"Das digitale Dilemma": Scheidstegers neue Melkkuh (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 30.12.2023, 19:17 (vor 142 Tagen)

[Admin: Strang wegen Richtungswechsel abgetrennt am 30.12.2023, Absprung war hier]

[...] Je tiefer er in diesem Morast an offensichtlichem Unsinn versinkt, umso schwerer ist es, da wieder herauszukommen.

Wie kommen Sie darauf, dass Scheidsteger aus dem Sumpf wieder rauswill? Warum sollte er? Er tischt gutgläubigen Mobilfunkgegnern mit seinen Filmen und mit seinem Buch genau die Märchen auf, die diese hören wollen. Alle seine jüngeren EMF-"Aufklärungsfilme" ab "Thank your for Calling" werden auf mehreren Plattformen kostenpflichtig angeboten, das Buch sowieso. Scheidsteger verdient damit auf bequeme Weise Geld und seine Verflechtungen mit einschlägigen Vereinen und der Firma Memon, die emsig bemüht sind, irrationale Ängste gegenüber Funkeinwirkung in der Bevölkerung wach zu halten, sorgen dafür, dass die Nachfrage nach seinen Werken lebendig bleibt. Nein, aus meiner Sicht will Scheidsteger aus kommerziellem Interesse nicht aus dem Sumpf raus, in dem er steckt, sondern noch tiefer rein.

Ein Beleg für meine Einschätzung ist sein jüngstes Werk "Das digitale Dilemma", dessen Titel schon semantisch blödsinnig ist, weil es kein digitales Dilemma gibt, bestenfalls ein Digitaldilemma. Die dumme Worthülse (niemand käme auf die Idee, seine Digitaluhr als digitale Uhr anzusehen) hat er sich von anderen abgeschaut. Inhaltlich ist der Streifen, der gegenwärtig noch nicht zu haben ist, ein typischer Scheidsteger, d.h. ein Schnipselwerk, in dem er Szenen aus älteren Werken (ohne Hinweis "Archivmaterial") eingewoben hat und er die aktuelle Entwicklung im Fall Murray vs. Motorola auf den Kopf stellt. Es könnte einem schlecht werden angesichts der unglaublichen Verdrehungen von Tatsachen, die einem hier ungeniert serviert werden. Glauben Sie nicht? Sehen Sie selbst:

Das digitale Dilemma: Trailer des aktuellen Märchenfilms von Klaus Scheidsteger.

Sie meinen, es ginge nicht schlimmer? Doch! Um das Machwerk finanzieren zu können wirbt Scheidsteger um Spenden auf einer Webseite der sogenannten Kompetenzinitiative, dort sitzt er im Vorstand.

Wir können dieses Projekt finanziell nicht alleine stemmen. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns darin unterstützen könnten.

Was für ein Geschäftsmodell! Das Publikum, das er mit seinen Filmen unnachgiebig für dumm verkauft, soll jetzt auch noch die Produktionskosten des aktuellen Streifens mit tragen. Jetzt bin ich gespannt, ob er diese Respektlosigkeit auf die Spitze treibt und fürs Anschauen seines Films noch einmal Geld haben möchte. Beispielsweise bei der Aufführung in Programmkinos oder wenn eine DVD merklich teurer ist, als die Versandkosten.

Mit Scheidsteger hat die Kommerzialisierung irrationaler Ängste gegenüber Elektrosmog einen neuen Höhepunkt erreicht. Der Mann verkauft Eskimos, ohne mit der Wimper zu zucken, Kühlschränke. Und der Rechtsstaat schaut zu, weil er sich nur in der Pflicht sieht, die Dummen zu schützen, nicht aber die Faulpelze, die zu bequem sind, sich angemessen zu informieren.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Geschäftsmodell, Seilschaft, Abzocke, Spendenaufruf, Kompetenzinitiative, Buchner, Memon, Scheidsteger, Kooperationspartner, Schnippelparty, Werbefilm

"Das digitale Dilemma": Scheidstegers neue Melkkuh

H. Lamarr @, München, Samstag, 30.12.2023, 20:50 (vor 142 Tagen) @ H. Lamarr

Das digitale Dilemma: Trailer des aktuellen Märchenfilms von Klaus Scheidsteger.

Es ist nicht zu fassen!

Seit etwa zehn Jahren behauptet eine Website, deren Inhalt Scheidsteger zu verantworten hat, Stuss:

Prof. Mosgöller ist nicht nur einer der wissenschaftlichen Kronzeugen der Anklage am Washington D.C. Superior Court, dem obersten Zivilgericht der USA, sondern auch Forschungskoordinator zweier spektakulärer Mobilfunk-Studien.

Wer den Stuss nicht erkennt, hier wird dieser seit 2016 aufgespießt.

Doch Scheidsteger kann es nicht lassen mit frei erfundener Dramatik das Verfahren Murray vs. Motorola wichtiger zu machen, als es ist. Gleich zu Beginn des Trailers zu seinem neuen Märchenfilm behauptet er wieder den gleichen Stuss, nur den verräterischen "Superior Court" hat er diesmal schlau weggelassen (siehe folgender Screenshot):

Klaus Scheidsteger weiß noch immer nicht, was das oberste Zivilgericht der USA ist.
[image]

Um es kurz zu machen. Am "obersten Zivilgericht der USA", das wäre der Supreme Court, wurde der Fall nie verhandelt. Nachdem das Verfahren nach der Beweisaufnahme durch den Superior Court von Washington D.C. (entspricht einem deutschen Landgericht) am 1. August 2023 zugunsten der Beklagten eingestellt wurde, gingen alle Kläger in Berufung, so dass das Verfahren seit 22. August 2023 beim Berufungsgericht des District of Columbia (Court of Appeals, DCCA) anhängig ist. Mit anderen Worten: An der Texttafel, mit welcher Scheidstegers Trailer seine Zuschauer empfängt, stimmt kein Wort.

Kommen wir noch schnell zu Scheidstegers ersten Satz, mit dem er nach der Texttafel seine Zusacher für dumm verkauft:

Renommierte Wissenschaftler aus Europa sind die Kronzeugen der Anklage gegen die ganze Mobilfunkindustrie.

Das ist ja niedlich! Scheidsteger weiß auch nicht, was ein Kronzeuge ist, und kriminalisiert damit blauäugig die europäischen Wissenschaftler. Ein Blick in Wikipedia hätte ihm sagen können: Ein Kronzeuge ist ein Zeuge, der gegen Zusage von Strafmilderung oder Straffreiheit für den eigenen Tatbeitrag gegen die übrigen Tatbeteiligten aussagt.

Geschenkt.

Nicht geschenkt ist Scheidsteger hingegen die dreiste Lüge, die er verbreitet. Denn die "renommierten Wissenschaftler aus Europa" sind in der ersten Instanz samt und sonders vom Gericht wegen unqualifizierter Gutachten noch im Zuge der Beweiserhebung entlassen worden. Dies war der entscheidende Schlusspunkt, der zur Einstellung des Verfahrens führte, noch bevor die Hauptverhandlung des Falls überhaupt begann. Und in der Berufungsinstanz gibt es keine Anklage mehr, keine Beweisaufnahme, keine Zeugenanhörung. Es geht dort allein darum, seitens der Antragsteller (Kläger) monierte Verfahrensfehler der Vorinstanz zu prüfen und abhängig vom Ergebnis die Entscheidung der Vorinstanz (hier zugunsten der Beklagten) zu bestätigen oder aufzuheben.

Starker Tobak auch die Behauptung, die ganze Mobilfunkindustrie, nicht etwa die halbe, säße auf der Anklagebank. Auch das ist ausgemachter Unsinn: Denn Branchengrößen wie Nokia, Siemens, Vodafone oder Ericsson saßen im Fall Murray vs. Motorola nicht auf der Anklagebank, die amerikanische FCC hingegen schon. Anscheinend hält Scheidsteger die Federal Communications Commission für ein Unternehmen der Mobilfunkindustrie ...

Erster Text und erster Satz von Scheidsteger sind vollendeter Stuss. Doch der Trailer dauert 3:47 Minuten, ich bitte um Verständnis, dass ich mir die nicht antun möchte.

Eines muss ich Scheidsteger aber lassen: Er hat Mut. Mit einem derart mangelhaft und irreführend recherchierten Film an die Öffentlichkeit zu gehen, das wagen nicht viele :yes:.

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"Das digitale Dilemma": Berichtigung

H. Lamarr @, München, Sonntag, 31.12.2023, 15:02 (vor 141 Tagen) @ H. Lamarr

[...] Es könnte einem schlecht werden angesichts der unglaublichen Verdrehungen von Tatsachen, die einem hier ungeniert serviert werden. [...]

Meinen hier konkretisierten Vorwurf der Lüge gegenüber Klaus Scheidsteger nehme ich zurück.

Warum? Weil der kritisierte (kurze) Trailer, wie auf YouTube zu erkennen ist, nicht aus jüngerer Zeit stammt, sondern seit neun Monaten, also seit März 2023 angeboten wird. Zu diesem Zeitpunkt prüfte das erstinstanzliche Gericht in Washington D.C. jedoch noch die Akten, die Gesetze der Gerichtsbarkeit, die während der Beweisanhörung im September 2022 vorgelegten Zeugenaussagen und Unterlagen, einschließlich der Argumente der Anwälte, sowie die nach der Beweisanhörung eingereichten Schriftsätze. Erst am 25. April 2023 gab das Gericht bekannt, dass dem Antrag der Beklagten vom 19. Juli 2019 auf Ausschluss der Sachverständigenaussagen der Kläger stattgegeben wird, was faktisch die Einstellung des Verfahrens zugunsten der Beklagten bedeutet.

Wegen seiner guten Kontakte zu George L. Carlo, der wiederum (laut Scheidsteger) aufseiten der Kläger die Kanzlei Morganroth & Morganroth berät, hätte Scheidsteger zwar möglicherweise schon im März 2023 von dem sich anbahnenden Unheil wissen können, doch das ist spekulativ und rechtfertigt meinen Vorwurf der Lüge nicht. Berechtigt wäre dieser gewesen, hätte Scheidsteger den besagten Trailer nach dem 25. April 2023 ins Netz gestellt.

Noch'n Trailer zu "Das digitale Dilemma"

Doch es gibt noch einen zweiten längeren Trailer zu Scheidstegers neuem Märchenfilm, der seit sechs Monaten im Netz steht, also seit Juni 2023 (siehe unten). In diesem wird jedoch nicht mehr behauptet, renommierte Wissenschaftler aus Europa seien die Kronzeugen der Anklage gegen die ganze Mobilfunkindustrie. Zu diesem Zeitpunkt muss dem Filmer klar gewesen sein, dass er aufs falsche Pferd gesetzt hat und der Prozess zum Nachteil der Kläger ausgehen wird. Niedergeschlagen hat sich dies in dem Trailer in keiner Weise. Im Gegenteil, Scheidsteger präsentiert dort die vom Gericht geschassten österreichischen Wissenschaftler Kundi und Mosgöller, als wäre nichts gewesen.

Der zweite Trailer zu "Das digitale Dilemma" steht seit Juni 2023 auf YouTube.

Und wieder behauptet Scheidsteger (Minute 7:30), die "ganze Mobilfunkindustrie" säße auf der Anklagebank, was zu diesem Zeitpunkt wegen der Entlassung sämtlicher Gutachter der klagenden Parteien faktisch bereits nicht mehr zutraf. Ab Minute 8:59 dampft der Trailer dann die ganze Mobilfunkindustrie ein auf Vodafone, China Mobile, American Towers Corporation, Microsoft und T-Mobile US. Von diesen Unternehmen saßen jedoch zu Prozessende neben ungenannten anderen nur zwei auf der Anklagebank (Microsoft Mobile Oy und T-Mobile US), die anderen hatten mit dem Verfahren nichts zu tun. Allerdings ist auch meine Auflistung Unbeteiliger an dieser Stelle nicht ganz astrein, denn zu Prozessende war Nokia irgendwann im 22-jährigen Verfahrensgang als Beklagte neu hinzu gekommen, wohingegen die FCC am Schluss nicht mehr unter den Beklagten war.

Im kleinen Klub der "Reichsbedenkenträger"

Auch der längere Trailer ist ein typisch populistisches Scheidsteger-Schnipselwerk, das ungeniert alte Szenen ohne Hinweis "Archivmaterial" neu verwurstet und im wesentlichen die Personen zeigt, die seit vielen Jahren Stammgast in seinen Anti-Mobilfunk-Märchenfilmen sind, z.B. der zwielichtige George Carlo hat dort seit 18 Jahren seine Auftritte.

Vergleichsweise neu ist die ab Minute 2:30 besorgt dreinblickende Deutsche Dr. med. Petra Wiechel (Petra Maria Wiechel-Sochiera) Chefin der abgelegenen "Swissmountainclinic AG" (ehemals Paracelsus Al-Ronc-Klink), die unter Corona schwer zu leiden hatte. Wiechel hat neben finanziellen Problemen einen auffälligen Fleck auf ihrem weißen Kittel, einen aus dem Reich der pseudowissenschaftlichen Esoterik und wegen fachfremder Geschäftstätigkeit ist auch nicht klar, ob die länger schon kränkelnde Klinik seit zwei Jahren nicht eher ein Hotel ist.

Kritikfähigkeit ungenügend

Viel Kritisches gäbe es zu beiden Trailern noch zu sagen, doch dies käme einer unverdienten Aufwertung der populistisch-manipulativen Streifen gleich. Schaunmermal, ob Klaus Scheidsteger sich traut, für sein neuestes Werk Geld zu verlangen, dann sehen wir weiter ...

Stopp, einen hab ich noch: Gestern fügte ich dem kurzen Trailer auf YouTube (momentan 986 Aufrufe plus drei Kommentare) einen kurzen vierten Kommentar hinzu mit Link auf diesen Strang. Gestern war der Kommentar noch zu sehen, heute ist er spurlos verschwunden. Mit Kritik konnten organisierte Mobilfunkgegner meiner Erfahrung nach noch nie souverän umgehen.

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Das Dilemma mit Vereinen und der Filz der Geschäftemacher

KlaKla, Freitag, 15.03.2024, 16:04 (vor 66 Tagen) @ H. Lamarr

Der Verein Diagnose-Funk schrieb kürzlich über die Händler von Harmonisatoren oder Entstörgeräten.

"In unserer Telefonsprechstunde und per Mail wird immer öfters gefragt, was diagnose:funk von Harmonizern, Chips oder sog. Entstörern hält, die angeblich Mobilfunkstrahlung unschädlich machen, ja sogar heilend im Körper wirken würden. Experten warnen vor diesen Versprechungen und der Scheinsicherheit: "Ich gehe davon aus, dass entsprechende Firmen ihre Erfolgsberichte selbst schreiben" (Baubiologe Dr. D. Moldan)."

Andere, wie Psiram, warnen deutlich seit Jahren vor Geschäftemachern, die mit dubiosen Produkten ihr Geld verdienen. Doch wer sich mit den Geschäftemachern einlässt, kann nicht machen, was er will. Seilschaften verbinden.

Der elektrosensible Baubiologe Dr. Dietrich Moldan und der Filmemacher Klaus Scheidsteger im Okt. 2022 noch auf Kuschelkurs. Scheidsteger produziert für wen auf wessen Kosten "Das digitale Dilemma“ - Der neue Dokumentarfilm"? Dieser ist nach meinen Recherchen nur bei MEMON zu finden! Und was verkauft MEMON? Technischen Komfort nutzen - aber ohne negative Auswirkungen :rotfl:

Auch der Baubiologe profitiert von dem, was Scheidsteger produziert.

Die Kernaussage von Diagnose-Funk, statt fragwürdige Produkte kaufen, lieber unnötige Messungen beim Baubiologen beauftragen. :tock:

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Meine Meinungsäußerung

Tags:
Filz, Diagnose-Funk, Kompetenzinitiative, Buchner, Mobilfunkgegner, Elektrosmog-Schutzprodukte, Memon, Scheidsteger, Kommerzialisierung, kommerzielle Interessen, Schnippelparty, Entstörgeräte, Molda, Harmonisiere

Wie George Carlo auf einem Keltenthron positiv aufgeladen wurde

H. Lamarr @, München, Montag, 20.05.2024, 18:44 (vor 4 Stunden, 53 Minuten) @ H. Lamarr

Vergleichsweise neu ist die ab Minute 2:30 besorgt dreinblickende Deutsche Dr. med. Petra Wiechel (Petra Maria Wiechel-Sochiera) Chefin der abgelegenen "Swissmountainclinic AG" (ehemals Paracelsus Al-Ronc-Klink), die unter Corona schwer zu leiden hatte. Wiechel hat neben finanziellen Problemen einen auffälligen Fleck auf ihrem weißen Kittel, einen aus dem Reich der pseudowissenschaftlichen Esoterik und wegen fachfremder Geschäftstätigkeit ist auch nicht klar, ob die länger schon kränkelnde Klinik seit zwei Jahren nicht eher ein Hotel ist.

Noch bevor die "Swissmountainclinic" von Corona heimsucht wurde, gaben sich 2019 Klaus Scheidsteger und George Carlo dort ein Stelldichein, das der geschäftige Filmemacher prompt in einen Werbestreifen für Wiechels Haus ummünzte.

Das muss man gesehen haben: Ab Minute 0:26 lustwandeln Scheidsteger und Carlo in Begleitung eines Dritten durch das Gelände der Bergklinik, Scheidsteger kommentiert aus dem Off heraus euphorisch. Dann kommen zwei Baumstümpfe mit Kugeln obendrauf ins Bild und wir hören: "Schon für die Kelten ist dies ein Ort der Heilung gewesen." Anschließend sehen wir Carlo zwischen den Baumstümpfen nachdenklich auf einem Thron sitzen und hören ihn höflich sagen: "The energy is very positive." Scheidsteger setzt noch einen drauf und spricht von einem magischen Kraftort, dessen besondere Energie der amerikanischen Mediziner und Forscher sofort wahrgenommen hätte.

Das Video ist eines von derzeit 62 im YouTube-Kanal der Klinik. Auch der weltbekannte Forscher & Entwickler Florian König weiß nur Gutes über das Haus zu berichten.

Meine Meinung: Minus x Minus ergibt Plus. Aber aus Äußerungen von zwei Esoterikern erwächst noch lange keine Evidenz.

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"Das digitale Dilemma" hier und jetzt kostenlos streamen

H. Lamarr @, München, Montag, 20.05.2024, 15:35 (vor 8 Stunden, 2 Minuten) @ H. Lamarr

Was für ein Geschäftsmodell! Das Publikum, das er mit seinen Filmen unnachgiebig für dumm verkauft, soll jetzt auch noch die Produktionskosten des aktuellen Streifens mit tragen. Jetzt bin ich gespannt, ob er diese Respektlosigkeit auf die Spitze treibt und fürs Anschauen seines Films noch einmal Geld haben möchte. Beispielsweise bei der Aufführung in Programmkinos oder wenn eine DVD merklich teurer ist, als die Versandkosten.

Nein, Klaus Scheidsteger hat ein Einsehen gehabt und bietet sein jüngstes Werk im www gratis an. Er sieht seinen neuen Streifen wie üblich als Dokumentarfilm, ich wie üblich als Märchenfilm für Erwachsene. Um nichts unversucht zu lassen, doch noch den einen oder anderen Spendeneuro locker zu machen, hält der Filmemacher auch diesmal eine Website zum Film bereit. Dort lockt der Vorspann "Stopfgänse" an:

Diese faktenbasierte Reportage fordert zu einem offenen Diskurs auf und sieht sich als ein Stück Aufklärung für den mündigen Verbraucher. Dabei kommen renommierte Wissenschaftler ebenso zu Wort, wie engagierte Ärzte, Entwickler, Baubiologen und Betroffene. Lösungen für eine digitale Zukunft werden ebenso gezeigt, wie der visualisierte Verlauf einer privat finanzierten, neuen Studie, die von einem interdisziplinären, internationalen Team durchgeführt wurde.

Wir begeben uns filmisch auf eine spannende Reise und zeigen die Kehrseite von gängiger Fortschrittswerbung.

Von einer spannenden Reise kann aus meiner Sicht jedoch keine Rede sein, denn die "faktenbasierte Reportage" ist im Wesentlichen nur ein Schaulaufen bekannter und unbekannter Mobilfunkgegner. Der wissenschaftliche und gesellschaftliche Diskus um das "Risiko Mobilfunk" wird damit auf die Sicht einer von zwei Streitparteien eingedampft. Das ist langweilig, zumal ich bei meinen Stichproben in dem Film nichts erfahren habe, was nicht schon bekannt ist.

Allerdings war es bestimmt nicht Scheidstegers Absicht, mich von der Schrecklichkeit elektromagnetischer Feldeinwirkungen zu überzeugen, seine Zielgruppe sind Bevölkerungsgruppen, die nichts über die Mobilfunkdebatte wissen und deshalb alles glauben müssen, was er seine 26 Zeugen der Anklage erzählen lässt. Zeugen der Verteidigung gibt es zwar wie Sand am Meer, ihre Stimmen aber, die den eintönigen Einklang kontrovers zu einem hellhörig machenden Zweiklang aufgewertet hätten, diese Stimmen fehlen in dem Streifen voll und ganz. Dies deute ich so, dass Scheidsteger mündige Bürger nicht selbst über das "Risiko Mobilfunk" entscheiden lassen möchte, sondern er anspruchslose "Stopfgänse" ansprechen will, die allein am Konsum vorgefertigter Meinungen interessiert sind, um bei der erstbesten Gelegenheit die Kakofonie der Debatte mit Geschnatter zu bereichern. Ebenso gut hätte Scheidsteger 26 AfD-Wähler vom Fußvolk bis zur Parteispitze darüber Auskunft geben lassen können, was sie vom "Risiko einer gesellschaftlichen Überfremdung" durch eine Völkerwanderung aus Afrika nach Europa halten ...

Scheidstegers Zeugen der Anklage sind ein bunter Haufen von Privatleuten, Geschäftsleuten und Wissenschaftlern. Einziger gemeinsamer Nenner: Alle sind davon überzeugt, dass mit Mobilfunk ein gesundheitliches Risiko verbunden ist. Der Filmabspann listet die Zeugen in der Reihenfolge ihres Erscheinens auf, ein kompetenter Korrekturleser hätte dieser Liste gutgetan:

► Thorsten Kirsch
Prof. Dr. Klaus Buchner
Michèle Rivasi
► Charles Maxence Layet
Dr. Fiorella Belpoggi
Dr. Ron Melnick
► Prof. Dr. Christian Kreiß
Prof Henry Lai
Prof Martin Pall
► Jan Hertsgaard
Dr. George Carlo
Jeffrey B. Morganroth
► Del Walters
Dr. Petra Wiechel
► Kesari Reber
Dr. Dietrich Moldan
Prof. Dr. Gertraud Teuchert-Noodt
► Angelika Schlotmann
► Heinrich Christel
Dr. Cornelia Waldmann-Selsam
► Prof. Dr. Suat Topsu
Prof Dr. Ing. Wilfried Kühling
Christian Oesch
Daniel Laubscher
► Dr. Sachin Gulati
Prof. Dr. Igor Belyaev

Ob Scheidsteger alle persönlich besuchte, darf bezweifelt werden, ich gehe davon aus, der Filmemacher hat sich z.B. bei Ron Melnick und Henry Lai an fremdem Material bedient. Sei's drum. Immerhin wird Fiorella Belpoggi nicht mehr fälschlich zur Professorin hochgejubelt. Dafür leistet sich Scheidsteger neue Unschärfen, indem er mit der alleinigen Nennung des akademischen Grades "Dr." es der Phantasie des Betrachters überlässt, in welchem Fach die Leute promovierten. Aus praxisfernen Humanmedizinern wie Waldmann-Selsam können so schnell Naturwissenschaftler werden.

Aus meiner Sicht ist "Das digitale Dilemma" der bislang schlechteste von Scheidstegers Märchenfilmen zum "Risiko Mobilfunk". In der Werbung ist es unbestritten, dass die Botschaft eines Werbetreibenden erst nach mehrmaliger Wiederholung beim Rezipienten ankommt. Doch Werbespots sind kurz und der Umworbene kann sich zwischen Wiederholungen erholen. Scheidstegers Werk aber hat Spielfilmlänge. Das macht den 26-fachen Versuch, die Meinung der Zuschauer zurechtzukneten, aufdringlich und anstrengend.

Hintergrund
Klaus Scheidstegers Fußabdruck im IZgMF-Forum

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Das digitale Dilemma: Prof. Christian Kreiß erneut reingefallen

H. Lamarr @, München, Montag, 20.05.2024, 16:29 (vor 7 Stunden, 7 Minuten) @ H. Lamarr

► Prof. Dr. Christian Kreiß

Den sympathisch wirkenden Zeugen Christian Kreiß kannte ich noch nicht. Wahrscheinlich ging er wegen seines Buches Gekaufte Forschung: Wissenschaft im Dienst der Konzerne Scheidsteger ins Netz, zumal er dieses Buch und andere werbewirksam in die Kamera halten durfte. Kann passieren, wenn man den Acker der Mobilfunkdebatte nur oberflächlich pflügt.

Einem Medienbericht zufolge kann man Kreiß nicht als Spinner abtun. Geschrieben wurde dies, weil der Mann zuvor in der Blüte der Corona-Empörungsphase im Lager der "Querdenker" anzutreffen war. Worauf er sich eingelassen hatte, erkannte Kreiß, als sich im November 2020 die Spitze der "Querdenker" mit dem "König" der sogenannten Reichsbürger einließ. Dies öffnete dem Wirtschaftsprofessor die Augen. Der Bericht zitiert ihn mit den Worten: "Da bin ich sauber hereingefallen. Querdenken ist für mich jetzt tot."

Die Querdenker im Mantel von Mobilfunkgegnern scheint Kreiß freilich nicht wiedererkannt zu haben, sonst hätte er sich Scheidsteger nicht zur Verfügung gestellt. Wem er da auf den Leim gegangen ist, dürfte er bei Betrachtung des fertiggestellten Films selbst festellen, denn das, was ich Scheidsteger vorwerfe, dass er die Gegenseite nicht zu Wort kommen lässt, beklagt ab Minute 28:00 auch der Professor selbst. Ich gehe deshalb davon aus: Jede Wette, ein zweites Mal werden wir Christian Kreiß in einem Scheidstegerstreifen nicht zu Gesicht bekommen :-).

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