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<title>Forum Faktencheck Elektrosmog</title>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/</link>
<description>Faktenchecks von Behauptungen, die von Mobilfunkgegnern und Mobilfunkkritikern aufgestellt werden</description>
<language>de</language>
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<title>Mobilfunk frisst Radioastronomie: Observatorium gibt Frequenz ab</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Nançay hat jetzt eine 4G-Mobilfunkantenne. Das ist schön für die rd. 750 Bewohner des Dorfes in Zentralfrankreich, aber was geht uns das hier an? Die Erschließung des Dorfes im Zuge des Förderprogramms &quot;New Deal Mobile&quot;, das mit 5000 4G-Funkmasten Funklöcher in ländlichen Gebieten Frankreichs schließen will, ist nicht der Grund. Sondern das nahe gelegene Radioteleskop-Obervatorium, das dem Mobilfunk Horchfrequenzen opferte.</strong></span><br />
 <br />
Die Inbetriebnahme des 4G-Standorts in Nançay durch Orange ermöglicht es den vier nationalen Mobilfunknetzbetreibern ihre Mobilfunkdienste im Großteil des Gemeindegebiets von Nançay anzubieten. Dieser Schritt ist das Ergebnis einer gemeinsamen Anstrengung, an der zahlreiche Akteure aus dem öffentlichen Bereich und der Wissenschaft beteiligt waren. Unter der Koordination der Präfektur des Departements Cher haben sich mehrere Partner intensiv dafür eingesetzt, die Verbesserung der Netzabdeckung mit dem Schutz der in Nançay durchgeführten wissenschaftlichen Aktivitäten in Einklang zu bringen.</p>
<p><img src="https://www.izgmf.de/scripts/forum/images/uploaded/2026041612250169e0d51d25f46.jpg" class="left" alt="[image]" width="550" height="323" />◄ Der zwischen 1960 und 1965 errichtete Sekundärspiegel des großen Radioteleskops in Nançay<br />
<span style="font-size:smaller;">Bild: Wikipedia</span><br />
<span style="color:#fff;">.<br />
.<br />
.</span><br />
Die Gemeinde Nançay wurde durch einen Erlass vom 27. Mai 2020 als Gebiet ausgewiesen, das im Rahmen der Maßnahme &quot;gezielte Netzabdeckung&quot; des &quot;New Deal Mobile&quot; von den nationalen Mobilfunkbetreibern versorgt werden soll. Die Errichtung und Inbetriebnahme der Funkanlage erforderte besondere Sorgfalt, um den Schutz der Forschungsaktivitäten des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nan%C3%A7ay-Radioobservatorium">Radioastronomischen Observatoriums</a> von Nançay (ORN) zu gewährleisten, einer wissenschaftlichen Einrichtung, für die die Gemeinde Nançay national und international bekannt ist.</p>
<p>Wegen der Empfindlichkeit seiner Instrumente befindet sich das Observatorium in einem durch Ministerialerlass festgelegten Schutzgebiet, das dazu dient, die Qualität der radioastronomischen Beobachtungen zu gewährleisten. Um die Vereinbarkeit des Betriebs der Sternwarte und der Installation einer Mobilfunkantenne zu prüfen, fand am 28. Februar 2024 unter der Leitung des Präfekten des Departements Cher ein Treffen mit den betroffenen Akteuren statt. Diese gemeinsame Initiative führte zu einer eingehenden Studie unter Leitung der staatlichen Frequenzaufsicht ANFR, um die Möglichkeit der Aufstellung einer Mobilfunkantenne an der Südseite des Wasserturms entlang der <em>Route de Souesmes</em> zwischen dem Dorf Nançay und den Einrichtungen des ORN zu prüfen.</p>
<p>ORN hat zugestimmt, die direkt von der 4G-Antenne genutzten Beobachtungsfrequenzbänder freizugeben, unter der Bedingung, dass die Beobachtungen auf den anderen Frequenzen nicht beeinträchtigt werden. Nach einer ersten Phase theoretischer Untersuchung wurde ab April 2025 ein Feldversuch durchgeführt, der zur Installation einer mobilen Anlage auf dem Wasserturm der Gemeinde Nançay mit spezifischen Einstellungen führte. Anschließend wurde eine detaillierte Beobachtungskampagne durchgeführt, gefolgt von einer eingehenden Analyse durch Mitarbeiter des ORN und der beteiligten Forscher. Aufgrund dieser engen Zusammenarbeit zwischen staatlichen Stellen, Wissenschaftlern, Netzbetreibern und der Gemeinde Nançay verfügt das besagte Gebiet nun über Mobilfunkabdeckung.</p>
<p><strong>Quelle</strong>: <a href="https://www.cher.gouv.fr/contenu/telechargement/43492/333494/file/CP-20260401-Telephonie-Mobile-Couverture-Nancay.pdf?_x_tr_sl=auto&amp;_x_tr_tl=de&amp;_x_tr_hl=de">Téléphonie mobile : la commune de Nançay est désormais couverte en 4G</a></p>
<p><strong>Hintergrund</strong><br />
<a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=search&amp;search=%22Green+Bank%22">&quot;Elektrosensible&quot; im Schutzgebiet &quot;Green Bank&quot;, USA</a></p>
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<pubDate>Thu, 16 Apr 2026 14:37:25 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75556</wfw:commentRss><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>BNetzA: Messkatalog für Mobilfunk-Minderungsrecht</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Bei schlechtem Handynetz können Verbraucher künftig Tests durchführen, um vorzeitig aus dem Vertrag zu kommen oder weniger zu zahlen. <a href="https://www.heise.de/news/Weniger-zahlen-bei-miesem-Handynetz-Staat-legt-Regeln-fest-11257861.html">weiter ...</a></p>
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<pubDate>Thu, 16 Apr 2026 09:31:18 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75555</wfw:commentRss><dc:creator>Gast</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Rosen im HF-EMF-Feld: Studie zeigt Nullbefund</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Saubere Experimente beginnen nicht mit spektakulären Ergebnissen, sondern mit der Frage, ob man überhaupt weiß, was man misst. In der HF-EMF-Forschung wird genau das erstaunlich oft vorausgesetzt statt überprüft. Eine neue Studie dreht den Spieß um: Sie liefert keinen Alarm, sondern etwas deutlich Selteneres – belastbare Expositionsbedingungen. Und unter diesen Bedingungen passiert erst einmal: nichts.</strong></span><br />
 <br />
Wer sich durch die Literatur zu HF-EMF und Biologie arbeitet, stößt immer wieder auf ein Grundproblem: Man weiß oft erstaunlich wenig darüber, was die Versuchsanordnung tatsächlich &quot;gesehen&quot; hat. Feldstärken werden angegeben, aber nicht sauber am Ort des Organismus verifiziert. Expositionen gelten als &quot;kontrolliert&quot;, obwohl sie es physikalisch nur eingeschränkt sind. Kurz: Die Dosimetrie hinkt der biologischen Interpretation hinterher.</p>
<p>Hier setzt die jetzt in Bioelectromagnetics erschienene Arbeit an (<a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/bem.70036">Volltext</a>). Die Autoren bauen keine neue Wirkungshypothese auf, sondern zunächst einmal etwas viel Profaneres – und zugleich Entscheidendes: eine Expositionsumgebung, die diesen Namen verdient.</p>
<p>Kernstück ist eine sogenannte Vibrating Intrinsic Reverberation Chamber (VIRC), integriert in eine begehbare Pflanzenwachstumskammer. Hinter dem sperrigen Begriff steckt ein klarer Anspruch: ein elektromagnetisches Feld zu erzeugen, das nicht nur nominell vorhanden ist, sondern sich im relevanten Volumen tatsächlich als räumlich homogen und zeitlich stabil erweist. Genau das wird hier systematisch überprüft und gezeigt. Die Feldverteilung ist isotrop, reproduzierbar und über die gesamte Expositionsdauer hinweg kontrollierbar – auch dann, wenn reale biologische Lasten (also Pflanzen) eingebracht werden.</p>
<p>Das ist mehr als ein technisches Detail. Es ist die Voraussetzung dafür, biologische Effekte überhaupt belastbar diskutieren zu können. Denn ohne verlässliche Kenntnis der einwirkenden Feldparameter bleibt jede Effektaussage methodisch auf Sand gebaut.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund wirkt der biologische Teil der Studie fast schon nebensächlich – und ist doch aufschlussreich. In einem ersten Test werden Rosenstecklinge wiederholt kurzzeitig (jeweils 30 Minuten) bei 900 MHz und 5 V/m exponiert. Das Ergebnis: kein Unterschied zu einer Scheinexposition. Weder das Sprosswachstum noch die Blattentwicklung zeigen Auffälligkeiten.</p>
<p>Das ist kein spektakulärer Befund, aber ein sauberer. Und darin liegt seine Stärke. Die Studie behauptet nicht mehr, als sie zeigen kann – und zeigt vor allem, dass sie weiß, wovon sie spricht. Bemerkenswert ist zudem, was die Arbeit implizit offenlegt: Wie selten derartige Versuchsbedingungen bislang sind. Die Autoren selbst weisen darauf hin, dass gut kontrollierte Studien zu HF-EMF an Pflanzen Mangelware sind. Wer das Feld kennt, wird dem kaum widersprechen.</p>
<p>Die VIRC ist damit weniger ein Ergebnis als ein Instrument. Sie schafft die Voraussetzung dafür, dass künftige Studien nicht nur Effekte behaupten, sondern diese auch physikalisch sauber verorten können. Ob dabei Effekte gefunden werden oder nicht, ist eine nachgelagerte Frage.</p>
<p>Oder zugespitzt: Diese Arbeit reduziert nicht die Unsicherheit über biologische Wirkungen – sie reduziert zunächst die Unsicherheit darüber, was überhaupt untersucht wurde. Und das ist ein Fortschritt, der in der EMF-Debatte bislang selten genug ist.</p>
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<pubDate>Wed, 15 Apr 2026 19:56:11 +0000</pubDate>
<category>Forschung</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75553</wfw:commentRss><dc:creator>KI</dc:creator>
</item>
<item>
<title>5G und Mücken: Was eine neue Laborstudie wirklich zeigt</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Eine aktuelle Arbeit aus Scientific Reports (2026) untersucht, ob hochfrequente elektromagnetische Felder bei 3,6 GHz – also im Bereich von 5G – die Entwicklung von Stechmücken beeinflussen. Untersucht wurden Larven der Art Aedes aegypti unter kontrollierten Laborbedingungen.</strong></span><br />
 <br />
Der Clou der Studie &quot;Exposure to 5G-NR electromagnetic fields affects larval development of Aedes aegypti mosquito&quot; (<a href="https://www.nature.com/articles/s41598-025-32816-y">Volltext</a>) ist nicht der Befund, sondern die Methodik. Die Autoren betreiben für EMF-Verhältnisse ungewöhnlich saubere Dosimetrie: Sie messen nicht nur Feldstärken, sondern berechnen per Simulation auch die tatsächlich von den Tieren absorbierte Leistung. Daran hapert es in vielen älteren Arbeiten.</p>
<p>Im Detail heißt das: Die Berechnungen basieren auf numerischen FDTD-Simulationen unter Verwendung eines µCT-basierten 3D-Modells der Larve. Dabei berücksichtigen die Autoren nicht nur Größe und Form, sondern auch die Lage im Wasser, die Orientierung im Feld sowie die Wechselwirkungen mit dem umgebenden Medium und der Petrischale. Das ist relevant, weil die absorbierte Leistung stark positionsabhängig ist – je nach Aufenthaltsort im Gefäß und Körperhaltung können sich deutliche Unterschiede ergeben.</p>
<p><img src="https://www.izgmf.de/scripts/forum/images/uploaded/2026041512570869df8b24e0126.jpg" class="left" alt="[image]" width="400" height="187" />◄ a) Blick in die Reverberationskammer, oben sind die mechanischen Modenrührer (Stirrer) zu erkennen.<br />
b) Versuchsaufbau<br />
<span style="font-size:smaller;">Bild: Studienautoren</span></p>
<p><br />
Hinzu kommt, die Exposition erfolgte (wie bei der bekannten NTP-Studie) in einer <a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=62380">Reverberationskammer</a>, die mit Modenverwirbelung  ein statistisch gleichmäßiges Feld erzeugt. Die Wirkung der Modenverwirbelung ist vergleichbar mit dem Drehteller in Mikrowellenöfen: gemittelt über die Zeit soll im Innern der Expositionskammer eine gleichmäßige Befeldung stattfinden. Messung und Simulation greifen ineinander, sodass aus den gemessenen Feldstärken belastbare Abschätzungen der tatsächlich aufgenommenen Leistung im µW-Bereich abgeleitet werden können. Dieser Schritt – weg von der bloßen Feldstärke hin zur biologisch relevanten Energieaufnahme – ist der eigentliche methodische Fortschritt der Arbeit.</p>
<p>Vier Versuchsbedingungen wurden kombiniert:</p>
<p>► niedrige und hohe EMF-Exposition (elektrische Feldstärke)<br />
► gute und schlechte Ernährung der Insekten</p>
<p>Die Exposition erfolgte fünf Tage lang während der Larvenentwicklung.<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Was kam heraus?</span></p>
<p>Bei hoher Exposition (bis etwa 183 V/m) beschleunigte sich die Entwicklung der Larven, gleichzeitig wurden die erwachsenen Tiere kleiner. Das klingt zunächst spektakulär, ist aber biologisch banal: Die elektromagnetischen Felder erwärmten Wasser und Tiere messbar. Die Effekte entsprechen genau dem, was man auch durch erhöhte Temperatur erreicht. Die Autoren sprechen hier selbst von einem thermischen Effekt.</p>
<p>Interessanter ist die niedrige Exposition (ca. 46 V/m). Hier zeigte sich eine leichte Verzögerung der Entwicklung – allerdings nur bei schlecht ernährten Larven. Gut versorgte Tiere blieben weitgehend unbeeinflusst. Die Wirkung ist schwach, kontextabhängig und nicht eindeutig erklärbar.</p>
<p>Weder die Sterblichkeit noch Fehlbildungen oder Asymmetrien wurden durch die Exposition beeinflusst.</p>
<p>Damit fügt sich die Studie in ein bekanntes Muster ein: Bei ausreichend hoher Energieaufnahme wirken HF-Felder schlicht über Erwärmung. Im unteren Expositionsbereich sind Effekte uneinheitlich, klein und stark von Randbedingungen abhängig.</p>
<p>Bemerkenswert ist die Einordnung durch die Autoren selbst. Sie halten es für unwahrscheinlich, dass aquatische Larven in der Umwelt solchen Feldstärken ausgesetzt sind, wie sie im Experiment verwendet wurden. Selbst die niedrigere Exposition liegt am oberen Rand realistischer Szenarien.<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Was bleibt also?</span></p>
<p>Die Studie zeigt vor allem zweierlei: Erstens, dass saubere Dosimetrie möglich ist – und entscheidend für die Interpretation. Zweitens, dass sich die beobachteten Effekte weitgehend im Rahmen bekannter biologischer Mechanismen bewegen. Für alarmistische Deutungen taugt die Arbeit wenig. Für methodische Standards in der EMF-Bioforschung dagegen umso mehr.</p>
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<pubDate>Wed, 15 Apr 2026 13:08:53 +0000</pubDate>
<category>Forschung</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75552</wfw:commentRss><dc:creator>KI</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Internetanschlüsse: Dörfer der Ahnungslosen</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Lücken in der Versorgung mit halbwegs schnellem Internetzugang von 50 Mbit/s klaffen in mehr als 10 000 deutschen Städten und Gemeinden, so das Vergleichsportal Verivox. <a href="https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/internetzugang-deutschland-glasfaser-regionen-versorgungsluecken-loesungen-li.3466925?utm_source=firefox-newtab-de-de">mehr ...</a></p>
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<pubDate>Wed, 15 Apr 2026 12:05:13 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75551</wfw:commentRss><dc:creator>Gast</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Frankreich: ANFR nimmt zwei W-Lan-Router vom Markt</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Die staatliche französische Frequenzaufsicht ANFR hat für zwei W-Lan-Router einen Verkaufsstopp verhängt und zugleich einen Rückruf angeordnet für die Modelle MikroTik mANTBox 52 15s und Wavlink Aerial HD6 AX1800. Hersteller und Vertrieb sind damit verpflichtet, die Geräte nicht nur aus dem Handel zu nehmen, sondern auch bereits ausgelieferte Exemplare zurückzuholen.</strong></span><br />
 <br />
Hintergrund ist ein Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen im 5-GHz-Band. Die Behörde bleibt in ihrer Mitteilung zwar unspezifisch, nennt aber den entscheidenden Punkt: Die Nutzung dieses Frequenzbereichs setzt Mechanismen zur Koexistenz mit anderen Funkdiensten voraus. Werden diese nicht eingehalten, drohen Störungen – ausdrücklich genannt werden Wetterradare.</p>
<p>Was ist damit gemeint? Im 5-GHz-Band dürfen W-Lan-Geräte nur unter bestimmten technischen Auflagen senden. Zentral ist das sogenannte DFS-Verfahren (Dynamic Frequency Selection). Geräte müssen Radarsignale erkennen, den Kanal sofort räumen und für eine definierte Zeit meiden (typisch 30 Minuten). Diese Schutzmechanismen gelten als neuralgischer Punkt. Wenn sie fehlen oder fehlerhaft arbeiten, kann W-Lan in Frequenzbereiche &quot;hineinstrahlen&quot;, die prioritären Nutzern wie Radarsystemen vorbehalten sind.</p>
<p>ANFR nennt die konkrete Ursache nicht, aber aus der Kombination von Befund und Formulierung ergibt sich ein klares Bild: Die betroffenen Geräte haben die regulatorisch geforderten Koexistenzmechanismen im 5-GHz-Band nicht eingehalten. Ob es sich um fehlendes, fehlerhaftes oder deaktiviertes DFS handelt, bleibt offen – technisch läuft es jedoch auf diesen Problembereich hinaus.</p>
<p>Bemerkenswert ist der Kontext: Bei dem MikroTik-Gerät handelt es sich um eine Outdoor-Basisstation mit integrierter Richtantenne, die für größere Reichweiten und professionelle Anwendungen gedacht ist. Solche Geräte können – bei Fehlfunktion – deutlich größere Störwirkungen entfalten als typische Heimrouter.</p>
<p>Der Fall ist kein &quot;Gesundheitsthema&quot;, sondern ein klassisches Beispiel für Funkregulierung in der Praxis. Wenn Schutzmechanismen im gemeinsam genutzten Spektrum versagen, greift die Aufsicht durch – nicht aus Vorsorgegründen, sondern zur Sicherung der technischen Koexistenz im Frequenzraum.</p>
<p><strong>Quelle</strong>: <a href="https://www.anfr.fr/liste-actualites/actualite/retrait-du-marche-et-rappel-des-routeurs-wifi-mikrotik-mantbox-52-15s-et-wavlink-aerialhd6ax1800-a-la-suite-du-constat-dun-non-respect-des-conditions-dutilisation-de-frequences-radioelectriques">Retrait du marché et rappel des routeurs wifi MIKROTIK MANTBOX 52 15S et WAVLINK AERIAL HD6 AX1800 à la suite du constat d’un non-respect des conditions d’utilisation de fréquences radioélectriques</a></p>
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<pubDate>Tue, 14 Apr 2026 18:12:17 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75548</wfw:commentRss><dc:creator>KI</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Lidl funkt jetzt mit</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Lidl baut Mobilfunkgeschäft aus und beteiligt sich an 1Global. Der Einstieg bei dem Telekomanbieter ist Teil einer breiteren Digitalstrategie. Lidl will seine Reichweite nutzen, um neue Dienste rund um eSIMs und Datenangebote zu etablieren. <a href="https://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/mobilfunk-lidl-baut-mobilfunkgeschaeft-aus-und-beteiligt-sich-an-1global-01/100215543.html">weiter ...</a></p>
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<pubDate>Mon, 13 Apr 2026 21:18:32 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75545</wfw:commentRss><dc:creator>Gast</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Norderstedt will Sicherheitsabstände abschaffen</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Bislang müssen in der Stadt Sender 200 Meter Abstand zu Kitas und Schulen halten. Regelung basiere auf einem &quot;Wissensdefizit&quot; und kann weg, <a href="https://www.abendblatt.de/schleswig-holstein/norderstedt/article411071824/sendemasten-fuer-5g-netz-norderstedt-will-sicherheitsabstaende-abschaffen-1.html">sagt das Rathaus</a>.</p>
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<pubDate>Mon, 13 Apr 2026 09:08:26 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75533</wfw:commentRss><dc:creator>Gast</dc:creator>
</item>
<item>
<title>REFLEX-Studie im Pre-Peer-Review</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Zusammen mit der KI Claude habe ich einen KI-basierten Pre-Peer-Review entwickelt und bei dem Elsevier Verlag vorgestellt, angewandt auf die in dessen Journal Mutation Research publizierten REFLEX-Studie von Diem et.al. (F. Adlkofer).</p>
<p>REFLEX ist mit Pauken und Trompeten durchgefallen, allerdings könnte das Ergebnis noch dadurch verifiziert werden, dass man den Pre-Peer-Review mit einer anderen KI (z.B. ChatGPT) wiederholt (Quality-Loop) und dann Claude zu einer Stellungnahme des Chats mit der anderen KI auffordert. Im Pre-Peer-Review noch gar nicht enthalten ist die Implausibilität des angeblichen Fenstereffektes bei REFLEX.</p>
<p>Nachfolgend die Email an Elsevier:</p>
<p><em>Dear Editors,</em></p>
<p><em>I submit the following manuscript for your consideration: &quot;AI-Assisted Pre-Peer Review: A Proposed Framework and Its Application to Diem et al. (2005), Mutation Research 583:178–183.&quot;</em></p>
<p><em>Together with the AI system Claude (Anthropic, claude-sonnet-4-6, April 2026), I developed a systematic framework for AI-assisted pre-peer review of biomedical publications and applied it retrospectively to the paper by Diem, Schwarz, Adlkofer, Jahn and Rüdiger published in this journal in 2005. The framework integrates eight evaluation criteria covering physical plausibility of the proposed mechanism, statistical data integrity, funding history, pre-registration compliance, endpoint quality, independent replication, image integrity and biological plausibility of reported threshold effects. When applied to the Diem et al. paper, the framework assigns a Trust Index of 3 out of 100, with automatic rejection triggered by the primary filter: the proposed mechanism violates established physics by six orders of magnitude. Secondary filters independently confirm data fabrication signals previously reported by Lerchl and Wilhelm. The paper remained unchallenged for five years and has been cited over 200 times in the scientific literature. This case demonstrates both the need for and the feasibility of systematic AI-assisted pre-peer review.</em></p>
<p><em>We respectfully request that the editors consider this manuscript as a methodological contribution to the ongoing discussion of research integrity and peer review reform.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>With best regards</em></p>
<p><em>Hans-Peter Selk, Ludwigstr. 72, 87437 Kempten (Allgäu), Germany.</em></p>
<p><em>Developed in collaboration with Claude (Anthropic AI), April 2026.</em></p>
<p><br />
Die medizinischen Studien, für die der Pre-Peer-Review eigentlich entwickelt wurde, finden Sie <a href="https://hansikspost.substack.com/archive">hier</a>.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75532</link>
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<pubDate>Mon, 13 Apr 2026 07:12:56 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75532</wfw:commentRss><dc:creator>HPSelk</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Deutschland: Projekt &quot;5G am Gleis&quot;</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Das Projekt &quot;5G am Gleis&quot; ist ein gemeinsames Vorhaben von u.a. Deutsche Bahn, Netzbetreibern und der Bundesregierung, um entlang von Bahnstrecken eine lückenlose 5G-Mobilfunkversorgung zu schaffen. Ziel ist vor allem, die Datenverbindung für Fahrgäste deutlich zu verbessern und zugleich digitale Anwendungen im Bahnbetrieb (z. B. Echtzeitüberwachung, automatisiertes Fahren) zu ermöglichen. Technisch werden dafür Funkmasten entlang der Gleise errichtet bzw. bestehende Infrastruktur genutzt und speziell auf die hohen Geschwindigkeiten im Zugverkehr optimiert. Das Projekt gilt als Baustein für die Digitalisierung des Schienenverkehrs in Deutschland.</strong></span><br />
 <br />
Im Jahr 2024 unterzeichneten die Deutsche Bahn, der Bund sowie die Mobilfunkanbieter 1&amp;1, Deutsche Telekom, O2 Telefónica und Vodafone eine gemeinsame Absichtserklärung, um die Strecke Hamburg–Berlin zur Innovationsstrecke für eine lückenlose 5G-Mobilfunkversorgung auszubauen. Ziel ist es, Reisenden künftig Gigabit Datenraten und stabile Verbindungen während der Zugfahrt zu ermöglichen. Die geplante Umsetzung erfolgt im Zuge der Generalsanierung der Strecke zwischen August 2025 und Frühjahr 2026, wobei neue, gleisnahe Funkmasten installiert und für Mobilfunkanwendungen mitgenutzt werden sollen.</p>
<p>Eine im September 2025 vorgelegte Studie von WIK-Consult zeigt, dass der Aufbau von 5G-Infrastruktur – auch entlang der Bahnstrecken – stark durch komplexe rechtliche Vorgaben geprägt ist. Dazu gehören insbesondere umfangreiche prozessuale Anforderungen des Mobilfunk- und Breitbandausbaus, baurechtliche sowie planungsrechtliche Bestimmungen und Genehmigungsverfahren, die den Infrastrukturaufbau gegebenenfalls verlangsamen können. Die Analyse betont, dass rechtliche Hürden und föderale Zuständigkeiten zu Verzögerungen führen können und daher klare, vereinfachte und einheitliche Regelwerke notwendig sind, um innovative Projekte wie 5GamGleis effizient umzusetzen.<br />
    <br />
Die Kurzstudie &quot;Lineare Mobilfunkversorgungsinfrastruktur entlang von Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecken&quot; von Aconium zeigt, dass auch international bereits vielfältige Aktivitäten zur Verbesserung der Mobilfunkversorgung im Bahnverkehr unternommen werden. In Ländern wie der Schweiz, Japan, China, Spanien und Österreich werden unterschiedliche Ansätze – von Antennenkorridoren über dedizierte 5G-Infrastrukturen bis hin zu kooperativen Sharing-Modellen – erprobt oder umgesetzt, um leistungsfähige Konnektivität auch bei hohen Geschwindigkeiten in den Zügen zu ermöglichen.</p>
<p><strong>Quelle</strong>: <a href="https://bmds.bund.de/themen/digitale-infrastrukturen/mobilfunk/5gamgleis">Webseite des Ministeriums für Digitalisierung und Staatsmodernisierung</a></p>
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<pubDate>Sun, 12 Apr 2026 14:28:07 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75531</wfw:commentRss><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>2028 soll das letzte Funkloch geschlossen werden</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Einer Meldung von <a href="https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/34-everywhere-network-34-netz-aus-dem-all-deutsche-telekom-aktie-im-fokus-neuer-starlink-deal-soll-die-letzten-funkloecher-schliessen-15603813">finanzen.net</a> zufolge will die Deutsche Telekom ab 2028 mit Starlink als Partner Satelliten-Direktverbindungen für kompatible Smartphones anbieten. Dieser Dienst wäre eine Rückfallebene, wenn terrestrische Mobilfunknetze wegen Naturkatastrophen oder Krieg ausfallen, oder gar nicht vorhanden sind. Im Klartext heißt das: Mit neuen Starlink-Satelliten wird es für neue Smartphones bald keine Funklöcher mehr geben.</strong></span><br />
 <br />
Auszüge aus der Meldung: Die Deutsche Telekom bricht in ein neues Zeitalter der Mobilfunkabdeckung auf: Durch eine strategische Partnerschaft mit dem Satellitendienst Starlink soll das Konzept des &quot;Überall-Netzwerks&quot; Realität werden. Ab dem Jahr 2028 plant der Konzern, in zehn europäischen Märkten - darunter Deutschland - satellitengestützte Direktverbindungen anzubieten. Diese Technologie soll es modernen Smartphones ermöglichen, sich auch in Gebieten ohne herkömmliches Signal automatisch mit den Satelliten der nächsten Generation von Starlink zu verbinden.</p>
<p>Der Dienst nutzt das spezielle MSS-Frequenzband (Mobile Satellite Service) und bietet weit mehr als nur einfache Textnachrichten: Geplant sei laut Pressemitteilung eine vollumfängliche Unterstützung für Daten-, Video- und Sprachdienste. Stephanie Bednarek, Vice President of Starlink Sales, betont die Bedeutung dieser Zusammenarbeit: &quot;Diese Vereinbarung ist die erste ihrer Art in Europa, mit der die V2-Technologie der nächsten Generation von Starlink eingeführt wird, die Daten-, Sprach- und Messaging-Dienste erweitert, indem sie Breitbanddirektverbindungen zu Mobiltelefonen ermöglicht.&quot;<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Sicherheit und Konnektivität - auch in extremen Lagen</span></p>
<p>Die Integration der Satellitentechnik diene primär dazu, die topografischen und regulatorischen Grenzen des klassischen Netzausbaus zu überwinden. In schwer zugänglichen Regionen oder Naturschutzgebieten, in denen der Bau von Funkmasten oft unmöglich ist, sorgt die Weltraum-Anbindung künftig für eine lückenlose Versorgung. Neben der geografischen Erweiterung stehe dabei auch die Ausfallsicherheit im Fokus: Das Satellitennetz fungiert als zusätzliche Sicherheitsebene bei Naturkatastrophen oder großflächigen Stromausfällen.</p>
<p>[...]</p>
<p>Während die Telekom bereits heute über 90 Prozent der Fläche Deutschlands mit 5G abdeckt, soll das &quot;Überall-Netzwerk&quot; bis 2028 sicherstellen, dass Funklöcher endgültig der Vergangenheit angehören - egal wie anspruchsvoll das Gelände ist.</p>
]]></content:encoded>
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<pubDate>Sun, 12 Apr 2026 14:08:14 +0000</pubDate>
<category>Technik</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75530</wfw:commentRss><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Lennart Hardell: tiefer Kratzer im Lack</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Zwischen 2023 und 2024 haben Lennart Hardell und seine Co-Autorin Mona Nilsson mit sieben Fallstudien untersucht, ob die Inbetriebnahme von 5G-Basisstationen bei Anwohnern unspezifische gesundheitliche Probleme zur Folge haben. Im Juni 2024 kommen beide in einer zusammenfassenden Review ihrer Fallstudien zu dem Schluss: 5G verursacht das Mikrowellensyndrom, die 5G-Netzverdichtung müsse deshalb gestoppt werden. Dariusz Leszczynski tadelt diesen Befund als &quot;Anfängerfehler&quot; und trifft damit ChatGPT zufolge ins Schwarze.</strong></span><br />
 <br />
Im <a href="https://betweenrockandhardplace.wordpress.com/2026/04/09/hardell-and-nilsson-made-a-rookie-mistake-and-didnt-prove-that-5g-caused-ill-health-symptoms/">April 2026</a> berichtet Leszczynski, er sei kürzlich um seine Meinung zu der <a href="https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/reveh-2024-0017/pdf?licenseType=open-access">fraglichen Review</a> gebeten worden. Einleitend macht er deutlich, die sieben Fallstudien wurden zusammengefasst, um ihre Beweiskraft zu erhöhen. Doch leider führe die Zusammenfassung von sieben qualitativ minderwertigen Studien nicht zu einer besseren Beweislage. Leszczynski zeigt sich überrascht, dass Hardell, ein erfahrener Wissenschaftler, bei der Durchführung dieser Studie einen derart eklatanten Anfängerfehler begangen habe; das Paper wirke wie eine misslungene Provokationsstudie.<br />
 <br />
<img src="https://www.izgmf.de/scripts/forum/images/uploaded/2026041212044269db8a5a14bec.jpg" alt="[image]" width="740" height="493" /><br />
<strong>So könnte es ausgesehen haben</strong>, hätten Hardell und Nilsson (links) die Review ihrer Fallstudien öffentlich präsentiert und Dariusz Leszczynski (rechts) wäre dabei gewesen<br />
<span style="font-size:smaller;">Symbolbild: Microsoft Copilot</span><br />
 <br />
Die Probleme aller sieben Studien und ihrer zusammenfassenden Analyse sind dem finnischen Wissenschaftler zufolge:</p>
<p>► Die Autoren beobachteten über 40 verschiedene Symptome bei den untersuchten Fällen und bezeichneten diese ohne weitere Begründung als eindeutige Symptome der Mikrowellenkrankheit. Allerdings könnten alle diese Symptome auch durch eine Vielzahl anderer Erkrankungen verursacht werden. Als Erstes fielen einem erhöhter Stress und Angstzustände ein. Die untersuchten Personen hätten zwar gesundheitliche Beschwerden gehabt, aber wodurch wurden diese verursacht?</p>
<p>► Keine der gesundheitlichen Beschwerden wurde durch eine klinische Untersuchung bestätigt. Warum nicht? Hardell sei doch ausgebildeter Arzt.<br />
 <br />
► Es traten Symptome auf, gleichzeitig hätten die Betroffenen aber gewußt, dass sie 5G ausgesetzt waren. Es habe keine verblindete Versuchsdurchführung gegeben, um zu beweisen, dass 5G die Ursache war.</p>
<p>► Die Symptome seien verschwunden oder hätten sich in ihrer Schwere verringert, sobald die Betroffenen den Ort mit den stärksten Symptomen verlassen und sich an einen Ort mit geringerer 5G-Exposition begeben hätten. Die Betroffenen hätten gewusst und erwartet, dass sich ihr Zustand an weniger belasteten Orten bessern würde. Auch hier habe es keine Verblindung gegeben, die einen ursächlichen Zusammenhang mit 5G hätte untermauern können.</p>
<p>► Zu den Messungen von 5G gebe er keinen Kommentar ab, da er kein Experte auf diesem Gebiet sei.</p>
<p>Leszczynski fasst zusammen: Die Ursache der Krankheitssymptome sei ungewiss. Es sei möglich, dass 5G die Symptome ausgelöst habe, aber ebenso gut könnten Stress oder andere Faktoren eine Rolle gespielt haben. Hardell und Nilsson konnten nichts beweisen. Insbesondere hätten sie, entgegen ihren Behauptungen in den Schlussfolgerungen, nicht beweisen können, dass 5G-Strahlung die Ursache der Symptome war, da die Studien äußerst mangelhaft und naiv konzipiert waren. Die Probanden wussten, wann sie der Strahlung ausgesetzt waren und wann die Belastung geringer war. Vielleicht lag es an 5G, vielleicht auch nicht. Ein klassischer Fehler aufgrund fehlender Verblindung!<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Bewertung von ChatGPT</span></p>
<p>Die Review basiert auf sieben zuvor publizierten Fallstudien der Autoren selbst. Diese werden zusammengeführt und hinsichtlich Symptommustern ausgewertet. Formal ist das zulässig, wissenschaftlich jedoch heikel: Es handelt sich nicht um eine unabhängige Review, sondern um eine narrative Eigenaggregation. Die Autoren sind zugleich Datenlieferanten, Auswerter und Interpreten. Eine externe Validierung findet nicht statt.</p>
<p><strong>Der methodische Knackpunkt</strong><br />
Der zentrale Fehler liegt nicht darin, dass eigene Daten zusammengefasst werden – das ist gängige Praxis. Problematisch wird es dort, wo aus dieser Zusammenfassung Schlussfolgerungen gezogen werden, die das zugrunde liegende Studiendesign nicht hergibt.</p>
<p>Fallberichte können:<br />
► Auffällige Beobachtungen dokumentieren<br />
► Hypothesen generieren</p>
<p>Sie können nicht:<br />
► Kausalität nachweisen<br />
► konkurrierende Erklärungen ausschließen</p>
<p>Diese Grenze wird in der Review jedoch überschritten. Aus der zeitlichen Abfolge &quot;Erst 5G-Installation, dann Beschwerden&quot; wird implizit eine Ursache-Wirkung-Beziehung abgeleitet. Das ist ein klassischer <em>post hoc ergo propter hoc</em>-Fehlschluss.</p>
<p><strong>Selbstselektion und Erwartungseffekte</strong><br />
Hinzu kommt ein strukturelles Problem der Datengrundlage: Die Fälle entstanden durch Meldungen Betroffener. Damit ist ein erheblicher Selektionsbias eingebaut. Personen ohne Beschwerden tauchen in der Stichprobe gar nicht erst auf. Zudem bleiben Erwartungseffekte unkontrolliert. Ohne Verblindung oder Vergleichsgruppe lässt sich nicht unterscheiden, ob Symptome durch Exposition oder durch Erwartungshaltungen beeinflusst sind.</p>
<p><strong>Mehr Fälle, aber keine bessere Evidenz</strong><br />
Die &quot;Review&quot; bündelt mehrere Fallberichte und erzeugt damit den Eindruck erhöhter Aussagekraft. Tatsächlich ändert sich am Evidenzniveau jedoch nichts. Mehrere methodisch schwache Beobachtungen ergeben in der Summe keine starke Evidenz. Sie bleiben das, was sie sind: Hinweise, nicht Belege.</p>
<p><strong>Warum Leszczynskis Kritik trifft</strong><br />
Vor diesem Hintergrund wird verständlich, was Dariusz Leszczynski mit &quot;Anfängerfehler&quot; meint. Gemeint ist kein formaler Regelverstoß, sondern ein grundlegender Denkfehler: Deskriptive Beobachtungen werden wie Belege behandelt, die einen ursächlichen Zusammenhang zeigen. Oder anders gesagt: Hypothesenbildung wird mit Hypothesenbestätigung verwechselt.</p>
<p><strong>Ist der Vorwurf zu scharf?</strong><br />
In der Wortwahl vielleicht. In der Sache nicht. Denn der Fehler liegt auf einem methodischen Niveau, das in der wissenschaftlichen Ausbildung früh vermittelt wird. Gerade deshalb wiegt er hier schwer: Die Autoren, besonders Hardell, sind keine Neulinge, sondern erfahrene Akteure im EMF-Diskurs.</p>
<p><strong>Wie es korrekt gewesen wäre</strong><br />
Eine saubere Einordnung hätte die Grenzen der eigenen Daten klar benannt:<br />
► Die Fallberichte liefern Hinweise, keine Beweise<br />
► Kausalität ist mit dem gewählten Design nicht prüfbar<br />
► Kontrollierte Studien sind erforderlich</p>
<p>Stattdessen entsteht der Eindruck, die aggregierten Fälle würden die behauptete Wirkung stützen.</p>
<p><strong>Fazit</strong><br />
Die Publikation ist formal zulässig, wissenschaftlich jedoch schwach abgesichert. Sie illustriert ein bekanntes Problem: Wenn Hypothesen allzu früh als Bestätigung gelesen werden, verliert die Methodik ihre Schutzfunktion. Leszczynskis Diagnose trifft daher den Kern. Nicht weil hier etwas Verbotenes geschieht, sondern weil ein elementares Prinzip wissenschaftlichen Arbeitens missachtet wird: Die Trennung von Beobachtung und Beweis.</p>
]]></content:encoded>
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<pubDate>Sun, 12 Apr 2026 12:06:18 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75529</wfw:commentRss><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Gigaherz-Forum: Zellbiologie als Täuschungsmanöver</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Die &quot;elektrosensible&quot; Forumteilnehmerin &quot;insieme&quot; beglückte 2024 das Gigaherz-Forum <a href="https://forum.gigaherz.ch/viewtopic.php?p=86442#p86442">mit einem PDF</a>. Das Papier gibt sich als leicht verständliche Einführung in die Zellbiologie. Tatsächlich ist es ein Beispiel dafür, wie wissenschaftliche Inhalte gezielt instrumentalisiert werden, um eine frei erfundene Gefahrenbehauptung glaubwürdig zu machen.</strong></span><br />
 <br />
Der Einstieg ist unauffällig. Mitochondrien werden als &quot;Kraftwerke der Zelle&quot; beschrieben, ihre Rolle bei der ATP-Produktion korrekt dargestellt, ebenso grundlegende Aspekte der Atmungskette. Das ist Standardwissen und fachlich nicht zu beanstanden. Eben diese Korrektheit erfüllt jedoch eine Funktion: Sie erzeugt Vertrauen.</p>
<p>Dieses Vertrauen wird im nächsten Schritt ausgenutzt. Ohne jede belastbare Überleitung wird &quot;Elektrosmog&quot; in die Argumentation eingeführt und behauptet, Mitochondrien seien &quot;Sensibelchen betreffend Umweltgifte und Elektrosmog&quot;. Hier werden zwei völlig unterschiedliche Kategorien miteinander verknüpft: Für Schäden durch toxische Substanzen existiert eine breite Evidenzbasis, für gesundheitsschädliche Effekte von HF-EMF im Alltagsbereich auf Mitochondrien hingegen nicht. Die Gleichsetzung erfolgt nicht wissenschaftlich, sondern nur rhetorisch.</p>
<p>Besonders aufschlussreich ist die Verwendung scheinbar präziser Zahlen. Die Behauptung, ab &quot;25 Prozent&quot; irreversibel geschädigter Mitochondrien entstünden chronische Krankheiten, ist nicht belegt. Sie ist auch nicht plausibel, weil mitochondriale Dysfunktionen komplex, zelltypabhängig und nicht über einfache Schwellenwerte definierbar sind. Solche Zahlen dienen nicht der Aufklärung, sondern dem Vortäuschen von Genauigkeit.</p>
<p>Ähnlich verhält es sich mit der Angabe, &quot;um die 50 Krankheiten&quot; seien auf mitochondriale Fehlfunktionen zurückzuführen. Auch hier wird Komplexität durch eine griffige, aber wissenschaftlich nicht belastbare Zahl ersetzt. Der Eindruck von Übersicht entsteht nicht durch Erkenntnis, sondern durch Vereinfachung auf Kosten der Richtigkeit.</p>
<p>Am Ende mündet der Text in eine klare Stoßrichtung: Man solle sich &quot;weniger dem täglichen Stress – dem Elektrosmog und der Schadstoffexposition – aussetzen&quot; und für &quot;Schutz&quot; sorgen. Damit ist die Funktion des gesamten Textes offengelegt. Die zuvor präsentierte Biologie dient lediglich als argumentative Kulisse für eine bereits feststehende Botschaft.</p>
<p>Charakteristisch ist das durchgängige Muster: Zunächst werden unstrittige Fakten präsentiert, dann selektiv zugespitzt, anschließend mit unbelegten Behauptungen vermischt und schließlich in eine implizite Handlungsaufforderung überführt. Fachbegriffe wie &quot;Atmungskette&quot;, &quot;ATP-Synthase&quot; oder &quot;Apoptose&quot; werden dabei nicht zur Klärung eingesetzt, sondern als Requisiten, die Wissenschaftlichkeit suggerieren sollen.</p>
<p>Der zentrale Befund ist eindeutig: Hier wird nicht erklärt, sondern konstruiert. Korrekte Zellbiologie wird als Vehikel genutzt, um eine unbelegte Gefahrenhypothese plausibel erscheinen zu lassen. Die Grenze zwischen vereinfachter Darstellung und Irreführung ist dabei klar überschritten. Wer so argumentiert, betreibt keine Aufklärung, sondern baut ein Narrativ unter dem Deckmantel der Wissenschaft. Die Biologie liefert in diesem Text nicht die Evidenz – sie liefert lediglich die Bühne.</p>
<p><strong>Hintergrund</strong><br />
Es gibt <a href="https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=62604"><span class="underline">Hinweise</span></a>, dass &quot;insieme&quot; mit dem pseudowissenschaftlichen Elektrosmog-Schutzprodukten der Firma <em>Swiss Harmony</em> in Verbindung steht. Sollte dies Tatsache sein, ist das besagte PDF Bestandteil infamer Schleichwerbung.</p>
]]></content:encoded>
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<pubDate>Thu, 09 Apr 2026 09:16:39 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75524</wfw:commentRss><dc:creator>KI</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Phonegate feiert grundlos &quot;historischen Sieg&quot; über Apple/Samsung</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Die französische NGO Phonegate Alert feiert spät einen &quot;<a href="https://phonegatealert.org/en/supreme-court-of-canada-validates-phonegate-class-action-against-apple-and-samsung/">historischen Sieg</a>&quot; über Apple und Samsung vor dem Supreme Court of Canada. Doch wer genauer hinschaut, erkennt: Das höchste Gericht hat im Mai 2025 weder Strahlenwerte bewertet noch Gesundheitsrisiken bestätigt. Es hat schlicht entschieden, sich mit dem Fall nicht zu befassen. Der Rest ist Erzählung.</strong></span><br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Sechs Kläger – und eine potenziell riesige &quot;Klasse&quot;</span></p>
<p>Ausgangspunkt ist eine kanadische Sammelklage (Class action) aus dem Jahr 2019. Eingereicht wurde sie von sechs namentlich bekannten Personen, die als repräsentative Kläger fungieren. Ihr Anspruch: Bestimmte Smartphones von Apple und Samsung würden im Alltagsbetrieb höhere SAR-Werte bewirken als angegeben oder zulässig.</p>
<p>Der eigentliche Clou liegt jedoch im Konstrukt der Sammelklage: Die &quot;Klasse&quot; umfasst potenziell alle Personen in Québec, die seit 2013 entsprechende Geräte genutzt haben. Das können tausende oder auch Millionen sein – exakt beziffert ist diese Gruppe naturgemäß nicht. Und aktiv am Verfahren beteiligt sind weiterhin nur die sechs Kläger.<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Was der Supreme Court tatsächlich entschieden hat</span></p>
<p>Phonegate Alert schreibt, der Supreme Court habe die Klage &quot;validiert&quot;. Das klingt nach inhaltlicher Bestätigung. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Apple und Samsung hatten beantragt, dass sich der Supreme Court mit der Sache befasst. <a href="https://decisions.scc-csc.ca/scc-csc/scc-l-csc-a/en/item/21065/index.do?utm_source=chatgpt.com">Dieses Gesuch wurde abgelehnt</a>. Mehr nicht. Das bedeutet:</p>
<p>– Keine Prüfung der Vorwürfe<br />
– Keine Bewertung von SAR-Werten<br />
– Keine Aussage zu Gesundheitsrisiken<br />
– Kein Urteil über Schuld oder Unschuld</p>
<p>Juristisch handelt es sich um einen alltäglichen prozeduralen Schritt: Die Klage bleibt zugelassen und wird vor unteren Instanzen weiterverhandelt.</p>
<p>Bislang ging es nur um die Frage, ob die Sammelklage überhaupt zugelassen wird – und diese Hürde haben die Kläger in zwei Instanzen genommen. Der Supreme Court ließ eine weitere Überprüfung nicht zu. Erst jetzt beginnt das eigentliche Verfahren.</p>
<p><span style="font-size:large;">Phonegate ist gar nicht beteiligt</span></p>
<p>Ein besonders interessanter Punkt: Phonegate Alert ist in dem Verfahren überhaupt keine Partei. Weder die Organisation noch ihr Kopf Marc Arazi tauchen in den offiziellen Gerichtsunterlagen auf. Sie sind:</p>
<p>– keine Kläger<br />
– keine Nebenkläger<br />
– keine Gutachter im Auftrag des Gerichts</p>
<p>Phonegate positioniert sich selbst als Unterstützer und kündigt an, &quot;Beweise&quot; liefern zu wollen. Ob und in welcher Form solche Beiträge tatsächlich Eingang in das Verfahren finden, ist offen. Eine formale Rolle existiert nicht.<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Gemeinsame Erzählung, keine gemeinsame Klage</span></p>
<p>Warum passt der Fall dennoch so gut in die Phonegate-Kommunikation? Weil die Argumentationslinie nahezu deckungsgleich ist. Im Kern geht es in beiden Fällen um die These, dass SAR-Messungen unter Laborbedingungen die reale Nutzung unterschätzen. Diese Idee stammt ursprünglich aus französischen Messkampagnen und wurde von Phonegate Alert massiv popularisiert. Die kanadische Klage greift ähnliche Argumente auf – ohne dass eine direkte organisatorische Verbindung nachweisbar wäre. Mit anderen Worten: gleiche Story, unterschiedliche Akteure.<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Vom Verfahrensschritt zum &quot;historischen Sieg&quot;</span></p>
<p>Die eigentliche Verzerrung liegt im Framing. Aus der nüchternen Entscheidung &quot;Wir nehmen den Fall nicht an&quot; wird bei Phonegate:</p>
<p>– eine &quot;Validierung&quot;<br />
– ein &quot;historischer Sieg&quot;<br />
– eine angebliche Niederlage der Gerätehersteller</p>
<p>Das ist kommunikativ gerissen, aber juristisch unzutreffend. Solche Ablehnungen sind im kanadischen Rechtssystem nichts Ungewöhnliches und sagen über die Erfolgsaussichten in der Sache praktisch nichts aus.</p>
<p>Die kanadische Sammelklage ist real und wird weiterverhandelt. Der Supreme Court hat sie jedoch weder bestätigt noch inhaltlich bewertet. Phonegate Alert ist nicht beteiligt, nutzt den Fall aber ungeniert zur Stützung der eigenen Erzählung. Kurz gesagt: Die Klage läuft – der &quot;Sieg&quot; existiert nur in der Pressemitteilung.</p>
<p><strong>Verwandter Thread</strong><br />
<a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=71099">Diagnose-Funk feiert &quot;historischen&quot; Sieg über FCC in den USA</a></p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75523</link>
<guid>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75523</guid>
<pubDate>Wed, 08 Apr 2026 18:55:18 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75523</wfw:commentRss><dc:creator>KI</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Green-Network-Index</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Die Mobilfunkbranche möchte weltweit umweltverträglicher (grüner) werden. Zwar gibt es in der Branche bereits zahlreiche Indikatoren und Kennzahlen, doch fehlte bislang eine umfassende oder ganzheitliche Messgröße zur Bewertung der ökologischen Nachhaltigkeit. Glaubt man dem Branchenverband GSMA, ist die Lücke inzwischen geschlossen worden.</strong></span><br />
 <br />
GSMA Intelligence hat im vergangenen Jahr den Green-Network-Index (GNI) entwickelt. Darunter ist eine einzige Kennzahl im Wertebereich 0 bis 100 zu verstehen, welche die allgemeine Umweltverträglichkeit eines Mobilfunknetzwerks zusammenfasst und Entwicklungswege visualisieren will.<br />
       <br />
Dieser branchenweit größte Datensatz zur Umweltverträglichkeit beruht zur Zeit auf den Netzwerken von 46 Ländern mit neun Variablen pro Netzwerk – darunter Ressourcen- und Emissionseffizienz, Nutzung erneuerbarer Energien, Netzwerkleistung und Verfügbarkeit. GSMA will damit Netzwerkbetreibern helfen, Entwicklungsbereiche zu identifizieren, Verbesserungen zu messen, Einblicke zu gewinnen und sich an Standardkennzahlen zu orientieren.<br />
 <br />
<a href="https://www.gsmaintelligence.com/green-index"><img src="https://www.izgmf.de/scripts/forum/images/uploaded/2026040121103769cd89cdd052b.jpg" alt="[image]" width="760" height="462" /></a><br />
<strong>Karte des Green-Network-Index auf Länderebene</strong>: Je grüner, desto umweltverträglicher<br />
<span style="font-size:smaller;">Bild: GSMA Intelligence</span><br />
 <br />
Der GNI versucht, auf der Grundlage der Variablen eine einzige übergreifende Bewertungszahl zwischen 0 und 100 zu liefern. GSMA Intelligence hat dazu die Daten der letzten zwölf Monate sowohl aus den Angaben der Betreiber als auch aus öffentlichen Quellen zusammengetragen. Die erfassten Netzbetreiber machen 32 Prozent der weltweiten Mobilfunkanschlüsse aus und bedienen weltweit fast 4,2 Milliarden Mobilfunkanschlüsse.<br />
 <br />
Die aktuelle (zweite) GNI-Studie ist die bislang umfassendste Initiative der Branche zur Messung der ökologischen Nachhaltigkeit von Telekommunikationsnetzen. Sie erstreckt sich auf 138 Netze in 46 Ländern und liefert über 2'000 Datenpunkte, um den Fortschritt sowohl auf Betreiber- als auch auf Länderebene zu bewerten.</p>
<p>Das Original der oben gezeigten GNI-Karte auf Länderebene ist <a href="https://www.gsmaintelligence.com/green-index"><span class="underline">hier</span></a> zu sehen. Jedem der momentan 46 teilnehmenden (grün markierten) Länder ist ein GNI-Index zwischen 0 und 100  zugeordnet, je höher der Wert ist, desto umweltverträglicher sind die Mobilfunknetze des Landes. Sichtbar wird dieser Index, sobald der Mauszeiger in das gewünschte Land bewegt wird. Deutschland z.B. hat den Wert 67 erreicht, Frankreich 64, die USA 65 und die Volksrepublik China 61. Die Russische Föderation belegt mit 26 derzeit den letzten Platz.</p>
<p>Ob die GSMA mit dem GNI eine belastbare Kenngröße erschaffen hat oder aber Greenwashing betreibt, ist für Außenstehende nicht erkennbar.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75509</link>
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<pubDate>Wed, 01 Apr 2026 21:36:51 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75509</wfw:commentRss><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Frankreich: Weniger Sendeleistung für Zeichen der Zeit</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Die staatliche französische Funknetzagentur ANFR hat die Sendeleistung des Langwellensenders im zentralfranzösischen Allouis weiter reduziert. Seit dem 31. März 2026 wird das Zeitzeichensignal nur noch mit 675 kW ausgestrahlt statt bisher mit 800 kW.</strong></span><br />
 <br />
Der Standort Émetteur d'Allouis ist kein gewöhnlicher Rundfunksender mehr: Seit dem Ende der France-Inter-Ausstrahlung 2016 dient er ausschließlich der Verbreitung der gesetzlichen Zeit via Funk (&quot;Temps légal français&quot;). Das Signal synchronisiert zahlreiche technische Systeme – von Bahninfrastruktur über Stromnetze bis hin zu öffentlichen Uhren.</p>
<p>Technisch bemerkenswert ist vor allem die Größenordnung: Selbst nach der Reduktion arbeitet der Sender noch im Bereich mehrerer hundert Kilowatt. Zum Vergleich: Ähnliche Zeitzeichensender im Ausland kommen mit deutlich geringerer Leistung aus. Hintergrund der aktuellen Maßnahme ist ein länger laufender Optimierungsprozess. Die Sendeleistung wurde bereits mehrfach schrittweise abgesenkt (von über 1 MW auf zunächst 800 kW), begleitet von Tests, die keine relevanten Empfangsprobleme zeigten. Eine fünfwöchige Testphase im Herbst 2024 ermöglichte die kontinuierliche Übertragung mit 675 kW ohne gemeldete kritische Störungen. Diese Ergebnisse wurden in einer zweiten Phase von Mai bis November 2025 bestätigt, die auch den Austausch eines Sendemastes umfasste.</p>
<p>Eine abschließende technische Validierungsphase, die auf Wunsch der Hauptnutzer zwischen Dezember 2025 und März 2026 durchgeführt wurde, beseitigte endgültig die verbleibenden Bedenken. Es wurden keine kritischen Störungen festgestellt, auch nicht nach einer vorübergehenden Rückkehr zur Nennleistung von 800 kW Ende 2025.</p>
<p>Die Entscheidung zur Sendeleistungsreduktion folgt einem klaren Trend: klassische Hochleistungssender werden zunehmend unter Effizienzgesichtspunkten betrieben oder zurückgebaut. Der Fall Allouis zeigt jedoch auch die Trägheit technischer Infrastrukturen. Obwohl moderne Alternativen (z.B. internetbasierte Zeitdienste) längst verfügbar sind, bleibt ein energieintensives, analoges System in Betrieb – offenbar aus Gründen der Robustheit und Kompatibilität mit bestehender Technik. Damit steht Allouis exemplarisch für ein Spannungsfeld, das auch in anderen Bereichen der Funktechnik sichtbar ist: zwischen historisch gewachsenen Systemen mit hoher Reichweite und neuen, effizienteren, aber weniger universellen Lösungen.</p>
<p><strong>Quelle</strong>: <a href="https://www.anfr.fr/liste-actualites/actualite/a-allouis-la-puissance-de-diffusion-du-temps-legal-francais-revue-a-la-baisse">À Allouis, la puissance de diffusion du temps légal français revue à la baisse</a></p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75506</link>
<guid>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75506</guid>
<pubDate>Wed, 01 Apr 2026 18:04:53 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75506</wfw:commentRss><dc:creator>Gast</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Mit &quot;Mental Models&quot; den Strahlenschutz optimieren</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Bislang bestimmen die Informationsgeber, auf welche Weise die Bevölkerung über den Strahlenschutz informiert wird. Die Belange der Informationsnehmer werden dabei nicht systematisch berücksichtigt. Diese Schieflage will das Bundesamt für Strahlenschutz mit einem Forschungsvorhaben korrigieren.</strong></span><br />
 <br />
Ein wesentlicher Bestandteil des Strahlenschutzes ist es, die Öffentlichkeit über Strahlenwirkungen, Strahlenrisiken und ein adäquates Strahlenschutzverhalten zu informieren. Hierfür ist es entscheidend, die Kommunikation an der Art und Weise auszurichten, wie Rezipierende Strahlenthemen kognitiv erfassen und anordnen. Die Gestaltung und Vermittlung von Informationen zu Strahlenthemen, insbesondere deren inhaltliche Strukturierung und Verbindung, erfolgen bislang vor allem auf der Grundlage inhaltlich-fachlicher Einteilung aus Sicht des Strahlenschutzes. Zu Perspektiven aus der Bevölkerung werden dabei Annahmen auf Basis kommunikations- und sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse getroffen und umgesetzt.<br />
Falls die Informationsgestaltung und -vermittlung nicht den tatsächlichen Assoziationen und Relevanzen von Rezipierenden entspricht, kann dies auf deren Seite zu Missverständnissen und Fehlkonzeptionen führen.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel des Forschungsvorhabens, die auf Strahlung bezogenen Konzeptionen und kognitiven Strukturierungen von Rezipierenden zu erfassen und in Form von Mental Models darzustellen. Mental Models beschreiben die Art und Weise, wie Menschen Gegenstände und Informationen in ihrem Bewusstsein strukturieren. Sie sollen aufzeigen, wie Laien verschiedene Informationen zu (unterschiedlichen) Strahlenthemen anordnen und miteinander verknüpfen würden. Ob die Verknüpfungen richtig oder falsch sind, ist dabei zweitranging. Vielmehr soll das Verständnis von Strahlung auf diese Weise in Form von Mental Models erschlossen und visualisiert werden, um mehr darüber zu erfahren, wie sich Rezipierende das Thema Strahlung kognitiv erschließen.</p>
<p>Die Ergebnisse geben Aufschluss darüber, wie Informationen zum Strahlenschutz (zum Beispiel auf Webseiten von BMUKN und BfS, in Broschüren, Vorträgen, Pressearbeit, etc.) den Wahrnehmungen und Vorstellungen von Rezipierenden entsprechend besser sortiert, strukturiert und gestaltet werden können, um von diesen leichter erfasst und nachvollzogen werden zu können. Sie dienen Akteuren des Strahlenschutzes als wichtige Grundlage für die Informationsarbeit, um von einer Erläuterung von Strahlenschutzthemen „aus Innensicht“ zu einer stärkeren Orientierung an den spezifischen Wahrnehmungen und Denkmustern von Rezipierenden zu gelangen. So wird eine besser an die Perspektiven von Rezipierenden angepasste Strahlenschutzkommunikation ermöglicht.</p>
<p>Basierend auf den Mental Models entwickelt das Vorhaben Handlungsempfehlungen, die vom BfS und dem BMUKN als Orientierung zu einer stärker an den Perspektiven von Rezipierenden orientierten Gestaltung der Kommunikation genutzt werden können.</p>
<p>Grundlage für die Aufgabenwahrnehmung von BMUKN/ BfS ist nach Maßgabe des Strahlenschutzrechts der jeweils aktuelle Stand von Wissenschaft und Technik. Die vom BMUKN/BfS in Auftrag gegebenen Untersuchungen, Studien und Gutachten müssen daher vom vorliegenden Stand von Wissenschaft und Technik auf dem jeweils zu bearbeitenden Aufgabengebiet ausgehen.</p>
<p><strong>Quelle</strong>: Forschungsvorhaben 3626S72251 - &quot;Mental Models von Rezipient*innen - Wie ordnen Zielgruppen von Strahlenschutzinformationen ihr Wissen über Strahlung?&quot;</p>
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<pubDate>Tue, 31 Mar 2026 10:06:32 +0000</pubDate>
<category>Forschung</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75500</wfw:commentRss><dc:creator>Gast</dc:creator>
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<title>So stark werden an Schulen Lehrer &amp; Schüler verstrahlt</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Weltweit haben Wissenschaftler jahrelang gemessen, wie stark Schüler und Lehrer in Schulen hochfrequenten elektromagnetischen Feldern (HF-EMF) ausgesetzt sind. Von frühen Studien zu 3G- und 4G-Netzen bis hin zu neueren Untersuchungen zu 5G haben Forscher Klassenzimmer, WLAN-Verbindungen und sogar ganze Schulgelände überwacht. <a href="https://youtu.be/lAijwVS4nD4">Dieses Video</a> fasst in 3:28 Minuten die Ergebnisse aus mehr als einem Jahrzehnt Forschung zusammen und zeigt, wie die HF-EMF-Exposition in Schulen weltweit untersucht und verstanden wurde. Auf Deutsch umstellen lässt sich das Video mit dem Menüpunkt <em>Audiotrack</em>, sobald man bei YouTube das Zahnradsymbol angeklickt hat.</p>
<p>Für überzeugte Mobilfunkgegner ist das Video leider verboten, denn eingestellt auf YouTube wurde es im November 2025 von der &quot;bösen&quot; Mobilfunkindustrie, genauer gesagt von deren Interessenvertretung Mobile &amp; Wireless Forum (MWF). Wer Gefallen an der komprimierten Informationsvermittlung gefunden hat, sie ist das Gegenteil der überdehnten Informationsvermittlung durch Mobilfunkgegner, findet beim MWF derzeit noch <a href="https://www.youtube.com/@MobileWirelessForum/videos">102 weitere Videos</a> zu konkreten Themen wie Funkbelastung in einem voll besetzten Sportstadion, heben 5G-Basisstationen die Funkbelastung wirklich an oder wie hoch ist die Funkbelastung bei einem Musik-Freiluftfestival. Ein Kontrastprogramm sind die <a href="https://www.youtube.com/channel/UCaUjwaosC-6QsUsNtjGTUvg/videos">derzeit 70 Videos</a> der selbsternannten Verbraucherorganisation Diagnose-Funk, Stuttgart.</p>
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<pubDate>Sat, 28 Mar 2026 20:56:44 +0000</pubDate>
<category>Forschung</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75495</wfw:commentRss><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
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<title>EHS-Forschung: Viele Wellen, kein Fortschritt</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Die Literatur zu Elektrohypersensibilität wächst seit Jahrzehnten – und tritt dennoch auf der Stelle. Eine Auswertung der PubMed-Daten zeigt: Publikationsschübe kommen und gehen, doch belastbare Evidenz bleibt aus. Was wie wissenschaftliche Dynamik aussieht, erweist sich bei näherem Hinsehen als Bewegung ohne klare Richtung.</strong></span><br />
 <br />
Die Studienrecherche in PubMed liefert für Elektrohypersensibilität (EHS) insgesamt rund 200 bis 250 einschlägige Publikationen je nach Suchstrategie und Einschlusskriterien. Für das vorliegende Posting wurde <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/?term=%22electromagnetic%20hypersensitivity%22%20OR%20%22electrohypersensitivity%22%20OR%20%22IEI-EMF%22%20OR%20%22idiopathic%20environmental%20intolerance%20electromagnetic%20fields%22&amp;timeline=expanded">dieser Suchbegriff</a> verwendet, der gegenwärtig zu 235 Treffern führt. Die zeitliche Verteilung dieser Arbeiten zeigt ein charakteristisches Muster: Bis etwa 1995 finden sich nur vereinzelte Beiträge. Ab Ende der 1990er Jahre steigt die Zahl der Veröffentlichungen an, überschreitet ab etwa 2005 regelmäßig die Marke von zehn Publikationen pro Jahr und erreicht in den Jahren 2013 bis 2015 erstmals ein deutliches Hoch.</p>
<p><img src="https://www.izgmf.de/scripts/forum/images/uploaded/2026032521403269c456507f94d.jpg" class="left" alt="[image]" width="500" height="281" />◄ Grafik: IZgMF<br />
<span style="color:#fff;">.<br />
.</span><br />
In den Folgejahren flacht die Kurve zunächst ab, bevor es ab etwa 2020 zu einer erneuten Zunahme kommt. Besonders hohe Jahreswerte zeigen sich im Jahr 2022 und schließlich ein bisheriger Höchstwert im Jahr 2025 mit 24 Publikationen. Die Phrase &quot;idiopathic environmental intolerance electromagnetic fields&quot; im Suchbegriff führt allerdings zu einigen ungültigen Treffern, gut zu sehen bei PubMed z.B. am Ende der Trefferliste (<a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/?term=%22electromagnetic%20hypersensitivity%22%20OR%20%22electrohypersensitivity%22%20OR%20%22IEI-EMF%22%20OR%20%22idiopathic%20environmental%20intolerance%20electromagnetic%20fields%22&amp;timeline=expanded&amp;page=24">Treffer 231 und 234</a>). Ohne diese Phrase fällt die Anzahl der Treffer von 235 auf 200 und der Verlauf über die Jahre hinweg sieht dann <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/?term=%22electromagnetic%20hypersensitivity%22%20OR%20%22electrohypersensitivity%22%20OR%20%22IEI-EMF%22&amp;page=20&amp;timeline=expanded">etwas anders aus</a>. Insgesamt ergibt sich kein linearer Anstieg, sondern eine wellenförmige Publikationsdynamik mit mehreren Aktivitätsphasen.<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Mehrheitlich nicht-analytische Studien</span></p>
<p>Die Gesamtmenge der Publikationen zeigt eine klare strukturelle Verteilung nach Studientypen. Ein erheblicher Anteil entfällt auf Reviews, überwiegend in narrativer Form ohne systematische Methodik. Daneben finden sich zahlreiche Kommentare, Letters und Meinungsbeiträge sowie Fallberichte (Case Reports und kleine Fallserien). Demgegenüber sind analytische Studien mit kontrolliertem Design deutlich seltener vertreten. Kontrollierte Expositionsstudien, Fall-Kontroll-Studien oder größere epidemiologische Untersuchungen bilden nur einen vergleichsweise kleinen Teil des Gesamtaufkommens.</p>
<p>Die Literaturbasis ist damit zahlenmäßig keineswegs dünn, sondern umfasst mehrere hundert Einzelarbeiten. Gleichzeitig zeigt sich eine deutliche Schieflage zugunsten nicht-analytischer Publikationsformen: Je subjektiver die Evidenzform, desto zahlreicher die Befunde – je objektiver das Studiendesign, desto dünner die Datenlage. Replikationsstudien sind selten, standardisierte methodische Ansätze die Ausnahme. Eine konsistente Evidenzlinie über mehrere unabhängige, methodisch vergleichbare Studien hinweg ist nicht erkennbar.<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Interpretation: Viel Literatur, wenig Verdichtung</span></p>
<p>Der zeitliche Verlauf entspricht dem typischen Muster eines wissenschaftlichen Modethemas – allerdings nicht als einmaliger Peak, sondern als wiederkehrende Aktivitätswellen. Phasen erhöhter Publikationstätigkeit werden nicht durch methodische Durchbrüche getragen, sondern laufen erkennbar aus und werden später erneut aufgegriffen.</p>
<p>Die entscheidende Nagelprobe wären reproduzierbare Effekte unter kontrollierten Bedingungen gewesen – doch diese bleiben aus. In verblindeten Expositionsstudien gelingt es Betroffenen regelmäßig nicht, Felder zuverlässig zu erkennen oder reproduzierbar darauf zu reagieren.</p>
<p>An eben diesem Punkt hätte eine Konsolidierung einsetzen müssen: robuste Studiendesigns, Replikationen, belastbare Effektnachweise. Stattdessen bleibt die Literatur strukturell fragmentiert. Die hohe Anzahl an Reviews ohne entsprechende Primärdatenbasis ist ein Indikator dafür, dass mehr über EHS geschrieben als systematisch dazu geforscht wurde.</p>
<p>Die wiederholten Publikationsschübe – zuletzt in den 2020er Jahren – ändern daran nichts. Sie stehen nicht für einen Erkenntnisfortschritt, sondern für erneute Aufmerksamkeit ohne methodische Verdichtung. In der Wissenschaft ist das ein bekanntes Muster: Aktivität ersetzt Evidenz nicht.</p>
<p>Auffällig ist zudem die Diskrepanz zwischen subjektiver Evidenz und objektivierbarer Datenlage. Fallberichte dokumentieren individuelle Beschwerden, liefern jedoch keine belastbare Grundlage für Kausalzusammenhänge. Ohne kontrollierte Designs bleiben sie wissenschaftlich anekdotisch. Gleichzeitig fehlt es weiterhin an klaren Diagnosekriterien und konsistenten Falldefinitionen. Die Erforschung unspezifischer Umweltbeschwerden ist dabei grundsätzlich legitim – problematisch ist jedoch die vorschnelle kausale Zuschreibung zu HF-EMF.<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Selbstgewissheit ohne Evidenz</span></p>
<p>Ein bemerkenswertes Muster zeigt sich zudem im mobilfunkkritischen Spektrum selbst: Akteure mit wissenschaftlichem Hintergrund neigen auffallend häufig dazu, EHS nicht als offene Hypothese, sondern als gegebene Realität zu behandeln. Die Existenz des Phänomens wird implizit oder explizit vorausgesetzt, obwohl gerade in diesem Teilbereich die Evidenzlage besonders schwach ist. Diese Asymmetrie ist erklärungsbedürftig. Sie lässt sich als Folge kognitiver Konsistenz verstehen: Wer von biologischen Wirkungen der HF-EMF überzeugt ist, findet in EHS deren naheliegendste menschliche Manifestation. Zugleich wohnt EHS eine hohe narrative Attraktivität inne – konkrete Betroffene erzeugen mehr Überzeugungskraft als abstrakte Mechanismen. Beides zusammen führt dazu, dass subjektive Evidenz übergewichtet und negative Ergebnisse kontrollierter Studien relativiert werden. Damit entsteht jedoch eine Inkonsistenz: Hohe Evidenzanforderungen werden gegenüber der etablierten Forschung formuliert, während für die eigene Schlüsselhypothese weniger strenge Maßstäbe gelten. Diese Inkonsistenz untergräbt die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit der Position.<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Leszczynskis Erfolgsaussichten</span></p>
<p>Vor diesem Hintergrund ist auch die Position von Dariusz Leszczynski einzuordnen. Leszczynski kritisiert seit Jahren, dass der dominierende Forschungsansatz – insbesondere Provokationsstudien mit verblindeter Exposition – am Kern des Problems vorbeigehe. In mehreren Beiträgen argumentiert er, diese Studien seien methodisch ungeeignet, da sie kurzfristige Reaktionen testen, während EHS von Betroffenen als chronisches Phänomen beschrieben werde. Stattdessen plädiert er dafür, nach objektiven Biomarkern zu suchen, die eine Diagnose ermöglichen könnten.</p>
<p><img src="https://www.izgmf.de/scripts/forum/images/uploaded/2026032521591869c45ab615e76.jpg" class="left" alt="[image]" width="500" height="333" />◄ Bild: Microsoft Copilot<br />
<span style="color:#fff;">.<br />
.</span><br />
Diese Kritik ist insofern bemerkenswert, als sie aus dem Feld selbst kommt und indirekt einräumt, dass die bisherige Evidenzstrategie keine überzeugenden Resultate geliefert hat. Gleichzeitig bleibt dieser Ansatz innerhalb der Forschung randständig. Weder hat sich die Forschung systematisch in Richtung Biomarker verschoben, noch existiert eine belastbare Pipeline entsprechender Studien.</p>
<p>Methodisch verschiebt der Ansatz zudem das Problem, anstatt es zu lösen. Die Suche nach Biomarkern setzt voraus, dass es einen konsistenten, reproduzierbaren physiologischen Zustand gibt, der spezifisch mit EHS verknüpft ist. Doch dafür fehlt bislang jede belastbare Vorarbeit.</p>
<p>Die Erfolgsaussichten dieses Ansatzes sind daher nüchtern betrachtet gering. In der biomedizinischen Forschung werden Biomarker typischerweise dann identifiziert, wenn bereits eine robuste Evidenzbasis für eine Erkrankung existiert. Bei EHS verhält es sich umgekehrt: Der Biomarker soll gewissermaßen die Existenz des Phänomens erst absichern. Das ist methodisch ein Umkehrschluss mit geringer Erfolgswahrscheinlichkeit.<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Schlussfolgerungen: Ein Phänomen ohne tragfähige Evidenzbasis</span></p>
<p>Aus der Gesamtschau ergibt sich ein klares Bild. EHS ist kein unterforschtes Gebiet, sondern ein überdehntes. Es gibt nicht zu wenig Literatur, sondern zu wenig belastbare Evidenz. Die Forschung hat das Thema wiederholt intensiv aufgegriffen, ohne einen reproduzierbaren, kausalen Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern und den berichteten Symptomen nachweisen zu können.</p>
<p>Damit verschiebt sich die Einordnung des Phänomens. EHS bewegt sich nicht im Bereich etablierter umweltmedizinischer Effekte, sondern eher in der Kategorie subjektiver Wahrnehmungsphänomene ohne objektive Korrelate. Der Vergleich mit Wünschelruten, Wasseradern oder Erdstrahlen ist insofern nicht polemisch, sondern strukturell begründet: In allen Fällen existiert ein stabiles subjektives Erleben bei gleichzeitig fehlender experimenteller Bestätigung.</p>
<p>Der entscheidende Unterschied ist lediglich der Kontext. Während Wünschelruten längst im Bereich der Folklore angekommen sind, wird EHS noch mit wissenschaftlichem Anspruch verhandelt. Die PubMed-Daten legen jedoch nahe, dass dieser Anspruch nicht durch entsprechende Evidenz gedeckt ist.</p>
<p>Kurz gesagt: Die Kurve erzählt keine Erfolgsgeschichte der Erkenntnis – sondern die Geschichte wiederkehrender Aufmerksamkeit ohne substanzielle Fortschritte.</p>
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<pubDate>Wed, 25 Mar 2026 22:01:08 +0000</pubDate>
<category>Elektrosensibilität</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75487</wfw:commentRss><dc:creator>KI</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Pseudowissenschaft ist ein lukratives Geschäft</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Pseudowissenschaft ist ein lukratives Geschäft und verbreitet sich schneller als die echte Wissenschaft, <a href="https://www.nysun.com/article/garbage-in-garbage-out-scientific-publishing-faces-pandemic-like-spread-of-fake-studies?gift=eyJhbGciOiJIUzI1NiJ9.eyJnaWZ0RnJvbSI6InljczVubTZ1anlseiIsImlhdCI6MTc3NDI5OTk4NCwiZXhwIjoxNzc2ODkxOTg0fQ.l2AS90HmPZQ3Z07qHTwoTUtK8-e4p8oPckDWy9rVwQ8">schreibt die New Yorker Zeitung The Sun</a> unter Verweis auf jüngste Forschung von Luís Amaral, Professor für Ingenieurwissenschaften und angewandte Mathematik an der Northwestern University, Illinois, USA. Und am Ende des Artikels  heißt es: Das Fazit der Geschichte lautet: „[...] Für Herrn Leszczynski führt die Krise letztendlich zurück zum individuellen Gewissen in einem System, das Unehrlichkeit rentabel gemacht hat. &quot;Am beunruhigendsten ist die rasante Entwicklung der KI, die es immer schwieriger macht, gefälschte Studien aufzuspüren, zu beweisen und zu entlarven&quot;, sagte er. &quot;Die Büchse der Pandora ist geöffnet, und es gibt kein Zurück. Nur unsere eigene wissenschaftliche Wachsamkeit, Moral und Ethik können helfen, eine große Katastrophe zu vermeiden.&quot; [...]</p>
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<pubDate>Tue, 24 Mar 2026 12:16:41 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><wfw:commentRss>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=rss&amp;replies=75485</wfw:commentRss><dc:creator>Gast</dc:creator>
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