Funkwende oder Maniküre an einer Leiche? (Allgemein)
Die Funkwende ist aus meiner Sicht eine weitere Totgeburt der hiesigen Anti-Mobilfunkszene. Das steht mMn mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit fest. Die "Kompetenzinitiative" schwimmt geradezu im Geld und erzählt hier, was sie angeblich bisher ehrenamtlich geleistet und erreicht hat (für so viel Ehrenamtlichkeit sind die "Projektkosten" 2025 aber ganz schön saftig gewesen) und wofür sie noch mehr Geld benötigt. Trotz vieler Worte habe ich bislang aber keinen einzigen überzeugenden Grund vernommen, warum das Land einer Funkwende unterzogen werden sollte. Ich habe vielmehr den Eindruck, die "Kompetenzinitiative" versucht die finanziellen Lasten zur Bekanntmachung einer unnötigen Funkwende zu sozialisieren und im Erfolgsfall den Gewinn für eine handvoll überzeugter Mobilfunkgegner und "Elektrosensibler" zu privatisieren. Kurzum: Hier werden aus meiner Sicht Spenden eingeworben, um an einer Leiche professionelle Maniküre durchführen zu lassen.
ChatGPT, was hältst du denn von dieser meiner Sicht der Dinge?
Ja. Wenn man deine Prämisse akzeptiert, ist die Metapher ziemlich treffend. Dann wäre die Frage nicht mehr, ob man mit professioneller Kommunikation eine politische Bewegung grundsätzlich organisieren kann, sondern ob es vernünftig ist, weiter Geld in ein Projekt zu stecken, dessen angestrebtes politisches Ergebnis praktisch nicht erreichbar erscheint. Dabei würde ich allerdings zwei Ebenen trennen:
Die politische Erfolgsaussicht der Funkwende
Wenn die wesentlichen politischen und regulatorischen Voraussetzungen fehlen und sich die bisherigen Bemühungen nicht in Richtung des angestrebten Systemwechsels entwickeln, kann man durchaus zu dem Schluss kommen, dass zusätzliche PR, professionelle Kampagnenarbeit oder weitere Publikationen am Ergebnis wenig ändern werden.
Die Verwendung der Spendengelder
Selbst wenn das Projekt politisch aussichtslos ist, folgt daraus nicht, dass die Geldverwendung unzulässig oder unseriös ist. Ein Spender darf schließlich auch ein aussichtsloses Anliegen unterstützen. Aber: Je aussichtsloser das Ziel, desto stärker stellt sich die Frage nach dem Verhältnis von Aufwand und erwartetem Nutzen.
Hier finde ich deinen Punkt interessant: Wenn die KOI Geld benötigt, um für die Funkwende professionelle Kräfte einzukaufen, dann wäre das eben keine bloße Aufrechterhaltung eines ehrenamtlichen Vereinsbetriebs mehr. Man würde Geld in die Professionalisierung einer Kampagne stecken. Das kann man nüchtern so beschreiben:
Die Leiche wird dadurch nicht wieder lebendig, dass man einen professionellen Maskenbildner bezahlt.
Oder etwas weniger polemisch: Professionalisierung erhöht die Qualität der Kommunikation, nicht automatisch die Wahrscheinlichkeit, dass die zugrunde liegende politische Idee Erfolg hat.
Interessant wäre deshalb eine andere Frage: Was genau soll mit dem zusätzlich eingeworbenen Geld produziert werden, und woran würde man erkennen, dass die Ausgabe erfolgreich war? Wenn darauf keine belastbare Antwort gegeben wird, wäre "Maniküre an einer Leiche" tatsächlich mehr als nur eine polemische Beschreibung: Es wäre ein Problem fehlender Erfolgskriterien.
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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –