Protest gegen Sendemast im Westen (Allgemein)

KlaKla, Montag, 24.07.2006, 13:36 (vor 6519 Tagen)

Anwohner gründen Bürgerinitiative - Kirchengemeinde will aus Vertrag aussteigen

"Anwohner im Elektrosmog" steht auf Plakaten, die den Bismarckplatz überziehen. Zankapfel im Quartier ist eine Mobilfunkantenne, die auf dem Gebäude Bismarckstraße 57 Anfang Juli montiert wurde - "ohne dass die indirekten Anwohner befragt worden wären", sagt Nachbarin Doris Hensinger.

Eigentümer der Immobilie ist die Evangelische Gesamtkirchenpflege, die laut Kirchenpfleger Hermann Beck mit dem Mobilfunkanbieter Vodafone bereits am 1. März 2000 handelseinig wurde. Heute freilich wäre es ihm lieb, er könnte aus dem Vertrag aussteigen, weil die Anwohner gesundheitliche Gefahren der elektromagnetischen Strahlen fürchten, insbesondere für die Kinder der umliegenden Kitas.

Zwar haben sich die Telekommunikationsgesellschaften verpflichtet, sensible Bereiche im Umfeld der Antennen zu berücksichtigen und im Zweifelsfall nach Alternativstandorten zu suchen. Im aktuellen Fall aber "ist das umliegende Gebiet nur von diesem Standort aus mit der UMTS-Anlage zu bedienen", sagt die Pressesprecherin von Vodafone, Margarete Steinhart. Berechnet habe man zudem die elektromagnetischen Felder, die im "nächstgelegenen Kindergarten" auftreten, wenn die Antenne mit einer Gesamtleistung von 25 Watt Mitte August in Betrieb geht. "Sie liegt mit 0,001395 Watt pro Quadratmeter deutlich unterm Grenzwert von zehn Watt."

Das Baurechtsamt gab im Juni 2005, das Denkmalschutzamt im Februar grünes Licht, nachdem die beantragten sechs Antennen auf eine reduziert worden waren. Bei der Stadt wurden "zehn von zwölf Einwendungen abgewiesen", sagt Baurechtsamtsleiter Uwe Karsten Bruhn. Zwei Mobilfunkgegner haben Widerspruch eingelegt, den das Regierungspräsidium prüft.

Die Anwohner geben trotzdem nicht auf. Sie gründen am Montag, 24. Juli, 19 Uhr, in der Gaststätte Lilie am Bismarckplatz eine Bürgerinitiative. Kirchenpfleger Beck hat seine Unterstützung angekündigt, doch viel Spielraum hat er nicht. "Wir können den Vertrag nur kündigen, wenn der Mieter eine Gesundheitsgefährdung nicht ausschließen kann, doch wie weist man eine solche nach?", fragt sich Beck. So ist damit zu rechnen, dass Vodafone auf die Vertragslaufzeit beharrt. Diese beträgt 20 Jahre.

Quelle: Stuttgarter Nachricht von Barbara Czimmer-Gauss
veröffentlicht am 21.07.2006

Kommentar: Üble Geschäftspraktiken von Vodafone. Vor sechs Jahren wurde der Vertrag abgeschlossen. Sechs Jahre ist eine lange Zeit, die der Vermieter nutzen konnte um sich zu informieren. Aber nun kommt er aus dem Vertrag nicht mehr heraus. Die Sendemastgegner könnten ihre Handyverträge kündigen oder zumindest ihre Handygespräche deutlich reduzieren. Das senkt die Immissionswerte für sie persönlich und für die Anwohner um Basisstationen. Beck könnte die Mieteinnahmen der BI zur Verfügung stellen, damit sie wenigsten Geld für Aufkläungsarbeit haben.

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Meine Meinungsäußerung

Tags:
Stuttgart, Alternativstandorte, Denkmalschutz, Kirchengemeinde, Bismarckstraße, Quereinsteiger

Protest gegen Sendemast im Westen

caro, Montag, 24.07.2006, 15:17 (vor 6519 Tagen) @ KlaKla

Üble Geschäftspraktiken von Vodafone und leider kein Einzelfall in Stuttgart, bei dem es Probleme mit diesem Betreiber gibt. Auch im kinderreichsten, von der Stadt als "familienfreundlich" gepriesenen Stadtteil Burgholzhof. Sie Presseerklärung der dortigen Bürgerinitiative:

Bürgerinitiative Mobilfunk Burgholzhof
Pressemitteilung vom 23.07.06

"Familienfreundliches Stuttgart" ?
Stadt - SWSG - Vodafone Hand in Hand gegen die Bewohner der Burgholzhofes

Vodafone: Strahlenbelastung im kinderreichsten Stadtteil wird nicht verringert


"Wir werden an diesem Standort und an der Ausrichtung der Sendeanlagen nichts ändern", erklärten die Vodafone-Vertreter Markus Staschenuk und Margarete Steinhart am 21. Juli bei einem Gespräch mit Vertretern der Bürgerinitiative Mobilfunk Burgholzhof (BüMoB). Mögliche Alternativstandorte sind offenbar gar nicht erst geprüft worden. Die Ausrichtung der Antennen direkt auf die Häuser statt darüber hinweg diene dazu, andere nahe gelegene Vodafone-Standorte nicht zu stören. Eine Reduzierung der starken Sendeleistung komme keinesfalls in Betracht, fügte Staschenuk hinzu, ohne dies näher zu begründen.
Nach Auskunft eines anwesenden unabhängigen Sachverständigen hingegen wäre es technisch sogar einfacher, das Gebiet von anderer Stelle aus zu versorgen. Auch eine geringere Sendeleistung sei ohne Weiteres möglich ohne die Versorgung zu gefährden.

Jahrelang sind Anwohner und Wohnungskäufer trotz gezielter Fragen von der stadteigenen SWSG und der Stadt nicht über die vier GSM- und UMTS-Sendeanlagen informiert worden. Betroffen: Vor allem junge Familien, die über ein städtisches Förderprogramm auf den Burgholzhof kamen. Viele leiden jetzt unter massiven Gesundheitsbeschwerden. Zudem gelten Mobilfunkanlagen bei Eigentumswohnungen als deutlich wertmindernd.
Seit Monaten verweigern Stadt und SWSG hartnäckig jedes Gespräch mit den Anwohnern.

Nachdem diese Baubürgermeister Hahn vor Ort zur Rede gestellt hatten, erklärte dessen Be- hörde der Stuttgarter Zeitung: Man verhandele mit Vodafone über eine andere Ausrichtung oder Aufhängung der Sendeanlagen. Wochen später erfuhren Anwohner nur so viel: Sie sollten sich an Vodafone wenden. " Wir sind nicht bereit, hier etwas zu ändern. Wir sind gekommen, um Ihnen diesen Standpunkt darzulegen", so Vodafone am 21.07.

Der Oberbürgermeister, die Stadtverwaltung, die SWSG - sie schweigen.
Die Vertreter der Mobilfunk-Industrie, deren einziges Interesse es ist, die Milliarden für den Kauf der UMTS-Lizenzen wieder einzuspielen, sollen den Widerstand der Bürger brechen.
Doch schon regt sich auch im Stuttgarter Westen neuer Unmut gegen eine Vodafone-Sendeanlage.

Wir lassen uns nicht zur Versuchskaninchen der Mobilfunkindustrie
machen und kämpfen weiter gegen Sendeanlagen mitten in Wohngebieten.
So lange sich die Stadt zum Erfüllungsgehilfen der Mobilfunkindustrie
macht, wird das "Familienfreundliche Stuttgart" ein Märchen bleiben.

Die Bürgerinitiative Mobilfunk Burgholzhof wird der Stadt eine Unterschriftensammlung gegen die Sendeanlagen auf dem Burgholzhof und in Wohngebieten allgemein übergeben.

V.i.S.d.P:
Bürgerinitiative Mobilfunk Burgholzhof (BüMoB), Philippe Ressing 0711 509 1585

Tags:
Unterschriftenaktion

Protest gegen Sendemast im Westen

KlaKla, Montag, 24.07.2006, 15:58 (vor 6519 Tagen) @ caro

Wir lassen uns nicht zur Versuchskaninchen der Mobilfunkindustrie machen und kämpfen weiter gegen Sendeanlagen mitten in Wohngebieten. So lange sich die Stadt zum Erfüllungsgehilfen der Mobilfunkindustrie macht, wird das Familienfreundliche Stuttgart" ein Märchen bleiben.

Die Bürgerinitiative Mobilfunk Burgholzhof wird der Stadt eine Unterschriftensammlung gegen die Sendeanlagen auf dem Burgholzhof und in Wohngebieten allgemein übergeben.

Kommentar: Die Betreiber sowie die Stadt, wissen das keiner was gegen den Sendemasten tun kann. Sie erhalten von der Bundesregierung Unterstützung, indem sie nur die Grenzwerte einhalten müssen, die m. M. viel zu hoch angesetzt sind. Die Bundesregierung ändert an den Grenzwerte nur etwas, wenn sich die wissenschaftlichen Hinweise auf Gesundheitsgefahren zu wissenschaftlichen Beweisen auf Gesundheitsgefahren durch wissenschaftliche Forschung bestätigt. Das kann Jahre dauern und so haben die Betreiber genügend Zeit ihr Netz nach ihren Bedingungen aufzubauen.
Hinter dem Ganzen stecken politische Entscheidung aus Berlin. Wer CDU wählt bekommt das Programm der CDU.
Klären sie ihre Mitbürger auf, jedes Handytelefonat lässt die Kassen der Betreiber klingeln. Verzichten sie auf Handytelefonate und oder kündigen sie ihren Vertrag. Kommen sie dem Drängen ihrer Grundschulkinder nicht nach, ein Handy für die Kleinen.


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Wofür braucht's die hohen Grenzwerte?
Wo wird der Grenzwert erreicht?

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Meine Meinungsäußerung

Protest gegen Sendemast im Westen

caro, Montag, 24.07.2006, 16:10 (vor 6519 Tagen) @ KlaKla

Wenn das so einfach wäre! Bei dem Thema sind sich leider alle politischen Parteien einig. Immerhin hat die Rot-Grüne Bundesregierung damals die UMTS-Milliarden kassiert. Und jetzt will niemand, aber auch gar niemand die Mobilfunkbetreiber irgendwie stören. Wir diese Erfahrung leider auch mit den Grünen und der SPD gemacht.

Protest gegen Sendemast im Westen

KlaKla, Montag, 24.07.2006, 16:23 (vor 6519 Tagen) @ caro
bearbeitet von KlaKla, Dienstag, 25.07.2006, 09:14

Wenn das so einfach wäre! Bei dem Thema sind sich leider alle politischen Parteien einig. Immerhin hat die Rot-Grüne Bundesregierung damals die UMTS-Milliarden kassiert. Und jetzt will niemand, aber auch gar niemand die Mobilfunkbetreiber irgendwie stören. Wir diese Erfahrung leider auch mit den Grünen und der SPD gemacht.

Ja, die Lobby der Mobilfunker ist mächtig.
In aller Regel interessieren sich die politischen Volksvertreter nur vor einer Wahl für die Themen, die uns Bürger interessieren. :-(

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Mobilfunkantennen in der Nachbarschaft Wertzuwachs & Wertminderung von Immobilien

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Meine Meinungsäußerung

Protest gegen Sendemast im Westen

Marianne, Samstag, 05.08.2006, 20:46 (vor 6507 Tagen) @ caro

Wenn das so einfach wäre! Bei dem Thema sind sich leider alle politischen
Parteien einig. Immerhin hat die Rot-Grüne Bundesregierung damals die
UMTS-Milliarden kassiert. Und jetzt will niemand, aber auch gar niemand
die Mobilfunkbetreiber irgendwie stören. Wir diese Erfahrung leider auch
mit den Grünen und der SPD gemacht.

Liebe(r) Caro,
stimmt nicht ganz, die ÖDP hat das Thema in ihrem Parteiprogramm! Also, ÖDP wählen und nichts anderes. Mein Tip, und das nach 22 Jahren CSU-Mitgliedschaft.
Marianne.

Protest gegen Sendemast im Westen

Doris @, Samstag, 05.08.2006, 22:31 (vor 6506 Tagen) @ Marianne

stimmt nicht ganz, die ÖDP hat das Thema in ihrem Parteiprogramm! Also,
ÖDP wählen und nichts anderes. Mein Tip, und das nach 22 Jahren
CSU-Mitgliedschaft.
Marianne.

Die ÖDP hat das Thema so lange in ihrem Parteiprogramm, bis sie an der Macht wäre, was vermutlich nie sein wird.
Ein ganz typisches Beispiel aus unserem Bundesland. Hier war die FDP 2003 maßgeblich daran beteiligt, dass die Baubewilligung für Antennen unter 10 m nicht mehr genehmigungspflichtig seien. Im MOment setzt sich diese wieder für eine Änderung ein. Damit kann man Stimmen fangen.
Die Grünen irgendeines Bundeslandes wollten "Mobilfunk" zum Wahlthema machen. War ich da im Urlaub? Ich habe nie was davon gehört.
Gerade die Grünen, eine Partei, wo dieses Thema eigentlich gut angesiedelt sein könnte, haben in Bayern neben der SPD gegen ein Handyverbot an den Schule gestimmt. Aber vielleicht sind das noch die aus der 68er Bewegung, die mehr auf die Grenzerfahrungen und Eigenverantwortung setzen als auf Grenzen setzen.
Vor den Wahlen wurden Fragen bezügl. Mobilfunk an die CDU, SPD, FDP, Grünen und die WASG geschickt. Die, wo sich die größten Hoffnungen auf Wahlerfolg machen konnten, haben ihre geplante Haltung zu Mobilfunk nicht mitgeteilt. Die anderen hielten sich sehr bedeckt und antworten recht nebulös. Die WASG hat alle Fragen mit einem klaren "Ja" beantwortet.
Mit Mobilfunk kann man auch Stimmen fangen. Es setzen sich nur Parteien für das Thema ein, die niemals was zu entscheiden haben. Ich setze meine Hoffnung auf keine Partei.
Im MOment beschäftigen sich eher die Erziehungspsychologen allgemein mit der Häufung von Elektronikspielzeug im Übermaß in deutschen Kindernzimmern. Und dazu gehört auch das Handy. Dass all diese Dinge, wie Gameboy, Playstation, eigener Fernseher, Internet und selbstverständlich auch das eigene Handy bei immer jüngeren Kindern im Kinderzimmer zu finden ist und parallel dazu die Auffälligkeiten bei Kindern immer größer werden, das ist eine reelle Chance, dass vielleicht was geschieht. Denn auch hier kommen wir wieder zum Punkt in einer anderen Diskussion. Meistens steht diese Technik gehäuft in den Kinderzimmern, wo die Eltern sich aus den verschiedensten Gründen nicht so um ihren NAchwuchs kümmern.

mfg
Doris

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Politik

helmut @, Nürnberg, Sonntag, 06.08.2006, 08:17 (vor 6506 Tagen) @ Doris

stimmt nicht ganz, die ÖDP hat das Thema in ihrem Parteiprogramm! Also,
ÖDP wählen und nichts anderes. Mein Tip, und das nach 22 Jahren
CSU-Mitgliedschaft.
Marianne.


Die ÖDP hat das Thema so lange in ihrem Parteiprogramm, bis sie an der
Macht wäre, was vermutlich nie sein wird.
Ein ganz typisches Beispiel aus unserem Bundesland. Hier war die FDP 2003
maßgeblich daran beteiligt, dass die Baubewilligung für Antennen unter 10
m nicht mehr genehmigungspflichtig seien. Im MOment setzt sich diese
wieder für eine Änderung ein. Damit kann man Stimmen fangen.
Die Grünen irgendeines Bundeslandes wollten "Mobilfunk" zum Wahlthema
machen. War ich da im Urlaub? Ich habe nie was davon gehört.
Gerade die Grünen, eine Partei, wo dieses Thema eigentlich gut angesiedelt
sein könnte, haben in Bayern neben der SPD gegen ein Handyverbot an den
Schule gestimmt. Aber vielleicht sind das noch die aus der 68er Bewegung,
die mehr auf die Grenzerfahrungen und Eigenverantwortung setzen als auf
Grenzen setzen.

........


mfg
Doris <<

Wer wird sich schon als große Partei mit ca 60 Millionen Handynutzern anlegen wollen?

Das Handyverbot in Bayern ist rein politisch. Die CSU konnte mal wieder Macht beweisen, ohne das es jemanden echt weh tut. Bei den Rauchern, Alkohol, Autos oder Flugkerosinbesteuerung tut man da schon wesentlich langsamer. Das sind nämlich die momentanen Wähler!

Und Marianne wird schon merken, wenn sie von der CSU zur ÖDP wechselt, was sie im Gemeinderat noch zu melden hat - nix mehr.

Die Meßgeräte wurden doch nur beschafft, weil ein CSU-Mitlied den Vorschlag machte. Als SPD, Grüne, FDP oder ödp hat man in bayerischen Gemeinderäten nix zu melden. Da wird grundsätzlich mal abgelehnt, ein guter Antrag wird halt ein paar Wochen später vom "richtigen" Gemeinderat gestellt.

MfG
Helmut

--
In der Mobilfunk-BI und
"In der Abendsonne kann selbst ein kleiner Zwerg große Schatten werfen" (frei nach Volker Pispers)


Meine Kommentare sind stets als persönliche Meinungsäußerung aufzufassen

Angela und die 26. BImSchV

H. Lamarr @, München, Sonntag, 06.08.2006, 00:48 (vor 6506 Tagen) @ caro

Immerhin hat die Rot-Grüne Bundesregierung damals die UMTS-Milliarden kassiert.

Und zuvor setzte am 16. Dezember 1996 Angela Merkel, seinerzeit noch Umweltbundesministerin, höchstpersönlich Ihre Unterschrift (neben der von Helmut Kohl) unter die 26. BImSchV.

--
Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

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26. BImSchV

Angela und die 26. BImSchV

Doris @, Sonntag, 06.08.2006, 12:32 (vor 6506 Tagen) @ H. Lamarr

Immerhin hat die Rot-Grüne Bundesregierung damals die UMTS-Milliarden kassiert.

Und zuvor setzte am 16. Dezember 1996 Angela Merkel, seinerzeit noch Umweltbundesministerin, höchstpersönlich Ihre Unterschrift (neben der von Helmut Kohl) unter die 26. BImSchV.

Also auf die Politiker setze ich wirklich am allerwenigsten. Auch wenn ich der Grundgedanke von Frau Buchmann und KlaKla richtig finde, dass man nur über die politische Schiene auf lange Sicht was erreichen kann, wäre mir persönlich die Zeit für diesen Einsatz zu schade. Ein Beispiel sind doch die AKW's. 2 Jahrzehnte lang kämpften Kernkraftgegner aktiv unter Einsatz ihrer Zeit gegen die Atomkraftwerke. Ihre langwierige und mühselige Arbeit fand eine gewisse Anerkennung unter der Rot-Grün Regierung. Dann wurde diese abgewählt und das erste, wo man versucht hat wieder umzubiegen, war die Verlängerung der Laufzeit der AKW's. Solange die SPD noch mitmischt und sich vielleicht noch ihrem eigenen Wort und gegenüber ihren grünen Kollegen in dieser Sache verpflichtet fühlen kann man noch mit einem gewissen Widerstand rechnen. Aber wäre die CDU alleine an der Macht, wäre ich mir ziemlich sicher, dass dann das Thema wieder schnell vom Tisch wäre.
Die Politiker beugen sich nur, wenn der Druck von außen oder durch irgendwelche Vorkommnisse zu groß wird, so dass sie darauf reagieren müssen. An der unseligen Rauchdebatte, die mir jeden Tag mein Adrenalinspiegel in die Höhe treibt, wenn ich das lese, wird dies doch wieder ganz deutlich. Andere Länder haben uns gezeigt, dass Rauchverbote durchaus Wirkung zeigen, auch Länder, wie Italien, die damals noch belächelt wurden, weil man sich in Italien anscheinend eh an nichts hält, waren nach einem Jahr erstaunt, was es für eine Wirkung zeigte. Mancher Raucher ist vielleicht ganz froh darüber, wenn es ihm etwas schwerer gemacht wird. Ich war früher auch Raucherin und die Möglichkeit dies in meinem Büro ungehindert zu tun, hat mein Zigarettenkonsum deutlich nach oben gepuscht.

Ich glaube, dass nur über die "Ärzteschiene" etwas erreicht werden kann. Wenn die auch in Richtung "Mobilfunk" forschen und sich da die Auffälligkeiten häufen, dann kann was passieren. Und wenn sich die Erziehungspsychologen des Themas weiter annehmen und eine Eindämmung bei Kindern und Jugendlichen erfolgen würde, dann wäre uns auch schon viel geholfen. Denn über die Hälfte der Gespräche werden von dieser Zielgruppe geführt.

mfg
Doris

Tags:
, Politik, Atomkraftwerk

Bürgerprotest gegen Sendemast

KlaKla, Dienstag, 25.07.2006, 08:57 (vor 6518 Tagen) @ caro

Ausschnitt

Schönes Fest mit Mobilfunk-Schatten

Bamberg - Für viele Bamberger ist das Gaustadter Bürgerfest rund um die Sebastianikapelle ein fester Termin im Jahresablauf. ...

Ein wenig getrübt war das Fest nicht nur durch den Regen, sondern auch durch die Tatsache, dass in diesem Jahr einige Hausbesitzer -- der Bürgerverein spricht von zwei, andere Beobachter von vier -- ihre Höfe in diesem Jahr nicht für Besucher öffneten. Sie protestieren mit dieser Verweigerung gegen den Bau einer dritten Mobilfunkantenne auf dem Gelände der benachbarten Kaiserdom-Brauerei. Nach Mitteilung von Anliegern ist bereits gestern ein Montage-Trupp angerückt.

Der Bürgerverein und seine Vorsitzenden Daniela Reinfelder und Peter Röckelein nahmen zu den Protesten gegenüber der FT-Lokalredaktion Stellung: "Wir sind nicht gegen den legitimen Protest der zwei Hofbesitzer, die mit Plakaten auf ihr Anliegen aufmerksam machen. Wir meinen aber, dass es im Rahmen der Verhältnismäßigkeit an der Zeit ist, die Dinge wieder ins rechte Licht zu rücken."...


Quelle: Frankischer Tag von Gertrud Glössner-Möschk, FT
veröffentlicht am 24.07.2006

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