen Strahlen um das 3,5-Fache erhöhen. <br />
- &quot;Links drehende&quot; Wasseradern seien problematisch, rechtsdrehende könnten positive Energie liefern. <br />
- Schungit wird als Schutzstein diskutiert, wobei im selben Abschnitt ein anderer Autor erklärt, Schungit könne die Strahlung sogar verstärken. <br />
- Eine &quot;Bemer-Matte&quot; soll nach einer HF/MF/NF-Exposition innerhalb von 16 Minuten verkrampfte Zehen wieder normalisiert haben. <br />
- Es wird behauptet, 5G könne die Sauerstoffaufnahme des Körpers verhindern. <br />
- Und es gibt die Empfehlung, Implantate möglichst entfernen zu lassen, Kabel auf dem Boden &quot;unordentlich&quot; liegenzulassen und keine LED-Leuchtmittel zu verwenden.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">ChatGPTs Eindruck</span></p>
<p>Das eigentlich Spannende ist die Struktur des Dokuments. Es ist weniger eine Sammlung belastbarer Erkenntnisse als eine Art Primärquelle für das Weltbild einer EHS-/Elektrosmog-Selbsthilfegruppe. Darin liegen aber sehr viele überprüfbare technische, medizinische und rechtliche Einzelbehauptungen. Für das IZgMF würde ich das Material deshalb nicht pauschal als &quot;Unsinnssammlung&quot; behandeln. Wertvoller wäre eine Sortierung in etwa:<br />
- technisch plausibel bzw. korrekt<br />
- technisch falsch<br />
- medizinische Behauptung ohne Beleg<br />
- persönlicher Erfahrungsbericht<br />
- nachprüfbare Rechts-/Behördenbehauptung<br />
- Verschwörungserzählung bzw. spekulative Erweiterung<br />
- interner Widerspruch<br />
Gerade die DAB+-Passage, PV/Dirty Power, Smart Meter und BLE-&quot;Skynet&quot; erscheinen mir als die vier ergiebigsten Fundstellen. Dazu kommt die BAKOM-Korrespondenz, weil dort die Behauptungen der Gruppe unmittelbar einer amtlichen Antwort gegenüberstehen.</p>
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<pubDate>Sun, 16 Aug 2026 17:01:31 +0000</pubDate>
<category>Elektrosensibilität</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75865</wfw:commentRss><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
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<title>10. September: Wenn das Smartphone plötzlich loslärmt</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Am 10. September 2026 findet in Deutschland der nächste bundesweite Warntag statt (immer an jedem zweiten Donnerstag im September). An diesem Tag testen Bund, Länder und Kommunen ihre unterschiedlichen Warnsysteme für den Katastrophenfall. Selbst Smartphones, die auf lautlos gestellt sind, lärmen los. </p>
<p>Ab 11 Uhr verschicken die Behörden eine Probewarnung, unter anderem auch via Cell Broadcast auf alle kompatiblen Handys. Gegen 11:45 Uhr folgt dann die Entwarnung über die Warnkanäle und Endgeräte, über welche zuvor die Warnung versendet wurde. <a href="https://www.pcwelt.de/article/2881520/nicht-erschrecken-wenn-ihr-handy-am-10-september-um-11-uhr-ploetzlich-klingelt.html?utm_date=20260815170059&amp;utm_campaign=Best-of%20PC-WELT&amp;utm_content=slotno1-pushheadline-Nicht%20erschrecken%2C%20wenn%20Ihr%20Handy%20am%2010.%20September%20um%2011%20Uhr%20pl%C3%B6tzlich%20klingelt&amp;utm_term=PC-WELT%20Newsletters&amp;utm_medium=email&amp;utm_source=Adestra&amp;tap=0a93c13d46164955a95e3613608508ed&amp;eh=06923c969be8b1447de5b4446d47986da847971237834f19ec6f44f3cd1a4b8d">mehr ...</a></p>
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<pubDate>Sat, 15 Aug 2026 17:07:09 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75863</wfw:commentRss><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Kompetenzinitiative e.V. – Einnahmen und Ausgaben</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>In diesem Strang geht es um die Einnahmen und Ausgaben der &quot;Kompetenzinitiative&quot;. Seit 2022 legt der Verein die Zahlen offen, allerdings nicht lückenlos. Die vorliegenden Jahresberichte erlauben einen Einblick in die finanzielle Entwicklung der Kompetenzinitiative. Der Jahresbericht 2024 liegt nicht vor und bleibt daher unberücksichtigt. Die folgende Übersicht beschränkt sich auf das, was sich unmittelbar aus den vorliegenden Unterlagen ablesen lässt.</p>
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<pubDate>Sat, 15 Aug 2026 15:16:20 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75858</wfw:commentRss><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Schwarzenburg: Rätsel um abgelehnte Mortalitätsstudie (I)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Hans-U. Jakob erzählte um die Jahrtausendwende gerne eine Geschichte, die zunächst wie ein besonders dreister Fall staatlicher Forschungswillkür klingt: Eine &quot;Mortalitätsstudie&quot; über die ehemalige Senderregion Schwarzenburg sei vom Schweizerischen Nationalfonds abgelehnt worden, unter anderem weil Auskünften der Schwarzenburger Bevölkerung nicht zu trauen sei. Das Geld sei stattdessen für &quot;Bettflaschenforschung&quot; nach Basel geflossen. Klingt empörend. Schauen wir uns also die Geschichte zunächst so an, wie Jakob sie erzählt – und folgen der Spur, ohne vorzeitig zu verraten, wohin sie führt.</strong></span><br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Am Anfang steht ein Skandal</span></p>
<p>Beginnen wir mit Hans-U. Jakob. Nicht mit unserer Interpretation, nicht mit einer nachträglichen Bewertung und auch nicht mit irgendwelchen Einwänden. Zunächst soll er selbst zu Wort kommen. In seinen Darstellungen der Vorgänge rund um den Kurzwellensender Schwarzenburg zeichnet Jakob ein düsteres Bild. Die gesundheitlichen Beschwerden der Bevölkerung würden seit Jahren nicht ernst genommen; die Betroffenen stießen bei Behörden und Wissenschaft auf Misstrauen. Bei Befragungen der Schwarzenburger Bevölkerung wird die Sache in Jakobs Darstellung besonders zugespitzt: Die Aussagen der Betroffenen seien wegen ihrer angeblich bereits feststehenden Vorstellungen über die Ursache ihrer Beschwerden wissenschaftlich nicht brauchbar. [1][2]</p>
<p>Der eigentliche Skandal folgt dann im Jahr 1999. Jakob berichtet von einer &quot;Mortalitätsstudie rückwirkend auf 40 Jahre Senderbetrieb in Schwarzenburg&quot;. Dafür sei am 20. Februar 1999 beim Schweizerischen Nationalfonds ein Finanzierungsgesuch über Fr. 200&#039;000 eingereicht worden. Der Nationalfonds habe dieses Gesuch am 19. August 1999 abgelehnt. [1] Damit, so die von Jakob erzeugte Dramaturgie, ist die Untersuchung der langfristigen gesundheitlichen Folgen des Kurzwellensenders verhindert worden. Doch damit nicht genug: Die beantragten Fr. 200&#039;000 seien stattdessen an die Universität Basel gegangen. Dort habe man sich mit der &quot;Wärmewirkung von Bettflaschen auf die Psyche des Menschen&quot; beschäftigt. Jakob versieht diesen Vorgang mit der Überschrift &quot;Swiss Hot-Water-Bottles&quot; und erklärt ihn später zum Musterbeispiel dafür, wie Forschungsgelder &quot;absichtlich fehlgeleitet und verplempert&quot; würden. [1][2]</p>
<p>Das ist eine Geschichte, bei der man unwillkürlich zweimal hinsieht. Eine Mortalitätsstudie über Schwarzenburg wird abgelehnt – und das Geld landet bei der Universität Basel, wo man sich mit Bettflaschen beschäftigt? Wenn das so gewesen ist, wäre es tatsächlich ein bemerkenswerter Vorgang. Also nehmen wir Jakobs Darstellung zunächst einmal so hin, wie sie uns präsentiert wird, und beginnen erst dann, die einzelnen Bausteine zu überprüfen.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Zunächst scheint alles zu passen</span></p>
<p>Bei einer Mortalitätsstudie über Schwarzenburg liegt der Gedanke an die Universität Bern nahe. Dort wurde die bekannte Schwarzenburg-Studie durchgeführt. Theodor Abelin und Ekkehardt Altpeter gehörten zu den zentralen Wissenschaftlern dieser Forschung. Die 1995 veröffentlichte Untersuchung über die gesundheitlichen Auswirkungen des Kurzwellensenders Schwarzenburg ist als umfangreicher Forschungsbericht dokumentiert und wissenschaftlich eindeutig verortet. [3] Auch spätere Arbeiten führen diese Forschung fort; zwischen 1992 und 1998 wurden im Gebiet Schwarzenburg zwei Querschnitts- und zwei Panelstudien durchgeführt. [4]</p>
<p>Wenn die 1999 behauptete Mortalitätsstudie also eine wissenschaftliche Fortsetzung dieser Forschung gewesen wäre, könnte man zunächst vermuten, dass genau diese Forscher oder ihr Institut dahinterstanden. Und zunächst wäre das sogar die naheliegendste Erklärung für Jakobs Geschichte. Schließlich handelt es sich um eine epidemiologische Fragestellung, für die in Schwarzenburg bereits einschlägige wissenschaftliche Vorarbeiten existierten.</p>
<p>Doch dann taucht in der ausführlicheren Darstellung des angeblichen SNF-Entscheids ein Satz auf, der die Sache plötzlich in ein anderes Licht rückt:</p>
<p>&quot;Es liegen keine wissenschaftlichen Vorleistungen vor, welche Sie als Gesuchsteller qualifizieren würden.&quot; [1]</p>
<p>Das ist bemerkenswert. Bei Abelin, Altpeter oder einem anderen ausgewiesenen Wissenschaftler aus dem Umfeld der Universität Bern wäre diese Begründung zumindest erklärungsbedürftig. Wissenschaftliche Vorleistungen zum Untersuchungsgebiet waren ja vorhanden. Vielleicht haben wir also die falsche Spur aufgenommen.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Die Studie, die kaum Spuren hinterlässt</span></p>
<p>Eine reguläre wissenschaftliche Studie hinterlässt normalerweise Spuren: einen Projektleiter, eine Institution, ein Forschungskonzept, später vielleicht eine Publikation oder wenigstens einen Abschlussbericht. Die eigentliche Schwarzenburg-Forschung erfüllt dieses Muster. Die angebliche Mortalitätsstudie von 1999 lässt sich dagegen außerhalb des Jakob-/Gigaherz-Komplexes nicht als eigenständiges wissenschaftliches Projekt auffinden.</p>
<p>Das ist zunächst kein Beweis gegen die Existenz des Gesuchs. Ein abgelehnter Antrag muss schließlich nicht veröffentlicht werden. Die öffentliche Projektsuche des Schweizerischen Nationalfonds dokumentiert bewilligte Forschungsprojekte und Förderbeiträge und ist keine Datenbank sämtlicher eingereichter Gesuche. [5] Damit verschiebt sich die Frage. Wenn wir den Antrag selbst nicht über die öffentliche Forschungsdokumentation finden können, woher stammt dann der konkrete Inhalt des angeblichen Ablehnungsbescheids?</p>
<p>Hier wird die Sache interessant. Der Schweizerische Nationalfonds teilt seine Förderentscheide den Gesuchstellenden mit und begründet auch Ablehnungen. Die Gesuchsunterlagen werden vertraulich behandelt. [6] Wie ernst diese Vertraulichkeit genommen wird, zeigt ein späterer, amtlich dokumentierter Fall: Als 2018 Einsicht in Unterlagen zu abgelehnten SNF-Gesuchen verlangt wurde, verweigerte der SNF die Herausgabe entsprechender Unterlagen; der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte befasste sich anschließend mit der Frage und bestätigte wesentliche Geheimhaltungsinteressen. [7]</p>
<p>Für unseren Fall bedeutet das: Der konkrete Wortlaut eines individuellen Ablehnungsbescheids von 1999 war nicht einfach eine öffentliche Pressemitteilung, die jedermann aus einer SNF-Datenbank hätte abrufen können. Jemand musste Zugang zu dem Bescheid haben. Jakob kannte jedenfalls dessen angeblichen Inhalt.</p>
<p>Und nun lohnt sich ein genauer Blick auf seine Wortwahl. Er spricht nicht von &quot;dem Gesuch der Universität Bern&quot;, nicht von &quot;dem Antrag von Professor X&quot; und auch nicht von einer bestimmten wissenschaftlichen Forschungsgruppe. Er schreibt: &quot;Unser Beitragsgesuch für Fr. 200&#039;000 vom 20.2.99.&quot; [1] Dieses kleine Wort &quot;unser&quot; ist plötzlich interessanter, als es zunächst aussieht.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Die Spur führt zurück nach Schwarzenburg</span></p>
<p>Jetzt müssen wir uns mit den damaligen Akteuren beschäftigen. Der Verein SchoK – &quot;Schwarzenburg ohne Kurzwellensender&quot; – war eine zentrale Organisation des Widerstands gegen den Sender. Hans-U. Jakob gehörte zum Kreis der Sendergegner, auch wenn er nicht mit SchoK identisch war. Der Verein und seine Protagonisten sind unabhängig von der späteren Gigaherz-Erzählung dokumentiert. [8]</p>
<p>Und dann taucht im Folgejahr eine Organisation auf, deren Name auffallend gut in das Puzzle passt. Das Schweizerische Bundesgericht nennt Anfang 2000 einen &quot;Verein Gruppe Hans-U. Jakob, Interessengemeinschaft zum Schutz von Elektrosmog-Betroffenen&quot; aus Schwarzenburg als Beschwerdeführer. [9] Das ist kein Gigaherz-Text und keine spätere Selbstbeschreibung, sondern ein gerichtlicher Primärbeleg. Damit haben wir im fraglichen Zeitraum eine organisierte Struktur aus dem Schwarzenburger Sendergegner-Umfeld, die unter Jakobs Namen gegenüber staatlichen Institutionen auftritt.</p>
<p>Das beweist noch nicht, dass Jakob im Februar 1999 persönlich auf dem SNF-Antrag stand. Aber die Spur ist inzwischen warm genug, um sie nicht mehr zu ignorieren.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Und dann kommt Basel ins Spiel</span></p>
<p>Jetzt müsste die Geschichte eigentlich aufgehen: Schwarzenburg beantragt Fr. 200&#039;000, der Nationalfonds lehnt ab, und Basel bekommt das Geld für die Bettflaschenforschung. Nur beginnt genau hier die Geschichte auseinanderzufallen.</p>
<p>Die Basler Forschung existiert tatsächlich. Am 2. September 1999 veröffentlichten Kurt Kräuchi, Christian Cajochen, Esther Werth und Anna Wirz-Justice in Nature die Arbeit &quot;Warm feet promote the rapid onset of sleep&quot;. Die Autoren gehörten zum Chronobiology and Sleep Laboratory der Psychiatrischen Universitätsklinik Basel. [10] Doch was wurde tatsächlich untersucht? Nicht die &quot;Psyche&quot; von Menschen mit Bettflaschen und auch keine eigenständige Studie, deren Forschungsgegenstand eine Bettflasche gewesen wäre. Untersucht wurde der Zusammenhang zwischen der Erweiterung der Blutgefäße an Händen und Füßen, der dadurch gesteigerten Wärmeabgabe und der Geschwindigkeit des Einschlafens. Die Wärmflasche erscheint als mögliche praktische Anwendung der physiologischen Befunde. [10]</p>
<p>Noch wichtiger ist die Chronologie. Die ausführlichere Arbeit derselben Forschungsgruppe wurde am 6. Juli 1999 eingereicht und am 11. Oktober 1999 angenommen. In ihren Danksagungen nennen die Autoren ausdrücklich die SNF-Forschungsbeiträge 32-4245.94 und 31-49254.96. [11] Bereits eine 1997 erschienene Arbeit derselben Forschungsgruppe nennt den SNF-Beitrag 32-4245.94 als Förderquelle. [12]</p>
<p>Die Basler Forschungsrichtung war also bereits <span class="underline">vor</span> dem angeblichen Schwarzenburg-Entscheid vom 19. August 1999 durch den SNF gefördert worden. Die Geschichte &quot;Schwarzenburg wird abgelehnt – das Geld geht nach Basel – dort beginnt die Bettflaschenforschung&quot; passt damit chronologisch nicht zusammen. Die Basler Forschung war längst im Gang. Die Fr. 200&#039;000 aus dem Schwarzenburg-Gesuch sind jedenfalls nicht als deren Finanzierung nachgewiesen.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Jetzt fehlt nur noch ein Name</span></p>
<p>Bis hierhin haben wir einiges herausgefunden. Die wissenschaftliche Schwarzenburg-Forschung lässt sich eindeutig der Universität Bern zuordnen. Die angebliche Mortalitätsstudie von 1999 lässt sich dagegen außerhalb der Jakob-/Gigaherz-Überlieferung nicht als reguläres wissenschaftliches Projekt identifizieren. Der angebliche SNF-Bescheid enthält eine Formulierung über die fehlenden wissenschaftlichen Vorleistungen des &quot;Gesuchstellers&quot;. Jakob spricht von &quot;unserem Beitragsgesuch&quot;. Und ein Jahr später tritt die &quot;Gruppe Hans-U. Jakob&quot; als organisierter Akteur aus Schwarzenburg vor dem Bundesgericht auf.</p>
<p>Was fehlt, ist ausgerechnet die Information, die für die Beurteilung der ganzen Geschichte entscheidend wäre:</p>
<p><strong>Wer war der Gesuchsteller?</strong></p>
<p>Wenn eine renommierte epidemiologische Institution einen Antrag über Fr. 200&#039;000 einreicht und der Nationalfonds diesen Antrag wegen angeblich fehlender wissenschaftlicher Vorleistungen ablehnt, dann wäre der Name des Antragstellers ein zentraler Bestandteil der Geschichte. Aber er fehlt. Ebenso fehlen die Universität, das Institut und der wissenschaftliche Projektleiter.</p>
<p>Das ist deshalb bemerkenswert, weil Jakob ansonsten geradezu akribisch mit Einzelheiten umgeht: Datum des Gesuchs, Betrag, Gegenstand der Studie, Datum der Ablehnung und angeblicher Wortlaut des Entscheids. Ausgerechnet die Identität desjenigen, an den der Bescheid gerichtet war, bleibt im Dunkeln.<br />
 <br />
<em>Fortsetzung in Teil II</em></p>
]]></content:encoded>
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<pubDate>Sat, 15 Aug 2026 12:23:19 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75855</wfw:commentRss><dc:creator>KI</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Was ist dran, an der Funkwende der &quot;Kompetenzinitiative&quot;?</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Die &quot;Kompetenzinitiative&quot; will die Funkwende. Seit Jahren bastelt der Verein an dieser Zukunftsvision und 2026 scheint das Projekt so weit gediehen zu sein, dass am Verwaltungsgericht Berlin mit einer Klage die 26. BImSchV aus den Angeln gehoben werden soll. Begründung: Die Verordnung berücksichtige athermischen Wirkungen von HF-EMF nicht hinreichend zum Schutz der Bevölkerung. Obsiegt der Verein, wäre dies der erste von mehreren Schritten, die letztendlich zu der von den Mobilfunkkritikern erhofften Funkwende führen sollen. Das IZgMF hat bekannte Modelle der künstlichen Intelligenz befragt, was sie von dem Projekt der &quot;Kompetenzinitiative&quot; halten. Die Antworten sind bemerkenswert differenziert, nur bei den Erfolgsaussichten der Verwaltungsklage sind sich alle Modelle einig.</strong></span><br />
 <br />
Was sie unter Funkwende versteht, beschreibt die &quot;Kompetenzinitiative&quot; wortreich an unterschiedlichen Stellen ihres Webauftritts:</p>
<p>► <a href="https://kompetenzinitiative.de/Downloads/Denkschrift_Funkwende_W_Kuehling_Sept_22.pdf">Denkschrift Funkwende von Wilfried Kühling</a> (PDF, 2022)<br />
► <a href="https://kompetenzinitiative.de/ueber-uns/unsere-funkwende">Wir wollen das Recht auf eine gesundheitsverträgliche Mobilfunkversorgung jetzt durchsetzen</a> (HTML, 2026)<br />
► <a href="https://funkwende-jetzt.kompetenzinitiative.com/">Funkwende jetzt! Für eine fortschrittliche Mobilfunkversorgung</a> (HTML, 2024)</p>
<p>Kurz: Die Funkwende zielt auf eine grundlegende Neuordnung der mobilen Kommunikationsinfrastruktur. Funkimmissionen sollen insbesondere in Innenräumen drastisch reduziert und durch leitungsgebundene Netze sowie optische Übertragung wie Li-Fi ersetzt werden. Damit sollen gesundheitliche Belastungen, Energiebedarf und weitere Umweltwirkungen der heutigen Funkinfrastruktur verringert werden.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Bits und Bytes statt Vorurteile</span></p>
<p>Bereits 2021 haute der inzwischen faktisch nach München umgezogene Verein <a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=70946">kräftig auf die Pauke</a> und kündigte bei anerkannten Wissenschaftlern in Auftrag gegebene hochqualitative Studien an, die Richtern gar keine andere Wahl lassen sollten, als im Sinne der Kläger zu entscheiden. Mittlerweile liegt mit <a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=73978">&quot;Athem-3&quot;</a> die erste dieser Studien vor. Von einer bahnbrechenden Beweisstudie kann bei Athem-3 jedoch <a href="https://doris.bfs.de/jspui/bitstream/urn:nbn:de:0221-2024091946461/4/SL_Gulati_2024_EvaluationOfOxidative_Deu.pdf">keine Rede sein</a>. Sollte die &quot;Kompetenzinitiative&quot; bei ihrem Waffengang am Berliner Verwaltungsgericht nicht deutlich bessere Trumpfkarten aus dem Ärmel ziehen können, wird die Funkwende mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schon beim ersten Schritt zum Stillstand kommen.</p>
<p>Aber: Ich bin der &quot;Kompetenzinitiative&quot; gegenüber nicht unvoreingenommen und deshalb flössen in meine Bewertung der Funkwende mit Sicherheit subjektive Bewertungskriterien ein, die das Ergebnis in meinem Sinne verzerren. Eine Bewertung durch künstliche Intelligenz sollte dieses Risiko vermeiden. Allerdings weiß ich aus Erfahrung, dass künstliche Intelligenz groteske Fehler machen kann. Diese sind eher harmlos, da sie, wenn sie grotesk sind, schnell auffallen. Gefährlicher ist mMn eloquent in gepflegtem Deutsch vorgetragener Bullshit, den die Wächter in unserem Hirn nicht erkennen und deshalb passieren lassen. Um dieses Risiko zu minimieren habe ich kürzlich die Ergebnisse einer KI einer anderen KI zur Prüfung vorgelegt. Das hat sich gelohnt, auf diese Weise wurden zwei versteckte Fehler in den Ergebnissen eliminiert. Aus dieser Erfahrung heraus entstand der Gedanke, die Funkwende nicht nur von einer KI auf ihre Substanz prüfen zu lassen, sondern von drei.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Auftrag an die KI</span></p>
<p>Der Auftrag an die KI lautete jedes Mal gleich:</p>
<p><span style="color:#399;"><em><strong>Wenn du vor einem Ausschuss eine kundige Bewertung von Kühlings Denkschrift abgeben müsstest, wie würde diese lauten? Und: Die Denkschrift skizziert den Klageweg, den die sogenannte Kompetenzinitiative am Berliner Verwaltungsgericht einschlagen möchte, um Änderungen an der 26. BImSchV zu erzwingen. Welche Erfolgsaussichten siehst du? Berücksichtige auch die Informationen auf der Website <a href="https://funkwende-jetzt.kompetenzinitiative.com">https://funkwende-jetzt.kompetenzinitiative.com</a></strong></em></span></p>
<p>ChatGPT erhielt den Auftrag als erster ...</p>
]]></content:encoded>
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<pubDate>Tue, 11 Aug 2026 20:21:26 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75839</wfw:commentRss><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>BfS: Protokoll der 36. Sitzung am Runden Tisch EMF</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Die 36. Sitzung des Runden Tischs EMF (RTEMF) fand am 11. März 2026 virtuell statt (Videokonferenz). Größtes fachliches Thema war diesmal die Kontroverse um die Systematic-Review zu Krebs in Tierstudien und die Gegenanalyse des BfS. Darüber hinaus informierte das BfS über neue Forschungsvorhaben und einen Ausbau seiner Aktivitäten in der Wissenschaftskommunikation. Auszüge aus dem Protokoll, die Postingautor &quot;KI&quot; für Sie zusammengestellt hat, warten unten auf Sie. Die Ausführungen zum Stromnetzausbau sind in dieser Zusammenfassung bewusst ausgeklammert. Wegen eines akuten Cyperschnupfens hat sich die Protokollauswertung diesmal etwas verzögert. Das vollständige sechsseitige Protokoll der Sitzung gibt es wie immer <a href="https://www.bfs.de/DE/themen/emf/kompetenzzentrum/runder-tisch/runder-tisch_node.html">direkt beim BfS</a>.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">WHO-Tierstudien: BfS hält mit Meta-Analyse dagegen</span></p>
<p>Den fachlichen Schwerpunkt bildete die Auseinandersetzung mit dem von der WHO beauftragten Systematic Review von Mevissen et al. zu Krebs in Tierstudien. Das BfS erläuterte, weshalb es die Schlussfolgerungen des Reviews für methodisch nicht ausreichend abgesichert hält und deshalb eine eigene quantitative Auswertung vorgenommen hat (S. 3–4). Ausgangspunkt der Kritik ist die Vorgehensweise des WHO-Reviews. Dort wurde bereits dann von einem nachgewiesenen Effekt ausgegangen, wenn in einer Langzeitstudie ein statistisch signifikanter Tumoranstieg beobachtet wurde. Meta-Analysen seien wegen der Heterogenität der Studien nicht durchgeführt worden (S. 3). </p>
<p>Nach Auffassung des Kompetenzzentrums Elektromagnetische Felder (KEMF) des BfS war dies zumindest für einzelne Fragestellungen nicht überzeugend. Für Herz und Gehirn bei Ratten seien genügend vergleichbare Langzeitstudien vorhanden gewesen, um die Ergebnisse mittels Meta-Analyse zusammenzuführen. Unterschiede zwischen den Tierstämmen seien durch Subgruppenanalysen beherrschbar gewesen (S. 3). </p>
<p>Das Ergebnis der BfS-Auswertung fällt deutlich nüchterner aus als im WHO-Review. Für maligne Herzschwannome männlicher Ratten ergab sich zwar weiterhin ein statistisch signifikanter Zusammenhang, wegen der großen Unsicherheit wurde das Vertrauen in die Evidenz jedoch zunächst deutlich herabgestuft und anschließend aufgrund einer statistisch signifikanten Dosis-Wirkungs-Beziehung wieder auf <em>moderat</em> angehoben (S. 3). </p>
<p>Beim malignen Gliom fiel das Resultat noch zurückhaltender aus. Zwar deutete auch hier der gepoolte Effektschätzer auf ein erhöhtes Risiko hin, statistisch signifikant war dieses Ergebnis jedoch nicht. Das Vertrauen in die Evidenz wurde deshalb insgesamt nur als <em>gering</em> eingestuft (S. 3). <br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Methodische Kontroverse bleibt bestehen</span></p>
<p>Bemerkenswert war die Diskussion über die inzwischen veröffentlichte Replik der Autoren des WHO-Reviews. Diese erklärten nachträglich, ein hohes Vertrauen in die Evidenz setze mindestens zwei signifikante Langzeitstudien voraus. Das BfS wies darauf hin, dass sich ein solcher Bewertungsmaßstab weder aus dem veröffentlichten Studienprotokoll noch aus dem eigentlichen Review ableiten lasse. Dort genüge ausdrücklich bereits ein signifikanter Befund, um einen Effekt anzunehmen (S. 4). </p>
<p>Außerdem wurde gefragt, ob Änderungen gegenüber einem veröffentlichten Studienprotokoll grundsätzlich zulässig seien. Die Antwort fiel differenziert aus: Anpassungen seien durchaus möglich, müssten aber gut begründet und möglichst sparsam vorgenommen werden, um nachträgliche Verzerrungen zu vermeiden (S. 4). </p>
<p>Auch die Kritik der Review-Autoren, dem KEMF fehle toxikologische Expertise, wurde angesprochen. Das BfS räumte ein, dass toxikologische Fachkenntnisse beispielsweise bei der Bewertung möglicher Verzerrungen einzelner Tierstudien hilfreich seien. Die eigene Veröffentlichung habe sich allerdings gar nicht mit der Bewertung einzelner Studien beschäftigt, sondern ausschließlich mit der Evidenzsynthese des Reviews (S. 4). <br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Neue Forschungsvorhaben</span></p>
<p>Das BfS stellte zudem mehrere geplante Forschungsprojekte vor. Neben neuen Studien zu Leukämie, Fehlgeburten und oxidativem Zellstress wurde insbesondere ein Projekt angekündigt, das die Entwicklung der Risikowahrnehmung elektromagnetischer Felder im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme der Höchstspannungsleitung Ultranet untersuchen soll (S. 4–5). <br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Neues Netzwerk für den Strahlenschutz</span></p>
<p>Mit dem neu gegründeten Qualifizierungsverbund Strahlenschutz soll nach Angaben des BfS die Fachkompetenz im Strahlenschutz langfristig gesichert werden. Das Netzwerk soll Qualifizierungsangebote bündeln, Kompetenzlücken identifizieren und den Wissensaustausch zwischen Behörden, Wissenschaft und weiteren Akteuren verbessern. Mitglieder des RTEMF wurden ausdrücklich eingeladen, sich daran zu beteiligen (S. 5). <br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Ausblick</span></p>
<p>Für die nächste Sitzung wurden bereits mehrere interessante Themen angekündigt. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem die internationalen Ergebnisse zur EMF-Risikowahrnehmung, biologische Wirkungen hochfrequenter Felder auf Pflanzen, gesellschaftliche Vorstellungen von „Vorsorge“, mögliche Auswirkungen niederfrequenter Felder auf Schlaf und Demenz-Biomarker sowie Ergebnisse des EU-Projekts SEAWave zur KI-gestützten Expositionserfassung (S. 6). </p>
<p><span style="font-size:x-large;">Zusammenfassung</span></p>
<p>Die 36. Sitzung brachte keine spektakulären neuen Forschungsergebnisse hervor. Sie machte jedoch deutlich, dass die wissenschaftliche Debatte über die Bewertung der Tierstudien inzwischen eine neue Ebene erreicht hat. Während der WHO-Review überwiegend qualitativ argumentiert, versucht das BfS mit einer quantitativen Meta-Analyse dieselbe Datenbasis neu zu bewerten. Die eigentliche Kontroverse dreht sich damit längst nicht mehr um einzelne Tumorbefunde, sondern um die Frage, nach welchen methodischen Regeln wissenschaftliche Evidenz überhaupt bewertet werden sollte.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75829</link>
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<pubDate>Fri, 07 Aug 2026 19:40:13 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75829</wfw:commentRss><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Neues von Berenis (45): Juli 2026</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Im Zeitraum von Ende Juli bis Ende Oktober 2025 wurden 109 neue Publikationen identifiziert, von denen sechs von Berenis vertieft diskutiert wurden. Drei davon wurden gemäß den Auswahlkriterien als besonders relevant eingestuft und sind hier ggf. gekürzt zusammengefasst. Die besprochene Gliazellstudie wurde von Diagnose-Funk im Dezember 2025 mit einer Pressemitteilung hervorgehoben. Ungekürzt und mit Literaturangaben gibt es den aktuellen Berenis-Newsletter <span class="underline"><a href="https://www.bafu.admin.ch/dam/de/sd-web/1A64ICHqI33E/Newsletter_BERENIS_Nr45_Jul_2026_DE.pdf">hier</a></span>.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Experimentelle Tier- und Zellstudien</span></p>
<p><strong>Einfluss von HF-EMF auf den Stoffwechsel von Hodenzellen (Miao et al. 2025)</strong><br />
Die Studie von Miao et al. (2025) zielte darauf ab, mögliche Einflüsse von HF-EMF auf den Metabolismus (Stoffwechsel) von Hodenzellen zu untersuchen, indem eine hypothesenfreie globale Analyse der zellulären Metabolite («Metabolomik») durchgeführt wurde. Dazu wurden hormon-produzierende Leydig-Zwischenzellen sowie eine Spermatogonien-Zelllinie von Mäusen in vitro für 24 Stunden einem GSM-modulierten 1,95-GHz-HF-EMF (SAR: 3 W/kg) ausgesetzt. Die Exposition erfolgte entweder kontinuierlich oder in einstündigen Intervallen. Die Analyse der Metabolite aus sechs unabhängigen Experimenten mittels Massenspektrometrie ergab unterschiedliche Ausmasse der zellulären Reaktion auf die Exposition in Abhängigkeit von der Expositionsart (kontinuierlich vs. intermittierend) sowie eine Beeinflussung der Stoffwechselwege der beiden Zelltypen. Die grössten Unterschiede in den Metabolomen (&gt; 600 Metabolite) wurden in Leydig-Zwischenzellen nach kontinuierlicher Exposition beobachtet, während die Beeinflussung des Stoffwechsels der Spermatogonien weniger ausgeprägt war (ca. 50 Unterschiede). Bioinformatische Analysen der Metabolome der Leydig-Zwischenzellen ergaben, dass die Unterschiede für die kontinuierliche Exposition vornehmlich Aminosäuren, den Energie-Metabolismus und das anti-oxidative System (Glutathion) betrafen, wogegen die Intervall-Exposition zu Veränderungen von Fettsäuren und des Purin-Metabolismus führte. Obwohl sich nur ein kleiner Teil der veränderten Metabolite nach kontinuierlicher und intermittierender Exposition überlagerte, deutet die integrierte Analyse auf eine Rolle von ADP hin, das als «entladenes» Energie-Molekül und Stoffwechsel-Sensor eine zentrale Rolle im Energiestoffwechsel spielt.</p>
<p>Untersuchungen auf Stoffwechseleinflüsse von EMF gibt es bis anhin kaum, daher eröffnen die Daten dieser Studie diesbezüglich potenziell neue Erkenntnisse. In dieser Studie (Miao et al. 2025) mit Fokus auf Zellen des männlichen Fortpflanzungssystems wurden Hinweise auf Zelltyp- und Expositionsart-spezifische Unterschiede von Metaboliten gefunden, die viele andere zelluläre Mechanismen beeinflussen könnten. Die Veränderungen im Zusammenhang mit dem Energiemetabolismus und insbesondere die Reduktion der Glutathion-Synthese könnten im Zusammenhang mit einer Vielzahl von vorherigen Beobachtungen von EMF-Effekten stehen. Eine Verminderung der Effektivität des Glutathion-basierten anti-oxidativen Verteidigungssystems könnte das Auftreten von oxidativem Stress nach Exposition begünstigen, was in einigen Studien bereits beobachtet wurde (siehe Newsletter-Sonderausgabe Januar 2021). Es braucht allerdings noch viele weitergehende Untersuchungen, um diesen und weitere Zusammenhänge umfassend zu verstehen.</p>
<p><strong>HF-EMF reguliert bestimmte Signalwege in der Differenzierung von Gliazellen während der Entwicklung der humanen Hirnrinde (Cakir et al. 2025)</strong><br />
In der Studie von Cakir et al. (2025) wurden Effekte von HF-EMF auf die Entwicklung der menschlichen Hirnrinde (Cortex) untersucht [dem Verein Diagnose-Funk war die Studie eine <a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75248">Pressemitteilung</a> wert; Anm. Postingautor]. Es ist bekannt, dass neben genetischen Faktoren auch pränataler Stress, Infektionen sowie die Ernährung die Hirnentwicklung beeinflussen können. Die aus humanen Stammzellen entwickelten Hirnrinden-Organoide können eingesetzt werden, um die Selbsterneuerung von humanen neuronalen Stammzellen zu studieren und dienen so als Modell zur Erforschung von Wirkungen auf die menschliche Gesundheit. </p>
<p>Die Stammzellen wurden während ihrer ca. 70-tägigen Entwicklung zu Hirnrinden-Organoiden ab Tag 10 täglich für 12 oder 24 Stunden nach der Induktionsphase von Tag 10 – 70 (Reifungsphase) HF-EMF ausgesetzt (2,4 GHz, max. IPD: 2,5 mW/m²). Die täglich 12-stündige HF-EMF-Exposition ergab keine morphologischen Veränderungen der Organoide, während die 24-stündige HF-EMF-Exposition zu morphologischen Veränderungen und einer verringerten Organoid-Grösse in den frühen Entwicklungsphasen führte, die aber am Ende, nach 2 Monaten, nicht mehr ersichtlich waren. Die HF-EMF-Exposition induzierte einen Anstieg des Markers SOX2, einem Transkriptionsfaktor für die Erhaltung der Selbsterneuerung der Zellen, sowie eine erhöhte Zellteilung der apikalen Gliazellen. Diese Befunde wurden an Zellen von nicht-menschlichen Primaten verifiziert. Die Exposition resultierte ausserdem in einem Anstieg der Dichte von Dornfortsätzen von Dendriten (Ausläufern von Nervenzellen) und einer höheren Anzahl von Synapsen im Vergleich zu den Kontrollen. Diese Befunde weisen auf eine verbesserte synaptische Übertragung hin, was durch Messungen einer erhöhten elektrischen Aktivität nach HF-EMF-Exposition bestätigt wurde.</p>
<p>Im Weiteren verzögerte die HF-EMF-Exposition die Differenzierung und Entwicklung von Gliazellen aus den humanen Stammzellen in den Hirnrinden-Organoiden; die Nervenzellen behielten ihren Stammzellcharakter länger. Neben den morphologischen Veränderungen wurden nach HF-EMF-Exposition insbesondere Veränderungen von Genaktivitäten, eine erhöhte Dichte von dendritischen Dornfortsätzen sowie Funktionsänderungen der Nervenzellen gefunden. Dies sind Beobachtungen, die Charakteristika der Pathogenese von Patienten mit Autismus ähnelten. Die veränderte Regulation des sogenannten BET-Proteins durch HF-EMF, das eine Rolle in diesem Erkrankungskomplex spielt, induzierte Defekte in der neuronalen Entwicklung. Als Beweis für diesen Effekt konnte gezeigt werden, dass BET-Hemmer diese Effekte rückgängig machten.</p>
<p>Die Ergebnisse weisen auf einen Mechanismus hin, bei dem HF-EMF die frühe Gehirnentwicklung verzögert, und zwar durch eine Verzögerung der Reifung von neuronalen Vorläuferzellen, die durch epigenetische Signalwege vermittelt wird. Andererseits gibt es Hinweise, dass HF-EMF auch einen Prozess der Selbsterneuerung von neuronalen Stammzellen induziert, was eine interessante Beobachtung ist, die von therapeutischer Bedeutung für neurodegenerative Erkrankungen ist.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Experimentelle Humanstudien</span></p>
<p><strong>Keine Auswirkungen von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern auf die kognitive Leistungsfähigkeit bei älteren Personen (&gt; 60 Jahre) (Sauter et al. 2025)</strong><br />
Die Ergebnisse experimenteller Humanstudien über die Auswirkungen von HF-EMF auf die kognitive Leistungsfähigkeit sind heterogen. Die Autorinnen und Autoren der vorliegenden Studie untersuchten, ob die kognitiven Funktionen älterer Menschen (Männer und Frauen im Alter von 60 bis 80 Jahren) anfälliger sind, und sie daher anders auf die Exposition gegenüber HF-EMF reagieren als jüngere Menschen.</p>
<p>Je 30 Männer und Frauen wurden während 2,5 Stunden zwei Arten von Feldern und einer Kontrollbedingung ohne Feld ausgesetzt: GSM900 (Global System for Mobile Communications; Trägerfrequenz: 915 MHz, Modulation: 217 Hz, Duty Cycle: 0,125, SAR: 2 W/kg) und Tetra (Terrestrial Trunked Radio; Trägerfrequenz: 385 MHz, Modulation: 17,6 Hz, Duty Cycle: 0,25, SAR: 6 W/kg). Während der Exposition wurden kognitive Tests in Form von verschiedenen Aufmerksamkeitsaufgaben durchgeführt. Die Studie erfolgte doppelblind und randomisiert. Die Datenerhebung erfolgte an 9 Tagen (in Abständen von 2 Wochen; 3 Blöcke mit 3 Bedingungen). Beide Expositionen (GSM900 und Tetra) hatten keinen Effekt auf die kognitive Leistungsfähigkeit und waren auch nicht geschlechtsabhängig. Somit zeichnete sich auch keine Dosis-Wirkungsbeziehung ab (höhere Intensität der Strahlung bei Tetra).</p>
<p>Eine 2,5-stündige Exposition mit relativ hoher Intensität entspricht nicht einer realistischen Situation; es handelt sich hier um ein «worst-case» Szenario. Die Resultate entsprechen den Ergebnissen der jüngsten umfassenden Meta-Analysen für die jüngere Bevölkerung (siehe Newsletter-Sonderausgabe Dezember 2025). Allerdings sind in diesem Zusammenhang Metaanalysen nicht unbedingt sinnvoll, da die heterogenen Expositionsbedingungen der verschiedenen Studien nicht in die Analyse eingehen. Zusammenfassend lässt sich schlussfolgern, dass bezüglich der kognitiven Leistungsfähigkeit die ältere Bevölkerung nicht anfälliger ist als die jüngere. Allerdings können daraus keine Schlüsse über ältere Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder Krankheiten gezogen werden. Ebenso kann nichts über Effekte von Langzeitexposition ausgesagt werden.</p>
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<pubDate>Fri, 07 Aug 2026 11:04:21 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75825</wfw:commentRss><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>12.08.2026 Sonnenfinsternis zwischen 19.11 Uhr und 21.03 Uhr</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Am 12. August wird ein besonderes Naturphänomen am Himmel über Europa erwartet: Der Mond schiebt sich am Abend vor die Sonne und verdeckt sie fast vollständig. Die Sonne wird - von Deutschland aus gesehen - bei dieser partiellen Sonnenfinsternis bis zu 90 Prozent bedeckt sein. Wer das Ereignis am Himmel beobachten möchte, sollte seine Augen gut schützen.</p>
<p>Denn auch wenn diese Sonnenfinsternis erst zwischen 19.11 Uhr und 21.03 Uhr stattfindet und die Bedeckung durch den Mond groß ist, kann auch um diese Zeit die Sonne das Auge schädigen. Insbesondere die Netzhaut trägt in kürzester Zeit irreparable Schäden davon. Daher empfehlen die Fachleute des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) <a href="https://www.bfs.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/BfS/DE/2026/007.html">folgende Tipps</a> zu berücksichtigen.</p>
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<pubDate>Thu, 06 Aug 2026 19:07:00 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75824</wfw:commentRss><dc:creator>Gast</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Auch das noch: fliegende Mobilfunkantennen</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Überzeugte &quot;Elektrosensible&quot; sind möglicherweise schon bald nirgendwo mehr sicher vor Mobilfunk-Exposition. Mussten empfindliche Personen bislang nur den Horizont mit Scannerblick nach Antennen absuchen, müssen sie künftig möglicherweise auch nach oben schauen. Denn die Deutsche Telekom testet derzeit unbemannte Kleinstflugzeuge mit eingebauten Mobilfunkantennen.</strong></span><br />
 <br />
Die Deutsche Telekom hat kürzlich demonstriert, wie sich Mobilfunk aus der Luft unterbrechungsfrei bereitstellen lässt. Nach dem ersten Einsatz einer fliegenden Mobilfunkantenne im kommerziellen Live-Netz im vergangenen Jahr folgte nun der nächste Entwicklungsschritt: Gemeinsam mit T-Mobile Tschechien und Primoco UAV testete die Telekom den nahtlosen Wechselbetrieb zweier fliegender Antennen bei einer Großveranstaltung. Der erfolgreiche Feldversuch bringt die Mobilfunkversorgung aus der Luft der praktischen Anwendung einen Schritt näher.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Fliegender Wechsel sichert die Mobilfunkversorgung</span></p>
<p><img src="https://www.izgmf.de/scripts/forum/images/uploaded/202608060911066a744faad3d33.jpg" loading="lazy" class="left" alt="[image]" width="700" height="525" />◄ Dieses Kleinstflugzeug spannt mit eingebauten Antennen bis zu 20 km² große Mobilfunkzellen am Boden auf<br />
<span style="font-size:smaller;">Bild: Deutsche Telekom</span></p>
<p><br />
Während des Feldversuchs in Tschechien verbanden sich Smartphones automatisch mit der jeweils aktiven Mobilfunkzelle. Telefonate und Datenverbindungen liefen unterbrechungsfrei weiter. Der entscheidende Vorteil beim Einsatz von zwei Fluggeräten des Typs Primoco One 150 liegt in der durchgehenden Versorgung rund um die Uhr. Während ein Flugzeug am Boden betankt wird, bleibt das zweite in der Luft und gewährleistet die Verbindung. Das macht die Lösung besonders wertvoll in Krisensituationen, in denen zuverlässige Kommunikation jederzeit verfügbar sein muss. Zum Test gehörte außerdem eine Satellitenanbindung an Bord der Flugzeuge. Sie ermöglichte die direkte Anbindung der fliegenden Mobilfunkantenne an das Mobilfunkkernnetz, ohne dass dafür eine zusätzliche Bodenstation erforderlich war.</p>
<p>Wechselbetrieb und Satellitenanbindung versprechen neue Einsatzszenarien für Mobilfunk aus der Luft. So könnte die Technologie stationäre Netze künftig dort ergänzen, wo Infrastruktur fehlt, ausfällt oder kurzfristig zusätzliche Kapazität benötigt wird. Mögliche Szenarien sind Waldbrände, Überschwemmungen oder große Veranstaltungen in abgelegenen Regionen.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Feldversuch bei Geländelauf</span></p>
<p>Beim Geländelauf Běhej lesy in Tschechien musste sich das System unter realen Bedingungen bewähren. Die abgelegene Laufstrecke im Landschaftsschutzgebiet der Brdy-Berge eignete sich mit ihrer begrenzten Mobilfunkversorgung ideal für den Praxistest. Ein &quot;Mobilfunkmast to go&quot; versorgte den Start- und Zielbereich. Entlang der Laufstrecke stellten die fliegende Antennen im nahtlosen Wechselbetrieb die Netzversorgung sicher. Rund 1900 Läuferinnen und Läufer waren so während der gesamten Veranstaltung zuverlässig mit Mobilfunk versorgt. </p>
<p>Aus einer Flughöhe von zwei bis drei Kilometern versorgten die beiden Flugzeuge im Praxistest ein Gebiet von bis zu 20 Quadratkilometern mit LTE- und 5G-Mobilfunk. Sie nutzten dieselben Standardfrequenzen wie terrestrische Netze und erreichten über einen 10-MHz-Kanal Datenraten von bis zu 100 Mbit/s. Bei Bedarf lassen sich Netzkapazitäten gezielt priorisieren, etwa für Einsatzkräfte. Die verwendeten Flugsysteme von Primoco verfügen zudem bereits über umfangreiche europäische Zulassungen. (<a href="https://www.telekom.com/de/medien/medieninformationen/detail/lueckenloser-mobilfunk-aus-der-luft-1106528">Quelle</a>)</p>
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<pubDate>Thu, 06 Aug 2026 09:17:48 +0000</pubDate>
<category>Technik</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75820</wfw:commentRss><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Tierstudie bestimmt thermische Verbrennungsschwelle der Haut</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Mit der Einführung von 5G verbreiteten einige organisierte Mobilfunkgegner die abenteuerliche Behauptung, 5G-Millimeterwellen könnten beim Menschen Hautverbrennungen hervorrufen. Eine jetzt veröffentlichte Tierstudie liefert dazu belastbare Daten – allerdings unter Laborbedingungen mit absichtlich extremen Überexpositionen.</strong></span><br />
 <br />
Die Arbeit schließt eine Lücke in einer bereits 2024 begonnenen Versuchsreihe. Nach Untersuchungen bei 8,2 GHz und 95 GHz bestimmten die Autoren nun erstmals Verbrennungsschwellen der Schweinehaut bei 5,6 GHz und verglichen die experimentellen Befunde mit einem thermischen Rechenmodell.</p>
<p><span style="font-size:x-large;">Hintergrund und Studienziel</span></p>
<p>Die Arbeitsgruppe um James E. Parker (Air Force Research Laboratory) setzte ihre Untersuchungen zu thermischen Hautschäden durch Hochfrequenzstrahlung fort. Ziel war es, die Leistungsdichten zu bestimmen, bei denen oberflächliche, partielle und vollständige Hautverbrennungen auftreten, und diese Befunde mit einem thermischen Modell abzugleichen.</p>
<p>Als Versuchstiere dienten vier narkotisierte Schweine. Ihre Haut gilt wegen ihres anatomischen Aufbaus als gut geeignetes Modell für Verbrennungsstudien. Alle Expositionen dauerten 20 s. Anschließend wurden die bestrahlten Hautareale nach 1, 24, 72 und 168 h histopathologisch untersucht. Die Auswertung erfolgte verblindet anhand eines 20 Kriterien umfassenden Bewertungssystems.</p>
<p><img src="https://www.izgmf.de/scripts/forum/images/uploaded/202608051720086a7370c881667.jpg" loading="lazy" alt="[image]" width="980" height="653" /><br />
<span style="font-size:smaller;">Bild: ChatGPT</span><br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Extrem hohe Leistungsdichten erforderlich</span></p>
<p>Die verwendeten Leistungsdichten lagen zwischen 44&#039;000 W/m² (4,4 W/cm²) und 81&#039;000 W/m² (8,1 W/cm²). Sie überstiegen die Referenzwerte für die Allgemeinbevölkerung nach ICNIRP und IEEE (max. 10 W/m²) um mehrere Größenordnungen.</p>
<p>Die Autoren bestimmten für eine 20 s dauernde Exposition eine ED50 von 102 J/cm² für oberflächliche Verbrennungen, entsprechend rund 51&#039;000 W/m² (5,1 W/cm²). Für partielle Hautverbrennungen lag der Wert bei 121 J/cm² beziehungsweise rund 60&#039;500 W/m² (6,05 W/cm²), für vollständige Hautverbrennungen bei 138 J/cm² beziehungsweise rund 69&#039;000 W/m² (6,9 W/cm²).</p>
<p>Unterhalb von etwa 50&#039;000 W/m² (5 W/cm²) traten kaum Verbrennungen auf. Oberhalb von etwa 60&#039;000 W/m² bis 65&#039;000 W/m² (6 bis 6,5 W/cm²) stieg die Wahrscheinlichkeit schwerer Hautschäden dagegen innerhalb eines relativ kleinen Leistungsbereichs stark an.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Die Frequenz beeinflusst die Art der Verbrennung</span></p>
<p>Ein zentrales Ergebnis der Studie ist der Vergleich mit den früheren Untersuchungen derselben Arbeitsgruppe.</p>
<p>Bei 95 GHz wird die elektromagnetische Energie fast ausschließlich in den obersten Hautschichten absorbiert. Die Verbrennungsschwere nimmt deshalb über einen vergleichsweise breiten Leistungsbereich allmählich zu.</p>
<p>Bei 5,6 GHz dringt die Strahlung deutlich tiefer in die Haut ein. Nach Berechnungen der Autoren wird dadurch nahezu die gesamte Hautdicke gleichzeitig erwärmt. Sobald an der Oberfläche Verbrennungen auftreten, sind häufig auch tiefere Hautschichten bereits erheblich geschädigt. Der Übergang von keiner Verbrennung zu schweren Verbrennungen erfolgt deshalb wesentlich abrupter als bei 95 GHz.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Messung und Modell stimmen gut überein</span></p>
<p>Die Autoren verglichen ihre experimentellen Ergebnisse mit einem eindimensionalen Wärmetransportmodell, das Wärmeleitung, Blutperfusion und die dielektrischen Eigenschaften der einzelnen Hautschichten berücksichtigt.</p>
<p>Zwischen den gemessenen Temperaturverläufen, den berechneten Temperaturen und den histopathologischen Befunden zeigte sich eine gute Übereinstimmung. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass das verwendete Wärmemodell die thermischen Hautschäden im Schweinehautmodell realistisch beschreibt.</p>
<p>Bemerkenswert ist auch, dass die Autoren technische Probleme – unter anderem Schwankungen der Senderleistung und einige unbrauchbare Gewebepräparate – offen dokumentieren und deren Einfluss auf die Ergebnisse diskutieren.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Einordnung</span></p>
<p>Die Studie untersucht thermische Hautverbrennungen nach 20 s dauernden Mikrowellen-Überexpositionen an Schweinehaut. Da Schweinehaut als Standardmodell für experimentelle Verbrennungsstudien des Menschen gilt, besitzen die Ergebnisse auch für die Bewertung menschlicher Hautverbrennungen hohe Aussagekraft.</p>
<p>Die experimentell bestimmten Verbrennungsschwellen liegen bei Leistungsdichten von mehreren zehntausend Watt pro Quadratmeter und damit um mehrere Größenordnungen über den Referenzwerten für die Allgemeinbevölkerung. Die während der Einführung von 5G verbreiteten Behauptungen, Mobilfunk könne beim Menschen Hautverbrennungen verursachen, werden durch diese experimentellen Befunde klar widerlegt.</p>
<p><strong>Quelle</strong>: Parker JE, Rodriguez RA, Vázquez-Colón CD et al. Thermal Damage to the Skin From 5.6 GHz Microwave Exposures in Swine. Bioelectromagnetics, 2026.</p>
<p><strong>Hintergrund</strong><br />
<a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=67035">Klaus Buchner verbreitet völligen Stuss</a><br />
<a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=74680">5G-Exposition schadet Menschenhaut nicht</a><br />
<a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=65249">Begünstigt 5G Hautkrebs?</a></p>
]]></content:encoded>
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<pubDate>Wed, 05 Aug 2026 17:21:03 +0000</pubDate>
<category>Forschung</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75818</wfw:commentRss><dc:creator>KI</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Phonegate Alert: Viel Lärm um maximal 0,85 W/kg</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Viele organisierte Mobilfunkgegner sind unabhängig von ihrer Nationalität anscheinend zum hemmungslosen Dramatisieren von Risiken verdammt. Die Anzahl der Mücken, die so schon in Elefanten verwandelt wurden, ist Legion. Jüngstes Beispiel: Der französische Verein Phonegate Alert erweckt mit einer wunderschönen Grafik den Eindruck, skrupellose Hersteller würden unbescholtene Franzosen unbarmherzig verstrahlen. Doch auch dieser Sturm findet nur im Wasserglas statt.</strong></span><br />
 <br />
<img src="https://www.izgmf.de/scripts/forum/images/uploaded/202608051022456a730ef5efe25.jpg" loading="lazy" alt="[image]" width="980" height="535" /><br />
<span style="font-size:smaller;">Grafik: Phonegate Alert</span></p>
<p>Die zur Grafik gehörende Meldung von Phonegate Alert (3. August 2026) hat die Titelzeile: <a href="https://phonegatealert.org/en/5-new-smartphones-recalled-france-sar-limits-phonegate/">5 new dangerous smartphones withdrawn from the French market and recalled</a>. Grundlage dieses Alarms ist eine Pressemitteilung der staatlichen französischen Frequenzaufsicht ANFR vom 30. Juli 2026 mit dem sperrigen Titel: Retrait du marché et rappel des téléphones AGM Note N1, DOOGEE N55 PLUS, INFINIX SMART 9 (X6532), NOTHING PHONE 3A (A059) à la suite d’un dépassement de la valeur limite de DAS et du téléphones SAMSUNG A55 (SM-A556E/DS) pour défaut de marquage CE (<a href="https://www.anfr.fr/liste-actualites/actualite/retrait-du-marche-et-rappel-des-telephones-agm-note-n1-doogee-n55-plus-infinix-smart-9-x6532-nothing-phone-3a-a059-a-la-suite-dun-depassement-de-la-valeur-limite-de-das-et-du-telephones-samsung-a55-sm-a556e-ds-pour-defaut-de-marquage-ce">Volltext</a>).</p>
<p>Tatsache ist, fünf Hersteller von Smartphones haben gesündigt. Vier überschreiten bei den betroffenen Modellen den zulässigen SAR-Wert für die Gliedmaßen (4,0 W/kg) um maximal 0,85 W/kg. Das ist regulatorisch nicht hinnehmbar. Üblicherweise informiert ANFR die Hersteller bei solchen anlässlich von Stichprobenkontrollen entdeckten Grenzwertüberschreitungen und setzt ihnen eine Frist, innerhalb der die Hersteller ihre Geräte mit einem Firmware-Update grenzwertkonform machen können. Dann wandert so ein Fall in die Akten und verstaubt. Im konkreten Fall aber wurde ANFR gallig, denn aus nicht genannten Gründen wurde die Behörde von den Sündern nicht zufrieden gestellt. ANFR hat deshalb angeordnet, dass die betroffenen Geräte aus dem Verkehr gezogen werden müssen, dies betrifft Exemplare im Vertriebskanal als auch bereits verkaufte Geräte. Verantwortlich für den Rückruf ist nicht zwingend der Hersteller, ersatzweise können auch ein Importeur, Generalbevollmächtigter oder Händler dafür zuständig sein.</p>
<p>Der fünfte Sünder ist Samsung. Dessen Modell A55 (SM-A556E/DS) musste gar nicht erst getestet werden, es fiel bereits mit mehreren Mängeln in Bezug auf die Anforderungen der europäischen Vorschriften auf. So wurde das A55 keinem Konformitätsbewertungsverfahren unterzogen, Samsung legt keine technische Dokumentation bei und zu allem Überfluss fehlt dem A55 auch noch die CE-Kennzeichnung. Ein solches Gerät, schimpft ANFR, hätte wegen der administrativen Mängel niemals in Europa auf den Markt kommen dürfen. Ob das Gerät aber &quot;gefährlich&quot; ist, wie es Phongate Alert voreilig behauptet, weiß indes niemand, da es ja gar nicht getestet wurde. Unverständlich, dass es mit Samsung ausgerechnet einen etablierten Anbieter trifft, dem die Anforderungen seit vielen Jahren geläufig sein sollten.</p>
<p>Phongate Alert spricht von &quot;gefährlichen Geräten&quot;. Dem will ich mich nicht anschließen und meine Begründung dafür sollte inzwischen keine Überraschung mehr sein. Der zulässige Grenzwert von 4,0 W/kg gilt für die Allgemeinbevölkerung. Wer sein Smartphone hingegen beruflich nutzt, darf in Europa mit maximal 20 W/kg Energieeintrag in die Finger seiner Hände konfrontiert werden. Daraus lässt sich ableiten, dass mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit niemandem die Hände amputiert werden müssen, nur weil er oder sie ein Smartphone benutzte, das die Hände einer Energieaufnahme bis zu 4,85 W/kg ausgesetzt hat.</p>
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<pubDate>Wed, 05 Aug 2026 11:26:07 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75817</wfw:commentRss><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Partisanen zerstören russischen Mobilfunkmast</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Eine ukrainische Partisanengruppe (Ates) will in der russischen Grenzstadt Walujki einen Mobilfunkmast unbrauchbar gemacht haben. Die Stadt ist ein wichtiger Standort für das russische Militär und Truppenteile nahe der Grenze zur Ukraine. Der Funkmast diente dem russischen Militär zur Steuerung von Drohnen, deshalb wurde er angegriffen. Seine Zerstörung soll nun Zielzuweisungen an russische Drohnen erheblich erschweren und die mobile Kommunikation der russischen Truppen behindern. (<a href="https://112.ua/de/partizani-ates-viveli-z-ladu-visku-u-valujkah-droni-rf-vtratili-koordinaciu-177885">Quelle</a>)</p>
]]></content:encoded>
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<pubDate>Mon, 03 Aug 2026 18:02:38 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75815</wfw:commentRss><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Mobilfunkausbau: Ohne Strom nix los</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Trotz verschiedener Gesetzesänderungen in Deutschland bleibt die Stromversorgung ein Problem beim Mobilfunkausbau. Das ergab eine kleine Umfrage von Golem bei den Netzbetreibern.</p>
<p>Vodafone-Sprecher Volker Petendorf erklärte: &quot;<em>Langwierige Genehmigungsverfahren und verzögerte Stromanschlüsse bremsen den Mobilfunkausbau weiterhin. Wer die letzten Versorgungslücken schließen und die Ausbauauflagen erfüllen will, muss auch Mobilfunkstandorte beim Stromanschluss priorisieren und die Verfahren deutlich beschleunigen.</em>&quot;</p>
<p><a href="https://www.golem.de/news/ran-verspaetete-stromanschluesse-bremsen-mobilfunkausbau-erheblich-2608-211515.html">weiter ...</a></p>
]]></content:encoded>
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<pubDate>Mon, 03 Aug 2026 14:17:44 +0000</pubDate>
<category>Technik</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75814</wfw:commentRss><dc:creator>Gast</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Funkmast brennt lichterloh</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Was soll an einem Stahlgittermast für Mobilfunk schon groß brennen? Anscheinend gibt es da eine ganze Menge, wie das Video aus Indien zeigt (wahrscheinlich kunststoffummantelte Kabel zu den Antennen). Die Faktenchecker von Correctiv schreiben dazu: Ein seit Jahren verbreitetes Video eines brennenden Mobilfunkmastes hat nichts mit der Einführung des Mobilfunkstandards 5G in Indien zu tun. Es stammt aus dem Jahr 2018, als es noch kein 5G in Indien gab. <a href="https://correctiv.org/faktencheck/2026/07/22/video-eines-brennenden-sendemastes-in-indien-hat-keinen-bezug-zu-5g/">mehr ...</a></p>
<p><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/bLJcldxIoYA" frameborder="0" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen>Your browser does not support iframes. Please visit <a href="https://www.youtube.com/watch?v=bLJcldxIoYA">https://www.youtube.com/watch?v=bLJcldxIoYA</a>.</iframe></p>
]]></content:encoded>
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<pubDate>Sun, 02 Aug 2026 22:42:53 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75811</wfw:commentRss><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Ultranet-Inbetriebnahme: Auswirkungen auf EMF-Risikowahrnehmung</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Ziel des BfS-Forschungsvorhabens 3626EMF127 ist es, zu neuen Erkenntnissen über die zeitlichen Dynamiken der Risikowahrnehmung von elektromagnetischen Feldern (EMF) zu gelangen. Aus der einschlägigen Forschung ist bekannt, dass sie erhöht wird, wenn sie durch bestimmte Ereignisse in das Bewusstsein von Personen rückt. Dies geschieht durch mediale Berichterstattung oder sozialen Austausch, insbesondere jedoch aber mit dem Beginn oder der Durchführung von technologischen Infrastrukturausbauvorhaben in eigener räumlicher Nähe, z.B. Hoch- bzw. Höchstspannungsleitungen (HSL), bei denen niederfrequente elektrische und magnetische Felder entstehen (NF-EMF). Dementsprechend können EMF als sogenannte &quot;switching risks&quot; charakterisiert werden. Detailuntersuchungen zur zeitlichen Dynamik dieses &quot;Switching&quot;-Prozesses liegen jedoch nicht vor.</p>
<p>Die großflächige Inbetriebnahme der Hybrid-Höchstspannungsleitung &quot;Ultranet&quot; voraussichtlich Ende 2026 in vier deutschen Bundesländern (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen) stellt die Möglichkeit in Aussicht, auf die beschriebenen &quot;Switching&quot;-Prozesse bezogene Forschungsfragen für den Fall von NF-EMF zu beantworten: Wie verändert sich die EMF-Risikowahrnehmung im zeitlichen Umfeld der Inbetriebnahme einer HSL und im weiteren zeitlichen Verlauf? Unter welchen Bedingungen finden &quot;Switching&quot;-Prozesse statt? Welche Einflussfaktoren wirken auf diese Prozesse ein? Beantwortet werden soll dies mittels quantitativer Befragungen zu vier verschiedenen Zeitpunkten: Vor der Inbetriebnahme/Q4 2026, unmittelbar nach der Inbetriebnahme/Q2 2027, ein weiterer Zeitpunkt im ersten Jahr nach der Inbetriebnahme/Q4 2027, ein letzter ein weiteres Jahr später/Q4 2028 (Zeitpunkte können sich bei Verschiebung der Inbetriebnahme teilweise ändern). Die Ausführungsfrist beträgt 34 Monate, beginnend ab Zuschlagserteilung.</p>
<p><strong>Quelle</strong>: <a href="https://www.evergabe-online.de/tenderdetails.html?0&amp;id=880047&amp;cookieCheck">Untersuchung der Veränderung der EMF-Risikowahrnehmung über die Zeit im Kontext der Ultranet-Inbetriebnahme</a></p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75810</link>
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<pubDate>Sun, 02 Aug 2026 21:34:35 +0000</pubDate>
<category>Forschung</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75810</wfw:commentRss><dc:creator>Gast</dc:creator>
</item>
<item>
<title>BNetzA: EMF-Karte zeigt keine Sicherheitsabstände mehr</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Warum werden in der EMF-Karte der BNetzA bei zunehmend mehr Standorten keinerlei Sicherheitsabstände mehr genannt, sondern nur pauschal geschrieben: &quot;Die Bewertung des Standorts erfolgte mit Hilfe eines feldtheoretischen Berechnungsverfahrens. Mit diesem konnte nachgewiesen werden, dass die erforderlichen Schutzbereiche des Funkanlagenstandorts innerhalb des kontrollierbaren Bereichs liegen.&quot; Zu sehen ist das z.B. bei dem <a href="https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Vportal/TK/Funktechnik/EMF/start.html?p=haFjgqNsYXTLQEgYQQZ6UjKjbG5ny0AnOtjgHPJuoXoQoW2oRU1GS2FydGWhbJarU3RPQkFubGFnZW6qQUZ1QW5sYWdlbqhBTVNha3RpdqhNZXNzb3J0ZbVOaWVkZXJmcmVxdWVuekFubGFnZW6wU21hbGxDZWxsQW5sYWdlbqFkg6FswKFpwKFzwg">Standort 531194</a> in München. ChatGPT antwortet.</strong></span><br />
 <br />
Das ist eine interessante Entwicklung. Sie hängt mit einer Änderung des Bewertungsverfahrens zusammen und bedeutet keineswegs, dass die Bundesnetzagentur auf Sicherheitsabstände verzichtet hätte. Die besagte Formulierung erscheint vor allem bei neueren Standortbescheinigungen.<br />
 <br />
<span style="font-size:x-large;">Ein genaueres Berechnungsverfahren</span></p>
<p>Früher wurden Mobilfunkstandorte überwiegend mit vereinfachten Berechnungsmodellen bewertet. Daraus ließen sich für jede Antenne Sicherheitsabstände in Hauptstrahlrichtung und senkrecht zur Antenne angeben. Diese Werte waren ausreichend, solange die Antennenkonfigurationen vergleichsweise einfach aufgebaut waren.</p>
<p><img src="https://www.izgmf.de/scripts/forum/images/uploaded/202608022100486a6fb000b5639.png" loading="lazy" class="left" alt="[image]" width="360" height="255" /><img src="https://www.izgmf.de/scripts/forum/images/uploaded/202608022101076a6fb013d38f0.png" loading="lazy" class="left" alt="[image]" width="360" height="255" />◄ Sicherheitsabstände in der EMF-Karte; Links: traditionelle Anzeige, Rechts: neue Anzeige <br />
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Bei modernen Standorten stößt dieses Verfahren jedoch an seine Grenzen. Mehrere übereinander montierte Antennen, aktive 5G-Antennen (Massive MIMO), Beamforming oder komplexe Nahfeldverhältnisse führen dazu, dass sich die Feldverteilung nicht mehr sinnvoll durch wenige Abstandsangaben beschreiben lässt. Deshalb verwendet die Bundesnetzagentur in solchen Fällen ein feldtheoretisches Berechnungsverfahren. Dabei wird das elektromagnetische Feld dreidimensional numerisch berechnet und unmittelbar geprüft, an welchen Orten die gesetzlichen Grenzwerte erreicht oder unterschritten werden.<br />
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<span style="font-size:x-large;">Warum keine Sicherheitsabstände mehr veröffentlicht werden</span></p>
<p>Der Schutzbereich einer solchen Anlage besitzt häufig keine einfache geometrische Form mehr. Er kann je nach Richtung unterschiedlich weit reichen und unregelmäßige Ausbuchtungen oder Einschnürungen aufweisen. Ein einzelner Sicherheitsabstand in Metern wäre daher nur eine grobe Vereinfachung und könnte sogar zu Fehlinterpretationen führen. Die Bundesnetzagentur verzichtet deshalb auf die Veröffentlichung einzelner Abstandswerte und beschränkt sich auf die Kernaussage, dass der gesamte Schutzbereich innerhalb des kontrollierbaren Bereichs liegt.<br />
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<span style="font-size:x-large;">Was ist der kontrollierbare Bereich?</span></p>
<p>Als kontrollierbarer Bereich gilt der Teil des Standorts, zu dem der Betreiber den Zutritt wirksam beschränken kann. Dazu gehören beispielsweise der Antennenträger, der Mast, eine Dachfläche oder ein eingezäuntes Betriebsgelände.</p>
<p>Vor Erteilung der Standortbescheinigung prüft die Bundesnetzagentur, ob sich sämtliche Bereiche, in denen die Grenzwerte überschritten werden könnten, vollständig innerhalb dieses kontrollierbaren Bereichs befinden. Nur wenn diese Voraussetzung erfüllt ist, wird die Standortbescheinigung erteilt.<br />
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<span style="font-size:x-large;">Bedeutung für Anwohner</span></p>
<p>Für Anwohner ändert sich durch das neue Berechnungsverfahren nichts. Maßgeblich bleibt, dass außerhalb des kontrollierbaren Bereichs die gesetzlichen Grenzwerte für die Allgemeinbevölkerung eingehalten werden. Genau dies bestätigt die Standortbescheinigung. Geändert hat sich also nicht das Schutzniveau, sondern ausschließlich die Methode, mit der dessen Einhaltung nachgewiesen wird.<br />
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<strong>Hintergrund</strong><br />
Die Umstellung auf feldtheoretische Berechnungsverfahren dürfte vor allem durch die zunehmende Komplexität moderner Mobilfunkstandorte motiviert sein. Insbesondere aktive 5G-Antennen mit elektronischer Strahlschwenkung lassen sich mit den früher verwendeten vereinfachten Modellen nur unzureichend beschreiben. Eine dreidimensionale Feldberechnung liefert hier einen wesentlich realistischeren Nachweis der Einhaltung der Personenschutzgrenzwerte.</p>
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<pubDate>Sun, 02 Aug 2026 16:17:54 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75806</wfw:commentRss><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
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